CreaDienstag: Steine und Strandschätze mit Schnur einfassen

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Es gibt Handarbeitstechniken, die sterben einfach nie aus, und in einigen Fällen ist das sehr schade. Wenn ich zum Beispiel das Wort „Makramée“ höre, rollen sich mir sofort die Fußnägel auf, weil ich an grauslige geknüpfte Blumenampeln oder fürchterliche Eulen zum an-die-Wand-hängen denken muss, alles in kackbraun aus grobem Sisalseil und „verziert“ mit großen, glänzenden Holzperlen. Schlimm!

Dann begab es sich aber neulich, dass der kleine Sohn einen seiner Lieblings-Halbedelsteine unbedingt als Kette tragen können wollte. Der Stein war nicht gebohrt, Goldschmiedekunst beherrsche ich nicht, irgendwas drankleben widerstrebte mir. Also ging ich auf Pinterestsuche und fand wunderschöne Ketten, an denen Halbedelsteine eingefasst in einem Netz baumelten. Ich recherchierte weiter und fand heraus, wie das geht, und wenig später lernte ich auch, wie die Technik heißt, mit der man das macht: Makramée. Das war echt hart. Wie kann sowas Schönes nur diesen Namen tragen.

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Na gut, was tut man nicht alles für die liebe Brut. Alles für den Dackel, alles für den Club. So einen Stein einzufassen ist gar nicht schwer; die Basisanleitung dafür habe ich hier gefunden. Man kann dafür Perlgarn nehmen (normales Stickgarn eignet sich nicht, da sich die einzelnen Fädel zu sehr aufdröseln), oder Kumihimo-Flechtkordel, oder einfache Haushaltskordel, dünnes Häkelgarn, oder was man sonst gerade so da hat. Und wie das bei mir dann halt so ist: Wenn ich einmal mit einer Sache angefangen habe, dann muss ich gleich eintauchen und auch die besseren, schöneren komplizierteren Techniken noch lernen. Da mich eine fiebrige Erkältung letzte Woche sowieso ans Bett fesselte, hatte ich ausreichend Muße dazu.

IMG_20160503_091050Herausgekommen ist ein ganzes Sammelsurium eingefasster
Schätze, an denen ich verschiedene Makramée-Techniken ausprobiert habe. Denn natürlich kann man damit nicht nur Halbedelsteine in Ketten verwandeln, sondern fast alles, um das man irgendwie so ein Netz knüpfen kann. Ganz simple Steine können so zu kleinen Juwelen werden.

 

 

 

 

 

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Eingefasste Glasmurmeln mit einer Toddel ergeben ein schönes, kleines Geschenk für den nächsten Kindergeburtstag. Oder den Adventskalender. Und Strandglas! ich liebe vom Meer matt und weich geschliffenes Strandglas. Unregelmäßig geformte Stücke muss man auch gar nicht komplett einfassen, sondern man kann einfach die unteren 1 bis 2 Drittel frei lassen und mit der Einfassung erst weiter oben beginnen.

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Mit einer weiteren Makramée-Technik lassen sich auch flache Steine, Carbochons oder wie hier, Ammoniten einfassen. Die Knotentechnik am oberen Ende ist übrigens exakt die gleiche, die man zur Anfertigung von Freundschaftsarmbändern nimmt. Oder: Auch Freundschaftsbänder sind letztendlich nichts anderes als Makramée! Wir haben alle eine Makramée-Vergangenheit!

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Es geht auch ganz schlicht: Einfach nur ein Hühnergott aufgefädelt auf eine gezwirbelte Makraméeschnur und, mit Schieberchen ebenfalls in Makraméetechnik, einem variablen Verschluss.

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Wenn man die Schnüre zum einfassen lang genug macht, kann man direkt an den eingefassten Stein eine Kette anschließen. Das hier ist mein Lieblingsstück bisher: mit kleinen Perlchen, Spiralen, ein bisschen Klimbim und einem Verschluss, dessen türkis beperlte Enden sommerlich im Nacken baumeln.

