Links zum Wochenende: Das Internet macht dick, Yes all Wampen, die geheime Welt der Babys

Jeden Freitag zeige ich euch hier, was mir in letzter Zeit im Internet so interessantes vor die Füße geschwemmt wurde. Thematisch völlig durchmischt, aber immer mehr oder weniger stark politisch geprägt.

Endlich, endlich habe ich mal wieder Links zum Wochenende für euch! Dieses Jahr ist einfach verrückt und voll und alles überschlägt sich dauernd und immer wieder. Momentan bin ich ein bisschen gefangen in einer nicht enden wollenden Dauerschleife aus Pfingstferien (die beim großen Sohn 3 Wochen dauern), entsprechend 3 Kindern, die beschäftigt werden wollen, einem sich immer weiter drehenden Krankheitskarussell, und einem immer weiter wachsenden Berg an Arbeit. Ziemlich anstrengend, aber immerhin sehe ich ganz langsam schon wieder ein bisschen Land am Horizont…In der Zwischenzeit hatte ich immerhin genug Gelegenheit, ein paar schöne Links für euch zu sammeln.

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Drei Wochen ist die Republica nun her, und ein paar der Sessions habe ich mir schon als Videos angeguckt. Große Favoritin dabei ist Journelle mit ihrem Talk „Das Internet hat mich dick gemacht“, in dem es darum geht, warum dick sein eigentlich allgemein als so schlecht und schlimm gilt, welche Halbwahrheiten und Mythen sich um das Thema Übergewicht ranken und weshalb Dicksein eigentlich total in Ordnung ist. Sehr gerne geguckt!

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Passend dazu: Das Yes-All-Wampen-Manifest des Missy Magazins. Mit den langsam steigenden Temperaturen steigen die Ermahnungen der Fitnesstrainer*innen im Gym, dass es ja nun auf den Sommer und die Bikinizeit zugehe und „ihr wisst ja, was das heißt!“. Mir geht dieser Spruch und diese ganze Haltung so dermaßen auf den Keks, dass ich beim nächsten mal sehr laut und gut hörbar antworten werde: „Das heißt, dass man endlich einen Bikini anziehen darf, und zwar egal, welches Gewicht, welche Figur oder wieviel Cellulite man hat!“ Einziger Punkt in diesem Manifest, mit dem ich nicht einverstanden bin: Punkt 10. Ich denke, es ist durchaus sinnvoll, zumindest ein Grundwissen über Ernährung zu haben, und auch das kann Spaß machen, ohne gleich pathologisch werden zu müssen.

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Gerne gelesen: Über den langen Weg zu sich selbst eines jungen Transmannes.

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Ein wunderschöner Film über die Geheime Welt der Babys – wie sie die Welt wahrnehmen, wie sie sich entwickeln, und wie viel in ihren kleinen Köpfen schon vorgeht.

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Und zum Schluss: Ein schönes, kleines Filmchen, in dem Programiererinnen die gängisten Vorurteile gegen Programmiererinnen auf die Schippe nehmen.

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Das war’s für heute – ich hoffe, ihr habt alle ein schönes, langes Wochenende, gutes Wetter und gute Laune!

10 Kommentare

  1. B. Cottin
    Am 27.05.2016 um 11:02:53 Uhr [Link]

    Und warum muss es immer Bikini sein?

  2. irka
    Am 27.05.2016 um 14:16:34 Uhr [Link]

    Wieder eine spannende Mischung.

    Zu dem Missy-Artikel: Punkt 10 lese ich anders. Ich denke permanent über Essen und ans Essen, ob und wieviel oder ob nicht, Hunger oder nicht, Essenpläne, einkäufe, Planung, Gelegenheiten wenn unterwegs etc. Ich denke, dass das gemeint ist. Nicht das Sammeln von Informationen über Ernährung, sondern dieses Gedankenkarusell: wann esse ich wo was und wieviel und wann „darf“/“darf nicht“ ich wieder… Das abzustellen ist, wenn es gelingt, ein guter großartiger Schritt…

    LG irka

    • ella
      Am 27.05.2016 um 19:59:16 Uhr [Link]

      Ja, das könnte natürlich sein, dann ist es etwas missverständlich ausgedrückt. Aber eben dieses intuitive Essen ist für viele gar nicht so leicht; ich zumindest finde das sehr schwer. Und es fällt mit deutlich leichter, mich so zu ernähren, wie es mir gut tut, wenn ich ganz genau weiß, was ich brauche, was wo drin ist, und wieviel ich pro Mahlzeit und über den Tag verteilt insgesamt so essen kann – bzw. auch tracke, wieviel ich tatsächlich esse. Tue ich das nicht, rutsche ich immer wieder in Essverhalten ab, das mir nicht gut tut.

  3. Gaby
    Am 27.05.2016 um 15:26:54 Uhr [Link]

    Vieles, was in diesem Manifest steht, ist wahr wahr wahr.
    Aber einige Punkte halte ich persönlich einfach für ziemlichen Quatsch. Wer schon mal mit deutlich überhöhtem Gewicht joggen gegangen ist, der weiß, wie das auf die Gelenke gehen kann. Fitsein ist extrem schwierig mit einem BMI von über 40. Wer Gegenteiliges behauptet hat das selbst noch nicht probiert. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass auch das Basketballspielen sehr viel besser ging, als ich endlich wieder schnell laufen konnte. Und das wiederum ging erst, als – s.o.
    Ein Basiswissen über Ernährung sollte vorhanden sein. Das hat nichts mit Dick- oder Dünnsein zu tun, sondern mit Gesundheit.

    Wer jemals 40 kg Übergewicht hatte, sollte wissen, was das mit Rücken, Knie, Füße und und und macht. Und wer schon mal versucht hat, zu halbwegs erschwinglichen Preisen halbwegs schöne Kleidung zu kaufen, um nicht dauernd Blümchentunikas tragen zu müssen…
    Diese Vermischung von „gegen das gängige Schönheitsideal“ und „Dicksein ist kein Problem“ nervt mich gewaltig.
    Dicksein kann ein großes Problem sein. Völlig unabhängig vom eigenen Selbstbewusstsein und von „Schönsein“.

    • ella
      Am 27.05.2016 um 16:32:20 Uhr [Link]

      Was fit sein mit deutlichem Übergewicht (meines lag zu Beginn meiner Abnehmreise bei 65 Kilo, wenn man vom BMI ausgeht, aber zum BMI sage ich gleich noch was) angeht, ist meine persönliche Erfahrung ähnlich – das Allermeiste war sehr anstrengend bis unmöglich. Allerdings war ich z.B. auch mit diesem hohen Übergewicht im Pilates und Rückenkurs deutlich beweglicher und dehnbarer als viele der schlanken Kursteilnehmer*innen. Und es gibt tatsächlich leute, die mit einem solchen Übergewicht deutlich fitter sind, als ich es war. Ragen Chastain aka Dances with fat (https://danceswithfat.wordpress.com/) zum Beispiel. jetzt habe ich schon über 20 Kilo abgenommen, habe aber immer noch einen BMI von knapp 40 und bin damit immer noch stark Übergewichtig – aber durch das regelmäßige Training der letzten Monate stecke ich mittlerweile wirklich einige schlanke Personen in die Tasche, vor allem beim Krafttraining, manchmal aber sogar auch beim Ausdauertraining auf dem Crosstrainer – auch wenn ich „in echt joggen“ immer noch nicht kann. Zum Schluss wollte ich noch anmerken, dass der BMI schlicht veralteter Quatsch ist. Leider gilt er in vielen Bereichen (Medizin, Krankenkasse, Bewerbungen zb für Polizei oder Verbeamtung) immer noch als ausschlaggebender Indikator, aber er setzt nur das Körpergewicht ins Verhältnis zur Körpergröße und nimmt zum Beispiel überhaupt keine Rücksicht auf den Körperfettanteil oder den Muskelanteil. Schlanke Menschen mit hohem Muskelanteil wiegen oft 10-15 Kilo mehr, weil Muskeln schwerer sind als Fett. Und gelten damit laut BMI als übergewichtig; obwohl sie schlank und topfit sind. Eine Karriere bei der Polizei zB fällt damit dann ins Wasser, und eine durchtrainierte, fitte Person wird abgelehnt, während eine weniger trainierte mit höherem Körperfettanteil durchgewunken wird, weil da der BMI halt stimmt. Ich habe mehrere solcher Fälle im Bekanntenkreis, und auch im verlinkten Talk von Journelle gibt es was Interessantes dazu zu hören.

  4. gaby
    Am 27.05.2016 um 17:33:13 Uhr [Link]

    Same here. Ich habe immer Sport gemacht, egal mit welchem Gewicht. Ich schwimme schneller als die meisten Frauen meines Alters, mit denen ich mal im Schwimmbad war, auch wenn die halb so viel wiegen wie ich. Weil ich es seit dreißig Jahren jede Woche trainiere. Ich habe keinerlei Probleme beim Pilates und Yoga mit meinem Gewicht, ich habe gut trainierte Muskeln und bin für mein Alter ziemlich gelenkig. Ich habe in meinem Sportkurs noch nie das Gefühl gehabt, ich könnte nicht das, was die schlanken Frauen können.
    Seit ich weniger wiege merke ich aber, dass einige Dinge plötzlich leichter werden. Treppensteigen z.B., einfach, weil ich nicht mehr so viel Gewicht transportieren muss. Und das mit dem Joggen ist ziemlich faszinierend, ging 15 Jahre gar nicht, gab immer sofort Knieprobleme – und geht jetzt einfach so.
    Auch Dauerschmerzen in den Füßen sind plötzlich weg. Einfach weg. Laufen tut nicht mehr weh.
    Insofern finde ich diese Fett-ist-kein-Problem,lerne-Dich-einfach-lieben Sachen ein bisschen zwiespältig.
    Ich habe ein bisschen überlegt, ob ich das mit dem BMI schreiben soll, habe es aber getan, weil „40 kg Übergewicht“ z.B. ja auch ein relativer Wert ist. Der sich ja auch an irgendetwas orientiert. Insofern finde ich den BMI als Richtwert gar nicht so doof, weil er eine viel weitere Spanne von „Normalgewicht“ vorgibt, als es das früher gab. Als ich Teenager war, war die Rechnung einfach: Körpergröße minus 100 minus 10%. Das wären bei einer Körpergröße von bei mir 1,65 m 58,5 kg. Jedes Kilo mehr habe ich damals als „zu viel“ empfunden. Das war ziemlich anstrengend.

