Links zum Wochenende: Blumenwichteln, das böse amazon?, schöne Plastikpuppen, Schuldokus, Steiner und Rassismus.

Jeden Freitag zeige ich euch hier, was mir in letzter Zeit im Internet so interessantes vor die Füße geschwemmt wurde. Thematisch völlig durchmischt, aber immer mehr oder weniger stark politisch geprägt.
Auf Julias Blumenwichtel-Aktion habe ich gestern schonmal hingewiesen, aber ich tue es heute gerne nochmal, weil ich die Idee so nett finde: Ein Wichtelpäckchen mit Überraschungseffekt für Fensterbrett, Balkon oder Garten könnt ihr euch bei Funkelfaden ertauschen.

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Amazon, bzw. die amazon-Affiliatelinks, die man hier ab und zu in einigen Beiträgen findet, sind mein guilty pleasure. Ich weiß und finde nicht gut, wie amazon mit seinen Angestellten umgeht und wie es den Buchhandel erpresst, und trotzdem kriege ich den Sprung von der Schippe (noch) nicht hin. Eine etwas andere Darstellung bezüglich des Verhältnisses zwischen Buchhandel, Verlag und amazon gibt es hier zu lesen: Was man als Verlag so alles mit dem Buchhandel erlebt.

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Eine Mutter entfernt Plastikpuppen das übertriebene und wenig kindgerechte MakeUp aus dem Gesicht, gestaltet sie neu und kleidet sie mit selbstgemachter Puppenkleidung neu ein. Eigentlich nur für ihre Tochter, aber als sie Fotos ihrer Werke im Internet postet, wird die Sache viral und viele, viele Leute möchten für ihre Kinder auch solche Puppen haben. Zurecht, denn Tree Change Dolls (←Filmchen) haben, obwohl sie aus Plastik sind, wirklich schöne Ausstrahlung. Ich bin gespannt, was aus dem Projekt wird und werde es sicherlich weiterverfolgen. Tree Change Dolls bei tumblr, facebook, etsy.

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Aus gegebenem Anlass habe ich mich in letzter Zeit nochmal intensiv mit verschiedenen Schulformen auseinandergesetzt. Bücher gelesen, Lehrpläne und Schulgesetze angesehen, mich mit Eltern und Lehrer*innen verschiedener Schulformen unterhalten. Vielleicht ein bisschen überambitioniert, aber da ich auf Gymnasiallehramt studiert habe, interessieren mich solche Dinge bis in die Tiefen. Und ich habe Dokus angeschaut, und sie für euch auf YouTube zu einer Playlist zusammengefasst. Besonders beeindruckt hat mich André Stern. Generell finde ich Unschooling und ganz freie Schulkonzepte extrem spannend – aber obwohl ich sehr gut nachvollziehen kann, wie viel Sinn freie Konzepte machen, bin ich mir nicht sicher, ob ich der Herausforderung gewachsen wäre. Sehr schön in diesem Zusammenhang auch die Schilderungen eines jungen Mannes, der erzählt, wie er ohne Schule zu einem 1er-Abi kam.

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Ohne Link, aber trotzdem eine letzte (!) Erwähnung wert: Im Zusammenhang mit dem Indianer-Artikel wurde ein paar Mal kritisiert, wie das denn zusammenpasse, dass ich einerseits auf Diskriminierung von First Nations und Native Americans aufmerksam mache, gleichzeitig für unsere Kinder aber den Besuch einer Waldorfschule in Betracht ziehe. Der Grund, weshalb ich meine Kinder an einer solchen Schule für gut und richtig aufgehoben halte, ist, dass Waldorf-Pädagogik für mich viel Sinn macht. Ja, Steiner hat vieles geschrieben, das man getrost als mindestens völkischen, wenn nicht rassistischen Mist bezeichnen muss. Die Waldorfschulen distanzieren sich heute aber ausdrücklich davon und sehen das selbst sehr kritisch. Und vor allem sind diese Inhalte nicht Teil dessen, was im Unterricht vermittelt wird. Das kann man in Erfahrung bringen, wenn man mal interessiert mit den Leuten spricht, statt immer nur diffarmierend über sie.
Eigentlich wichtiger an diesem Vorwurf ist mir aber, dass es (wieder mal!) so ein 100%-Ding ist. Der Anspruch dahinter lautet eigentlich: „Wenn du selbst nicht zu 100% moralisch und ethisch einwandfrei lebst, machst du dich selbst unglaubwürdig, wenn du Diskriminierung anprangerst“. Das ist Mist, denn wir alle wissen, dass es nicht möglich ist, ein zu 100% ausbeutungs-und diskriminierungsfreies Leben zu führen. Außer vielleicht, man lässt sich in einer Höhle einmauern. Das kann aber nicht bedeuten, dass man es dann ja gleich sein lassen kann. Jedes bisschen mehr Offenheit und Awareness für solche Themen, und jedes bisschen weniger Diskriminierung zählt. Die Konsequenz daraus kann nicht sein, das solche Themen nicht mehr angesprochen und diskutiert werden dürfen. Denn: Wenn man den diesen Vorwurf mal zu Ende denkt, bedeutet er, dass nur solche Menschen, die selbst zu 100% moralisch korrekt leben, eine Legitimierung hätten, Diskriminierung anzusprechen. Weil eben das nicht geht, bedeutet es, dass Diskriminierung eben gar nicht angesprochen werden dürfte. Dieses Argument dient also nicht dazu, in dieser Diskussion irgendwie weiterzukommen, sondern ist ein Versuch, Menschen, die solche Themen ansprechen, zum Schweigen zu bringen.

Und nein, ich möchte an dieser Stelle keine neue Diskussion darüber anfangen. Ich wünsche euch ein schönes Wochenende und bin gespannt zu hören, wie ihr die Schuldokus so findet und ob ihr beim Blumenwichteln mitmacht!

22 Kommentare

  1. Melissa
    Am 20.02.2015 um 11:11:32 Uhr [Link]

    Hallo Ella,

    vielen Dank für die (wie immer) spannenden Links.
    Bei amazon geht es mir ähnlich wie dir, das ist mein „guitly pleasure“. Der Link interessiert mich sehr, leider ist die Verlinkung kaputt, ich lange da auf deinem Blog mit dem Hinweis „Seite nicht gefunden“.
    Und „rückwirkend“ auch vielen Dank für den Indianerkostümartikel. Auch wenn ich schon davor deiner Meinung war, dass es falsch ist, sich an Fasnet als Indianer zu verkleiden, hat er mir doch noch einmal neue Denkansätze und gute Argumente dagegen geliefert. Ich finde es immer gut (und wichtig und richtig), wenn Blogger aus der „Schönwetterbloggerei“ ausbrechen und sich auch mal kontroversen Themen widmen.

    Liebe Grüße
    Melissa

    • Melissa
      Am 20.02.2015 um 11:13:16 Uhr [Link]

      huch, ich meinte natürlich „gelange“ ;-)

      • ella
        Am 20.02.2015 um 11:15:27 Uhr [Link]

        Danke für deinen Kommentar und den Hinweis mit dem falschen Link. Ist repariert und dürfte jetzt funktionieren! :)

  2. kiki | la wollbindung
    Am 20.02.2015 um 11:36:54 Uhr [Link]

    hallo ella,
    bzgl. amazon und deinem „guilty pleasure“ liegt mir einiges auf der seele. ich bin nicht so firm in diskussionskulturen und sicherlich gerade bei diesem thema auch zu emotional (weil mir nämlich die ständigen am***n-affiliate-links in den blogs total auf die nerven gehen – einfach weil gerade kleine anbieter so etwas nicht leisten können und deshalb nur noch alles bei am***n verlinkt wird. bei büchern oftmals noch mit dem hinweis „über diesen link für nur….“ – trotz buchpreisbindung!).

    den beitrag, den du heute im blog verlinkt hast, ist für mich das, was du als derailing monierst. er beschreibt sicherlich erfahrungswerte des kleinen verlags, allerdings sollte man dazu auch wissen, wie die branche intern funktioniert (so sind beispielsweise zahlungsziele von 90 tagen usus). zudem wird in dem beitrag auch unterschlagen zu den 50% noch mehr fällig wird, wenn man sich bei am***n als händler listen läßt.

