Ein Stöckchen! Wie ich arbeite.

Ramona hat mir ein Blogstöckchen zugeworfen. Und es ist sogar eins, das ich sehr interessant finde: wie ich arbeite.

Bloggerinnen-Typ:
Früher habe ich gebloggt, um mit den Menschen aus meinem Internet Geschichten zu teilen, mit ihnen in Kontakt zu bleiben. Dabei hatte ich einen gewissen literarischen Anspruch an die Schreibweise und habe teilweise Stunden in einen Artikel investiert. Die Zeit habe ich momentan leider nicht mehr; bzw. haben einfach andere Sachen eine höhere Priorität.
Hier auf ringelmiez blogge ich hauptsächlich, um meine Näh- und Strickprojekte zu dokumentieren, über Shopupdates zu informieren und hier und da zwischendurch auch mal irgendwas familiäres zu erzählen. Momentan, genauer: seit ich neben den beiden Jungs wieder ein kleines Baby habe, komme ich leider viel zu wenig zum bloggen.

Gerätschaften digital:
Ich habe ein 2008er MacBook, dessen Gehäuse auseinanderbröselt, dessen Akku fehlt und bei dem diverse Buchstaben locker sind oder ganz fehlen, so dass ich nur auf Gumminöppeln tippe, die ab und zu abreißen und die ich dann mit Sekundenkleber wieder befestigen muss. Aktuell muss ich deswegen zum Beispiel für jedes „e“ das hier erscheint etwa 5x auf den Gumminöppel hauen, auf dem mal die Taste für das e saß. Das Ding läuft mit einem uralten Betriebssystem; ein neueres kann ich nicht draufspielen, weil das CD- Laufwerk nicht mehr funktioniert. Ich wünsche mir sehr dringend einen neuen Apple-Laptop; und zwar lieber ein MacBook Pro, als ein MacBook Air. Aber dummerweise kostet das relativ viel Geld und ich bin ganz schlecht im Ausgeben von größeren Summen auf einmal.
Mein Smartphone ist ein Samsung SII, das auch schon so seine Macken und Ausfälle hat, seit es mir mal in eine Dose Kokosmilch gefallen ist. Aber da es für mich nicht so essentiell ist, wie der Laptop, stört es mich da weniger.

Gerätschaften analog:
Mein bester Kumpel ist mein Taschenbegleiter. Listen, Termine, Ideen, Adressen und Notizen sammle ich noch immer am liebsten analog. Außerdem nutze ich einen Abreißblock für Einkaufszettel, eine billige Kladde als Haushaltsbuch und eine transparente Schreibtischunterlage, unter der ich Zugangsdaten, Passwörter, TANs etc aufbewahre. Sämtliche versuche, irgendwas davon zu digitalisieren, zum Beispiel, um es mit den Terminen und Listen des Mannes synchronisieren zu können, scheitern immer wieder. Vielleicht, weil sich mir die Sachen besser einprägen, wenn ich sie eigenhändig schreibe, statt sie zu tippen. Vielleicht, weil ich es immer schon so gewohnt bin. Oder weil mir die digitalen Möglichkeiten alle zu steril und zu umständlich und zu wenig apokalypsetauglich sind (Angewiesenheit auf Akku/ Strom etc.), und weil das touchen und tippen mit meinen Wurstfingerchen länger dauert, als es einfach händisch aufzuschreiben. Und irgendwie finde ich mich im chaotischsten handgeschriebenen Notizengewusel immer noch besser zurecht, als in digitalen Listen.

Arbeitsweise:
Zur Zeit habe ich leider noch keine verlässliche Routine wiedererlangt. In der Theorie habe ich, wenn jetzt seit neuestem beide Jungs morgens im Kindergarten sind, ja nur noch das Baby zuhause und somit total viel Zeit und kann stundenlang arbeiten, nähen, aufräumen, bloggen, Papierkram erledigen. In der Praxis sind das zwischen Jungs bringen- einkaufen- Jungs abolen oft weniger als 3 Stunden, bis ich wieder los muss, von denen nochmal mindestens eine für das Baby draufgeht – in kleinen Abschnitten über die knapp drei Stunden verteilt, so dass ich in dieser Zeit auch nicht am Stück arbeiten kann.
Je nachdem wie vormittags das Baby und nachmittags alle Kinder drauf sind, kann ich da nochmal häppchenweise ein paar Kleinigkeiten erledigen.
Am besten funktioniert es zur Zeit, mir abends das Material für den nächsten Tag zurecht zu legen und daneben eine Liste mit maximal vier Punkten, die ich an diesem Vormittag an diesem Stück erledigt kriegen will – während ich ja noch das Baby umsorgen und irgendwelchen Haushaltskram abarbeiten muss. Vier Punkte sind nicht viel, aber es ist oft schon gar nicht einfach, das wenige hinzukriegen. Und am Ende sind vier erledigte Punkte mehr als null erledigte Punkte.
Manchmal mache ich abends noch was. Oft habe ich dann schon kein Konzntration mehr. Aber über kurz oder lang sollte ich wohl einen Weg finden, diese Zeit nutzen zu können.

Wo sammelst du deine Blogideen?
In meinm Kopf oder als Artikel- Entwürfe in meinm wordpress- CMS.

Was ist dein bester Zeitspar-Trick/Shortcut fürs Bloggen/im Internet?
Zeit sparen im Internet? Ich lache hart.
Naja, und wenn man eh kaum noch Zeit fürs Bloggen hat, braucht man sich wohl auch ums Zeit sparen keine Gedanken machen.

Benutzt du eine To-Do List-App? Welche?
Keine App, immer noch die Totholz- Variante. Der Kalender meines Taschenbegleiters hat auf der linken Seite die Wochentage und auf der rechten Platz für Notizen, da schreibe ich alles drauf, was in dieser Woche erledigt werden soll. Was ich nicht schaffe, wird in die nächste Woche übertragen. Dazu gibt es noch die besagte tägliche vier- Punkte- Liste. Und einen Projektplan, der permanent deutlich sichtbar in meiner Arbeitsecke hängt. Auf dem streiche ich jedes Teilprojekt nach Fertigstellung durch. Das hilft mir einerseits, den Gesamtüberblick besser im Auge zu haben und mich nicht mit der noch verbleibenden Zeit zu verschätzen. Andererseits motiviert es mich, die Zahl der erledigten Sachen wachsen zu sehen.

Gibt es neben Telefon und Computer ein Gerät ohne das du nicht leben kannst?
Ersetzen wir „können“ mal durch „wollen“. Dann wäre das mein Herd, meine Nähmaschine, die Stricknadeln und unser Fahrrad- Fuhrpark inkl. Kinder- und Lastenanhänger.

Gibt es etwas, das du besser kannst als andere?
Vielleicht kann ich ganz gut die Zähne zusammenbeißen. Widrige Umstände hinnehmen und das bestmögliche draus machen, weil ich weiß, dass es nichts brächte und nur Zeit- und Energieverschwendung wäre, sich über etwas zu ärgern, dass sich eh nicht ändern lässt – irgendwann aber einfach vorbei sein wird.

Was begleitet dich musikalisch beim Bloggen?
Leider nur noch selten was. Wenn es tatsächlich Musik ist, dann oft Dota. Ansonsten ist es oft der Deutschlandfunk. Den höre ich in der Küche immer und das Baby scheint ihn gerne zu mögen, also lasse ich es manchmal in seinem Korb in der Küche liegen und zufrieden weiterlauschen, während ich mich ins Nebenzimmer an die Nähmaschine setze.

Wie ist dein Schlafrhythmus – Eule oder Nachtigall?
Früher habe ich Schlaf als Zeitverschwendung empfunden, und auch nicht viel davon gebraucht. Das ist im Prinzip auch mit Kindern immer noch so, nur dass ich über mein Schlafdefizit jetzt nicht mehr selbst bestimmen kann und auch nur selten die Gelegenheit habe, das Schlafdefizit wieder auszugleichen. Bzw. wenn ich die Gelegenheit hätte, mache ich doch wieder lieber was anderes, als schlafen. Denn wenn schon mal Ruhe ist und die Kinder anderweitig versorgt sind, ist das ja auch die perfekte Gelegenheit, um endlich mal ungestört arbeiten zu können…
…manchmal schaukelt sich das so weit hoch, bis mir richtig übel wird oder ich Sehstörungen bekomme vor Schlafmangel. Damit vernünftig umzugehen kann ich ganz sicher nicht besser als andere.

Eher introvertiert oder extrovertiert?
Gnadenlos extrovertiert und chronical oversharer. Und ich wünschte, mehr Menschen wären das ebenfalls.

Wer sollte diese Fragen auch beantworten?
Ziska, wenn sie mag.

Der beste Rat den du je bekommen hast?
Angst haben hilft nicht. Und auf einer Booja Booja- Trüffelpackung stand mal ein Variante davon, die mir auch sehr gut gefällt: Relax. Nothing is under Control.

Noch irgendwas Wichtiges?
Esst mehr Kohlrabi!

Ein Kommentar

  1. Ramona
    Am 16.05.2013 um 11:27:49 Uhr [Link]

    Danke! Hab ich sehr gern gelesen (gleich mal den Kohlrabi aus dem Kühlschrank holen)

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