Links zum Wochenende

Jeden Freitag zeige ich euch hier, was mir in letzter Zeit im Internet so interessantes vor die Füße geschwemmt wurde. Thematisch völlig durchmischt, aber immer mehr oder weniger stark politisch geprägt.

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Als Frau soll man alles sein, und zwar gleichzeitig: Schön, sexy, liebevoll, stark, erfolgreich, bescheiden, fleißig, intelligent, gerne Mutter, selbstbewusst, emanzipiert, leidenschaftlich und so weiter. Und dennoch wird, was auch immer man tut, um all diese Ansprüche zu erfüllen, nie genug sein:

„Als Frau kann man es eigentlich niemandem recht machen: Wer sich nicht für Kinder entscheidet, wird schräg angeguckt. Wer dann auch noch Erfolg im Beruf hat, ist die egoistische Karrierefrau. Wer sich für Kinder entscheidet und zu Hause bleibt, ist ’nur Hausfrau‘. Wer Kinder hat und arbeitet, ist die Rabenmutter.“

Manuela Schwesig bei SpiegelOnline.

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Sehr bewegend: Ein Vater hat einen Comic gemacht über die traumatischen ersten Stunden und Tage nach der Geburt seiner behinderten Tochter.

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Ich mag sehr all die Ideen des einfachen, materiell reduzierten Lebens, aber in letzter Zeit habe ich manchmal das Gefühl, das läuft alles ein bisschen in die falsche Richtung.

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Wenn ich vor 10 Jahren gesagt habe, dass ich mich vegan ernähre, war die Reaktion immer: „Wie, hä? Keine Eier, keine Milch, keinen Käse? Was kannst du denn dann überhaupt noch essen?!“ So langsam wird diese Reaktion immer seltener, statt dessen prasselt, kaum erwähnt man die Vorliebe für vegane Ernährung, ein nicht enden wollender moralisierender Redeschwall eines*einer Allesesser*in auf einen nieder, in dem es hauptsächlich darum geht, dass Veganer*innen ja immer so wahnsinnig nerven mit ihren nicht enden wollenden moralisierenden Redeschwällen. Das geht jetzt auch einfacher und schneller mit dem „Empörungsformular Veganismus“

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Sarah Wiener hat was über Veganismus gesagt, hat aber leider nicht verstanden, worum es beim Veganismus geht (und worum nicht). Schade.

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Mein größter, tiefster Respekt gilt allen Alleinerziehenden. Wann immer ich jammern will, dass gerade alles so anstrengend ist mit drei Kindern, kommen mir die gar nicht mal so wenigen Alleinerziehenden in meinem Internet in den Sinn, für die dieser anstrengende Ausnahmezustand standard ist. Und die noch dazu vom Staat massiv benachteiligt werden. Wie ausgeprägt und wie unfair diese Benachteiligung, will man gar nicht glauben, wenn man es noch nie gesehen hat. Dieser Film portraitiert verschiedene Familien mit alleinerziehendem Elternteil und macht einen richtig, richtig wütend.

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Wie ihr sehr, steht bei uns heute alles im Zeichen einer gewissen Festlichkeit. Ich freue mich auf einen schönen Kindergeburtstag und wünsche euch ein sonniges Wochenende!

7 Kommentare

  1. antje
    Am 26.06.2015 um 11:22:20 Uhr [Link]

    Hallo
    ich bin zunehmend dafür, einfach gar nicht mehr das eigene oder andere Essverhalten zu kommentieren ausser man wird explizit danach gefragt bzw. dazu gebeten. Und ausser es geht um Kannibalismus.
    lG
    antje

  2. Frau Jule
    Am 26.06.2015 um 14:37:19 Uhr [Link]

    danke. bei dem video von dem vater hatte ich tränen vor rührung in den augen, beim beschwerdeformular vor lachen. wie nah doch alles beieinander liegt.
    hab ein sehr feines wochenende mit geburtstagsfeierei. dein schweinekuchen verdient respekt! (ist der eigentlich dann auch vegan?
    liebst,
    jule*

  3. Sarah
    Am 26.06.2015 um 21:32:12 Uhr [Link]

    Mit dem Essen halte ich das wie mit allem anderen auch. Jeder nachs einer Fasson! Und ich lasse mich auch nicht mehr auf Diskussionen ein.