    dass viele buchhändler auch nicht gerade progressiv agieren oder sich als unternehmer verstehen, ist leider auch oft so. nur: es gibt hier auch solche und solche. kleine buchhandlungen, die ihre kunden und die bewohner des viertels, der stadt, des ortes in denen sie ansässig sind, gut kennen und ihr angebot entsprechend kuratieren, lesungen und veranstaltungen anbieten und das stadtleben aktiv mitgestalten.

    die am***n-affiliate-links funktionieren unter anderem deshalb so gut, weil sie so allgegenwärtig sind und jeder auch dort ein konto hat. zusätzlich argumentieren blogger nun auch noch, dass man sie dadurch unterstützen kann (und wie teuer so ein blog ist, wissen wir ja spätestens seit gourmetguerilla (achtung, ironie.).

    somit: ich würde mich freuen, wenn du das thema ein bißchen differenzierter betrachten kannst und bei kauflinks auch mal alternativen anbietest.

    • ella
      Am 20.02.2015 um 11:45:25 Uhr [Link]

      Liebe Kiki,
      zugegebenermaßen habe ich zu wenig Insiderwissen, um fundiert was dazu sagen zu können, wie das Verhältnis Verlage/Buchhandel/a*azon denn nun tatsächlich ist. Magst du mal einen Blogbeitrag über deine Sicht der Dinge schreiben? Würde (bestimmt nicht nur) mich sehr interessieren, und den verlinke ich dann natürlich auch gern!

      • kiki | la wollbindung
        Am 20.02.2015 um 14:26:39 Uhr [Link]

        hallo ella, es geht nicht darum, wie dieser verlag mit und in der branche agiert; ob er lieber über a oder b verkauft und wer ihm da sympathischer ist.

        mir fällt einfach auf, dass in blogs die links mit rückvergütung so überhand nehmen und dann nur noch verlinkt wird, wenns geld bringt. kleine, unabhängige anbieter sind da ganz schnell raus: handfärber_innen, spinnereien, unabhängige shops, die in ebenso persönlicher art und weise geführt werden, wie du das auch mit deinem eigenen label machst.

        jedes angebot / jeder händler, das/der nicht die möglichkeit hat, jede verlinkung, die zu einem erfolgreich abgeschlossenen verkauf führt, zurückzuverfolgen und irgendetwas auszuschütten, ist da halt einfach raus.

        das ist einfach schade & alternativen finde ich da gut: z. .b den hinweis, dass das buch auch im örtlichen buchhandel zu bekommen ist (zum selben preis). oder einen flattr / paypal-button, um ein blog direkt zu unterstützen.

        und eben auch mal ein hinterfragen der eigenen gewohnheiten: klar ist es einfacher online ohne nervige, zwischenmenschliche aktion zu bestellen, aber vielleicht gibts um die ecke auch einen frauen/stadtteil/was-auch-immer-laden, der nicht nur das produkt führt, sondern auch noch andere, neue, spannende angebote.

  3. Nat
    Am 20.02.2015 um 11:56:23 Uhr [Link]

    hallo ella,
    hab mir nachdeiner emnpfehlung btw auch die doppel dvd doku zur waldorfschule geholt u im nachgang auch dazu recherchiert. danke also, für deine infos hier noch mal zu verschiedenden schulformen. werde mir die playlist auf jeden fall auch ansehen. (achja hab ua noch diese doku bei yt dazu gefunden: https://www.youtube.com/watch?v=P3etCma2a849)
    glg
    nat

    • ella
      Am 20.02.2015 um 12:15:15 Uhr [Link]

      Ja, die Doku habe ich auch gesehen und war danach ziemlich aufgewühlt. Viele Sachen werden von Waldorfschule zu Waldorfschule sehr unterschiedlich gehandhabt, so dass man sich konkret bei der Schule informieren muss, die man in Erwägung zieht. Ich bin froh, dass „unsere“ sehr selbstkritisch mit diesen Dingen umgeht und die Lerninhalte deutlich moderner sind (wie an mittlerweile der Mehrzahl der Waldorfschulen, soweit ich in Erfahrung bringen konnte).

