Links zum Wochenende: Deutsche Eltern, Mansplaining, DIY und Feminismus, Hebammen und Masernimpfung.

Jeden Freitag zeige ich euch hier, was mir in letzter Zeit im Internet so interessantes vor die Füße geschwemmt wurde. Thematisch völlig durchmischt, aber immer mehr oder weniger stark politisch geprägt.

Eine Amerikanerin beobachtet in Berlin deutsche Eltern beim Erziehen ihrer Kinder und ist überrascht von deren Gelassenheit. Wenn man ihre Eindrücke so liest, könnte man meinen, wir machen das gar nicht so schlecht hier in good old Germany ;-)

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Allmählich ist die Aufregung um den Indianerartikel wieder abgeebbt und man jagt jetzt wieder andere Themensäue durchs Internet-Dorf (Masern! Impfen!). Es hat aber doch recht lange gedauert, bis auch in meinem Postfach wieder Ruhe einkehrte. Es gab gar nicht wenige, und fast nur Männer, die mir, da die Kommentare geschlossen waren, ihre Sicht der Dinge und mein Unrechthaben dann halt per Mail mansplainen mussten. Man-was? Die englischsprachige Wikipedia definiert Mansplaining als

explaining without regard to the fact that the explainee knows more than the explainer, often done by a man to a woman“.

Antje Schrupp hat eine etwas ausführlichere deutschsprachige Erklärung dazu geschrieben.

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A propos Masern und Impfung: Ich würde mich über etwas mehr Besonnenheit und etwas weniger Hetze zu diesem Thema freuen. Zwei Beiträge zu diesem Thema, die ich in der letzten Woche gut fand, waren diese sehr sachliche Gegenüberstellung von Nutzen und Risiken der Masernimpfung und dieses Interview mit Martin Hirte.

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Das jubez in Karlsruhe bietet im April einen interessanten Workshop zum Thema „DIY or die? Feminismus und Arbeit in der Kulturszene“ an. Weitere Informationen gibt es auf der facebook-Seite zur Veranstaltung.

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„Die Hebammen werden abgeschafft“ titelt zockt.com. Vor dieser systematischen Ausrottung der (freiberuflichen) Hebammen stehe ich immer noch mit großem Entsetzen. Es ist mir absolut unerklärlich, wie man einen so wichtigen Berufsstand  und die so wichtige Wahlfreiheit des Geburtsortes so dermaßen vor die Hunde gehen lassen kann. Keine Worte.

 

Das war’s für heute – habt einen entspannten Start in ein schönes Wochenende!

3 Kommentare

  1. Suse RevoluzZza
    Am 27.02.2015 um 10:44:39 Uhr [Link]

    Danke für die Links, liebe Ella!
    Ganz besonders den Artikel über die deutschen (Berliner ;-) ) Eltern finde ich super spannend – obwohl ich denke, das ist sogar innerhalb Berlins sowas von unterschiedlich, wie das gehandhabt wird. In der Innenstadt und gerade in Bezirken wie Kreuzberg, Prenzlberg und co wird Kindern viel mehr zugetraut. In den Außenbezirken ist das schon ganz anders (wir sind ja aus der Innenstadt in die Vorstadt gezogen und ich staune noch heute über die Unterschiede) – da werden die Kinder üblicherweise mit dem Auto von A nach B gefahren, auch bei wirklich kurzen Strecken und in bekannten Bereichen, die wirklich per Fahrrad oder innerhalb von 3 Busstationen zurück gelegt werden könnten, Spielplätze snd allgemein verwaist,weil die Kids eben im heimischen Garten spielen (und übrigens auch nicht im nahegelegenen Wald) usw.

    Das Problem rund um die Hebammen finde ich auch wirklich dramatisch – und ich finde, wir müssen uns da weiterhin für stark machen. Ich hatte während meiner Schwangerschaften so fantastische freiberufliche Hebammen und fand es großartig, den Gynäkologen nur 2 oder 3 Mal aufsuchen zu müssen, ich war ja nicht krank, nur schwanger :-) Und schwanger können Hebammen einfach am besten :-)

  2. Katharina - Mama hat jetzt keine Zeit
    Am 27.02.2015 um 15:48:44 Uhr [Link]

    Danke für die interassante Zusammenstellung!

  3. Helga
    Am 01.03.2015 um 21:52:13 Uhr [Link]

    Das Interview mit Martin Hirse ist leider etwas problematisch. Insbesondere seine Erklärung, dass in den USA trotz fast 100% Durchimpfung immer noch Masern auftreten – dort gibt es gerade ebenfalls einen Masernausbruch. Allerdings sind die Ausbrüche, wie auch bei anderen Krankheiten, meist aus Drittländern eingeschleppt und trafen auf ungeimpfte Communities.

    Danach habe ich noch ein anderes Interview von ihm gefunden (leider undatiert, es scheint älter, wird aber gerade aktuell auch gefeaturet bei einer Naturheilkundeseite). Dort behauptet er u.a. es gäbe einen Zusammenhang von Impfungen und Autismus. Und bezieht sich auf 2 Ärzte, denen aufgrund ihrer ungetesteten Autismusmedikamente schon die Zulassungen entzogen wurden :/

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