Links zum Wochenende: Rabenmütter und Superpapas, wenn deine Periode eine Person wäre, Spätabtreibung bei Behinderung u.a.

Jeden Freitag zeige ich euch hier, was mir in letzter Zeit im Internet so interessantes vor die Füße geschwemmt wurde. Thematisch völlig durchmischt, aber immer mehr oder weniger stark politisch geprägt.

Schon ein bisschen älter, ärgert mich aber immer noch: Manuela Schwesig bekommt kritische Reaktionen, wenn sie als Ministerin Elternzeit nimmt, bei Sigmar Gabriel ist es sämtlichen Nachrichtenseiten eine eigene Meldung wert, wenn er mal zuhause bleibt, um sein krankes Töchterchen zu pflegen. Manuela Schwesig ist entweder die Rabenmutter oder die unzuverlässige, schlecht erreichbare Ministerin; Gabriel wird zum Superpapa stilisiert.

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Immer noch und immer wieder ein Thema für mich: Den Wert und den Preis für meine Arbeit festlegen. Es ist nach wie vor schwierig, von meiner Arbeit leben zu wollen und gleichzeitig Preise festzulegen, die sich genügend Leute leisten können und wollen. Inspirationen dazu höre ich mir immer gerne an.

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Wie wäre es, wenn deine Menstruation ein Mensch wäre? Dieses Video trifft es ganz gut auf den Punkt:

Wenigstens ein bisschen schöner geht menstruieren übrigens mit einer Menstasse. Habe ich hier mal drüber geschrieben.

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Trisomie 21 gilt in den Medien als eine Art „Prototyp“, wenn es um Behinderung geht. Seit man mehr über diesen Gendefekt weiß und betroffene Menschen besser gefördert werden, häufen sich die Meldungen über Menschen, die „trotz“ ihrer Trisomie 21 Abitur gemacht haben, studieren, Model oder Restaurantbesitzer wurden. Menschen und vor allem Kinder mit dieser Behinderung fungieren in vielen netten facebook-Videos und mutmachenden Zeitungsartikeln als Sympathieträger und „Vermittler“ für einen positiven Umgang mit Behinderung; treiben vielen Menschen Rührungstränchen in die Augen. Und doch werden nach wie vor neun von Zehn Föten mit diagnostizierter Trisomie 21 werden abgetrieben. Über die Gründe wird viel spekuliert und viel verurteilt, aber wenig gesprochen. „24 Wochen“ heißt ein Film, der auf der Berlinale Premiere feierte und schon jetzt für reichlich Diskussionsstoff sorgt:

Mehr dazu bei SpOn. Ich bin sehr gespannt, diesen Film selbst sehen zu können.

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Ein Beruf, den ich mir sehr gut für mich vorstellen kann: Sterbebegleiterin. Sterbenden Menschen und deren Familien während der letzten Monate, Wochen, Tage, Stunden zur Seite stehen und bei einen würde- und respektvollen Abschied helfen. Würde ich sehr gerne machen. Neben all der Trauer, Wut, Verzweiflung, Beschissenheit, die der Tod hervorruft, finde ich ihn auf eine andere Art sehr spannend, lehrreich und oft sogar fruchtbar. Was mich immer wieder beeindruckt, ist wie Kinder mit dem Tod umgehen – wenn man sie lässt. Diesen Text (und das ganze Blog) dazu las ich gern.

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Eine volle Woche geht zu Ende; ein volles Wochenende liegt vor mir. Ich hechle und rotiere irgendwie von einer Woche zur nächsten.  Macht es euch schön und lasst es euch gut gehen!

2 Kommentare

  1. Barfuss auf Lego
    Am 19.02.2016 um 11:46:05 Uhr [Link]

    ich empfinde meine menstruation überhaupt nicht so wie im video gezeigt. im gegenteil: ich freue mich auf und über sie. schade, dass mit solchen videos wieder einmal das bild von der schrecklichen periode, die nur weh tut und stört und uns zu monstern macht, zementiert wird.

  2. Anna
    Am 19.02.2016 um 15:30:21 Uhr [Link]

    Dieser Artikel, der vor nicht allzu langer Zeit im ZEIT Magazin zum Thema Sterbebegleitung erschienen ist, hat mich ebenfalls tief berührt:

    http://www.zeit.de/zeit-magazin/2015/35/sterben-ausbildung-sterbebegleitung

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