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Und hier habe ich ein wenig experimentiert mit einem Weinbergschneckenhaus und kleinen Strandglas-Stückchen. Eine Idee, die ich vielleicht noch weiter ausbauen werde, mal sehen :)

Die ganz richtigen, echten Makraméeschnüre bestehen übrigens aus gewachstem Polyestergarn. Das wird in Brasilien hergestellt und ist in Deutschland nur schwierig zu vernünftigen Preisen zu bekommen. Ich habe mir hier welches bestellt und empfehle euch den kleinen Shop gerne weiter. Für manche Techniken ist dieses Garn, das man mit dem Feuerzeug verschmelzen kann, einfach superpraktisch bis unerlässlich.

Und zum Schluss noch das wichtigste: Die Tutorials! Ich habe mich vor allem an den youTube-Tutorials von artemanual und CLS Designs orientiert. Da man ja sieht was gemacht wird, geht das sogar auf spanisch ;)

 

Viel Spaß beim Knüpfen und ab damit zum CreaDienstag!

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Nachtrag: Ja, mit der Nutzung eines Fatima-Symbols in einem der Schmuckstücke hier ist mir leider kulturelle Aneignungs-Kackscheiße unterlaufen. Waaaah! I’m so sorry! Die Kette wird sofort morgen umgearbeitet.

 

 

 

 

Links zum Wochenende: Wenn dein*e Kolleg*in trans ist, Tattoos, Autismus, Behinderung.

Jeden Freitag zeige ich euch hier, was mir in letzter Zeit im Internet so interessantes vor die Füße geschwemmt wurde. Thematisch völlig durchmischt, aber immer mehr oder weniger stark politisch geprägt.

Stell dir vor, eine Kollegin oder ein Kollege auf deiner Arbeitsstelle schreibt eine Rundmail an alle, dass er oder sie transgeschlechtlich ist und ab sofort mit einem anderen Vornamen und einem anderen Pronomen angesprochen werden will. Was tun du und deine Kolleg*innen? Am allerbesten sowas wie das hier.

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Wusstet ihr, dass Autismus auch körperliche Symptome haben kann? Diesen Text einer Autistin darüber, wie sie lernte, mit ihren motorischen Schwierigkeiten zurecht zu kommen, fand ich sehr interessant zu lesen.

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Immer wieder kulturelle Aneignung: Diesmal im Zusammenhang mit Tattoos, und warum es vielleicht nicht so geil ist, sich einen Traumfänger oder ein Maori Motiv stechen zu lassen.

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Nicht mehr lange, dann gehen die Ringelmiez-Stricknadelrollen in die nächste Produktionsrunde – und zwar in einer integrativen Werkstatt, in der Menschen mit psychischen Erkrankungen arbeiten. Der Bericht des Deutschlandfunk über Etikettenschwindel und die heile Welt der Behindertenwerkstätten hat mich da natürlich sehr interessiert. Nachzuhören hier.

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Das war es für dieses Mal auch schon wieder – wie ihr sicherlich bemerkt habt, hapert es in den letzten Wochen etwas mit meiner Blogdisziplin, aber ich will versuchen, da wieder ein bisschen mehr Regelmäßigkeit reinzubringen. Vielleicht sehen wir uns schon morgen wieder! Habt ein schönes Wochenende!

 

Testbericht evematress: Über Rückenschmerzen, Übergewicht und wie meine Matratze mir hilft, wieder alltagstauglich zu werden.

Disclaimer: Bei diesem Testbericht muss ich gemäß des Telemediengesetzes deutlich machen, dass es sich um Werbung handelt, da ich das Produkt kostenfrei zur Verfügung gestellt bekam. Ich teste nur Dinge, die ich selbst gut finde und von denen ich glaube, dass sie auch für meine Leser*innen interessant sein könnten. Was ihr hier lest, gibt meine ehrliche, persönliche Meinung wieder. Wenn du das trotzdem doof findest, kannst du dich jetzt entscheiden, diesen Beitrag einfach nicht zu lesen.

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Etwas über drei Monate ist es nun her, dass ich euch von der Ankunft meiner neuen Matratze, einer eve matress, erzählt habe. Gut 100 Tage konnte ich sie nun ausführlich testen, und jetzt kann ich euch endlich berichten, wie ich sie denn so finde. Dafür muss ich einmal kurz ausholen:

Als ich die Matratze bekam, litt ich bereits seit über einem Monat an starken Rückenschmerzen. Seit etwa 13 Jahren habe ich Bandscheibenprobleme in der Lendenwirbelsäule, die immer mal wieder aufflackern, und nur dann vollständig verschwinden, wenn ich dauerhaft Kraftsport mache und insbesondere für eine starke Rückenmuskulatur sorge. Wenn ich Glück habe, tut es einfach nur ein paar Tage lang weg, wenn ich Pech habe, bin ich mehrere Tage lang praktisch bewegungsunfähig. So lang, wie diese letzte Rückenschmerz-Attacke, am Ende nämlich viele Monate, hat davor aber noch keine dieser Phasen gedauert. Als die eve hier ankam, war ich die meiste Zeit schon nicht mehr alltagstauglich – es ging entweder nur mit Schmerzspritzen, oder gar nicht, und dann musste ich mein Reich mit einer Wärmflasche im Rücken vom Sofa aus regieren. Ich konnte kaum 10 Minuten am Stück stehen, wodurch auch die einfachsten Alltagsdinge, etwa Vesperdosen packen oder Essen kochen, praktisch kaum noch möglich waren. Besonders schlimm für mich war, dass ich nicht mehr nähen konnte – auch auf meinem sehr teuren Spezial-Arbeitshocker nicht mehr.  Meine Rückenprobleme waren so langwierig und schwerwiegend, dass ich irgendwann beschloss, vorerst keine Custom Quilt -Aufträge mehr anzunehmen und wieder mit dem Sport anzufangen.

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Wenige Wochen davor, kurz vor Weihnachten, wurde meine eve geliefert, die mir ein denkbar willkommendes Geschenk war. Die eve verspricht auf ihrer Webseite nicht nur, „die beste Matratze der Welt“ zu sein, sondern auch, sich ganz besonders gut für Menschen mit Rückenproblemen zu eignen. Die Interessengemeinschaft für Rückenschullehrer (sic! Es muss natürlich Rückenschullehrer*innen heißen) wird markant zitiert mit den Worten:

“Als „Anwalt“* für den Menschen mit Rückenproblemen können wir bestätigen, dass eve den Rücken gesund erhält.”

(* auch hier: besser wäre „Anwalt*Anwältin“)

So weit, so schön –  das klingt ja vielversprechend, aber das tun letztendlich alle Werbeversprechen. Faktisch freute ich mich auf meine eve genau so sehr, wie ich Schiss hatte, dass durch sie alles schlimmer werden würde. Denn meine alte Matratze war relativ hart und ich kam seit über 10 Jahren ganz gut mit ihr klar – nur dass sie halt nach all der Zeit einfach doch durchgelegen war. Ich hatte Schiss, dass die eve zu weich wäre, dass sie nicht in der Lage wäre, mein enorm hohes Gewicht von damals noch 130 Kilo zu tragen, dass meine Wirbelsäule durchhängen würde und ich nach der ersten Nacht beim Versuch, aufzustehen gleich wieder zusammenkrachen und wie damals, beim ersten Bandscheibenvorfall, mit gelähmten Beinen und höllischen Schmerzen auf dem Boden liegen würde. Ich hatte gleichzeitig aber auch Hoffnung, dass die eve vielleicht tatsächlich so toll sein könnte, wie sie verspricht – um für beide Eventualitäten gerüstet zu sein, wurde die alte Matratze nicht weggeworfen, sondern eingelagert.

