The Bodies of Mothers.

In meiner Internetmamas- Filterblase drehen sich heute viele Gespräche um einen Artikel auf Brigitte Online. Carolin Kebekus schreibt als eine von „60 Stimmen Brigitte“ einen regelrechten Rant auf Frauenzeitschriften; auf den Druck, den sie auf Frauen und Mütter ausüben. Permanent geht es in Frauenzeitschriften darum, wie wir aussehen, welche Produkte wir kaufen sollen, um uns der Männerwelt möglichst attraktiv präsentieren zu können, was wir während einer Schwangerschaft tun können, um nicht außer Form zu geraten oder Stretch Marks zu verhindern. Nach der Geburt sollen wir uns dann möglichst bald darum kümmern, wie wir unseren ausgeleierten Körper wieder in den Griff bekommen. Ihr lest es vermutlich auch aus meinen Worten raus: Ja, auch mir hängt das alles tierisch zum Hals raus. Schon lange.

Ich beschäftige mich schon seit ein paar Jahren mit body acceptance und fat acceptance; lese Blogs und politische Artikel dazu. Dabei kam mir schon vor längerer Zeit das Crowdfunding- Projekt von Jade Beall unter, an dessen Finanzierung ich mich beteiligt habe. Sie nennt sich therapeutische Fotografin und möchte mit ihrer Arbeit Menschen jeden Alters, jeden Geschlechts und jeder Sexualität vermitteln, dass sie schön sind, so wie sie sind. Dass sie ein Recht haben, ihren Körper zu mögen und stolz auf ihn zu sein. Unretuschiert, mit allen Rissen, Narben, Dellen und Speckrollen.

Jade Beall - the Bodies of Mothers.

Jade Beall - the Bodies of Mothers.

Ihr erstes Buch sollte sich um The Bodies of Mothers drehen – um die Körper von Müttern also. Und so hat sie Dutzende von Müttern* jeden Alters, verschiedener Sexualitäten und  Hautfarben fotografiert, und zusammen mit den jeweiligen Geschichten dieser Frauen* zu einem Buch vereint. Das Buch zeigt eine große Bandbreite ganz verschiedener Mütter und ganz verschiedener nach- Schwangerschaftskörper. Nicht nur in den Fotos, sondern auch in den Texten der Frauen* kann man sich so oft wiederfinden. Ich arbeite mich langsam hindurch, weil es mir oft (heilsame) Tränen in die Augen treibt. Dieses Buch ist ein großer Schatz, eine wichtige Bereicherung für mich auf dem Weg, mich und meinen Körper nach drei Schwangerschaften akzeptieren und lieben zu lernen. Ich möchte es euch wärmstens empfehlen.

Jade Beall - the Bodies of Mothers.

Jade Beall - the Bodies of Mothers.

Jade Beall - the Bodies of Mothers.

Jade Beall - the Bodies of Mothers.

Jade Beall - the Bodies of Mothers.

Jade Beall - the Bodies of Mothers.

Jade Beall - the Bodies of Mothers.

Das Buch ist zu haben über die Webseite der Fotografin. Das ist der teuerste Weg, aber auch der, bei dem Jade Beall am meisten davon hat. Auch über amazon ist es zu bekommen.

Ein Kommentar

  1. Tan!a
    Am 04.07.2014 um 14:28:21 Uhr [Link]

    Liebe Frau Ringelmiez!!!!
    Du sprichst mir aus der Seele! Diese Zeitschriften kommen mir schon lange nicht mehr in den Einkaufskorb.
    Ich habe 6 Geburten hinter mir, meine Figur ,naja…..!
    Eigentlich ist es mir egal , ich habe 6 tolle Jungs, aber………….
    Da gibt es ein kleines Teufelchen in uns, und dieses kann einen schon mal ganz schön fertig machen! Das geht ja manchmal schon morgens früh vor dem Kleiderschrank los!
    Nichts passt , alles ist scheisse , man(Frau) ist den Tränen nahe….Und wenn der Liebste dann ( ausgerechnet dann) noch sagt:“ich lieb dich, so wie du bist!“
    In solchen Momenten glauben wir das ganz bestimmt!
    Es ist einfach Wahnsinn,was uns als schön oder normal verkauft wird! Um diesen Idealen hinterher zu rennen,ist mir das Leben zu kurz!!!!!! Unsere Streifen und Narben erzählen Geschichten, sehr schöne sogar!
    Liebe Grüsse tanja
    (Sonst eine stille Leserin deiner Seite)

Mehr lesen:

Vorheriger Artikel:
Nächster Artikel: