getting things done.

Frau Jademond schrieb über ihr Zeit- und Aufgabenmanagement und wollte wissen, wie andere das so machen.
Ganz ähnlich wie sie, brauche auch ich unebdingt papierne Helferlein. Diesen ganzen iCal- und GoogleCalendar- Kram, den kann ich nicht. Ich muss durchstreichen können, abhaken, Pfeile machen. Ich mag es, wenn meine kleinen Bücher im Laufe des Jahres immer abgegriffener und knitteriger werden und ich immer mehr vollgeschriebene, nach Kugelschreibertinte riechende Seiten umbättern muss, bis ich auf der aktuellen Seite angekommen bin.

how i manage to get my things done.

Aber eins nach dem anderen. Für das allgemeine Zeitmanagement hängen bei uns im Flur zwei Kalender: Ein Familienkalender und ein Gebursttagskalender. Letzterer erklärt sich von selbst. In den Familienkalender tragen wir neben all den regelmäßigen Terminen wie Spielgruppe oder Musikgruppe alle Arzttermine ein, außerdem Floh- oder sonstige Markttermine (wie man sieht, nutzt der Mann diesen Kalender gerne als perfide Möglichkeit, sich über meine Begeisterung für Waldorf- Märkte lustig zu machen).

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Außerdem tragen der Mann und ich dort auch jeweils die privaten Termine ein, die wir alleine wahrnehmen wollen, so dass der andere gleich weiß, dass er an diesem Abend oder Nachmittag die Kinder hüten muss. Wir tragen ein, wer uns wann zum Essen besuchen kommt und erinnern uns mit Hilfe des Kalenders auch an die Heizungsablesung oder daran, abends die Mülltonnen an die Straße zu stellen.

Für mich selbst führe ich außerdem drei Bücher.

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Der Ringblock ganz links ist mein Auftragsbuch. Ein simples Dings aus dem Schreibwarenladen, beklebt mir einer ringelmiez- Postkarte. Da trage ich in der Reihenfolge ihres Eingangs alle meine Aufträge ein, nummeriere sie durch, notiere mir die einzelnen Wünsche und Vorstellungen der Kundin, Maße, den vereinbarten Preis und gegebenenfalls den Termin, zu dem das jeweilige Stück spätestens fertig sein muss. Wenn der Auftrag abgearbeitet ist, hake ich ihn mit einem dicken, grünen Haken ab.
Das kleine bunte Heftchen ist mein Ideen- Heft. Das habe ich erst zu Beginn dieses Jahres eingeführt. Es soll mir helfen, mich auf das zu fokussieren, was ich wirklich machen will und das dann auch umgesetzt zu kriegen – anstatt irgendwann wieder mit zig angefangenen und halbfertigen Projekten dazustehen, nichts fertig zu haben aber alle Regalfächer, Kisten und Tüten voll mit Sachen, die ich irgendwann aus einem sehr spontanen Impuls heraus unbedingt machen wollte. Also schreibe ich alle guten Anregungen, über die ich so stolpere, in dieses Heft und lasse sie da vor sich hingären. Viele streiche ich am nächsten Tag oder nach zwei Wochen wieder durch, weil ich sie dann plötzlich doch nicht mehr so toll finde. Was sich über längere Zeit hinweg undurchgestrichen in diesem Heft behaupten kann, befindet sich damit automatisch in der Liste der Ideen, die ich dann tatsächlich umsetzen werde.

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Rechts seht ihr meinen Moleskine- Kalender. Noch so ein Tick: Meine Taschenkalender müssen ein Soft Cover haben. Ich möchte das Büchlein beim Nachdenken, den Zeigefinder am Buchrücken und den Daumen vorne, hin- und herbiegen können. Und ich möchte die Seiten Daumenkinoartig rattern lassen können, bis ich auf der richtigen Seite angekommen bin. Dieser Moleskine- Kalender passt am besten zu mir: Auf der linken Seite läuft die komplette Woche ab, die rechte Seite ist liniiert und eignet sich somit wunderbar, um für die jeweilige Woche eine To-Do-Liste draufzuschreiben.

Abgesehen von all dem Papierkram versuche ich noch andere Tricks, um Dinge erledigt zu bekommen. Die simple Regel „vor 12 Uhr kein Internet“ kann ich zwar nicht jeden Tag einhalten, aber wenn, dann schaffe ich in der Zeit bis vor 12 Uhr meistens richtig viel. Für Administrationskram wie Buchhaltung, Materialbestellungen, Überweisungen tätigen etc. gibt es jeweils einen festen Wochentag, an dem ich mir je nach Tagesablauf mittags oder Abends eine halbe Stunde Zeit nehme, um nur das zu erledigen. Für Kunden- und Lesermails gibt es täglich einen Zeitslot – der aber meistens nicht ausreicht, oder manchmal auch ganz ausfallen muss, weswegen ihr manchmal etwas länger auf eine Antwort von mir warten müsst.
Insgesamt läuft das so einigermaßen zufriedenstellend. Aber trotzdem bleibt einfach für manche Dinge nie genug Zeit. Die Vervollständigung dieser Homepage beispielsweise tröpfelt nun auch schon lange vor sich hin. Die Anleitung, die ich schon längst veröffentlich haben wollte, warten immer noch auf den letzten Schliff. Und so. Es bleibt also weiterhin eine Aufgabe, mein Zeit- und Aufabenmanagement zu verbessern.

3 Kommentare

  1. Tante Pi
    Am 17.02.2011 um 21:47:52 Uhr [Link]

    Ich spare mir so einen Eintrag und unterschreibe diesen hier. Erschreckende Parallelen. Familienkalender, Geburtstagskalender, Auftragsbuch, Ideenbuch (Poket-Soft-Cover-Moleskine) und Kalender (nur dass mein Soft-Cove-rMoleskin Kalender die Größe „Large“ hat, nicht „Poket“. Aber die selbe Aufteilung hat der auch ;))

  2. Eilan
    Am 17.02.2011 um 22:27:53 Uhr [Link]

    Ich fand sowohl deinen als auch Jademondins Beitrag sehr spannend. Ich glaub, ich blogge da morgen auch mal was drüber.

    Viele Grüße,
    FibrePiratess / Eilan

  3. Ramona
    Am 18.02.2011 um 09:33:32 Uhr [Link]

    Schön. Ich konnte da auch die ein oder andere Inspiration für mich mitnehmen.

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