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Die eve wurde also geliefert, und ich begann zu testen. Meine Ersten Eindrücke waren: „Boah, ist die dick! Und schwer!“ Und „Oh Mist, die ist vielleicht doch ziemlich weich“…und: „Hm, angenehm riechen tut sie nicht gerade“. Auf den ersten Blick machte die Matratze tatsächlich einen ziemlich weichen Eindruck. Stellt man sich mit den Füßen drauf, scheinen die Füße weit einzusinken. Später las ich, dass genau diese Punktelastizität das maßgebliche Qualitätskriterium der eve matress ist:

„Für das perfekte Schlaferlebniss darf eine Matratze nur genau an dem Punkt nachgeben, auf dem auch Gewicht lastet. Deswegen haben wir bei der Entwicklung von eve besonderen Wert auf eine hohe Punktelastizität gelegt. (…) Der Rücken bleibt somit in jeder Position gerade und Druckpunkte werden vermieden. Was, aus orthopädischer Sicht, für optimalen Schlaf sorgt.“

(Quelle: evematress.de/matratze)

Wenn man sich dann auf die Matratze legt, hat man aber sofort ein ganz anderes Gefühl: Die Matratze ist weder weich, noch hart. Man hat nicht das Gefühl, tief einzusinken, obwohl die Matratze an den belasteten Stellen definitiv deutlich nachgibt – aber das merkt man gar nicht. Wenn ich auf der eve matress liege, spüre ich mein Gewicht nicht. Es ist nicht leicht, das treffend zu beschreiben – am besten passt wohl, dass man sich wie getragen fühlt, im wörtlichen Sinne schwere-los.

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Am Anfang war ich ziemlich geflasht davon, wie anders das Liegegefühl ist. Gerade mit Rückenschmerzen tat mir Liegen oft am besten, aber sowohl auf unserem Sofa, als auch auf meiner alten Matratze, hatte ich nach einiger Zeit immer das Gefühl, der Lattenrost bzw. der Sofarahmen drückt sich schmerzhaft in meinen Rücken und ich muss die Position wechseln, obwohl sitzen eigentlich viel unangenehmer ist. Die eve matress hingegen entwickelte sich innerhalb kürzester Zeit zu meinem Wohlfühlort, an den ich mich mit meinen Rückenschmerzen zurückzog. Den geschundenen Rücken auf die eve zu legen, lässt mich noch immer erleichtert aufseufzen. Dieses schwerelose, wie getragene Gefühl ist jedes Mal wieder eine große Wohltat. Das geht teilweise so weit, dass ich, so lange ich auf der eve liege, praktisch schmerzfrei bin und den Schmerz erst wieder spüre, wenn ich aufstehe – dann aber oft schon deutlich verringert.

Für mich ist es also ziemlich eindeutig, dass die eve meinem schwer geschundenen Rücken definitiv gut tut. In den vergangenen drei Monaten sind meine Rückenschmerzen schon sehr viel deutlich besser geworden und ich habe immer längere Perioden, in denen ich quasi schmerzfrei bin und mir ein Loch in die Mütze freue, wie schön doch das Leben sein kann, wenn einem nichts weh tut und man sich uneingeschränkt bewegen kann. Das liegt mit Sicherheit nicht nur an der neuen Matratze, sondern auch an der Tatsache, dass ich konsequent 4x pro Woche Krafttraining und Rückenschule mache, und vielleicht auch daran, dass ich jetzt immerhin schon 17 Kilo weniger wiege. Aber die eve matress trägt definitiv einen guten Anteil daran.

Das merke ich auch jetzt gerade, während ich das hier tippe: Ich schreibe diesen Testbericht liegend auf meiner eve matress. Denn trotz aller Besserung, die bereits eingetreten ist, geschieht so eine Rückengesundung nicht von heute auf morgen, und ich habe immer noch Tage, an denen die Rückenschmerzen plötzlich wieder da sind. Gestern abend war das so heftig, dass ich mein Krafttraining abbrechen musste und unter Schmerzen langsam nach Hause geeiert bin. Ich kam kaum die Treppen hoch. Mein Mann musste mich bei fast jeder Bewegung stützen oder halten und ich jaulte alle 10 Sekunden aufs Erbärmlichste auf – es war wirklich richtig besch*ssen. Auf dem Sofa konnte ich es nicht lange aushalten und ging bald ins Bett. Nach einer Nacht auf der eve matress sind die Schmerzen nun immerhin schon deutlich besser geworden. Ich kann mich heute immerhin schon wieder alleine hinsetzen und auch wieder aufstehen. So heftig, wie die Schmerzen diesmal ausfallen, wird es sicherlich noch einzwei Tage dauern, bis ich wieder vorsichtig an Sport denken kann – aber währenddessen liege ich nirgendwo lieber, als auf dieser Matratze mit dem gelben Rand.

