Ein Blick in meine Werkstatt.

Wenn ich WIP-Fotos auf instagram oder hier im Blog poste, bekomme ich sehr oft Rückmeldungen wie: „Ich liebe die Fotos von Arbeitsprozessen und deiner Werkstatt! Bitte mehr davon!“. Vor einiger Zeit bekam ich sogar mal eine Mail mit der expliziten Bitte, doch wieder mal Fotos aus meiner Werkstatt zu zeigen – und natürlich erfülle ich euch diesen Wunsch gerne.

17199548283_d9af5fa5ca_k

Wie meine Werkstatt grundsätzlich so aussieht, habe ich ja hier und dort schonmal recht ausführlich gezeigt. Und auch diesmal gilt: Perfekte Hochglanz-Nähstudios müsst ihr woanders suchen; meiner Werkstatt sieht man an, dass darin gearbeitet wird. Seit den Fotos von damals ist wieder so einiges passiert. Wie ihr seht, ist mein Reich winzig, und trotz regelmäßiger Ausmist-und Aufräumaktionen platzt es aus allen Nähten. Mein Platzproblem ist so ausgeprägt, dass ich derzeit nicht mal mehr ein Eckchen finde, wo ich die Overlock-Kone, die da auf dem Nähtisch stehen, noch unterbringen könnte. Es ist aber auch schwierig, diesen Zustand zu beheben, da ich arbeitsbedingt einfach ständig ein gut gefülltes Materiallager brauche. Daher versuche ich, mich auf dem wenigen Platz möglichst effektiv zu organisieren. Mittlerweile gibt es hier nur noch ganz wenig Schnickeldi. Die beiden dekorativen Weinkisten an der Wand sind zwei zweckmäßigen Regalen gewichen, wo nun meine Craftingbücher, sowie meine geliebten Really Useful Boxes* stehen. Darin bewahre ich Garnrollen, Knöpfe, Litzen, Paspelbänder, KAM Snaps und allerhand andere Kurzwaren auf, die ständig griffbereit sein müssen. Auch der Platz unter dem Overlock-Nähtisch ist längst nicht mehr so schön frei, wie noch auf den letzten Fotos – mittlerweile wohnen auch dort weitere Boxen mit Filz, Spinnzubehör, Modellen, die ich für Bücher genäht habe und noch unvollendeten Projekten. Zwischen Garnrollenhalter und Really Useful Kleinkram-Aufbewahrungswand* befindet sich nun eine kleine Pinnwand. Der einzige Platz, wo noch ein bisschen Schnickeldi geduldet wird, ist ein schmaler Streifen Wand darüber – und die Kante des Regalbretts darüber. Was wäre eine Nähecke auch ohne die obligatorische Wimpelkette? Außerdem hängen dort ein Schutzengel und ein Hühnergott; beides habe ich mal von Frau Frischebrise geschenkt bekommen. Und für die Dauer der Stricknadelrollenfertigung habe ich ein kleines Bänderrollen-Dings improvisiert.

17633448689_8e78a0c388_k

17819730365_d310806be4_kWenn ich nähe, sitze ich jetzt seit einigen Monaten auf einem Hocker von Håg. Eine hoffentlich lohnende Investition in die Gesundheit meines von wiederkehrenden Bandscheibenvorfällen geplagten Rückens.
Vor dem Stoffregal steht derzeit ein Tapeziertisch. Erst diente er zur Zwischenlagerung zugeschnittener Stoffbahnen und -Stücke, jetzt ist er Lagerplatz für die fertigen und fast fetigen Stricknadelrollen. Irgendwann wird er als Packtisch dienen, bevor er dann wieder in den Keller wandert.

Außerdem verändert hat sich meine Methode, Stoff einigermaßen ordentlich aufzubewahren. Fat Quarters und Halbmeterstücke bewahre ich, ordentlich zusammengefaltet, in den beiden weidenen Körben auf. Für alles, was größer ist, bediene ich mich seit einiger Zeit dem beliebten Hilfsmittel Comicpappen*. Gesehen habe ich das mal bei Funkelfaden, und jetzt liegen diese Pappen da, und immer, wenn ich zwischendurch 5 Minuten Zeit habe, wickle ich eine weitere Stoffbahn ordentlich auf. So kann man größere Stoffmengen etwa bis zu 2m auf ein relativ einheitliches Maß bringen, und auch leichter aus dem Regal entnehmen, ohne die sorgfältig gefalteten Stoffe darüber und darunter mit rauszuziehen und aus dem Stoffregal ein Stopfregal zu machen.

17817011382_169e3d8548_k (1)

17197357474_e56efe7682_k

Wofür ich noch keine zufriedenstellende Lösung gefunden habe, ist die Aufbewahrung ganzer Stoffballen. Gerade für Quilt-Rückseiten, oder jetzt auch für die Stricknadelrollen, habe ich immer einige Ballen Stoff da. Die kann man hervorragend in Billy-Regalen unterbringen, einzig: Ich habe absolut keinen Platz mehr, auch nicht für ein ganz schmales Billy. Es gibt also weiteren Optimierungsbedarf. Einen Teil der Kurzwaren, die ich in den Boxen im Regal über dem Overlock-Tisch untergebracht habe, wäre zum Beispiel sinnvoll, noch direkter Griffbereit zu haben. So, dass ich nicht immer Boxen rausholen, aufmachen, drin herumkramen, zu machen, zurückstellen, andere Boxen draufstapeln muss – sondern einfach hingreife und habe, was ich brauche. Meine feuchten Nähwerkstatt-Träume drehen sich derzeit oft um ein Wandregal voller Sichtlagerboxen aus Metall. Ich nenne meinen Näh-Ort ja nicht umsonst immer „Werkstatt“ – weil ich es mag, wenn alles zwar schön aussieht, dabei aber einen vorrangig zweckmäßigen Charakter hat, der auch gerne so ein bisschen industrial-angehaucht sein darf. Es gefällt mir, wenn man einer Arbeitsumgebung ansieht, dass sie clever organisiert ist, und gut funktioniert, egal wie klein sie auch ist und egal, was dort hergestellt wird. In der Hinsicht ist www.abindiebox.de (m)ein kleines Aufbewahrungs-Mekka gerade.