      • Nat
        Am 20.02.2015 um 14:37:05 Uhr [Link]

        ja genau. und ich denke auch, dass das wirklich sehr unterschiedlich ist halt von schule zu schule eniges anders umgesetzt und gehandhabt wird.
        aber ich finde es auch sehr wichtig, sich dabei gerade die kritk anzuhören/schauen, um sich dann dafür oder dagegen zu entscheiden. ich bin da auch eher so wie du und informiere mich vorher bei solchen tehmen gern möglichst allumfassend. :)
        finde daher auch komisch, wenn andere einem da reinreden wollen denn letztlich muss ja eh jede familie selbst mit der wahl glücklich werden.
        ;)

  4. Jen
    Am 20.02.2015 um 12:02:25 Uhr [Link]

    Vielen Dank für die tollen Links. Vor allem die Tree Change Dolls finde ich großartig und werde den Link mit in meine nächsten Herz-Links aufnehmen. ♥

    Auch deinen Link zum Thema Amazon und Buchhändler finde ich sehr spannend und der Text hat mMn nach nichts mit Derailing zu tun, sondern zeigt einfach eine andere Sicht der Dinge.
    Ja, Amazon ist wirklich kein guter Arbeitgeber – aber sie sind verlässlich und ich bin notorisch faul. Davon abgesehen, dass ich Bücher, die ich bei Amazon bestelle, häufig im Buchhandel gar nicht gefunden habe (ich musste beispielsweise drei Läden abklappern, bevor ich endlich Anne Wizoreks Feminismus-Bibel gefunden hatte – abends nach der Arbeit, war super anstrengend und frustrierend).
    Nicht jeder kleine Buchladen beitet ein Affiliate-Programm an und wenn dir das Programm von Amazon ein paar Groschen im Monat einbringt, dann unterstütze ich das – dein Blog ist wunderbar, deine Beiträge klug und ich freu mich jedes Mal auf die Miez mit der Regenbogenflagge. ;)

    Meine Hochachtung, dass du es immer noch schaffst, dich mit den Kommentaren zu dem Indianer-Artikel auseinanderzusetzen. Ich hätte längst aufgehört zu reagieren, weil ich für so viel Uneinsichtigkeit keine Nerven habe. Schade, dass Menschen lieber erst einmal das „Mimimi“ hervorholen, anstatt zu reflektieren. :(

    LG
    Jen

  5. ClaudiaN
    Am 20.02.2015 um 13:05:05 Uhr [Link]

    Deine wöchentliche Linkübersicht ist wieder sehr interessant. Aber speziell zum Thema Schule möchte ich näher eingehen. Unser Sohn hat im letzten Jahr sein Abitur abgelegt und zwar auch mit einer Schulfremdenprüfung. Er ist allerdings die ganze Zeit in die Schule gegangen. Er besucht die Freie Gemeinschaftliche Schule „Maria Montessori“ in Freiberg (Sachsen). Diese ist ein genehmigtes Gymnasium, wird aber als Gesamtschule geführt. Das heisst in den Stammgruppen gibt es Hauptschüler, Realschüler und Gymnasiasten. Da diese Schulform in Sachsen so nicht gewollt ist müssen die Schüler in der 10. Klasse und auch beim Abitur ihre Prüfungen an einer anderen Schule ablegen. Es gibt auch dort mehr Prüfungen. Insgesamt waren wir mit der Schule sehr zufrieden. Unser großer Sohn hatte eine staatliche Schule besucht und uns war damals sehr bewusst geworden, das er nur einer von vielen ist und alles was nicht in das Bild der Lehrer passt fällt hinten runter. Leider gab es diese Schule bei ihm noch nicht. Unser kleiner Sohn gehörte dann zum erste Jahrgang, der das Abitur abgelegt hat.

    Also viel Erfolg bei der Schulwahl.
    Liebe Grüße
    Claudia

  6. Gabriela, Berlin
    Am 20.02.2015 um 15:18:19 Uhr [Link]

    Hallo Ella,
    schoen, dass Du das mit amazon mal anfuehrst. Das wundert mich naemlich tatsaechlich auf Deinem Blog, gerade wegen des politischen Anspruchs und weil es ja auch anders geht – mit Verweis auf den Verlag. Oder auf booklooker. Oder so.
    Ich habe im letzten Jahr mit Amazon Schluss gemacht. Fast. Ich nutze es zum FInden von Büchern. Die bestelle ich dann über das online-Formular meiner Buchhandlung bei denen. Und hole sie ab. Das dauert ähnlich lange wie bei amazon bestellen – geht ganz schnell. Und einer von uns kommt dann immer vorbei in den Laden.
    Wir sollen ja nicht diskutieren, schreibst Du. Aber es ist mindestens ebenso schoen, hier etwas ueber Rassismusproblematik und Waldorfschulen zu lesen. Danke.

  7. mom
    Am 20.02.2015 um 16:56:08 Uhr [Link]

    Ich muss sagen, Amazon hat mein Leben bedeutend vereinfacht (ich brauche aus beruflichen Gründen oft selten erhältliche Bücher – Suche vor Amazon war übelst mühsam!), und ich verstehe nicht, warum nicht die örtlichen Buchhändler zumindest bemüht sind, ähnlich guten Service zu liefern. Ein (1!) Buchhändler im weiten Umkreis bietet z. B. die Möglichkeit, über Internet außerhalb der Bestellzeiten unkompliziert das Buch zu bestellen. Das würde ich z. B. in Anspruch nehmen. Ich habe aber keine Lust, jedesmal 10-minütige Telefonate hinzulegen, bis meine örtliche Buchhandlung mal das Buch in ihrem Onlinebestelldings gefunden hat und dann tatsächlich geschafft hat, das richtige zu bestellen. „Schwierige“ Bücher bestellen die übrigens auch bei Amazon, also was soll’s.
    Waldorf: Waldorfpädagogik abzulehnen, weil der gute Rudolf Steiner selten verblendetes Zeug geschrieben hat, wäre das Kind mit dem Bade ausgeschüttet. Ich halte sehr viel von dieser Pädagogik, zumindest im Grundschul- und Sekundarstufenbereich, sie ist wirklich sehr kindgerecht – ich weiß, was im staatlichen Gymnasialbereich abgeht, und das ist sehr sehr oft NICHT kindgerecht. Im Oberstufenbereich weiß ich nicht so recht, ich weiß, dass die Waldorfexternisten das hiesige Abi (zu dem sie dann in staatlichen Gymnasien antreten müssen) i. d. Regel nicht schaffen. Ich kann aber nicht recht einschätzen, woran das liegt.

  8. Kristina
    Am 21.02.2015 um 00:52:56 Uhr [Link]

    Puh. Ich hab mich schon immer und dann auch im Studium mit Pädagogik ausführlich beschäftigt und aus gegebenen Anlass mit Schulfromenen beschäftigt, wir haben mit sehr vielen Lehrern und Schülern gesprochen…Waldorf hat für mich ein paar gute Aspekte aber es bleibt auch für mich an vielen Stellen sehr unfrei, sehr unindividuell, für Leistungsschwache eine gute Alternative denke ich aber für Kinder die eher weiter sind schwierig, unsere Tochter kann schon lesen und schreiben, das wird dort nicht gern gesehen, . Auch ganz subjektiv gruslig sektenartig und vor allem ideologisch. Egal welche Ideologie, ich glaube fest dass alle Kinder besser ohne Ideologien auskommen. Besonders interessant für mich waren die Aussagen der Geschwister meines Mannes, die an der Waldorfschule waren, irgendwann freiwillig gewechselt sind und uns nun bei der Entscheidung für unsere Tochter dringend abgeraten haben. Wir haben das Glück hier auch die Wahl für eine Zwergendorfschule zu haben, die selbstbestimmtes demokratisches Lernen anbietet, genauso wie wir es ideal finden…und dennoch bleibt ein wichtiger Aspekt wie ich finde, dass die Kinder mit den Kindern ihrer Umgebung zusammen zur Schule gehen und viele fußläufige Kontakte haben…vielleicht eines der wichtigsten Aspekte??? Es bleibt schwierig und spannend…Danke für die Links!

