Links zum Wochenende: Zucker und Rassismus, die Erfindung der Mutterrolle, Kinder anbrüllen, Hackschooling, Fat Yoga u.v.m.

Jeden Freitag zeige ich euch hier, was mir in letzter Zeit im Internet so interessantes vor die Füße geschwemmt wurde. Thematisch völlig durchmischt, aber immer mehr oder weniger stark politisch geprägt.

 
Wir können alle aufatmen: Das Bild einer guten, fürsorglichen Mutter, dem wir alle irgendwie doch hinterhereifern, ist eine Erfindung.

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Kinder anzubrüllen, ist keine schöne Sache, und leider passiert es manchmal eben doch. Jedesmal, wenn es mir passiert, tut sich ein großer Zwiespalt auf zwischen: Ich habe irgendwie Verständnis für mich selbst, dass ich in dieser Situation gerade nicht anders konnte; gleichzeitig tut mir mein Verhalten unsäglich leid und ich habe immer Angst, jetzt bei den Kindern irgendwas unreparierbar kaputtgemacht zu haben. Mit diesen Gedanken nicht alleine zu sein, hat mir gut getan.

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Ein Dreizehnjähriger erzählt, warum er so froh ist, keine normale Schule besuchen zu müssen.

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„Ich weiß auch schon lange, dass es diese Lager am Hosenbund der Städte gibt. Man kommt dort aber nicht vorbei, wenn man durch die Innenstadt shoppt. Ich bin erst hingefahren, als ich es beruflich musste. Ich habe vorher auch nicht in den Kleiderkammern geholfen. Ich bin mit schuld an verfehlter Asylpolitik, weil ich ein Teil der schweigenden, desinteressierten Masse bin.“

Eine SZ-Journalistin erzählt von einer persönlichen Begegnung mit einem ugandischen Flüchtling, und wird dadurch mit ihren eigenen rassistischen Vorurteilen konfrontiert. Und lernt, sie zu überwinden.

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Etwas, worüber ich oft nachdenke, ist der Arbeitsbegriff, den wir vorrangig so haben. Eine Tätigkeit gilt nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen als ernstzunehmende „Arbeit“. Ein bisschen ist Jasna schonmal in ihrem Gastbeitrag über den Wert von Handarbeit eingegangen – ein Schlüsselbegriff ist die protestantische Arbeitsethik. Dass Arbeit immer auch Abhängigkeiten schafft, finde ich einen weiteren sehr interessanten Aspekt.

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Was mich in letzter Zeit auch immer wieder umtreibt, ist Zucker. Wo er überall drinsteckt, dass wir im Prinzip alle abhängig von ihm sind, und warum es so schwierig ist, ohne Zucker auszukommen. Eine Geschichte des Zuckers las ich hier – darin eine Erkenntnis, die mich ein bisschen umgehauen hat: Industrielle Zuckerproduktion und Rassismus hängen unmittelbar miteinander zusammen.

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Der ideale Yoga-Body ist gertenschlank und drahtig. Und dicke Menschen können kein Yoga machen, weil sie dazu viel zu unbeweglich sind? Diese Frau stellt solche Vorurteile (und sich selbst) gehörig auf den Kopf.

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Habt ein schönes Wochenende!

4 Kommentare

  1. irka
    Am 05.06.2015 um 09:40:59 Uhr [Link]

    Lese mich gerade durch deine Links und bin bei dem Zucker-Artikel hängen geblieben. So klar war mir das noch nicht und es ist erschreckend :/ Danke fürs Verlinken :)

    LG irka

  2. Bee
    Am 05.06.2015 um 10:11:20 Uhr [Link]

    Da fehlt der Link zum SZ-Artikel über den Flüchtling!
    Den Artikel zur Zuckerliebe werde ich in Ruhe später lesen – Zucker ist nämlich neben Kaffee eine meiner Süchte…

  3. s.
    Am 05.06.2015 um 11:31:17 Uhr [Link]

    Da fehlt ein link! Der, der mich am meisten interessiert hätte ;)

    • ella
      Am 05.06.2015 um 11:53:01 Uhr [Link]

      Danke euch! Habs nachgetragen!

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