Ob ich meine Werkstatt-Träume aber hier verwirklichen werde, ist derzeit fraglich. Es ist einfach so, dass dieser Nähplatz hier aus allen Nähten platzt und der Platzmangel dazu führt, dass nahezu ständig große Teile des restlichen Raums (der unser Wohn-und Esszimmer ist), mit in Beschlag genommen ist. Und das nervt auf Dauer. Mittelfristig bin ich daher auf der Suche nach einem Büro-, Arbeits- und Atelierraum für Ringelmiez, der sich möglichst in direkter Nähe zu unserer Wohnung befinden sollte – und den ich bezahlen kann. Mal sehen, wann ich euch Werkstattfotos aus einem ganz anderen Raum zeigen kann.

__________
mit * markierte Links sind Affiliate-Links

6 Kommentare

  1. anne
    Am 18.05.2015 um 17:34:19 Uhr [Link]

    Woah, ich bin echt Fan von solchen Aufbewahrungs-Organisations-Posts, vermutlich weil ihn mir eigentlich ein Ordnungsfreak steckt, der leider immer von Häufen von Kram bedeckt wird…

    Das mit den Pappen find ich fantastisch, das muss ich unbedingt auch haben. Meine Stoffe werden derzeit nämlich auf einem chaotischen Haufen neben meinem Zuschneideplatz, naja, gelagert kann man es fast nicht nennen.. Danke für den Tipp!

  2. Dani
    Am 18.05.2015 um 18:36:13 Uhr [Link]

    Ach das Thema Aufbewahrung ist auch so ein kleines Nerdytum…

    Mit meinem Umzug habe ich auch die Chance genutzt meine komplette Aufbewahrung zu überdenken. Alles was möglich ist lagert jetzt in Boxen, natürlich beschriftet. Gewürze sind in Schraubgläsern nach Alphabet sortiert. Schubladen sind sinnvoll unterteilt damit nicht alles quer durcheinander fliegt.

    Das Thema Nähen ist bis dato noch ein Damoklesschwert, aber für die zweite Jahreshälfte steht ein Nähkurs an und ich befürchte das ich es toll finden werde. Ich lass mich mal überraschen, die Rerereorganisation der Strick- und Häkelabteilung ist zwar noch optimierungsbedürftig aber hat Aussicht auf Erfolg.

    Liebe Grüße
    Dani

  3. Sarah
    Am 18.05.2015 um 19:01:50 Uhr [Link]

    Schön deine Werkstatt! Irgendwie scheinen Werkstätten von selbst zu wachsen ;) Jedes Mal wenn ich endlich Ordnung habe brauche ich plötzlich kurz darauf mehr Platz :) Hier stapelt es sich auch auf jeder freien Fläche. Meine Nähwerkstatt teilt sich den Platz ja auch noch mit dem Wollgeschäft- da ist es immer etwas eng. Ich drück dir die Daumen, dass du etwas schönes, bezahlbares und günstig gelegenes findest für deine Nähwerkstatt! Liebe Grüße Sarah

  4. AnnJ
    Am 19.05.2015 um 12:39:21 Uhr [Link]

    Hachz! :-) Danke für die Werkstatt-Impressionen!
    Das mit den Pappen ist ja mal genial – ich probiere das aus! Ich habe ja das unverschämte Glück, mir jetzt ein Näh-, naja Handarbeitszimmer einrichten zu können. Bei mir sind ziemlich viele Pannesamt- und Chiffonstücke vorhanden, ich bin gespannt, ob hier die Pappen auch funktionieren. Ich freue mich darauf, meine Stoffschätze wieder aus ihren Kartons zu befreien, durchzusortieren und neu einzuräumen.
    (Und dann werden auch drei Generationen Nähmaschinen in einem Zimmer zusammenstehen – eine davon eine fast 100 Jahre alte Pfaff! :-) )

  5. Frische Brise
    Am 19.05.2015 um 22:14:11 Uhr [Link]

    Ooooohhhhhhhhh ❤

  6. Tina
    Am 22.05.2015 um 10:58:39 Uhr [Link]

    Ich liebe solche Ordnungs-Blogartikel.
    Eine andere Idee, die in so einem Artikel mal gesehen habe, könnte dir vielleicht weiter helfen.
    In der Ursprungsidee wurden 5 Billy-Regale verwendet.
    3 stell man normal an die Wand.
    Die anderen 2 werden auf Schienen und mit Rollen versehen und dann direkt vor die ersten 3 gestellt.
    Somit nimmt diese Konstruktion nur die doppelte Tiefe im Raum ein, da die zwei Schrankreihen direkt aneinanderstehen.
    Die zwei Schränke kann man dann als sehr große Schranktüren benutzen und so immer den hinteren Schrank freilegen an den man ran will.
    Ich hoffe es ist so halbwegs klar geworden was ich meinte.

    Vielleicht kannst du ja mit diesem Prinzip noch mehr Aufbewahrungsraum rauschlagen – falls dir so etwas gefällt.
    Ich warte schon sehnsüchtig auf so eine Gelegenheit mir solch einen Schrank zu basteln :) .

    Viele Grüße

Mehr lesen:

Vorheriger Artikel:
Nächster Artikel: