wip wednesday: Spinnübungen.

Um meine angeschlagene Sehnenscheide zu schonen, habe ich in den letzten Tagen also gesponnen. Erstmal das fertig, was seit längerem auf meinem Spinnrad ruhte: einen pink-violett gefärbten Kammzug von dibadu, der jetzt gerade zum Trocknen hängt. Aus einem weiteren Kammzug von ebendort habe ich ein kleines Art Yarn Experiment gemacht: Einen Single mit kleinen Glasperlen gesponnen und mit einem weiteren perlenlosen aus dem gleichen Kammzug verzwirnt, wobei ich viele Spiralen eingebaut habe.
colour therapy.
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Das Ergebnis gefällt mir sehr gut, ich kann kaum aufhören, das Farbenspiel zu bewundern. Eine Idee, wozu ich das verstricke, habe ich auch noch. Aber da ich bei Art Yarns ein bisschen speziell bin (dazu gleich), muss ich mir erst eine Technik überlegen, wie am Ende dabei auch ein nach meinen Kriterien tragbares Stück entsteht.
Dann hatte ich mir zum Geburtstag ein paar fancy Glitzerfasern bei wollknoll bestellt und von meinem Mann ein Buch über Art Yarns bekommen. Zu Art Yarns habe ich ein etwas gespaltenes Verhältnis: Viele Art Yarns gefallen mir als Garne, als kleine Kunstwerke sozusagen, total gut und ich bewundere Farbenspiele und Struktur und Ideenreichtum. Aber auch bei industriell Produziertem bin ich kein Fan von Effektgarn, und hier wie dort gefallen mir aus besonders auffälligem Garn am Ende die gestrickten Stücke nicht. Oft wird es mir zu unordentlich, zu unregelmäßig und löchrig und die Wirkung des Garns geht (bei Art Yarn jetzt) im gestrickten Stück total oft verloren. Aber was ich gerne mag, sind, sagen wir mal, gemäßigte Art Yarns. Mit nicht zu vielen schönen Klimperperlen, Glitzersteinchen oder auch winzigen Muscheln drin, mit tollen Farbeffekten oder einer besonderen Struktur, wenn das Garn dabei nicht zu dick und nicht zu unregelmäßig wird. Solche gemäßigten Art Yarns geben dann am Ende, wenn sie eventuell vielleicht mit „normalem“ Garn kombiniert werden, schöne und tragbare Stickstücke, denen ich durchaus etwas abgewinnen kann. Vor allem aber, denke ich mir, sind Art Yarns eine gute Möglichkeit, an den eigenen Spinnskills zu üben und mehr Gefühl und Kontrolle über den Spinnvorgang zu bekommen.

mermaid.
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mermaid.
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Aus den fancy Glitzerfasern wollte ich also was mit Coils machen, weil es mir diese süßen kleinen Schneckchen im Garn total angetan haben. Dabei scheint es eine Begriffsverwirrung zu geben, denn manchmal werden die Schneckchen auch Beehives genannt, mal wird dabei dünnes Garn um dickes gewickelt und so das dicke sozusagen abgeschnürt, mal wird dickes Garn um dünnes gezwirnt und dann nach oben geschoben. Ich habe für beides unter beiden Namen jeweils mindestens drei unterschiedliche Tutorials gefunden; ein weiteres, bei dem die Coils in den Single eingearbeitet werden, befindet sich in meinem Buch, aber das war mir erstmal zu schwierig.
Für ein Coilgarn braucht man also zum einen einen dünnen, gleichmäßig gesponnenen Single und einen Thick&Thin- Single. Der dünne Faden besteht bei mir nur aus grüner Glitzerfaser; für den Thick&Thin habe ich türkisfarbene Glitzerfaser mit Merinofasern in verschiedenen Meeresfarben zusammenkardiert. Den Thick&Thin so hinzukriegen, dass die dicken Stellen beim Verzwirnen wieder schön auffluffen, gleichzeitig aber fest genug sind, um nicht vorher schon zu reißen, ist die erste Schwierigkeit. Dann werden beide garne miteinander verzwirnt, wobei die dicken Stellen um den dünnen Single gewickelt und dann hochgschoben werden, so dass sich eben diese kleinen Schneckchen bilden. Das so hinzukriegen, dass der fertige Coil nicht nur schön aussieht, sondern auch fest im Garn sitzt, ohne sich später wieder aufzudröseln und zu reißen, ist auch wieder gar nicht so einfach. Dazu kommt, dass mein Ashford Traditional naürlich kein ausgewiesenes Art Yarn Spinnrad ist und ich zusätzlich aufpassen muss, dass die Coils nicht zu groß werden und dann im Einzugsloch hängenbleiben oder an einem der Haken wieder kaputtgerissen werden. Eine ganze proppenvolle Spule lang habe ich gebraucht, bis ich all das einigermaßen raushatte – das Garn auf der Spule war hinterher nicht brauchbar. Die zweite Spule klappte dann schon sehr gut und es waren nur zwei oder drei Coils dabei, die ich wieder raustrennen musste. Wie man sieht, sind die Coils noch nicht perfekt, aber aus dem Garn wird sich sicher was machen lassen. Wobei ich sagen muss, dass ich es zum angucken zwar total hübsch finde, mir die Farben und das Geglitzer aber schon wieder fast zu viel sind. Aber Coils kann ich mir auch an einem Garn aus weniger exzentrischen Fasern sehr schön vorstellen.

2 Kommentare

  1. Ramona
    Am 06.02.2013 um 13:27:11 Uhr [Link]

    So schön! Vorallem das mit den Perlen kann ich mir auch dauernd wieder angucken. So tolle Farben!

  2. Mareike
    Am 06.02.2013 um 15:09:01 Uhr [Link]

    Oh wow, sind die beiden schön! Die könnte ich stundenlang ansehen …
    Mir geht es aber wie Dir, verstrickt mag ich solche Garne auch oft nicht. Bin gespannt, was Du daraus zauberst :)

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