    • ella
      Am 27.05.2016 um 19:54:34 Uhr [Link]

      Ja, klar ist man, wenn man 40 Kilo zuviel hat, egal ob nach BMI oder persönlichem Empfinden, wahrscheinlich eindeutig stark übergewichtig (wenn man nicht gerade ein von einer Essstörung geprägtes Selbstbild hat). Und klar braucht man in manchen Fällen (wie halt zB Bewerbungen, Krankenkasse etc.) irgendeinen Indikator, anhand dessen man zwecks Einordnung klare Grenzen ziehen kann. Und in vielen Fällen hat das mit dem BMI als Orientierung dann bestimmt auch hin. Aber in vielen halt auch nicht, und das ist dann doof. Mein Normalgewicht fängt zB bei 65 Kilo an, so wenig habe ich nicht mehr gewogen, seit ich ca. 15 war. Das kommt mir für mich für einen gesunden Körperbau einfach ca. 5-10 Kilo zu wenig vor (ich bin 1,64 m groß). Aber abgesehen davon geht es bei der Kritik am BMI und bei der fatacceptance- Bewegung ja vor allem darum, gegen die Pathologisierung und Stigmatisierung von Übergewicht anzugehen. Weil es eben nicht so ist, dass übergewichtige Menschen sich grundsätzlich immer schlecht ernähren, nicht gesund und total unglücklich mit ihrem Aussehen sind – wir beide sind ja die besten Beispiele dafür. Mein Arzt hat immer ein bisschen blöd geguckt, wenn mein Blutdruck wider Erwarten total super war, und ich in keiner Schwangerschaft Schwangerschaftsdiabetes entwickelt habe. Und es geht auch darum, dass auch dicke Menschen ein Recht haben, sich schön zu finden und sich so zu kleiden, wie sie sich wohl fühlen, auch bauchfrei und beinfrei und im Bikini. Wann irgendeine persönliche Grenze erreicht ist, entweder gesundheitlich oder wohlfühltechnisch, muss halt jede*r selbst entscheiden, aber ich finds eben doof, wenn einem das vorgeschrieben werden soll, ab welcher Zahl auf der Waage oder welchem BMI-Wert man sich nicht mehr gut finden darf oder es legitim sein soll, sich blöde Sprüche von anderen anhören zu müssen. Hast du dir den Talk von Journelle mal angeschaut? Der ist wirklich gut und sehr unterhaltsam :)

  5. nr
    Am 28.05.2016 um 21:00:05 Uhr [Link]

    Dachte, das könnte dich auch interessieren…

    http://www.goodhousekeeping.com/beauty/a34440/real-weight-loss-skin-photos-julia-kozerski/ (nicht die beste Seite, nicht der beste Artikel. Habe vor einigen Tagen einen besseren gelesen, aber kann ihn grad nicht finden)
    http://juliakozerski.com

    Ich finde es jedenfalls sehr eindrücklich, anregend (geistig).

  6. nika
    Am 29.05.2016 um 21:03:23 Uhr [Link]

    hi ella, ich bin gerade schon innerlich in die luft gehüpft weil ich sofort wusste welchen film du meinst und ich ihn vor längerer zeit in der mediathek verpasst habe. wie konntest du ihn jetzt sehen? wenn ich den link anklicke ist er nicht mehr verfügbar.
    liebe hoffnungsvolle grüße
    nika – die normalerweise nur still mitliest :)

  7. die Smileykiste
    Am 01.06.2016 um 21:00:07 Uhr [Link]

    Haha, das „why can’t girls code?“ ist echt gut. Meine Brüste sind mir auch immer im Weg, wenn ich programmieren will :D :D. Ist mir allerdings noch nie passiert, dass jemand in Frage gestellt hat, dass ich programmieren kann ;). Dass etwa die Hälfte der Studierenden in Mathe Frauen waren, erstaunt allerdings viele Leute. Kommt aber sicherlich auf die Uni an. =)

    Liebe Grüße

    die Smileykiste

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