Beim Betten machen neulich habe ich auch mal aktuelle Fotos geknipst: Nach drei Monaten, in denen die Matratze nun jede Nacht mit einem sehr hohen Gewicht belastet wurde, sieht man praktisch keine Liegedelle. Einzig der Bezug hat sich etwas verzogen, was aber meines Erachtens, wenn überhaupt, nur ein optisches Manko ist. Damit sich die Matratze auch weiterhin nicht eindellt, drehe ich sie bei jedem Bettenwechsel um 180° – tausche also Kopf-und Fußende. Das habe ich bei meiner alten Matratze auch schon gemacht und ich denke, das hat dazu beigetragen, dass sie so lange gehalten hat.

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Das einzige echte Manko an der eve matress ist, wie ihr sicherlich auch schon in anderen Testberichten gelesen habt: Der Geruch. Die eve bringt einen scharfen, chemischen Geruch mit, der mich stark an Klebstoff erinnert. Entgegen aller Versprechen auf der Webseite und in den mitgelieferten Booklets ist dieser nicht nach wenigen Tagen verflogen, sondern war bei uns auch nach 2 Monaten noch wahrnehmbar. Wenn man die eve zu einer Jahreszeit anschafft, in der man das Schlafzimmerfenster durchgehend geöffnet lassen kann, fällt das bestimmt nicht so auf. Aber ich habe meine im Winter bekommen, und da kommt es schonmal vor, dass das Fenster bei sehr kalten Temperaturen die meiste Zeit geschlossen bleibt und nur zum Stoßlüften geöffnet wird. Wenn man den Raum dann betritt, ist der Geruch der Matratze immer noch sehr deutlich vorhanden – verfliegt aber bald, wenn man dann lüftet. Erst nach ca. 2,5 Monaten habe ich ihn auch bei geschlossenem Fenster nicht mehr bemerkt; jetzt ist der Geruch wirklich weg.

Obwohl ich, gerade bei solchen chemischen Gerüchen, immer sehr skeptisch bin und mich sowas tendenziell immer eher ablehnend stimmt – ihr wisst ja, ich bin eine überzeugte Ökotrulla – , nehme ich die Sache mit dem Geruch in Kauf – in Anbetracht der eindeutigen Vorteile, die diese Matratze mir ansonsten bringt. Ich möchte das aber als Verbesserungsvorschlag anführen: Diese Matratze ist wirklich bedingungslos perfekt – wenn die Firma eve sleep es schafft, den Geruch auszumerzen, oder ihm wenigstens seine Aggressivität zu nehmen.

tl;dr:

Die eve matress ist wirklich eine sehr tolle Matratze. Ich kann bestätigen, dass sie sich auch für sehr hohes Körpergewicht eignet und eine wahre Wohltat ist, wenn man starke Rückenprobleme hat. Wenn ihr dennoch unsicher seid, testet sie einfach aus – man kann die eve 100 Nächte lang probeschlafen und dann immer noch zurückgeben. Der einzige Wermutstropfen ist der Geruch, der sehr unangenehm ist und der, wenn man das Zimmer nicht permanent lüften kann, viele Wochen braucht, bis er sich vollständig verzieht.

Ich habe mich in meinem Testbericht nun überwiegend auf meine persönlichen Eindrücke konzentriert, weil ich zwischendurch immer wieder gerade nach meinen speziellen Erfahrungen mit Übergwicht und Rückenproblemen im Zusammenhang mit der dieser Matratze gefragt wurde. Und ich denke, dass ihr davon mehr habt, als wenn ich die Informationen, die es auf der Produktwebseite sowieso zu lesen gibt, abschreibe. Alles, was es sonst noch über diese Matratze zu wissen gibt, woraus sie genau besteht, wie sie aufgebaut ist, warum sie so gut ist und alle weiteren Informationen findet ihr auf der sehr informativen Webseite der evematress.de.

Liebes eve-Team, ich danke euch, dass ich diese Matratze testen durfte!

Mein LaPassacaglia Quilt – und ein Tutorial für Fussy Cutting

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Wer mir auf instagram folgt weiß, dass ich vor kurzem ein neues Langzeitprojekt angefangen habe. Es ist ja eine uralte Crafter*innen-Weisheit: Wenn dir die Arbeit über den Kopf wächst, fang einfach noch ein Projekt an. Oder: Why only have one current project, when you can have 50?, wie meine amerikanischen Quilt-Kolleg*innen gerne sagen.
Nachdem ich diverse Exemplare davon monatelang angehimmelt habe, habe ich also beschlossen, einen LaPassacaglia-Quilt anzufangen. Dabei handelt es sich um ein English-Paper-Piecing-Projekt (was es damit genau auf sich hat, habe ich hier schonmal geschrieben), und es ergibt einen atemberaubenden Millefiori-Quilt. Die Vorlage dazu findet man im Buch „Millefiori Quilts“ von Willyne Hammerstein. Es handelt sich um den Quilt, der auf dem Buchcover abgebildet ist. Wirklich spektakulär sieht er aber erst aus, wenn man die einzelnen Rosetten, aus denen er besteht, mit einer bestimmten Technik anfertigt, die sich Fussy Cutting nennt. Dadurch bekommen die einzelnen Rosetten und am Ende der ganze Quilt eine beeindruckende, kaleidoskopähnliche Wirkung. Einen Eindruck davon kann man sich hier verschaffen.

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Ich habe mir also das Buch besorgt und mir außerdem das PlayingWithPaper-Pack #42 von Sue Daley gegönnt, das alle für desn LaPassacaglia-Quilt benötigten Formen sowohl als Papier- als auch als Acryltemplates enthält. Ich habe mein Pack noch bei Quiltzauberei bekommen, aber da scheint es jetzt nicht mehr vorrätig zu sein. Und kurz danach war ich bereits total eingesogen in die Faszination des Fussy Cutting.

Was ist Fussy Cutting und wie geht das?

Fussy Cutting bedeutet, grob übersetzt, „pingelig ausschneiden“. Damit ist gemeint, aus einem Stoff das immer exakt gleiche Teilstückchen herauszusetzen, die man dann beim English Paperpiecing zu sehr effektvollen neuen Mustern zusammensetzen kann. Es gibt verschiedene Techniken für Fussy Cutting; meine momentan liebste möchte ich euch heute mal zeigen.

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Ihr braucht dazu Stoffe mit interessanten Pattern Repeats; es eignet sich alles besonders gut, das einen häufig wiederkehrenden Rapport hat oder in dem ein einzelnes Element ausreichend oft vorkommt. Wenn ihr Stoffe extra fürs Fussy Cutting kaufen geht, reichen von den meisten Stoffen schon Streifen à 10 oder 20 cm; achtet nur darauf, dass der Streifen genug Pattern Repeats hat und bedenkt dabei auch die Nahtzugabe für jedes einzelne Papiertemplate.

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Außerdem braucht ihr für diese Technik kleine Acryltemplates für die Form, die ihr zuschneiden wollt, eine Schneidematte und einen Rollschneider, Wondertape und, nicht im Bild, zwei rechteckige oder quadratische Spiegelstücke sowie zwei Stücke festes Klebeband. Meine sind ganz billigen Kosmetikpiegeln vom Möbelkaufhaus entnommen; die sind nicht mal aus Glas, und das sieht man auf den Fotos auch. Für unsere Zwecke reicht das aber. Wer es etwas komfortabler haben möchte kann sich spezielle Fussy Cutting Mirrors zulegen.

