What a year this has been – mein Rückblick auf ein ereignisreiches 2015.

Jedes Jahr „zwischen den Jahren“ ist es mein liebstes Ritual, ein bisschen in der Wohnung hin- und herzuräumen, einzelne kleine Ecken ein bisschen neu zu gestalten. Meine Nähwerkstatt gründlich aufzuräumen und frisch zu machen für einen schönen Start ins neue Jahr, ein bisschen auszumisten – und vor allem: bereits fest stehende Termine und Ferienzeiten in den Familienkalender und meinen Roten Faden einzutragen. Und natürlich stöbere ich dabei auch immer durch die Kalender des fast vergangenen Jahres und ziehe ein kleines persönliches Resümée.

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Ich bin nicht besonders gut darin, solche Resümées in wohlklingende Worte zu verpacken. Das liegt daran, dass ich bei so einem Rückblick zu allererst immer die Sachen sehe, die nicht geklappt haben, oder die hätten besser laufen können. Wenn ich über 2015 nachdenke, kommt mir als erstes in den Sinn, dass ich immer zu wenig Zeit hatte. Vor allem für meine Kinder, die mich besonders im Sommer als eine dauergestresste, ständig überreizte Mutter mit superkurzer Zündschnur kennenlernten. Zu wenig Zeit zum Arbeiten, weswegen ich nicht selten bis spät in die Nacht gearbeitet habe, und weswegen die gesamten 3 Wochen Sommerurlaub des Mannes dafür draufgingen, mir den Rücken freizuhalten, damit ich meine Aufträge schaffe. Monatelang habe ich auch die Wochenenden durchgearbeitet. Die Rechnung ließ nicht lange auf sich warten: Mitte November bekam ich Rückenschmerzen (Bandscheibe, Ischias beidseitig), die so stark waren, dass ich den Mann verfrüht aus seinem wohlverdienten Urlaub zurückholen musste. Und die, wenn sie auch etwas besser geworden sind, bis jetzt andauern. Meine Rückenprobleme sind auch der Grund, warum ich dieses Mal Arbeit aus dem Alten mit ins Neue Jahr hinübernehmen muss: Die Erinnerungsquilts für zwei Schwestern werden erst 2016 fertig. Überhaupt habe ich das ganze Jahr über zu wenig auf mich geachtet; mich gesundheitlich zu sehr ausgebeutet und bin zu stark von meinen persönlichen Ernährungsbedürfnissen abgewichen. Ich hatte zu wenig Zeit und Aufmerksamkeit für viele Menschen, die mir eigentlich wichtig sind. Habe kein einziges Willkommenspäckchen für die Babys von Freundinnen zu schicken geschafft, und Geburtstagsgrüße oft nur noch im letzten Moment, und auch nur virtuell hingekriegt, wenn überhaupt. Ein geplanter Quilt-Kurs musste wegen zu weniger Anmeldungen abgesagt werden. Worüber ich einerseits erleichtert war, weil ich zu der Zeit so viel zu tun hatte, dass ich den Kurs nicht meinen Ansprüchen entsprechend hätte vorbereiten können – und andererseits hat es mich doch ein bisschen gewurmt.Auch hätte dieses Jahr bereits das erste eBook rauskommen sollen. Es ist beim Konjunktiv geblieben.

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Aber dann sind da eben Alltagshelfer aus dem vergangenen Jahr, die neben ganz viel persönlichem und privatem Zeug auch ganz gut dokmentieren, was dann doch alles so bei ringelmiez passiert ist. Wenn ich meine Kalender, Auftragsbücher, mein Blog und meine Fotos durchgucke, staune ich doch ganz schön, was ich alles geschafft und gemacht habe.

