#12von12 im April: Ein bunter Frühlingstag.

#12von12 ist jeden Monat mein Lieblingsspiel: Am jeweils 12ten des Monats macht man im Tagesverlauf 12 Fotos – und jedes Mal kommen ganz unterschiedliche Alltags- oder auch nicht so alltägliche Geschichten dabei raus. Jedes Mal wieder interessant!

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Bei uns ist heute ein ganz normaler Dienstag. Das heißt, der große geht in die Schule, der Mittlere und das Mädchen in den Kindergarten. In den ersten anderthalb Stunden des Tages bleibt zwischen wecken, Frühstück machen, duschen, wickeln, Vesperboxen packen, Streit schlichten, zur Eile antreiben, Sachen packen, spielen und Bekleidungsdiskussionen keine Zeit für Fotos. Das erste knipse ich, als ich mit dem Mädchen an der Straße stehe und wir zusammen auf das Kindergarten-Taxi warten. Das Mädchen hüpft und klatscht schon vor Freude, wenn sie den Bus nur sieht. Sie liebt ihren Kindergarten, es geht ihr so gut da und ich bin sehr froh, dass wir einen Platz in dieser Einrichtung bekommen haben. Die Jungs warten noch mit, bis der Mann sie aufpickt und sie mit den Rädern zur Schule bzw. zum Kindergarten des kleinen Sohns fahren.

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Wenn der Kindergartenbus um die Ecke biegt, liegt ein komplett kinderfreier Vormittag vor mir. Daran habe ich mich noch immer nicht ganz gewöhnt. 5,5 Stunden ganz alleine. Fühlt sich nach über 7 Jahren, in denen ich immer mindestens ein Kind zuhause hatte, total abgefahren an. Auch noch nach 1,5 Monaten, die das Mädchen jetzt schon alleine in den Kindergarten geht. Ich sortiere Post, überweise Rechnungen, beantworte Mails, trage Termine ein. Und finde in meinem Taschenbegleiter ein Zitat, das ich neulich irgendwo las und abschreiben musste. Danach steht ein bisschen Arbeit an – unter der Maschine befindet sich bereits das zweite Quilt Top für den zweiten der beiden Schwestern-Quilts.

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Anschließend mache ich mich ein bisschen stadtfein – heute ganz in grau, schwarz und petrol (und mit einer Kette von frau sieben). Ich kann mir einfach eine Tasche umhängen und das Haus verlassen – ohne Rehabuggy, ohne Essen, Windeln oder sonstiges Unterwegs-Equipment; ich kann jede Bahn nehmen, egal ob sie ein Niederflur-Abteil hat, oder nicht. Ich kann hingehen, wo ich will, ohne auf Kinderfreundlichkeit oder Kinderlaunen achten zu müssen. Wie lange es wohl noch dauert, bis ich mich daran wieder gewöhnt habe?

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Auf dem weg zur Straßenbahnhaltestelle rette ich einen Regenwurm vom Fußweg ins feuchte Gras. Mein Ziel ist der Quilt Star, wo ich schon viel zu lange nicht mehr war. Ich bin auf der Suche nach Stoffen mit coolen pattern repeats für meinen LaPassacaglia-Quilt (dazu bald mehr). Und natürlich werde ich fündig. Ich liebe diesen Laden!

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Anschließend muss ich noch in die Drogerie, zum Bäcker, und wenn ich schonmal alleine in der Stadt bin, natürlich auch Sushi essen. Als ich den Laden 10 Minuten vor Öffnungszeit betrete, ist das Running Sushi noch ziemlich leer. So sieht es sonst nur aus, nachdem ich da gegessen habe. Okay, nicht ganz.

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Kaum wieder zuhause angekommen, klingelt der Heizungsmonteur. Ich hatte total vergessen, dass der heute alle Heizungs…ablese….dings…kästchen umprogrammieren wollte. Glück gehabt! Es kniet minutenlang vor unserer schlafenden Minzekatze und krault sie, und erzählt mir von seiner 18 Jahre alten Katze, die dann leider gestorben ist, was ihn immer noch sehr traurig macht. Ich erzähle ihm von all den Katzen im Tierheim und setze ihm so vielleicht einen Floh ins Ohr.

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Um kurz nach zwei kommt das Mädchen aus dem Kindergarten wieder. Heute war sie zum allerersten Mal in der Reittherapie, worum ich sie hart beneide. Anscheinend hat es ihr super gefallen; sie kommt immer glücklich strahlend aus dem Kindergarten wieder, aber heute war sie ganz besonders gut drauf.

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Ich mache den Kindern einen Snack zum Mittagessen, danach gibt es Schokocroissants für alle. Nachmittags produziere ich ein Tutorial und arbeite an den Schwesternquilts weiter, telefoniere mit Lektorin, Näherei und anderen Eltern, während das Mädchen schläft und die Kinder malen. Der Kater bringt eine Maus, was insofern noch immer eine Attrraktion ist, da er seine Beute immer noch halb lebendig anschleppt. Sie zappelt noch und manchmal fiept das arme Vieh, während der Kater es dann verspeist…urgs. Und dann sind 12 Fotos plötzlich schon voll und der Rest des Tages passt nicht mehr in das Format dieses Mems. Andere 12von12s, vielleicht auch von Menschen, vielleicht auch von Menschen, die sparsamer mit ihren 12 Fotos umgegangen sind und den Tag bis in den Abend hinein dokumentiert haben, gibt es, wie jedes Mal, bei Caro von draußennurkännchen zu sehen.

 

3 Kommentare

  1. Martina
    Am 12.04.2016 um 17:43:02 Uhr [Link]

    Unser Kater kann direkt von der Wohnung aus in den Garten und raus, und hat uns in 1 1/2 Jahren in denen er raus kann noch nie ein Tier gebracht (zum Glück). Er war aber vorher eine Wohnungskatze.
    Er hinterlässt uns nur braune Geschenke im Garten…
    Ab Herbst geht mein zweijähriger Sohn in die Krabbelstube und dann hab ich einen Wochentag ohne Arbeit und ohne Kind- ich freu mich schon sehr!

  2. Ramona
    Am 12.04.2016 um 20:54:02 Uhr [Link]

    Ist das eine Art Kommunikationsbuch, was ihr täglich hin- und her reicht zwischen Familie und Kindergarten? 5,5 h kinderfrei sind echt abgefahren!

    • ella
      Am 13.04.2016 um 08:57:22 Uhr [Link]

      Genau; dadurch, dass die Kinder ja mit dem Bus geholt und gebracht werden, sieht man die Erzieher*innen nur selten und es gibt dieses Kommunikationsbuch, in das beide Seiten täglich ein paar Sätze schreiben, was im KiGa bzw zu Hause so los war…

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