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Mit dem Klebeband klebt ihr eure beiden Spiegel wie ein Buch zusammen. Achtet darauf, dass die Spiegel sich noch gut auf- und zuklappen lassen, gleichzeitig aber möglichst nur eine minimale Lücke zwischen den beiden zusammengeklebten Kanten entsteht. Dann legt ihr euer Acryltemplate auf eine beliebige Stelle des Stoffes, und setzt euren Spiegel bündig an die Außenkanten des Templates an. Im Spiegel könnt ihr nun erkennen, wie der fertig zusammengenähte Block (in meinem Fall ein Stern) in etwa aussehen wird. Mann muss sich beim Blick in den Spiegel nur die Nahtzugabe wegdenken. Wenn ihr die Spiegel mit der einen und das Acryltemplate mit der anderen Hand festhaltet, könnt ihr so über den Stoff fahren, bis ihr einen Ausschnitt gefunden habt, dessen Spiegelbild euch überzeugt. Wenn ihr keine Acryltemplates kaufen wollt, ist eine gute Alternative, sich aus Pappe Rähmchen in der entsprechenden Form und Größe (also einzelnes Element plus 1/4 inch Nahtzugabe) auszuschneiden, etwa wie diese hier, nur halt aus Pappe.

Ich finde es faszinierend, wie viele unterschiedliche und immer wieder neue Eindrücke sich ergeben, je nachdem, welchen Stoffausschnitt man wählt. Damit ihr einen kleinen Eindruck davon bekommt, habe ich mal versucht, das in Fotos festzuhalten:

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Wenn ihr also einen Stoffausschnitt gefunden habt, der euch gefällt, lasst ihr den Spiegel stehen und enfernt vorsichtig das Acryltemplate vom Stoff. Auf die Unterseite des Templates klebt ihr nun einen Streifen Wondertape, und dann presst ihr das Template wieder auf eure ausgewählte Stelle im Stoff.

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Nun könnt ihr euer Stoff stück mit dem Rollschneider entlang der Kanten des Templates aussschneiden. Das Stoffstück bleibt natürlich am Template kleben, und so könnt ihr es jetzt auf die nächste Stelle im Pattern Repeat legen und zurechtschieben, bis es exakt auf diese Stelle passt.

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So könnt ihr nach und nach die benötigte Anzahl Stoffstückchen ausschneiden. Der Stoff muss hinterher nicht in die Tonne, sondern ist noch bestens geeignet, um Stücke für weitere English Paper Piecing Templates auszuschneiden. Bevor es ans heften geht, habt ihr nochmal die Möglichkeit, die einzelnen Stoffstückchen spaßeshalber andersherum zusammenzufügen und zu gucken, welche Option euch endgültig am besten gefällt.

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Auch das heften mache ich mir bei diesem Quilt ein wenig einfacher – ich hefte nicht mit Nadel und Faden, wie im oben verlinkten Tutorial, sondern mit dem Sewline Glue Pen. Geht superschnell und sauber.

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Und dann sind sie die einzelnen Teile für euren ersten Block auch schon fertig und können zusammengenäht werden.
Ganz oben seht ihr meinen bisherigen Fortschritt – die linke Rosette wird noch zur ersten großen Rosette wachsen. Aber man sieht schon sehr schön, wie sie später ineinanderpassen werden. So ein Quilt ist natürlich ein Langzeitprojekt, zumal ich maximal alle paar Abende für ein paar Stündchen daran arbeiten kann. Aber es macht großen Spaß und auf dem Weg zum fertigen Quilt gibt es noch viele weitere Dinge, die ich ausprobieren und von denen ich euch dann bestimmt auch erzählen werde.

 

#12von12 im April: Ein bunter Frühlingstag.

#12von12 ist jeden Monat mein Lieblingsspiel: Am jeweils 12ten des Monats macht man im Tagesverlauf 12 Fotos – und jedes Mal kommen ganz unterschiedliche Alltags- oder auch nicht so alltägliche Geschichten dabei raus. Jedes Mal wieder interessant!

