Links zum Wochenende: Dein Alltag ist ihre Kindheit, une barre de chocolat, Kacken mit Kind, warum arm sein teuer ist.

Jeden Freitag zeige ich euch hier, was mir in letzter Zeit im Internet so interessantes vor die Füße geschwemmt wurde. Thematisch völlig durchmischt, aber immer mehr oder weniger stark politisch geprägt.

Eigentlich gefallen mir Fotoserien, deren Pointe oder wow-Effekt auf Manipulation durch Photoshop beruht, so gut wie nie. Der Fotograf Tom Hussey hat aber eine gemacht, die mich wirklich berührt hat: Ältere Menschen betrachten Reflektionen ihres jüngeren Selbst.

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„Dein Alltag ist ihre Kindheit“ las ich neulich irgendwo hübsch hinkalligrafiert auf Instagram. Und dann kam ich ins Nachdenken, was das für meine Kinder dieses Jahr wohl hauptsächlich bedeutet haben mag, und die Antwort darauf würde für einen ganzen eigenen Blogartikel reichen. Kurz: Ich war dieses Jahr eine Mama, die meine Kinder fast nur hinter dem Laptop oder der Nähmaschine klemmend gesehen haben, immer nur arbeitend, arbeitend, arbeitend. So zumindest meine Wahrnehmung; die meiner Kinder ist glücklicherweise nicht ganz so fies. Was bei genauerer Überlegung wohl daher kommt, dass ich vor allem Vormittags, abends und Nachts arbeite, und Nachmittags in der Regel für die Kinder da bin. Allerdings nutze ich es oft schamlos aus, wenn sie sich dann einfach selbst beschäftigen, und arbeite dann eben auch am Nachmittag, so gut es geht. In dem fiktiven Blogartikel stünde jetzt, welche Auswüchse das noch so mit sich brachte, und warum ich es trotzdem nicht bereue und so. Eine Leserin machte mich auf diesen Artikel um Guardian aufmerksam, in dem verschiedene Persönlichkeiten erklären, was ihrer Meinung nach eine gute Kindheit ausmacht:

„That’s the thing about childhood – you can’t measure it. You can witness the most wonderful things when young people grow up but of course you cannot grade it. When it comes down to it, the building of self-confidence and self-worth is everything. Nothing else will happen if that doesn’t happen.“

– und dazu schrieb sie: „Ich glaube, dass eure Kinder ganz viel davon abbekommen“. Vielleicht hat sie damit doch gar nicht so Unrecht, denn auch, wenn ich oft im Stress und ungeduldig mit meinen Kindern bin, wäre ich vermutlich noch deutlich unausgeglichener, wenn ich nicht arbeiten würde. Und die Zeit, die ich mir für meine Kinder nehme, ist absolute Qualitiy-Time, die meistens von allen sehr genossen wird. Und es scheint, als würde die meinen Kindern viel mehr in Erinnerung bleiben, als die doofen anderen Tage.

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Ich bin jüdischer Abstammung, was vielleicht ein Grund ist, das mich jüdische Zeitzeugenberichte aus dem Zweiten Weltkrieg oft sehr mitnehmen. Bei dieser Geschichte saß ich am Ende heulend vor dem Bildschirm.

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Ich glaube, Elternschaft ist dasAnstrengendste und Großartigste, was ich in meinem Leben je freiwillig gemacht habe. Nichts, was ich je aus freien Stücken begonnen habe, hat mich so ausgelaugt, an meine Grenzen gebracht, in Sorge und Verzweiflung getrieben; hat mich so breichert, mir so viel Wichtiges beigebracht und so viel Spaß bereitet, wie Elternsein. Klingt total widersprüchlich? Well, welcome to perenthood.

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Nicole kenne ich nun schon seit ein paar Jahren, und ich kann euch versichern: Sie ist in echt genau so toll, wie sie im Internet rüberkommt. Auf kleiner3 schreibt sie eine Kolumne über das Elternsein, die ich sehrsehr gerne mag. Weil sie nicht nur klug und witzig ist, sondern vor allem: ehrlich. Also so richtig echt ehrlich. Wer einen wirklich realistischen Einblick in die Höhepunkte und Abgründe des Elternseins bekommen will, sollte Nicoles Kolumne regelmäßig lesen. Bei der aktuellen Folge zum Thema kacken habe ich mir vor Lachen fast in die Ho…äh, ‚tschuldigung, ich muss mal eben auf die Toilette.

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Wer nicht viel Geld hat, kennt vielleicht diese mrkwürdigen Vorwürfe und Ratschläge von Menschen mit mehr Geld: Kauf doch nicht immer diesen billigen Scheiß, kauf dir halt einmal was Gescheites, das ist auf Dauer billiger. Stopf doch nicht immer dieses billige Zeug in dich rein, man kann sich doch auch mit wenig Geld gesund ernähren. Und so weiter. Menschen, die nie über einen längeren Zeitraum wirklich existenzielle Geldsorgen hatten, können oft einfach nicht nachvollziehen, wie das ist, immer mit zu wenig auskommen zu müssen. Dieser Artikel hier macht das ganz gut verständlich und erklärt dabei auch das Phänomen, warum arm sein ganz schön teuer ist.

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Das war’s für heute; mein Plan, ab dieser Woche wieder regelmäßiger zu bloggen, ist ja mal voll aufgegangen! Ja, spitzenmäßig, ich weiß. Aber leider ist der riesige Arbeitsberg noch nicht ganz abgefrühstückt, und momentan brauche ich einfach alle Zeit, die ich erübrigen kann, dafür. Parallel passieren hinter den Kulissen aber auch schon weder ganz viele andere tolle Sachen; ich bereite spannende Dinge vor, von denen ich hoffentlich bald mehr erzählen kann. Spätestens ab Anfang November habt ihr mich im gewohnten Umfang wieder, versprochen!

 

3 Kommentare

  1. Sarah
    Am 23.10.2015 um 11:05:30 Uhr [Link]

    Bei dem Video habe ich auch geheult diese Woche…
    „dem Kind beim Wachsen die Hand hinhalte“ da hatte sie mich! Diesen Blog werde ich nun bestimmt auch öfter lesen- Danke fürs teilen deiner Netzfundstücke.
    Ich wünsche euch ein wunderschönes Familienwochenende :)

    Liebe Grüße Sarah

  2. B. Cottin
    Am 23.10.2015 um 15:01:58 Uhr [Link]

    Bitte keinen Stress mit dem Bloggen! Wir brauchen ja auch Zeit zum Lesen!
    Alles Gute
    B. Cottin

  3. Eva
    Am 25.10.2015 um 14:48:35 Uhr [Link]

    Hab auch Tränen gelacht bei dem Kleiner3 Kackbericht. In der Straßenbahn :) die Leute haben mich verwundert angesehen!
    LG Eva

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