Und da wird dann schnell deutlich, dass 2015 ein tolles Jahr für Ringelmiez war. Was sich im 2014 bereits ankündigte, setzte sich in diesem Jahr fort: Ringelmiez ist mein Hauptjob geworden, den ich jetzt, wo ich nicht mehr schwanger sein werde die Kinder etwas größer und ein ganzes Stück selbstständiger sind, immer mehr als solchen Ausüben kann. Die Erkenntnis, dass ich mit meinem kleinen Label tatsächlich einen Lebensunterhalt verdienen kann, hat mich dieses Jahr sehr glücklich gemacht und war meine Triebfeder für viele Pläne und Zukunftsaussichten.
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Natürlich habe ich auch dieses Jahr wieder einige Quilts genäht. Mein größtes  Nährojekt war aber die Stricknadelrollen-Sammelbestellung, die mich am Ende mit 125 bestellten Exemplaren völlig vom Hocker riss, mich über Monate beschäftigt hielt und mich auf neue Ideen für die Zukunft von Ringelmiez brachte.

Beinahe hätte ich mir dieses Jahr einen ganz großen Traum erfüllt und mir ein eigenes Atelier gemietet. Lage, Größe, Mietpreis und alles: perfekt! Aber dann bekamen wir leider keinen Kindergartenplatz fürs Mädchen, und so lange wir den nicht haben, ist die Arbeit in einem Atelier leider eher utopisch.

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Dieses Jahr sind 4 (VIER!) Bücher von oder mit mir erschienen; und ich habe an zwei weiteren Büchern gearbeitet, die nächstes Jahr erscheinen werden. Ich habe Tutorials für große Webseiten wie das SnaplyMagazin oder AllesFürSelbermacher geschrieben, und habe einige kleine Tutorials für euch auf meinem Blog geschrieben. Ich war in der Sabrina Nähen  veröffentlicht und habe am Jahresende für ein noch geheimes Projekt mit einem Marktführer im DIY-Bereich zusammengearbeitet.

Zusammen mit meiner Grafikerin habe ich dieses Jahr die Handarbeits-Bullshit-Bingo-Karten und die Ringelmiez-Sockenstricktabelle  entworfen (beides erhältlich in meinem Dawanda-Shop), die sich beide noch immer reger Beliebtheit erfreuen.

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Mit Jasna zusammen habe ich darüber geschrieben, weshalb man seinem Kind besser kein Indianerkostüm kauft oder näht – was fast genau so viel Zustimmung und nachdenkliches Interesse hervorrief, wie es Ablehnung und offenen Hass provozierte.

Bis irgendwann Mitte des Jahres habe ich euch noch regelmäßig samstags mit einem Rezept der Woche versorgt – was ich dann einfach nicht mehr schaffte. Dafür habe ich aber die „Links zum Wochenende“ jeden Freitag tapfer hingekriegt – was nach wie vor eine der beliebtesten Rubriken auf meinem Blog ist.

A propos Blog: Meine Leser*innenzahl hat sich auf etwas über 60.000 unique visitors im Monat hochgepegelt, was für mich eine echt beachtliche Zahl ist. 2000 Leser*innen täglich, das sind schon echt ein paar viele! Vielen Dank an euch, fürs Lesen, Mitdiskutieren, Kommentieren, fürs Dasein und Unterstützen und an mich Glauben – und für all die vielen tollen Mails, Postkarten, Päckchen, die mich unterm Jahr von euch erreichen. Ich freue mich über jede einzelne Zusendung, schaffe es aber leider längst nicht mehr, jede zu beantworten oder mich zu bedanken (noch so ein Ding, das mich wurmt).
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Für 2016 wünsche ich mir, dass es genau so gut weitergeht – aber etwas strukturierter und fokussierter. Ich wünsche mir Gesundheit, eine bessere Work-Life-Balance und mehr Zeit für und mit Menschen, die mir wichtig sind. Und ich wünsche mir, dass ihr mir als meine tollen, treuen Leser*innen erhalten bleibt und wir gemeinsam ein buntes, kreatives und schönes 2016 haben werden. Euch allen einen guten Rutsch!

 

 

 

9 Kommentare

  1. Margit
    Am 31.12.2015 um 13:07:24 Uhr [Link]

    … und wir lesen gerne weiter mit!
    Aber Gesundheit und Familie müssen immer Vorrang haben! Versprochen?!
    Alles Gute für dich und achte mehr auf dich, man hat nur dieses eine Leben!
    Margit

  2. Frau Jule
    Am 31.12.2015 um 14:19:10 Uhr [Link]

    yayay ella! du bist der wahnsinn! ich wünsche dir, dass du im nöchsten jahr besser auf die dinge hören kannst, die dein körper dir dieses jahr schon signalisiert hat. sicherlich nicht das einfachste für eine, die selbständig arbeitet. ich freue mich aufs nächste jahr mit dir und deinen einblicken, die du uns gewährst! komm gut rüber und bleib gesund!
    liebst,
    jule*

  3. AnnJ
    Am 31.12.2015 um 15:57:45 Uhr [Link]

    Und schon wieder so inspirierende Näharbeiten-Fotos *seufz* Deine Quilts sind so toll!
    Ich schließe mich Margit an: Ich lese auf jeden Fall gerne weiter mit.
    Alles Liebe und Gute auch von mir
    AnnJ

  4. Steffi
    Am 31.12.2015 um 17:12:18 Uhr [Link]

    Liebe Ella,
    alles Gute für dich und deine Familie! Schön, dass es dich gibt. Du bist eine Bereicherung. Gib gut auf dich acht, ja?
    Steffi

  5. Eva
    Am 31.12.2015 um 22:17:47 Uhr [Link]

    Liebe Ella,
    ich lese hier schon lange und gern.
    Ich mag, dass ich hier immer gegensätzliche oder irgendwie andere Ansichten finde. Das finde ich heutzutage so wichtig in unserer glatten Welt.
    zum Beispiel habe ich vorher noch nie über das Indianer Thema nachgedacht, und musste Dir echt Recht geben.
    Bleib genau so!
    Liebe Grüße und ein erquickendes 2016 !
    Eva

  6. Sybille
    Am 01.01.2016 um 10:13:08 Uhr [Link]

    Happy 2016!
    Ich habe es heuer nicht mal für einen Rückblick geschafft, irgendwie war ich zu faul dafür… ;)
    Deine Wünsche an das neue Jahr sind meinen sehr ähnlich, dieselben Prioritäten – Gesundheit, Balance, Zeit. Ich werde also weiterhin regelmäßig hier mitlesen und vielleicht die eine oder andere Anregung dazu mitnehmen, und natürlich auch zu den vielen interessanten Themen, über die du schreibst.
    Mit besten Grüßen und Wünschen für das Neue Jahr,
    Sybille

  7. Susanne
    Am 01.01.2016 um 14:18:50 Uhr [Link]

    Hut ab für das Geleistete und alles erdenklich Gute für das kommende Jahr!

    Susanne
    (sonst ganz stille Mitleserin)

  8. Mona
    Am 01.01.2016 um 20:21:55 Uhr [Link]

    Liebe Ella,

    irgendwann in den letzten Wochen bin ich über deinen Instagram-Account gestolpert und direkt hängengelieben. Heute nun habe ich es endlich auf dein Blog geschafft und mich erneut festgelesen. Ich finde es wunderbar, zwischen den unzähligen Handarbeitsblogs einen gefunden zu haben, der politisch ist. Als Feministin (die das leider viel zu wenig auf dem eigenen Handarbeitsblog einbringt) fühle ich mich in der deutschsprachigen Handarbeitsszene oft etwas unwohl. Ich werde nun öfter hier bei dir vorbeischauen und freue mich auf deine Artikel.

    Ich wünsche dir für 2016 Gesundheit, Kraft, viel Selbstfürsorge, guten Schlaf und alles Gute!

    Liebe Grüße,
    Mona

  9. Karin
    Am 02.01.2016 um 22:59:43 Uhr [Link]

    Du kannst mächtig stolz auf dich sein! Ganz viel Kraft und viel Freude für das kommende Jahr. Und Muttis dürfen auch mal eine kurze Zündschnur haben! Dieser Ausdruck hat mich amüsiert, litt ich doch auch oft unter diesem Syndrom. Als etwas andere Mutter mit etwas anderen Kindern läuft vieles etwas anders. Meine inzwischen großen Kinder haben mir voll und ganz verziehen, bzw. wissen manchmal, wenn ich sie nachträglich um Verzeihung bitte, gar nicht was ich eigentlich von ihnen will.
    Mit vielen Grüßen, Karin

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