Mini-Pandas und eine Minion-Torte zum 7. Geburtstag (mit Rezept und Bilderanleitungen).

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Letzte Woche feierte der große Sohn seinen 7. Geburtstag. Es war der erste Geburtstag, den er als Schulkind beging, und er hatte sich schon Wochen vorher ausgesucht, welcherlei Kuchen er dafür gerne gebacken hätte. Natürlich legt so ein 7jähriger Junge dabei vor allem Wert drauf, dass die Leckereien cool aussehen, weswegen wir schnell bei Motivtorten bzw. -törtchen landeten. Er entschied sich für Panda-Muffins und eine Miniontorte. Motivtorten faszinieren natürlich auch mich sehr – aber eher wegen des beeindruckenden (Kunst-)Handwerks, das da teilweise zu Tage kommt. Und weil ich selbst gerne bastle und werkle, reizte es mich durchaus, sowas in einer deutlich anfänger*innengeeigneten Version selbst auch mal zu machen. Auf der anderen Seite steht der schier unfassbare Fett- und vor allem Zuckergehalt solcher Torten (Buttercreme, Ganache, Fondant) der sie zumindest für meinen Geschmack praktisch ungenießbar macht. Oft wird der Fondant dann abgekratzt und auf dem Teller liegengelassen, aber ganz ehrlich: Ein Lebensmittel kaufen, es mit viel Mühe kunstvoll auf die Torte bringen, nur damit es hinterher weggeschmissen wird…eigentlich nicht mein Fall. Das heißt: *Eigentlich* hätte der Sohn seine Wunschtorte nicht bekommen, weil seine Ökomutti das nicht hätte gutheißen können. Aber dann.

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Dann kam fast zeitgleich mal wieder eine Mail von meinCupcake.de, ob ich nicht nochmal Lust hätte, mir was nettes zum Backen in deren Online-Shop auszusuchen. meinCupcake.de ist quasi das Paradies für fancy Backzutaten; es war gleich klar, dass ich da alles finden würde, was es für des Sohns Zuckerbäckereien-Wünsche bräuchte. Und jetzt stellt euch diese Möglichkeit neben einem Paar Kinderaugen mit Dackelblick und „büüüüüüttttääääää-hääää, Mamaaaa!!“ vor – nunja, ich saß quasi in der Falle.

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meinCupcake.de schickte mir ein großes Paket mit allem, was ich mir gewünscht hatte: 1 Blech für mini-Muffins und passende mini-Muffin-Papierförmchen, Chocolate Melts, Zuckerschrift-Tuben in weiß und schwarz, jede Menge Fondant in Minion-Farben und einen Fondant-Glätter. Und dann ging’s los. Zum Geburtstag selbst buk ich also 60 Panda-Mini-Muffins etwas mehr als die Hälfte davon ging mit in die Schule; 1 Mini-Muffin für jedes Kind und je einen für die Lehrer. Die restlichen verteilten wir unter Nachbar*innen, Omas, Haushaltshilfen, Kindergartenpraktikant*innen oder aßen sie selbst. Die Muffins sind zwar wirklich winzig, aber so süß und gehaltvoll, dass einer davon als kleine Aufmerksamkeit echt ausreicht.

Panda-Mini-Muffins

Die Original-Idee zu diesen Panda-Muffins stammt von Bakerella, bei der die Dinger natürlich auch unglaublich perfekt aussehen. Ich habe ein anderes Rezept für die Muffins gewählt und das ganze eben mit Zutaten gemacht, die man hier auf dem deutschen Markt problemlos bekommt. Meine Pandaa sind nicht ganz so makellos geworden, haben aber trotzdem für große Verzückung gesorgt. Die Schokomelts von myCupcake, sind von den Proportionen her die besten, die ich finden konnte. Sie hätten ruhig noch 2 mm größer, und die Spitze etwas spitzer sein dürfen, aber es ging unterm Strich damit ganz gut. Ich habe ein anderes Rezept für die Muffins gewählt und das ganze eben mit Zutaten gemacht, die man hier auf dem deutschen Markt problemlos bekommt.