  9. Bee
    Am 21.02.2015 um 11:42:14 Uhr [Link]

    Ich bin mittlerweile ein ganzes Jahr amazon-abstinent. Ich habe noch meinen Account (meine Daten haben die ja eh‘ schon) und nutze weiterhin die Möglichkeit, auf der Wunschliste (auf ‚privat‘ gestellt) Bücher zu sammeln, die ich mir irgendwann kaufen möchte, bzw. für Freunde und Familie.
    Zu Weihnachten habe ich so eine Liste ausgedruckt und bei meiner kleinen Buchhandlung abgegeben. Mit den ISBN-Nummern dabei geht die Suche in deren System auch fix. Ich habe allerdings auch das Glück, dass die Buchhandlung direkt auf meinem Arbeitsweg liegt und ich ohne Umwege hinkomme.
    Alle, die ältere, seltene oder vergriffene Bücher suchen kann ich nur zvab.com empfehlen! Man kann in der Regel dort auf Rechnung bestellen und unterstützt nebenbei noch kleine Antiquariate. Ich habe mich schon häufig einen Ast gefreut, wenn ich z.B. aus alten Krimi-Serien fehlende Bände gefunden habe! :-)

    @ella Wirf doch nochmal einen Blick auf deine Selbstbeschreibung beim _coolcat-Twitteraccount. Da steckt noch ein Wort drin, dass nicht sein muss…

    Liebe Grüße!

    • ella
      Am 21.02.2015 um 11:49:19 Uhr [Link]

      @bee danke für deinen Kommentar! Welches Wort meinst du? Ich stehe auf dem Schlauch.

  10. Bee
    Am 21.02.2015 um 11:54:06 Uhr [Link]

    „be***euert“ Ich meine mich zu erinnern, dass Du das mal beim anderen Account aus Gründen gelöscht hast…

    Lese schon seit Jahren bei Dir und muss Dir mal ein großes DANKE für das Ofengemüse-Rezept aussprechen!! Das hat mir sooo oft schon den Tag gerettet!! :-)

    • ella
      Am 21.02.2015 um 12:00:21 Uhr [Link]

      Nee, ich habe beim ringelmiez-Account „Handarbeitstourette“ gelöscht, weil es ableistisch ist. An „bescheuert“ kann ich jetzt erstmal nichts fieses ausmachen. „Schwachsinnig“ oder „idiotisch“ wären solche zu vermeidenden Wörter, aber „bescheuert“ steht glaub ich in keinem solchen Kontext.
      Ja, das Ofengemüse ist super, das gibts bei uns heute auch :)

      • Bee
        Am 21.02.2015 um 12:03:22 Uhr [Link]

        Ahh – falsch erinnert! Um so besser…
        Guten Appettit Euch!

  11. sibylle
    Am 21.02.2015 um 13:52:03 Uhr [Link]

    Danke für die Doku-Liste. Eine davon kannte ich noch nicht, obwohl ich mich viel mit freien Konzepten beschäftigt habe. Und an einer privaten Sekundarschule unterrichtet. Seitdem sehe ich freie Schulen mit etwas anderen Augen, wobei mich bei einer Doku sehr positiv überrascht hat, dass Probleme offen angesprochen wurden.
    Das war bei meiner Schule nicht so – nach außen war immer alles wunderbar, um eine Abwärtsspirale (es melden sich nur mehr reiche Schüler an, die woanders hinausgeflogen sind) zu verhindern.
    Ein Aspekt fehlt mir noch in der Diskussion – ich habe lange überlegt, ob ich ihn ansprechen sollte, tu es aber trotzdem. Es geht um Segregation und ein Aufwachsen in einer homogenen Mittelschicht-Gesellschaft.
    Eine Freundin von mir ist Grundschullehrerin, die beobachtet hat, dass immer mehr „ihrer“ Kinder aus dem Kindergarten kommen, die kaum Deutsch können. In ihrem Bekannten- und Kolleginnen(!)kreis hat sie immer wieder rassistische Aussagen gehört. „Mein Kind schicke ich nicht dahin, da sind die ganzen Türken!“. Sie meldete auch ihr zweites Kind wieder trotzig im öffentlichen Kindergarten an und rief mich kurz nach Schulbeginn fast weinend an- sie hat ihre Tochter wieder abgemeldet und sich einen Platz in einer privaten Kindergruppe gesucht. Grund: ihre kaum dreijährige wäre das EINZIGE deutschsprachige Kind in der Gruppe gewesen. Und die Pädagoginnen entsprechend mit der Gruppe gefordert, wie man sich denken kann. Wer mit vielen Kindern eine basale Kommunikation erarbeiten muss, hat kaum Ressourcen, sich um das sprachlich gut entwickelte Kind zu kümmern und sich mit ihm über die Hexe im Buch auszutauschen.
    Natürlich redete ich ihr gut zu, sie hat keinen Grund für ein schlechtes Gewissen- sie hat gemeint, wenn nur ein einziges deutschsprachiges Kind gewesen wäre, hätte sie ihr Mädchen in der Gruppe gelassen.
    Eine staatliche Schule in meiner Vorstellung sollte die Gesellschaft abbilden. Was aber ist, wenn alle Kinder, deren Background priviligiert ist (und zumindest ein hohes soziales Kapital hat) sich in einer leistungsfokussierten oder flauschigen Parallelgesellschaft trifft?
    Bitte versteht das nicht als Vorwurf, ich sehe hier auch ein schwer lösbares Problem, hoffe aber, dass dieser politische Aspekt des Privaten nicht aus dem Blickfeld gerät.
    Danke!
    Sibylle
    http://www.faz.net/aktuell/beruf-chance/arbeitswelt/waldorfschulen-unter-die-lupe-genommen-13075296-p2.html

  12. Anna
    Am 21.02.2015 um 16:41:17 Uhr [Link]

    Hallo,
    also, ich muss mich in diese Diskussion um Amazon und dem Buchhandel einmischen.
    Meine Mutter hat eine kleine Buchhandlung und ich habe deshalb einen kleinen Einblick in diese Richtung.
    Klar gibt es unterschiedlich risikofreudige Buchhändler_innen, aber da muss man sich auch mal fragen warum.
    Tja, die Buchhändler_innen kennen halt meist ihre Kunden und dann holen sie Bücher die zu ihrer Buchhandlung/ihren Kunden passt. Da macht es sich der Verlag in seinem Artikel sehr einfach, finde ich.
    Und natürlich haben Buchhandlungen auch unter amazon und so weiter zu leiden. Ja, warum? Weil die meisten Menschen zu faul sind. Was ist denn dabei eine E-Mail oder ein Anruf zu tätigen und das Buch zu bestellen (man kann ja einfach vorher die ISBN-Nummer raussuchen, dann geht es auch schneller) und dann am nächsten Tag das Buch abzuholen? Zum Supermarkt geht man ja auch noch.
    So schließt sich der Kreis: wenn mehr Leute in den Buchhandlungen „andere“ Bücher kaufen würden, dann hätten die Buchhandlungen sie auch irgendwann vorrätig (das alte Ding von Angebot und Nachfrage).
    Ja, ich weiß, was eine gutgehende Buchhandlung so abwirft. Das ist nicht viel, das könnt Ihr mir glauben. (Oder für wie viel man eine Buchhandlung in einer Großstadt kaufen kann…)
    Aber davon müssen die Buchhandler_innen und ihre Mitarbeiter auch leben. Da ist man dann vielleicht nicht mehr so risikofreudig.
    Liebe Grüße,
    Anna

  13. beya
    Am 22.02.2015 um 00:05:02 Uhr [Link]

    Bisschen Offtopic, aber wollte ich gerne rückmelden…
    Habe deine Seite wegen des Links auf die Indianerkostüme gefunden.
    Dafür auch von mir danke, war mir vorher nicht so klar bewußt ( Kind geht seit 4 Jahren immer als Hund…)
    Dachte dann also, das hätten wir gut überstanden, kommt das Kind mit selbst gebasteltem „Indianerschmuck“ aus der Schule, die hatten dort einen Thementag, war wohl halbwegs ok, was es so erzählt hat. Also habe ich mir mit ihm zusammen die Seuten auf dem verlinkten Kinderkexikon angeschaut und es ist sehr gut angekommen, so dass es danach die Lehrerin auf den Unterschied zwischen selbsgebasteltem und echtem Indianerschmuck hingewiesen hat und ich ihr den Link schicken sollte. Mal sehen was da für eine Rückmeldung kommt.
    lg be

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