Was macht eigentlich das Projekt „Ich näh‘ mir meinen Warenkorb“ ?

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Ja, was macht eigentlich meine Klamotten-Näherei? Ich hatte irgendwann ja mal vor, (so gut wie) keine Klamotten mehr zu kaufen, sondern fast alles nur noch selbst zu nähen. Und das hat eine Zeit lang auch ganz gut geklappt. Noch immer trage ich jeden Tag mindestens ein oder zwei selbstgenähte Kleidungsstücke; eins davon ist auch jeden Fall eine Leggins und das andere meist ein Rock oder ein Shirt, oder beides. Schon seit einigen Wochen wäre es höchste Zeit, mir ein paar Shirts mit kurzen Ärmeln zu nähen; außerdem einzwei neue Röcke und ein Kleid. Seit Monaten liegen hier Schnittmuster herum, die mir die liebe Maria von mialuna24 zum Testen zur Verfügung gestellt hat – ihre Schnittmuster wollte ich euch nämlich dringend empfehlen, weil sie auch für große Größen designed. Ein Shirt nach einem ihrer Schnitte (eine Lady Carolyn nämlich) liegt hier tatsächlich auch schon fertig zugeschnitten parat – nur zum nähen komme ich eben nicht. Die Kinder sind mittlerweile aus fast allem, was ich ihnen nähte, herausgewachsen, und auch ihnen mangelt es gerade vor allem an Sommershirts. Aber das einzige, wozu ich noch komme, ist, mir alle paar Monate einen neuen Schwung Leggins zu nähen – für mehr private Näherei fehlt mir einfach die Zeit, weil ich (glücklicherweise!) so viel Arbeit zu tun habe.
Natürlich würde ich supergerne mehr, viel mehr, für uns selbst nähen. Die Klamottennäherei fehlt mir, und sogar der Mann und die Kinder ziehen eine Schnute, wenn ich ihre Nähwünsche vertrösten muss, weil anderes eben einfach Vorrang hat. Ich bin total froh, dass derweil ein paar treue Anhängerinnen meine kleine ringelmiez-Nähgruppe am Laufen halten und immer wieder schöne Werke darin zeigen – Danke euch! – und ich schäme mich ein bisschen, dass ich selbst da zur zeit gar nichts mehr beitrage (wird sich auch wieder ändern!). Aber die sonnige Seite daran ist, dass ich die Klamottennäherei zugunsten von etwas sausen lassen muss, dass mir auch sehr viel Freude macht und dass ich mir immer gewünscht habe: Ringelmiez ist mein Job geworden, und ich habe glücklicherweise viele Aufträge abzuarbeiten.
Weil sich mein Klamottenproblem aber leider auch nicht von alleine löst, habe ich deshalb vor kurzem zum allerersten Mal seit fast einem Jahr wieder Geld für industriell gefertigte Kleidung ausgegeben. Habe ein Kleid und ein paar Longshirts bestellt, seufzend an den abstehenden Armausschnitten gezupft und mich damit getröstet, dass ich vermutlich eher die Zeit haben werde, mir diese passend zu ändern, als ganze Kleidungsstücke selbst zu nähen. Für das Mädchen habe ich einen großen Stapel neuer Sachen auf dem Flohmarkt erstanden und mit anderen Eltern getauscht; und auch für die Jungs werde ich vermutlich nicht mehr lange um eine Bestellung herumkommen. Wobei ich noch leise Hoffnung hege, dass ich im Zuge des Geburtstagsshirts, das ich dem kleinen Sohn bald nähen werde, vielleicht auch noch ein paar weitere Kindershirts schaffe. Denn Stoffe liegen hier genug herum, und wenn ich sie nicht bald verarbeite, sind die Jungs geschmacklich aus den vielen schönen Motiven herausgewachsen…

6 Kommentare

  1. Meeresrauschen
    Am 02.06.2015 um 09:10:27 Uhr [Link]

    Liebe Ella, schön und schade, dass du dafür keine Zeit mehr findest. Das ist wohl der Nachteil, wenn man selbständig ist. Es gibt keine feste Arbeitszeit, sondern du machst so viel, wie du kannst. Aber vielleicht kannst du ja genähte Kleidung kaufen. Also nicht industriell genähte. Du fertigst wahnsinnig tolle Quilts und kaufst dafür bei anderen genähte Kleidung?
    Liebe Grüße,
    Kathrin

    • ella
      Am 02.06.2015 um 09:17:36 Uhr [Link]

      …das mache ich ab und zu, das doofe ist nur, dass vieles, was es von anderen kleinen Labels an Kleidung so gibt, entweder stoffmäßig nicht meinem Geschmack entspricht oder nicht in meiner Größe vorhanden ist. Die Auswahl bei großen Öko-Labels ist da immer noch besser, und vor allem ist da die Möglichkeit des Umtauschs gegeben, wenn mir eine Klamotte nicht passt. Derzeit schleicht ich aber gerade noch um diesen Rock herum:

      https://www.springstoff.de/shop/rock/queerfeministbadass-rock/

      • Meeresrauschen
        Am 10.06.2015 um 10:05:38 Uhr [Link]

        Hallo Ella, der Rock würde gut zu dir passen =)
        Vielleicht findest du ja jemanden, der Schnittmuster, die sich bei dir bewährt haben, nach deinem Geschmack mit deiner Stoffauswahl näht. So wie deine Kunden mit ihren Wünschen an dich herantreten, stelle ich mir das vor. Das wäre ja eine tolle Alternative für dich.
        Liebe Grüße,
        Kathrin
        P.S.:Was macht denn dein Atelier? Zu- oder Absage? Oder in der Schwebe?

  2. Jenny
    Am 03.06.2015 um 16:43:55 Uhr [Link]

    Liebe Ella,
    die Probleme beim Klamottenkauf kenne ich leider auch zu genüge. Um alles selber zu nähen reicht die Zeit einfach nicht, und kaufen ist in meiner Größe (von 48 – 52) auch nicht so einfach. Darf ich fragen, welche „großen Ökolabels“ du meinst? Ich bin jetzt über manomama gestolpert, finde das Konzept sehr interessant, aber die haben leider auch nur einzelne Teile in größeren Größen.
    Liebe Grüße
    Jenny

    • ella
      Am 03.06.2015 um 17:25:02 Uhr [Link]

      Bei Manomama habe ich schon ein paar mal bestellt, aber alles wieder zurückgeschickt – das Kleid saß leider überhaupt nicht, und die Nähte der Unterhosen rissen schon vor dem ersten Anziehen. Momentan bestelle ich bei hess natur, deerberg, maas natur.

      • Jenny
        Am 07.06.2015 um 14:05:58 Uhr [Link]

        Danke! Mit Manomama ist ja echt schade – habe da selber noch nicht bestellt, aber deine Erfahrungen sind ja nicht sehr ermutigend. Die Qualität muss ja schon stimmen.
        Bei Hess und Deerberg soll XL 48 / 50 entsprechen – kommt das hin?
        Aber in großen Größen hat man wirklich nicht so viel Auswahl – muss bei Gelegenheit doch noch mal was nähen, inzwischen glaube ich das geht fast schneller als kaufen..

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