Eine Puppe nur für mich.

16083815570_ee2cca929e_k Als ich mich im vergangenen Herbst schweren Herzens dazu entschied, mit der gewerblichen Puppenmacherei aufzuhören, keimte gleichzeitig ein Wunsch in mir auf, den ich erstmal gar nicht richtig einordnen konnte: Ich wollte gerne eine Puppe haben. Für mich. Und aus irgendeinem Grund konnte ich mir nicht vorstellen, diese Puppe selbst zu machen.

Ich habe ein paar Tagelang daran herumgegegrübelt, und zwischendruch immer wieder durch das Puppen-Portfolio von Maria gescrollt, weiterhin unsicher, wie ich mit diesem stärker werdenden Wunsch umgehen sollte. Und dann passierte einer dieser fast magischen „Zufälle“: Maria schrieb mir von sich aus, dass sie von meinen Reiseplänen nach Berlin gelesen hätte, und ob wir uns bei der Gelegenheit nicht endlich mal treffen wollen. Wollten wir natürlich, und haben wir auch gemacht. Dieser „Zufall“ war für mich wie ein Wink mit dem Zaunpfahl, und die Entscheidung, dass ich mir eine Mariengold-Puppe schenken würde, war gefallen.

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Vor einigen Tagen nun kam sie an – und natürlich habe ich mich riesig gefreut, sie endlich in den Händen halten zu können. Dass meine Freude über diese Puppe sogar so groß sein würde, dass ich quieke und hüpfe wie ein 4jähriges Mädchen, und sie immer wieder an mein Herz drücke, das hat mich dann doch überrascht. Sie ist genau so gerworden, wie ich sie mir vorgestellt habe: herzig, warm, in der Proportion und der Kleidung in sich total stimmig. Marias Puppen haben einfach eine unverwechselbare Ausstrahlung, die mich ganz besonders berührt. In meiner Phantasie sollte mir meine Puppe beim Arbeiten zuschauen, als freundlicher Geist über meine kleine Nähwerkstatt wachen (und ein bisschen darin herümhüpfen, an den bunten Garnrollendrehen und mit den vielen Knöpfen spielen, wenn keiner guckt). Genau das macht sie jetzt. Momentan sitzt sie noch auf meinem Arbeitstisch – schon alleine, damit ich sie zwischendurch immer wieder drücken und anhimmeln kann – und bald soll sie ihr eigenes kleines Plätzchen auf einem meiner Regale bekommen. Einen Namen hat sie auch schon, aber der bleibt geheim :)

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Noch immer weiß ich nicht genau, was es mit diesem Wunsch nach einer eigenen Puppe auf sich hatte, und warum er genau zu dem Zeitpunkt kam, als ich meine gewerbliche Puppenmacherei aufgab. Vielleicht werde ich das irgendwann noch erfahren. Bis dahin freue ich mich einfach an der neuen Gesellschaft in meiner Nähwerkstatt.

2 Kommentare

  1. Nicole Kilgus
    Am 13.01.2015 um 16:11:09 Uhr [Link]

    Hallo Ella,

    hach du glaubst garnicht, wie sehr ich mich über diesen Beitrag von Dir freue, denn auch ich habe schon seit langer Zeit diesen Wunsch! Immer habe ich ihn beiseite geschoben und mich selbst als Spinnerin bezeichnet……zu wissen, dass ich nicht allein bin, macht mich gerade sehr froh :-)

    Liebe Grüße von Nicole

  2. Sarah
    Am 14.01.2015 um 14:43:37 Uhr [Link]

    Manchmal braucht man das einfach. Mir geht es viiiiel besser seit ich mir eingestanden habe dass ich manchmal ein bisschen Glitzer brauche- einfach so nur für mich! :)
    Alle reden immer vom Kind im Mann und was ist mit uns? ;)
    Liebe Grüße

    Sarah

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