Spinn- News.

Ich nehme ja nun icht offiziell an der Tour de Fleece teil, die jetzt parallel zur Tour de France läuft. Aber nach den letzten beiden von Ziskas Podcasts dachte ich, ich könnte ja so ein bisschen meine eigene kleine Übungs- Tour de Fleece machen. Daher nutze ich die Zeit, in der die anderen, schon geübteren Teilnehmerinnen Meile um Meile und Knäuel um Knäuel produzieren, um meine Spinn- Skills ein bisschen zu verbessern und endlich mal das Stadium der blutigen Anfängerin zu verlassen. Ich habe mir vorgenommen, jeden Tag wenigstens eine halbe Stunde am Spinnrad zu sitzen, zu üben, und die Ursache für meine Problemchen und Fehlerchen herauszufinden und sie zu beheben. Dinge, mit denen ich beim Spinnen immer noch Probleme habe sind:

still learning to spin.

– meine Körperhaltung und die Position, in der das Spinnrad vor mir steht. Ich muss aufpassen, dass ich keine Rückenschmerzen bekomme. Gestern hatte ich nach einer Stunde spinnen für kurze Zeit das Gefühl eines verschobenen Knies (das Knie, mit dem ich getreten habe).
– Zwar gelingt es mir schon ganz gut, einen einigermaßen gleichmäßigen Faden zu spinnen (die „schwangeren Regenwürmer“ sind irgendwie komplett an mir vorbeigegangen), aber trotzdem würde ich gerne noch ein bisschen mehr an der Gleichmäßigkeit des Fadens arbeiten. Und ich würde gern üben, einen ganz dünnen, aber trotzdem stabilen Faden hinzukriegen. Je dünner ich spinne, desto gleichmäßiger gelingt mit der Faden, aber desto öfter reißt er auch.
– a propos reißen: das Problem, das mich am meisten aufregt, ist dass mir der Faden dauernd reißt. Zwar nur selten beim Spinnen, aber wenn ich den Faden dann wider einfädeln will, flufft er auf und reißt. Und reißt. Und reißt nochmal. Und reißt wieder. Und dann nochmal. Und nochmal. Manchmal reit so stückchenweise bestimmt ein ganzer Meter Faden ab, bis ich es endlich hinkriege, den Faden einzufädeln und wieder weiterspinnen zu können.
– bei dem Spinnrad war kein Einzugshaken dabei. Momentan ziehe ich den Faden daher mit einer Häkelnadel ein, was superkrampfig und fummelig ist. Vielleicht gibt es da einen teilweisen Zusammenhang zum vorherigen Punkt. Ich will mir deshalb bald einen besseren Einzugshaken basteln.

spun.

Mit dem Garn, das ich jüngst produziert habe, bin ich gar nicht so unzufrieden (mit dem Schärfegrad des Fotos davon dagegen schon), aber es ist mir noch etwas zu unregelmäßig und es enthält zu viele Knoten. Also habe ich noch ausreichend Gelegenheit zu üben und besser zu werden. Was ich auch gerne ausprobiere/ lernen würde, ist das Einspinnen von Perlen.

Mein altes Edam- Spinnrad werde ich weggeben. Es ht sich auch schon eine Interessentin aus meiner Strickgruppe gefunden. Weil ich mir noch nicht sicher bin, ob ich mit dem Ashford auf Dauer wirklich so richtig glücklich werde, habe ich meine Bestellung bei Henkys noch nicht gecancelt.

Da ich ja als nicht- offizielle TdF- Teilnehmerin keine TdF- Preise gewinnen kann, habe ich mir selbst eine Belohnung ausgelobt, wenn ich es schaffe, meine Probleme zu beheben und meine Spinntechnik zu verbessern: Dann werde ich mir ein paar schöne Stränge handgefärbter Wolle gönnen.

Für Tipps von erfahreneren Spinnerinnen bin ich natürlich immer dankbar :)

2 Kommentare

  1. Distelfliege
    Am 05.07.2012 um 13:14:12 Uhr [Link]

    Hmja, also gut, dann wolln wir mal: Zuerst musst du bestimmen, ob das Garn aufgrund von Überdrall oder aufgrund von Unterdrall reisst.
    Überdrall: drahtige, spitz zulaufende Rissenden, geschieht an einer dünnen Stelle, die oft von dickeren Stellen umgeben ist, man sieht keine losen Fasern an den Enden.
    Unterdrall: luftig, lose Fasern fluffen an den Enden, passiert oft an einem gleichmässig gesponnenen Stück Faden.

    Aufgrund dessen, was du schriebst, tippe ich auf Unterdrall. Das passiert oft wenn man dünner und dünner wird und zu schnell auszieht, den Faden zu früh auf das Rad laufen lässt. Der Drall reicht dann gerade aus, um das Garn im laufenden Spinnprozess zusammenzuhalten, aber muss man damit herumfuhrwerken, wie z.b. beim neu einfädeln oder absetzen und neu anspinnen, löst es sich auf der ganzen Länge auf und je mehr man aus dem Rad rauszieht um daran anzuspinnen, umso öfter passiert das. Mir passiert das auch ganz oft, weil ich meistens flotter ausziehe als das Rad Drall erzeugen kann.
    Abhilfe: Wenn es mal passiert ist, gibt es recht wenig Abhilfe, wenn also das Garn auf der Spule bereits Unterdrall hat, muss man sich fluchend vorkämpfen bis zu einem solide gesponnenen Stück Garn und von dort aus anspinnen. Das instabile Stück Garn kann man wie ein Vorgarn behandeln und es beim Spinnen versuchen, einzufügen, das kann aber fummelig sein. Ich würde für den Anfang empfehlen, die zu lose gesponnenen Stücke wegzulegen und mit frischer Faser anzuspinnen.
    Vorbeugend: Schneller treten, eine schnellere Übersetzung nutzen, einen weniger starken Einzug einstellen, länger warten, bevor man das Garn auf die Spule ziehen lässt.
    Viel Erfolg + Spass! Und danke für den interessanten Blogeintrag!

  2. ringelmiez
    Am 05.07.2012 um 15:29:27 Uhr [Link]

    hui, lieben dank für deine ausführliche antwort! das mit dem unterdrall habe ich mir schon fast gedacht, aber ich konnte es fast nicht glauben, wo ich doch sonst immer viel zu viel drall in den faden gedreht habe. du erinnerst dich ja vielleicht noch an den faden, den wir von deinem spinnrad bis zur balkonbrüstung ausziehen konnten :-D
    ehr beruhigend, dass das sogar erfahrenen spinnerinnen wie dir noch passiert…ich werde weiter fleißig üben, insgesamt klappt es heute schon viel besser und der faden reißt schon nicht mehr so oft :)

Mehr lesen:

Vorheriger Artikel:
Nächster Artikel: