Eine Geburtshilfe ohne Hebammen?

Ihr habt es sicherlich schon woanders gelesen: Der Beruf der freien Hebamme steht vor dem Aus. Wenn nicht noch ein Wunder geschieht, können freie Hebammen ab Mitte 2015 ihren Beruf nicht mehr ausüben, weil sie ihre Tätigkeit nicht mehr haftpflichtversichern können. Frau Frische Brise hat gute Worte zu dieser sehr schlechten Nachricht gefunden; ich hingegen bin leider weniger gefasst. Mich macht das fassungslos, wütend, traurig und ohnmächtig zugleich. Man macht sich keine Vorstellungen, was der Wagfall freiberuflicher Hebammen für Schwangere und Gebärende bedeutet. Hausgeburtshilfe wird es nicht mehr offiziell geben können. Das Recht auf Selbstbestimmung, wie Schwangerschaft und Geburt begleitet werden sollen, wird ganz erheblich eingeschränkt.

in the morning.

another time leap - 21:22.

being weighed.

me, on my way to the shower.

Fast jede Frau, die ein Kind bekommen hat, hat ihre ganz eigene Geschichte dazu. Und in den meisten dieser Geschichten spielt eine Hebamme eine große Rolle. So ist das auch bei uns: Bei allen dreien unserer Schwangerschaften und Geburten begleitete uns Petra, eine freiberufliche Hausgeburtshebamme. Wenn ich zu formulieren versuche, warum sie für uns so wichtig war, bekomme ich gleich feuchte Augen. Neulich fand ich einen Artikel über sie, in dem sie sagt, sie habe schon mit 12 Jahren das Gefühl verspürt, Hebamme werden zu wollen. Dass dieser Beruf ihre Berufung ist, kann man zutiefst spüren. Ohne Petra wäre ich nicht die Mutter, die ich bin; wären wir nicht die Familie, die wir sind. Petra bewahrte mich vor vielen kleinen und großen Übergrifflichkeiten, die in der Geburtshilfe leider oft vollkommen unbedachter Usus sind. Sie brachte mir entspanntes Schwangersein bei, indem sie mir Vertrauen in die Fähigkeiten meines Körpers lehrte. Sie stärkte mein Vertrauen in mich selbst und in das Kind in meinem Bauch, sie nahm mir Ängste, sie inspirierte mich, sie stand mir bei, während drei Schwangerschaften, Geburten, und darüber hinaus. Sie sorgte dafür, dass ich nach jeder Geburt eine noch stolzere Mutter war. Sie hat so vieles für mich getan, aus dem ich bis heute, und wahrscheinlich für immer, Kraft schöpfen kann. Es macht mich unendlich traurig und wütend, dass diese Möglichkeit der Schwangerschafts- und Geburtsbegleitung zukünftigen Müttern verwehrt bleiben soll. Ich weiß nichts Schlaues zu sagen. Ich fühle mich ohnmächtig. Ich hoffe auf ein Wunder.

2 Kommentare

  1. ubidu
    Am 17.02.2014 um 23:05:34 Uhr [Link]

    Hallo,
    Danke für deine Worte – so fühl ich auch einfach nur ohnmächtig!
    Es nicht viel ist – aber immer noch mehr als nix …
    wenn wir die Petition mitzeichnen :)
    http://www.change.org/de/Petitionen/lieber-herr-gröhe-retten-sie-unsere-hebammen?alert_id=UkWZHYeQKp_lEGdTSCLtq&utm_campaign=48858&utm_medium=email&utm_source=action_alert
    Wir müssen KÄMPFEN für uns und unsere Kinder.
    LG Nicole
    PS: Eine WELT ohne FREIE HEBAMMEN ist eine ARME WELT!

  2. Ohne eigene Worte. - Bis einer heult! | Bis einer heult!
    Am 18.02.2014 um 10:21:49 Uhr [Link]

    […] Ringelmiez: Eine Geburtshilfe ohne Hebammen? […]

Mehr lesen:

Vorheriger Artikel:
Nächster Artikel: