Schneetage.

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Anfang der Woche fing es auch endlich hier bei uns an zu schneien, und hörte dann für 3 Tage fast nicht mehr auf. Und es war sogar kalt genug, dass die weiße Pracht liegen bleiben konnte. Mittlerweile ist das jenseits der Gebirge ja echt selten geworden. Das Ergebnis sind etwa 20 cm Schnee – für die Winter, die ich aus meiner Kindheit im Schwarzwald kenne, lächerlich wenig (von dort bin ich Schneehöhen von bis zu 2 Metern und teilweise noch darüber gewöhnt), aber für städtische Verhältnisse ist das doch schon ganz ordentlich. Man konnte Schneemänner bauen, durch den knirschenden Pulverschnee stapfen, Schneeflocken mit der Zunge fangen, kleine Eiszapfen lutschen. Auf dem Hügel am Spielplatz rodeln gehen, Schnee-Engel machen, Schneeballschlachten veranstalten. Mit durchnässten Handschuhen und kalten Nasen heimkommen und unter die Sofadecke gekuschelt heiße Schokolade trinken.

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Wir haben diese Schneetage voll ausgekostet, weil klar war, dass sie nicht lange halten würden. Am Wochenende soll es schon wieder tauen und regnen, und wer weiß, wie viele richtige Winter diese Kinder überhaupt nocht erleben werden…Sobald die Hände wieder aufgewärmt waren, haben wir viel gebastelt in den letzten Tagen. Ich habe Fenstersterne gefaltet, und die Jungs haben bunte Fenster in Häuser geklebt, die ich ihnen mit einem Bastelskalpell aus schwarzem Fotokarton ausgeschnitten hatte. Für den kleinen Sohn in einer etwas einfacheren Variante mit größeren Fenstern, für den großen darf es schon etwas schwieriger sein, mit mehr und kleineren Fenstern. Für noch etwas größere Kinder kann ich mir auch gut weitere filigrane Details vorstellen, wie etwa rauchende Schornsteine, Fenster mit eingeteilten Scheiben oder mit Vorhängen, geschwungene Dächer, oder solche mit Giebeln und Zinnen, wie die Häuser in den Amsterdamer Grachten. Man kann solche Häuserzeilen auch so gestalten, dass sie hinterher zu einem Windlicht zusammenzufalten sind. Mit flackerndem Teelicht in der Mitte sieht das auch sehr schön aus.

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Es ist immer wieder so schön zu sehen, wie sehr sie solche Tätigkeiten lieben, wie sie dann plötzlich ganz vertieft und konzentriert werden, sich Gedanken darüber machen, welche Farbe jetzt die richtige sein könnte und wie man das wohl hinbekommt, das Fensterchen in der richtigen Größe auszuschneiden – an den Fenstern der Häuserzeile des großen Sohns erkennt man Bleistiftmarkierungen. Irgendwie scheint zwischen den Jahren immer ein bisschen die Zeit
stillzustehen, teilweise habe ich echt Schwierigkeiten herauszukriegen, welchen Wochentag wir gerade haben. Und trotzdem vergehen die Tage wie im Flug; Rausgehen, basteln, nochmal rausgehen, nochmal basteln, Abendessen – und schon ist es für die Kinder schon wieder Zeit, ins Bett zu gehen. Meine Abende habe ich entgegen meiner Pläne übrigens gar nicht mit privater Näherei zugebracht, sondern mit lesen und Stricken.Beides kam im letzten Jahr leider viel zu 15977683699_23ae342ca2_kkurz, und das wird 2015 vermutlich ähnlich aussehen. Für mich ist die süße Zeit des Müßiggangs jetzt leider schon wieder zu Ende – ein zum Bersten mit Arbeit vollgestopfter Januar beginnt. Falls ihr noch ein paar Tage Pause habt, wünsche ich euch viel Ruhe und Erholung, und allen, die jetzt auch wieder anfangen müssen mit dem Ernst des Lebens: Frohes Schaffen! :)

 

 

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