Links zum Wochenende: Hausfrauen im BurnOut, Kriegsenkel, islamische Kopfbedeckungen, Flüchtlingshelfer*innen.

Jeden Freitag zeige ich euch hier, was mir in letzter Zeit im Internet so interessantes vor die Füße geschwemmt wurde. Thematisch völlig durchmischt, aber immer mehr oder weniger stark politisch geprägt.

Wusstet ihr, dass Hausfrauen besonders oft vom Burn-Out-Syndrom betroffen sind? Ich kriege in meinem Umfeld in letzter Zeit immer häufiger mit, dass viele Mütter einfach nicht mehr können, weil ihre Kraft über Jahre hinweg nur dafür drauf geht, für andere da zu sein.

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Rein altersmäßig passe ich zwar nicht mehr ganz in die Gruppe der „Kriegsenkel“, aber auch meine Eltern waren Kriegs- und direkte Nachkriegskinder. Daher kann ich vieles aus diesem Artikel sehr gut nachvollziehen: Warum der Krieg auch die traumatisiert, die ihn gar nicht mehr miterlebt haben.

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Ich LIEBE die Golden Girls! Was habe ich die gern geguckt in den 1980ern und 90ern! Obwohl 4 ältere Damen die Hauptrolle spielen, waren das wohl tatsächlich eine der fortschrittlichsten TV-Serien jemals.

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Tattoss sind Gemackssache – ich habe 3 und möchte gerne noch mehr haben. Was ich nicht mehr gerne haben möchte: Blöde Kommentare dahingehend, ich würde mich in irgendeiner Form verunstalten. Frauenkörper sind nicht dazu da, irgendwem gefallen zu müssen.

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Wie ist das, wenn ein Kind schon ganz früh feststellt, dass es trans* ist? Ein interessanter Longread über die Geschichten zweier Kinder, die schon ganz früh wussten, dass sie in Wirklichkeit ein anderes Geschlecht haben als das, mit dem sie geboren wurden.

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Kopftuch ist nicht gleich Kopftuch: Ein sehr interessanter Artikel bei kleiner drei über Hijab, Niqab, Burka und die vielen anderen Arten der Kopfbedeckungen muslimischer Frauen. Eine häufiges Vorurteil ist ja, die Kopfbedeckung muslimischer Frauen sei ein Symbol für die Unterdrückung der Frau durch den Islam. Da musste ich schon fast schmunzeln, als ich von dieser Journalistin las, dass die wieder in ihre Heimat zurückgekehrt ist – weil sie sich in Pakistan deutlich weniger mit Sexismus konfrontiert sieht, als in Berlin.

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Mareice, die Frau, die sich mit Fug und Recht „Wahnsinnsfrau“ auf die Visitenkarte drucken lassen könnte, kennt ihr ja schon vom Kaiserinnenreich. Weil es einfach Not tat, hat sie mit ein paar anderen kurzerhand die Initiative Kreuzberg hilft! gegründet, um die immer noch so zahlreichen Flüchtinge vor dem LaGeSo zu unterstützen. Eine ihrer Mitstreiterinnen hat diesen Artikel über Spucke und Puste geschrieben, der mich mit riesiger Bewunderung und Dankbarkeit für all die zahlreichen Helfer*innen erfüllt – und mich gleichzeitig so wütend macht. Denn in der Tat habe ich den sehr deutlichen Eindruck, dass wir ohne all die vielen, vielen freiwilligen Helferinnen, die so viel Freizeit und nicht selten auch Sach- und Geldmittel aus eigener Tasche opfern, tierisch aufgeschmissen wären. An so vielen Stellen liest man davon, wie sehr sich die Menschen bemühen, die Flüchtlinge trocken, warm, satt, gesund und bei einigermaßen guter Laune zu behalten – alles aus eigener Initiative heraus und meistens ganz ohne Unterstützung von kommunaler oder staatlicher Seite. Wahnsinn.

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Nochmal Flüchtlinge: Ein Mann aus Eritrea hat seine Flucht mit der Kamera seines Smartphones gefilmt. Ein Kurzdokumentarfilm auf ZON.

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Damit solltet ihr für’s Wochenende mit ausreichend Lesestoff versorgt sein. Ich wünsche euch erholsame Tage, bis nächste Woche!

3 Kommentare

  1. Eiskristall
    Am 18.09.2015 um 15:37:17 Uhr [Link]

    Hallo Ella,

    Dankeschön für die spannenden Links. :)

  2. Kathrin
    Am 20.09.2015 um 12:25:57 Uhr [Link]

    Liebe Ella,
    vielen Dank für die vielen Links.
    Zum Thema Kriegskinder kann ich auch die Bücher von Hartmut Radebold empfehlen. Nach der Lektüre dieser Bücher konnte ich meine Eltern in einigen Dingen viel besser verstehen.
    Deinen trans* Artikel möchte ich gerne um folgenden Artikel ergänzen:
    http://www.wireltern.ch/artikel/jetzt-bin-ich-nancy
    Ich habe ihn mit großem Interesse gelesen und stelle mir nun die Frage, wie das deutsche Schulsystem damit umgeht. Leider hatte ich bis jetzt keine Zeit, weitere Nachforschungen anzustellen.
    Viele Grüße und nachträglich die besten Wünsche zum Schulanfang,
    Kathrin

  3. Mareice
    Am 21.09.2015 um 19:18:35 Uhr [Link]

    Liebe Ella,
    hab vielen Dank für die Verlinkung und Deine Worte.
    Erst dachte ich: „Wahnsinn“, puh, der kann einen ja auch ganz schön kirre machen. Aber dann las ich zu Ende und war doppelt geehrt. Denn so eine Wahnsinnfrau, wie Du sie meinst, die bin ich gern.
    Es freut mich von ganzem Herzen, Dir in diesem Internet begegnet zu sein und dass wir uns weiterhin begleiten.
    <3 Mareice

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