Links zum Wochenende: Arbeiten, Glotzen, Fotos teilen, fliehen.

Jeden Freitag zeige ich euch hier, was mir in letzter Zeit im Internet so interessantes vor die Füße geschwemmt wurde. Thematisch völlig durchmischt, aber immer mehr oder weniger stark politisch geprägt.

Wer Kinder hat, schuftet pro Woche 10 Stunden mehr, heißt es. Und meist ist es die Frau, die zugunsten der Care-Arbeit teilweise oder ganz darauf verzichtet, einer Lohnarbeit nachzugehen. Nichts neues, aber trotzdem finde ich aktuelle Zahlen dazu immer wieder interessant – momentan vor allem, weil genau das bei uns Zuhause auch gerade Thema ist.

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Nicht ganz 1,5 Jahre ist es her, dass wir die Magensonde des Mädchens losgeworden sind. Ich erinnere mich noch zu gut an die offen gaffende Blicke, Fragen und Kommentare völlig fremder Menschen. Nachdem die Magensonde weg war, wurde das etwas besser – jetzt merkt man dem Mädchen sein irgendwie anders-Sein auch ohne Sonde an, und die grübelnden Blicke nehmen wieder zu. Mal sehen, wie es damit weitergeht.

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Das Bild des toten Flüchtlingsjungen am Strand wurde viel diskutiert diese Woche. „Mein“ Internet hat es mir nur ein einziges Mal ungefragt vor die Nase gehalten; bei anderen las ich viele „Entfolgungs“- und „Entfreundungs“-Drohungen: Jede*r die*der das Bild teilt, wird aus der Liste der Freund*innen und Follower geschmissen. Es gibt sicher Gründe, warum man solche Fotos nicht ungefragt sehen müssen will, und dennoch fand ich diesen Kommentar, den ich gestern im DLF hörte, das Sinnvollste, was ich dazu gehört oder gelesen habe. Bitte unbedingt die Audioversion anhören und dazu auf den Pfeil im Bild klicken. Der Text gibt nur einen Bruchteil des Kommentars wieder.

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A propos Flüchtlinge: Es heißt ja überall einstimmig, es seien so viele Menschen wie noch nie zuvor auf der Flucht, von einem „Exodus“ ist die Rede. Aber wieviele Menschen aus Syrien sind denn tatsächlich auf der Flucht? Und wie viele davon kommen tatsächlich zu uns in die EU? Hier gibt’s ein sehr anschauliches Video dazu.

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Habt ein schönes Wochenende!

Ein Kommentar

  1. Meeresrauschen
    Am 04.09.2015 um 10:55:27 Uhr [Link]

    Heute früh im Radio wurde von DEM toten Jungen geredet, der jetzt zusammen mit seiner Mutter und seinem Bruder in seiner Heimat beerdigt werden soll. Und ich möchte schreien: Es ist nicht EIN toter Junge, es sterben ständig kleine Kinder aufgrund der Zustände auf der Welt.
    Ich fand das Bild auch wichtig und nicht pietätlos. Das Grauen muss doch gezeigt werden.
    Liebe Grüße,
    Kathrin

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