Links zum Wochenende – saucoole Mädchen, Renate Schmidt, GoT-Schnittmuster und mit (behindertem) Kind im Krankenhaus.

Jeden Freitag zeige ich euch hier, was mir in letzter Zeit im Internet so interessantes vor die Füße geschwemmt wurde. Thematisch völlig durchmischt, aber immer mehr oder weniger stark politisch geprägt.

In der SZ gab es vorletzte Woche schon ein Interview mit der ehemaligen Familienministerin Renate Schmidt, das ich sehr gerne gelesen habe. Die ein oder andere Formulierung darin finde ich ein bisschen ungeschickt (etwa: „Die Frauen machen die Abstriche eher im Beruf, statt sich hin und wieder zu fragen, ob es nicht auch in Ordnung wäre, eine etwas schlechtere Mutter zu sein“ – ich finde, man ist keine schlechte Mutter, wenn man Arbeiten geht, statt zu Hause beim Kind zu bleiben.) Insgesamt war mir vieles an diesem Interview aber sehr sympatisch.

„Die Frauen machen sehr gute Abschlüsse – und nutzen sie nicht. Weil sie die Macht im Bereich Familie nicht hergeben. Dafür verzichten sie auf Macht an anderen Stellen. Sie fühlen sich von vornherein zuständig für die Kinder, für die Organisation von Familie. Klar wünschen sie sich Männer, die mehr mitmachen, als es noch in meiner Generation üblich war. Aber sie müssen dann auch loslassen. Wenn ich sage, ich fühle mich nicht zuständig für saubere Fenster, muss ich akzeptieren, dass mein Mann die Fenster so putzt, wie er sie putzen will.“

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Guckt euch das mal an: drei saucoole Mädchen covern Metallica. Die Sängerin/Gitarristin ist mit 14 die alteste; die Bassistin ist 9 und die Schlagzeugerin 12. WOAH!

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Eins der Themen, um das man sich als Selbstständige*r viele Gedanken macht, ist die Altersvorsorge. Vor allem für den Teil des Alters, in dem man nicht mehr in der Lage ist, sich selbst zu versorgen. In Riedlingen gibt es ein vielversprechendes Konzept, um alten Menschen eine würdevolle Pflege zuermöglichen, und so gleichzeitig für die eigene Alterszeit „vorzusorgen“.

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Noch was, was Selbstständige besonders beschäftigt: Die Steuer. Kompliziert, verwirrend und vor allem ziemlich gemein, wie viel von meinem Einkommen ich an den Staat abgeben muss. Manchmal hilft nur, es mit Humor zu nehmen.

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Die neue Staffel Game of Thrones hat begonnen und pünktlich dazu gibt es jetzt Game-of-Thrones-Schnittmuster für Kleidung! minervacrafts hat eine Review dazu geschrieben.

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Pia heißt jetzt nicht mehr mamamiez, und auch ihr Blog heißt nicht mehr so. Ein mutiger Schritt, wenn man bei so vielen Leuten seit Jahren unter einem bestimmten Pseudonym bekannt ist. Hier schreibt sie, warum sie sich zur Umbenennung entschieden hat (und ganz nebenbei schreibt sie ein paar wunderbare Lobhudeleien auf mich! Ausgerechnet auf mich!,- die mich gleichermaßen freuen und erröten lassen). Um ehrlich zu sein, geht mir meine „Ringelmiez“ auch schon seit längerer Zeit ein bisschen auf die Nerven. Vor der Neugestaltung meines Blogs habe ich tatsächlich auch überlegt, ob ich diesen Namen tauschen sollte gegen einen, den ich weniger niedlich und fast schon albern finde. Noch konnte ich mich dazu nicht durchringen, aber wer weiß…?

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In der Seitenleiste dieses Blogs findet ihr ein neues Bildchen: Nämlich das von Blogger (sic!) schenken Lesefreude. Es muss natürlich „Blogger*innen schenken Lesefreude“ heißen – eine tolle Aktion zum Welttag des Buches, bei dem Blogger*innen ein oder mehrere Bücher verlosen können. Ich werde dieses Jahr zum ersten mal teilnehmen und freue mich schon sehr drauf. Verlosen werde ich queer-und mädchen-empowernde Kinder-und Jugendbücher, die mir von verschiedenen Verlagen nach meinem Posting über sexistische Kackscheiße™ in Kinderbüchen zugeschickt wurden. Ich freue mich schon sehr drauf, weil da wirklich viele sehr tolle Bücher dabei sind – und ich hoffe, ihr werdet zahlreich erscheinen am 23.4.!

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Vielen herzlichen Dank für die vielen lieben Wünsche und guten Gedanken zu unserem kurzen Krankenhausaufenthalt. Wir haben alles gut überstanden. Vor der OP des Mädchens hatte ich übrigens weniger Schiss, als vor der Situation, mit einer anderen Mutter und deren Kind gemeinsam in einem für 4 Personen viel zu kleinen Krankenzimmer schlafen zu müssen. Wie bei vielen Kindern mit Behinderung will auch meines nachts gefüttert werden und ist danach oft einfach bis zu zwei Stunden lang wach (und nicht unbedingt leise) – die Vorstellung, dass niemand von uns würde schlafen können, setzte mich ziemlich unter Stress. Schon tagsüber kam keins der frisch operierten Kinder zur Ruhe; immer wenn das eine schlafen wollte, war das andere wach und zu laut. Dazu Besuch von Papa und Geschwisterkind, vorbeischauende Nonnen, sachenbringende Schwestern, Anrufe bei der Verwandtschaft, Arztvisite. Nachts hätte ich über den die andere Mutter hinwegsteigen müssen, um das Mädchen füttern zu können, so eng war das Zimmer. Außerdem schlugen dem Mädchen die Narkosemittel sehr auf den Magen, so dass dauernd Bettwäsche und Kleidung gewechselt werden musste. Alle zwei Stunden wurden Infusionen getauscht oder Medikamente verabreicht, und morgens um 4 Uhr spielte die Sauerstoffüberwachung verrückt und tutete minutenlang laut und nervig und ließ weder zum korrekten Ableiten er Sauerstoffsättigung überreden, noch leiser stellen. Wenn es das eigene Kind ist, hält man das ja irgendwie aus, aber die Vorstellung, andere Menschen (insbesondere ein anderes frisch operiertes Kind) damit zu belasten, machte mich so nervös , dass ich fast auf eigene Verantwortung mit dem Mädchen nach Hause gegangen wäre. Glücklicherweise konnten wir dann doch ein Einzelzimmer bekommen. Das Mädchen und ich entspannten uns sofort, und blieben dann doch über Nacht. Was Krankenhausaufenthalte mit Eltern anderer behinderter Kinder machen, hat Torben hier auf eine Weise aufgeschrieben, die ich beeindruckend und emotional sehr mitreißend finde.

5 Kommentare

  1. antje
    Am 17.04.2015 um 10:07:55 Uhr [Link]

    Liebe Ella,
    ja auf den Welttag des Buches und die Möglichkeit als Bloggerin Lesefreude zu schenken freue ich mich auch genauso wie auf möglichst viele interessierte Besucher*innen, die sich beschenken lassen wollen.
    lG
    antje

  2. Barfuss auf Lego
    Am 17.04.2015 um 10:20:20 Uhr [Link]

    Vielen Dank, ich liebe deine Internetfunde! Und ich fühle mich jetzt etwas ertappt nach dem Zitat aus dem Interview mit der ehemaligen Familienministerin… Das es auch hier um „Macht“ geht, habe ich noch nie durchdacht, aber stimmt wohl. Ich nehme mich an der Nase!

  3. Meeresrauschen
    Am 17.04.2015 um 13:07:20 Uhr [Link]

    Liebe Ella, schön, dass ihr den Krankenhausaufenthalt überstanden hat. Schade, dass es dem Mädchen mit dem Narkosemittel nicht gut ging. Ich hoffe, das hat sich wieder gelegt. Ich wünsche euch alles Gute.
    Kathrin

  4. Horatia Aubrey
    Am 20.04.2015 um 03:20:15 Uhr [Link]

    Die Metallica-Mädels rocken total. Danke fürs Teilen!

  5. irene
    Am 20.04.2015 um 08:05:50 Uhr [Link]

    Liebe Ella, prima, das ihr den Krankenhausaufenthalt überstanden habt und jetzt eine gute Zeit wieder zu Hause. Sonnige Grüße

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