    Danke für den Link zum Comic! Dazu fehlen mir die Worte…. Außer: Danke an unsere Helden…..

    Liebe Grüße Sarah

  4. Karin
    Am 28.06.2015 um 23:36:04 Uhr [Link]

    In 35 Jahren habe ich meine Ernährung wer weiß wie oft umgestellt doch zumindest einen roten Faden über all die Jahre beibehalten: Obst und Gemüse gab es saisonal und vom Markt, vom Bauern holten wir die Milch, Brot wurde meist selbst gebacken.
    Ich war Vegetarierin, als ich zum ersten Mal Mutter wurde. Ein Kind mit einer Speiseröhrenfehlbildung musste groß gezogen werden, was zuerst einmal bedeutete dass es schlucken lernen musste um essen zu können! Als drei Jahre später das zweite Kind dazu kam wurde es nicht einfacher. Irgendwann reichten die Herdplatten nicht aus um drei Bedürfnissen gerecht zu werden, denn zu diesem Zeitpunkt gab es noch den Papa der Kinder in unserer Familie.
    Richtig anspruchsvoll wurde es, als beim jüngsten Kind eine Ausschlussdiät über Monate durchgeführt werden musste und es die geringsten Reaktionen auf Fleisch zeigte. Wir haben auch diese Zeit überstanden.
    Inzwischen bin ich wieder dort gelandet, wo ich mit einer persönlichen Entscheidung begonnen hatte. Ich esse vegetarisch und an manchen Tagen vegan. Wenn Gäste kommen habe ich allerdings kein Problem ein Stück Fleisch in den Ofen zu schieben, wenn es vom Schäfer um die Ecke kommt oder vom Ziegenbauern. Mir ist es wichtig, dass Lebensmittel mit Würde produziert und verarbeitet werden um hinterher ordentlich auf den Tisch zu kommen. Nahrung zu haben und diese essen zu können ist ein Luxus, der nicht unterschätzt werden sollte, egal auf welche Art und Weise man sich ernährt.
    Wer mag kann die Geschichte meines großen Kindes nachlesen:
    https://derklangvonzuckerwatte.wordpress.com/2013/07/19/outtakes-from-my-kitchen-und-ein-outing/
    Viele Grüße,
    Karin

  5. Paula
    Am 03.07.2015 um 12:36:03 Uhr [Link]

    Philosophische Fragen ob die Menschen biologisch Allesfresser sind oder nicht, kann man nicht als richtig oder falsch, gut oder böse bezeichnen. Das muss jeder selbst für sich herausfinden.
    Die Sarah Wiener hat meiner Meinung nach schon richtig verstanden um was es geht, sie hat sich nur entschieden und übt Kritik an manchen Veganern. Das ist ihre Haltung.

  6. Doro
    Am 07.07.2015 um 05:45:01 Uhr [Link]

    Danke für den Link zu „die Story“. Ein krasses Thema von Ungerechtigkeit. Leider finde ich die Berichterstattung etwas einseitig. Es werden nur Alleinerziehende Frauen gezeigt. Und wie „das liegt auch Zahlungsmoral der abwesenden Väter“, gehen mal gar nicht! Ja. Alleinerziehende Väter sind wohl in der Minderheit, aber es gibt Sie. Und genauso gibt es auch Mütter die sich ihrer Unterhaltspflicht nicht nachkommen. Und nicht nur manche Väter „verabschieden sich ganz“. Schade dass ich dadurch diesen überfälligen Bericht zu einem wichtigen Thema nicht ganz ernst nehmen kann.

  7. die Smileykiste
    Am 08.07.2015 um 21:41:50 Uhr [Link]

    Der Bericht über die Alleinerziehenden Familien macht wirklich wütend. Wie kann denn sowas sein!? Alleinerziehende haben es schon allein dadurch schwer, dass sie alleine für ein (oder mehrere) Kind(er) verantwortlich sind. Immer. Und dann gibt es eine extra Steuerklasse für Alleinerziehende, aber am Ende haben sie nicht viel mehr als Singles?? Es ist gesetzlich festgelegt, dass der nicht betreuende Elternteil zahlen muss, aber keiner kontrolliert das??

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