Links zum Wochenende: gender pricing, jede*r von uns hält 60 Sklaven, #EqualCareDay, 2000 Murmeln.

Jeden Freitag zeige ich euch hier, was mir in letzter Zeit im Internet so interessantes vor die Füße geschwemmt wurde. Thematisch völlig durchmischt, aber immer mehr oder weniger stark politisch geprägt.

Habt ihr schonmal von gender pricing gehört? Damit wird das Phänomen bezeichnet, dass die „Frauenversion“ eines Produktes meistens deutlich mehr kostet, als die „Männerversion“. Mittlerweile ist bewiesen: Frauen zahlen für Produkte des alltäglichen Bedarfs mehr als Männer.

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Nachhaltiger Lebensstil und Minimalismus sind gerade total im Trend. Bei Dingen, die für viele Menschen bittere Notwendigkeit sind (weil sie z.B. in prekären Verhältnissen leben), und für die anderen ein Lifestyle Trend, bin ich immer sehr zwiegespalten: Unterm Strich ist es ja irgendwie gut, wenn solche wichtigen Sachen bei einer großen Menge an Leuten ankommen; andererseits habe ich oft den Eindruck, viele wissen gar nicht, worum es wirklich geht. Eins dieser Dinge, von dem ich finde, dass jede*r sich bei seinem alltäglichen Konsum bewusst sein sollte ist die Tatsache, dass der Wohlstand, den wir hier tagtäglich genießen, nur möglich ist, weil er auf dem Rücken der sowieso schon ärmsten Menschen der Welt ausgetragen wird. Jede*r von uns hält sich durchschnittlich 60 Sklaven.

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Immer noch wird der Hauptanteil der Zuständigkeit für die Kinder in einer Familie der Frau zugeschrieben. Noch eindeutiger ist das, wenn man ein Kind mit Behinderung zu versorgen hat: Da scheint es absolut common sense, dass Hauptpflege- und Bezugsperson immer die Mutter ist, die selbstverständlich auch ihren Beruf aufgibt, um für das Kind da zu sein. Während für Mütter nicht behinderter Kinder momentan das Ideal der „working mom“ gilt, wird man Mutter eines behinderten Kindes im Handumdrehen zur „Rabenmutter“, wenn man sich und sein Leben nicht vollständig der Care Arbeit rund um den Pflegebedürftigen Nachwuchs hingibt. Väter tauchen in dieser Gedankenwelt nicht auf. Nicht in Arztgesprächen, nicht im Klinikalltag, nicht in der Familienorganisation zuhause. Mareice hat zum Equal Care Day einen sehr schönen Artikel für das Missy Magazin dazu geschrieben.

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Warum es so schön ist, in Freiburg zu leben? Darum.

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Und zum Schluss noch was zum Staunen: Eine Maschine macht Musik mit 2000 Murmeln.

 Soviel für heute, vor mir liegt ein weiteres volles Wochenende, an dem ich wohl ganz schön am Kopf frieren werde – die Haare sind ab! Macht euch eine gute Zeit!

2 Kommentare

  1. Isabel
    Am 04.03.2016 um 16:15:18 Uhr [Link]

    Hallo Ella,

    kann es sein, dass du im zweiten Beitrag den Link vergessen hast? Ich sehe da zumindest keinen.

    LG, Isabel

    • ella
      Am 04.03.2016 um 16:50:06 Uhr [Link]

      Danke für den Hinweis! Habs nachgetragen!

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