Zutaten für 60 Stück:

400 g Mehl
4 TL Backpulver
100g Kakao
200g Zucker
1 Pck. Vanillezucker
250g weiche Butter
4 Eier
10 EL Milch

für die amerikanische Buttercreme:
250g sehr weiche Butter
350g Puderzucker

für die Deko:
1 Schälchen mit Feinzucker
1 Pckg. Schokomelts
Schokostreusel
Zuckerschrift in weiß und schwarz

Und so geht’s

Ofen auf 180° (160° Umluft) vorheizen. Alle trockenen Zutaten in einer Schüssel mischen. Alle nassen Zutaten in eine zweite Schüssel geben und gut miteinander verrühren. Die trockene Mischung nach und nach dazu geben und alles zu einem glatten Teig rühren, der, wie es so schön heißt, „schwer reißend vom Löffel fällt“.
Die Mulden Des Muffinblechs mit den Papierförmchen auslegen und jedes Förmchen ca. zu zwei Dritteln mit Teig füllen. Ca. 15 Minuten backen; aus der Formnehmen und zum abkühlen wegstellen; gleich die nächsten Muffins in den Ofen schieben.
Die Muffins müssen, bevor die Buttercreme drauf kann, wirklich vollständig abgekühlt sein. Bei den aktuellen Temperaturen geht das auf dem Balkon ganz schnell.

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Für die Buttercreme die weiche Butter mit dem Puderzucker auf mittlerer Stufe verrühren, bis sich beides richtig gut verbunden hat und schön cremig ist. in einen Spritzbeutel füllen und im Kühlschrank kurz kalt stellen.

In der Zwischenzeit die Sachen für die Deko vorbereiten: ein Schälchen mit Feinzucker füllen (hier auf dem Bild sind es Kokosraspel, weil ich zuerst dachte, die Pandas sähen mit Kokosraspeln sicher total süß aus. Tun sie aber nicht. Eher so wie Yetis mit sehr dunklen Veilchen), – Schokomelts auf einen Teller geben und die Zuckerschrift-Tuben aufschneiden und bereitlegen.

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Mit der Spritztülle (ich hatte keine und habe die Buttercreme in einen Gefrierbeutel gefüllt, den ich dann an einer Ecke aufgeschnitten habe) auf jeden Muffin einen ordentlichen, aber nicht zu großen Klecks Buttercreme geben. Dann einen Muffin in den Zucker drücken, und zwar einfach nur so, dass der Buttercreme-Klecks zu einem möglichst schönen, runden Kreis platt gedrückt wird. Nicht versuchen, den ganzen Muffin mit Buttercreme zu bedecken – das wird nicht schön rund, und außerdem ist die Buttercreme dann nicht mehr tief genug, um die Schokomelts reindrücken zu können.

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Einen Schokomelt als Nase mit der Spitze nach unten seitwärts in die Buttercreme drücken. Zwei Schokomelts mit der flachen Seite nach oben darüber bilden die Augen. Zwei weitere, an den Seiten eingesteckt, werden zu Öhrchen. Aus einem bis drei Schokostreuseln kann man den Mund machen. Zum Schluss werden die Pupillen mit Zuckerschrift aufgetupft.

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Meine ersten Pandas sahen noch ein bisschen ungelenk aus, aber mit jedem weiteren wurden sie süßer. Besonders gefiel mir, dass man so einfach so viele verschiedene Gesichtsausdrücke machen kann. Vom entsetzten über den grummeligen bis hin zum einfach nur niedlichen Panda war alles dabei <3

Minion-Torte

Zur Geburtstagsparty am Wochenende gab es eine kleine Minion-Torte, die einen Durchmesser von ca. 26 cm hatte. Klingt wenig, um 10 Kinder damit abzufüttern, aber wir haben ganz schmale Stücke geschnitten, und es hat gut gereicht. Wie gesagt, der Zuckergehalt ist derart monströs, das man mehr als ein kleines Stück davon nicht braucht. Auf den meisten Blogs wird empfohlen, mit den Vorbereitungen für eine Motivtorte 3 Tage vorher zu beginnen. Da ich keine komplizierten Deko-Elemente herstellen musste, habe ich erst am Vorabend der Party angefangen, und es hat gut hingehauen.

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Für den Aufbau der Torte waren mir die Tutorials auf Tortenlust sehr hilfreich. Die Rezepte für Bisquitboden, Buttercreme und Ganache habe ich auch jeweils von dort übernommen.

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Rings um den Boden habe ich nach dem Abkühlen einen Ring von ca. 1 cm Dicke abgeschnitten. Dann den Boden in zwei Hälften geteilt und den Ring entlang des Randes der unteren Hälfte gelegt. Da hinein kam die Buttercreme (die dann Dank des Rings nicht herauslaufen konnte), und obendrauf der Deckel. Hier habe ich wahrscheinlich einen Fehler gemacht: Ich hätte den Deckel andersherum auflegen sollen, dann wäre später auch die Oberfläche der Torte deutlich glatter geworden.

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So kam der Kuchen erstmal in den Kühlschrank, bis die Buttercreme und vor allem die Ganache fest geworden waren (ca. 3 Stunden). Die erste Schicht Ganache kam an diesem Abend noch drauf, dann war es spät und ich machte am nächsten Morgen mit der zweiten Schicht Ganache weiter. Man sieht auf den Fotos schon, dass die Torte längst nicht perfekt eben eingestrichen war. Der Tortendeckel war einfach zu uneben, und daher hatte später auch die Fondantdecke eindeutige Unebenheiten. War aber gar nicht so schlimm, ich fand die Torte trotzdem gut.

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Das Eindecken mit Fondant war einfacher, als ich zuerst dachte. Dieses Video-Tutorial war ganz hilfreich. Damit der Fondant beim Ausrollen nicht an der Arbeitsplatte klebt, habe ich mir ein Stärkesäckchen aus einem alten Mulltuch gebastelt, das hat super geklappt. Nach dem Eindecken mit gelbem Fondant kam das Eumelgesicht drauf. Zum kleben habe ich ganz hauchdünn aufgetragenen Leuterzucker benutzt.

Aus weißem Fondant stach ich mit einem Glas die Augen aus. Die Pupillen aus braunem und schwarzem Fondant. Den schwarzen Brillengurt machte ich entsprechend aus schwarzem Fondant, wobei ich für die Aussparungen der Augen wieder das gleiche Glas benutzte, somit passten die Stücke ganz einfach genau aneinander.

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Die Haare tupfte ich aus schwarzer Zuckerschrift auf, der Mund war wieder schwarzer Fondant und zum Schluss schrieb ich den Namen und die 7 noch mit weißer Zuckerschrift drauf. Irgendwo auf meiner Reise durch die diversen Tortentutorials stieß ich auf dieses Polstermöbel-Muster für den Rand der Torte, das aber gar nicht Polstermöbel-Muster heißt, sondern „fondant quilting“. Und wenn irgendwas „quilt“ im Namen hat, dann muss ich das natürlich ausprobieren, ist klar, oder? die silbernen Zuckerperlen habe ich mit einem kleinen Tupfer weißer Zuckerschrift in ihren Löchern festgeklebt. Ganz am Ende habe ich den blauen Fondant noch zu Kugeln gerollt und entlang des Bodens einmal rundherum gelegt.

Es hat wirklich viel Spaß gemacht, die Torte und die Muffins zu machen, und beides kam auch überall sehr gut an. Vielen dank an meinCupcake.de!

8 Kommentare

  1. AnnJ
    Am 27.10.2015 um 18:19:22 Uhr [Link]

    Awwww! Jetzt hab ich schon vom Angucken einen Zuckerschock! *g*
    Ist das alles toll geworden!
    AnnJ

  2. Anke
    Am 27.10.2015 um 20:04:53 Uhr [Link]

    Die ist toll geworden ! Ich habe auch vor kurzem die Motivtorten entdeckt. Eine zu Ostern versucht, allerdings Fondant nicht genug ausgerollt – viel zu dick und wie oben beschrieben von der Torte gekratzt worden …. nun ja, man lernt ja …. die nächste war zur Hochzeit meines Bruder – dieses Mal wirklich dünn ausgerollt, schön glatt gestreichelt (extra Werkzeuge besorgt) – kam gut an und dieses Mal Fondant aufgegessen (verschiedene Geschmacksrichtungen gewählt, Frucht – geht recht gut damit).
    Meisterstück war jetzt zur Einschulung – da war ich selbst richtig stolz, und das bei der Hitze im August. Mach mal so eine Torte bei über 30 Grad …. keine schöne Angelegenheit… Aber alle Widrigkeiten überwunden – recht bunt und dazu noch Regenbogenfarben innen…. alles weggefuttert…..

    Ich kann nur empfehlen, falls du dich nochmal versuchen solltest – nimm Fruchtgeschmack beim Fondant, wenn es mit der Creme passt und so dünn wie möglich ausrollen, dann kann man es gut mitessen.

    Minions müsste ich hier auch mal versuchen, das Kind wäre begeistert. Mal sehen, Geburtstag steht im Januar an. Aber erst ist eine für Weihnachten notiert … *lach*

    LG
    Anke

  3. Sarah
    Am 27.10.2015 um 20:57:52 Uhr [Link]

    Wow! Aber ich bekomme vom anschauen schon nen Zuckerschock ;) Das hast du wirklich super schön gemacht! Ich wette dein Sohn war sowas von stolz auf seine Mama. Ganz super!

    meinCupcake kann ich auch nur empfehlen :) Diese Auswahl….. hach
    Liebe Grüße Sarah

  4. Gabi
    Am 28.10.2015 um 13:49:08 Uhr [Link]

    Diese Pandabären sind ja unheimlich knuffig! Und die Minion-Torte – ein Hammer! Ich weiß schon, was der Große zum nächsten Geburtstag bekommt. Vielen lieben Dank fürs Zeigen!
    Gabi

  5. Sabine
    Am 28.10.2015 um 17:56:22 Uhr [Link]

    Die Torte ist wirklich schön geworden, aber hast du schon mal geschaut, was für Inhaltsstoffe im Fondant sind? Das ist die pure Chemie! Mehr E-Stoffe, als man an einer Hand abzählen kann.
    Mein Sohn (15 – auch da sind die Minions noch sehr beliebt ;o) ) wollte auch eine Minionstorte zum Geburtstag und ich wollte eben nicht mit Fondant arbeiten, nachdem ich die Inhaltsstoffe gelesen habe. Es ging aber auch mit Marzipan, weißer Kuvertüre, Puderzuckerguß und Lebensmittelfarbe. Zwar nicht frei von Chemie, aber deutlich weniger und mehr mit meinem Gewissen zu vereinbaren.

    • ella
      Am 28.10.2015 um 18:04:46 Uhr [Link]

      ja, total krass. ist auch ein weiterer grund, warum ich das vermutlich so nicht nochmal machen werde.

  6. Paula
    Am 29.10.2015 um 08:05:06 Uhr [Link]

    Wow, wenn Du mal nicht mehr nähen möchtest, kannst Du eine Konditorei aufmachen! Die Minipandas sind total süß, im wahrsten Sinn des Wortes!

  7. Links zum Wochenende: Lauter Fürchterlichkeiten und Bob Ross. | ringelmiez
    Am 06.11.2015 um 11:29:27 Uhr [Link]

    […] nicht mehr von allem fernhalten; aber bis auf seltene Ausnahmen, an denen ich mich zum Backen einer extrem zuckerhaltigen Motivtorte hinreißen lasse, bin ich nach wie vor vorsichtig mit raffiniertem Industriezucker. Die Ansicht […]

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