Sailorpants mit Mut zum Risiko.


15530890388_f9ae44c32c_kDer große Sohn brauchte ein paar neue Hosen, und ich nutzte die Gelegenheit, Charles von Compagnie M auszuprobieren. Die ungewöhnliche Optik, die Knöpfe, das Paspelband und die Art und Weise, wie die Hose verarbeitet wird, hatten es mir gleich angetan – auch wenn ich wegen der Passform der Hose von Anfang an skeptisch war. Auf vielen ergoogelten Bildern schien mir die Hose  – immerhin wird sie eigentlich nur von einem Taillenzugbund am rückwärtigen Bund an ihrem Platz gehalten; die Knöpfe haben eigentlich kaum eine haltende Wirkung – zu sehr in Richtung Hüfte zu rutschen. Und Kinderhosen auf Hüfthöhe und damit halbnackte Bäuche und in Richtung Nieren kriechende Herbstkälte finde ich jetzt keine so prickelnde Vorstellung.
Ich war also skeptisch, und habe die Hose trotzdem genäht. Bei der Arbeit daran kam ich regelrecht ins Schwärmen. Anstelle der sonst üblichen ritsch-ratsch-fertig- Alltagskleidung, die ich sonst so mache, nach 18 Jahren mal wieder etwas mit wenigstens ein paar kleinen Schneidereielementen zu nähen, war überraschenderweise sehr schön. Früher war genau dieser Aufwand das, was mich vom Nähen von Kleidung abgehalten hat, jetzt gerate ich geradezu ins Schnurren dabei Aber ich schweife ab. Die Hose also.

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Der große Sohn besteht auf einem großen Mitspracherecht, was die Gestaltung seiner Kleidung angeht. Längst kann ich ihn nicht mehr einfach so benähen, wie es mir gerade passt. Er sucht sich mittlerweile nicht nur die Stoffe selbst aus, sondern teilweise auch die Schnittmuster. Bei Charles war er sehr skeptisch, wegen der Klappe. Aber unter der Voraussetzung, dass ich ihm Sterne auf die Hose mache (er hat die Größe und Position jedes einzelnen Sterns selbst festgelegt) und diesen einen Roboterstoff für die Taschen verwende, erklärte er sich bereit, die fertige Hose dann wenigsten mal anzuprobieren. Kündigte gleichzeitig aber auch an, dass er sie möglicherweise halt doof finden wird. Naja -YOLO!

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Das Nähen hat jedenfalls großen Spaß gemacht, und ich glaube, meine Oma, von der ich die Grundlagen des Nähens lernte, wäre sehr stolz auf mich. Ein mit Schrägband eingefasster Beleg. Ein perfekt verdeckter Taillenzugbund. Knopflöcher, Paspelband! Das hätte ihr gefallen. Mir gefällt die Hose auch sehr. Ich warte gespannt auf das Anprobe und Urteil des großen Sohns.

Der Doubleface- Jeansstoff ist übrigens von Kleewald und der Roboterstoff von Frau Tulpe (aber leider nicht mehr verfügbar).

NACHTRAG: Entgegen meiner Befürchtungen sitzt die Hose perfekt und sieht super aus, aber der große Sohn will sie nicht haben. Sie hat Größe 122 und sitzt hoch in der Taille, und da es  zu schade wäre, sie in der Schublade liegen zu lassen, bis der kleine Sohn reingewachsen ist, verkaufe ich sie für 45 Euro plus Porto oder tausche sie gegen ein schönes Überraschungspaket. Bei Interesse schreibt mir über das Kontaktformular.

 

2 Kommentare

  1. Greta
    Am 05.11.2014 um 15:13:58 Uhr [Link]

    Whoa, gemein! Voll der Cliffhanger! :D

  2. abraxa
    Am 05.11.2014 um 15:31:10 Uhr [Link]

    die ist sooooo hübsch! postest du, wenn der Sohn sie nicht mögen sollte (was ich nicht glaube) hier die Größe? vielleicht findet sich ja ein Abnehmer :)

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