Links zum Wochenende: Flüchtlinge und Flugzeuge, Hebammenmisere, bodypositive Modeskizzen

Jeden Freitag zeige ich euch hier, was mir in letzter Zeit im Internet so interessantes vor die Füße geschwemmt wurde. Thematisch völlig durchmischt, aber immer mehr oder weniger stark politisch geprägt.

Womit wir Eltern uns so beschäftigen, kriegen die Kinder natürlich mit. In letzter Zeit haben wir uns oft über Flüchtlinge unterhalten. Auch im Radio lief oft etwas zu diesem Thema; die Söhne sehen Bilder von überfüllten Schlauchbooten, wenn sie neben mir sitzen, während ich im Internet Nachrichten lese. Und dann stellen sie natürlich viele Fragen. Wo kommen die Menschen her? Warum wollen sie ihre Heimat verlassen? Warum sterben dabei so viele? Warum fahren sie mit einem Gummiboot über das große Meer? Warum sind da so viele Menschen auf einem Boot? Und schließlich: warum fliegen sie nicht einfach mit dem Flugzeug nach Europa, statt auf so einem gefährlichen Gummiboot oder so einem alten Schiff?  Diese Frage war so einfach, und trotzdem konnte ich sie nicht gleich beantworten – zumal ich schnell herausfand, dass Flugtickets weniger kosten würden, als die gefährliche Überfahrt über das Mittelmeer. Auf meiner Suche nach der Antwort fand ich dieses Video eines schwedischen Professors, der das sehr anschaulich erklärt. Die Antwort auf diese einfache Frage ist leider entsetzlich.

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Ein Thema, zu dem ich nicht ausfürhlich schreiben kann, weil der Kloß im Hals zu groß ist ist die Hebammenmisere. Die Schwangerschafts- und Geburtsbegleitung durch unsere Hausgeburtshebamme war eine so essentiell wichtige Erfahrung für mich, von der ich auch fast 7 Jahre nach der ersten und über 2 Jahre nach der letzten Geburt noch zehre. Die aktuellen Nachrichten dazu schnüren mir wirklich die Kehle zu. Glücklicherweise können aber andere wichtige und schlaue Sachen dazu schreiben.

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Mehr denn je bin ich in den letzten Monaten auf meine Taschenbegleiterin angewiesen. Dieses einfache, geniale Ding enthält meine gesamte Alltags- und Arbeitsorganisation und ich liebe es sehr, sehr, sehr. Mit der Erfinderin des guten Stücks und Gründerin von ROTERFADEN, Beate Mangrig, verbindet mich mittlerweile sowas wie eine kleine Mail-Freundschaft. Ich fand es sehr schön, zu den netten Mails nun auch mal Gesicht und Stimme kennenzulernen – ab Minute 29 in dieser kleinen Doku über Handwerksbetriebe in Deutschland.

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Sehr schön: Das Blogforbettersewing, ein feministisches Nähblog in englischer Sprache, bringt demnächst ein Sketchbook für realistische, körperpositive Modeskizzen heraus. Es ist schon vorbestellbar!

 

Heute nur eine kurze Linkrunde, ich muss wieder an die Arbeit! Habt ein schönes, sonniges Wochenende!

3 Kommentare

  1. Suse RevoluzZza
    Am 08.05.2015 um 12:26:06 Uhr [Link]

    Ganz besonderen Dank für Deinen Link zum Flüchtlings-Thema!!!

  2. Clarissa
    Am 08.05.2015 um 15:00:43 Uhr [Link]

    Das interessante an der Flüchtlings-Problematik ist, dass vielen Europäern erst jetzt bewusst zu werden scheint, wie abgeschottet wir sind. Ich habe einige Jahre im Bereich internationale Vernetzung an einer deutschen Universität gearbeitet und dort meine Aha-Momente gehabt. Zwei Beispiele: wenn wir eine weißrussische Wissenschaftlerin für einen Gastvortrag einladen möchten, dann bekommt sie nur ein Schengen-Besuchervisum, wenn sie nachweisen kann, dass sie Kosten für ihre mögliche Abschiebung (!) selbst tragen kann. Austausch-Studierende aus bestimmten Nicht-EU Staaten müssen Geld (670 Euro/Monat) auf einem deutschen Sperr-Konto hinterlegen, um ein Visum zu erhalten. Unser Einreise-System ist absolut von Misstrauen geprägt und ich vermute, mit dem Asyl-System sieht es nicht anders aus. Spannend dazu finde ich auch diese Website, die Pässe danach gruppiert, in wie viele Länder der*die Pass-Besitzer*in visa-frei einreisen darf: http://www.passportindex.org/byRank.php. Mit einem deutschen Pass ist man absolut privilegiert. Das sollte man nie vergessen.

  3. mom
    Am 09.05.2015 um 11:30:36 Uhr [Link]

    Hebammenmisere – was mir jetzt klar wurde, ist, dass das nicht nur die Geburtshilfe, sondern auch die Nachsorge betrifft – es ist quasi ein Ding der Unmöglichkeit, in München eine Nachsorgehebamme zu finden, wenn man nicht zwei Monate vor der Schwangerschaft damit anfängt…die Nachfrage ist absolut da, aber die Hebammen arbeiten schon an der Kapazitätsgrenze. D. h. das Ganze ist nicht ein von Angebot und Nachfrage geregelter Markt, wo halt mangelnde Nachfrage zum Aussterben des Berufsstandes führt, sondern ganz im Gegenteil – da haben politische Steuerungsmechanismen einfach VERSAGT. Ich habe immer den Eindruck, dass das damit zu tun hat, dass Entscheider/innen aufgrund ihrers Alters oder (wahrscheinlicher) ihres Geschlechts einfach nicht mit der Thematik konfrontiert sind und der Themenkomplex zusätzlich als „Weiberthema“ gilt, wo man schon mal schulterzuckend über die Probleme einer ganzen Gruppe hinweggehen kann (Ist ja nur „Gedöns“). Schande, Schande, Schande über sie.

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