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Bei uns ist heute ein ganz normaler Dienstag. Das heißt, der große geht in die Schule, der Mittlere und das Mädchen in den Kindergarten. In den ersten anderthalb Stunden des Tages bleibt zwischen wecken, Frühstück machen, duschen, wickeln, Vesperboxen packen, Streit schlichten, zur Eile antreiben, Sachen packen, spielen und Bekleidungsdiskussionen keine Zeit für Fotos. Das erste knipse ich, als ich mit dem Mädchen an der Straße stehe und wir zusammen auf das Kindergarten-Taxi warten. Das Mädchen hüpft und klatscht schon vor Freude, wenn sie den Bus nur sieht. Sie liebt ihren Kindergarten, es geht ihr so gut da und ich bin sehr froh, dass wir einen Platz in dieser Einrichtung bekommen haben. Die Jungs warten noch mit, bis der Mann sie aufpickt und sie mit den Rädern zur Schule bzw. zum Kindergarten des kleinen Sohns fahren.

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Wenn der Kindergartenbus um die Ecke biegt, liegt ein komplett kinderfreier Vormittag vor mir. Daran habe ich mich noch immer nicht ganz gewöhnt. 5,5 Stunden ganz alleine. Fühlt sich nach über 7 Jahren, in denen ich immer mindestens ein Kind zuhause hatte, total abgefahren an. Auch noch nach 1,5 Monaten, die das Mädchen jetzt schon alleine in den Kindergarten geht. Ich sortiere Post, überweise Rechnungen, beantworte Mails, trage Termine ein. Und finde in meinem Taschenbegleiter ein Zitat, das ich neulich irgendwo las und abschreiben musste. Danach steht ein bisschen Arbeit an – unter der Maschine befindet sich bereits das zweite Quilt Top für den zweiten der beiden Schwestern-Quilts.

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Anschließend mache ich mich ein bisschen stadtfein – heute ganz in grau, schwarz und petrol (und mit einer Kette von frau sieben). Ich kann mir einfach eine Tasche umhängen und das Haus verlassen – ohne Rehabuggy, ohne Essen, Windeln oder sonstiges Unterwegs-Equipment; ich kann jede Bahn nehmen, egal ob sie ein Niederflur-Abteil hat, oder nicht. Ich kann hingehen, wo ich will, ohne auf Kinderfreundlichkeit oder Kinderlaunen achten zu müssen. Wie lange es wohl noch dauert, bis ich mich daran wieder gewöhnt habe?

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Auf dem weg zur Straßenbahnhaltestelle rette ich einen Regenwurm vom Fußweg ins feuchte Gras. Mein Ziel ist der Quilt Star, wo ich schon viel zu lange nicht mehr war. Ich bin auf der Suche nach Stoffen mit coolen pattern repeats für meinen LaPassacaglia-Quilt (dazu bald mehr). Und natürlich werde ich fündig. Ich liebe diesen Laden!

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Anschließend muss ich noch in die Drogerie, zum Bäcker, und wenn ich schonmal alleine in der Stadt bin, natürlich auch Sushi essen. Als ich den Laden 10 Minuten vor Öffnungszeit betrete, ist das Running Sushi noch ziemlich leer. So sieht es sonst nur aus, nachdem ich da gegessen habe. Okay, nicht ganz.

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Kaum wieder zuhause angekommen, klingelt der Heizungsmonteur. Ich hatte total vergessen, dass der heute alle Heizungs…ablese….dings…kästchen umprogrammieren wollte. Glück gehabt! Es kniet minutenlang vor unserer schlafenden Minzekatze und krault sie, und erzählt mir von seiner 18 Jahre alten Katze, die dann leider gestorben ist, was ihn immer noch sehr traurig macht. Ich erzähle ihm von all den Katzen im Tierheim und setze ihm so vielleicht einen Floh ins Ohr.

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Um kurz nach zwei kommt das Mädchen aus dem Kindergarten wieder. Heute war sie zum allerersten Mal in der Reittherapie, worum ich sie hart beneide. Anscheinend hat es ihr super gefallen; sie kommt immer glücklich strahlend aus dem Kindergarten wieder, aber heute war sie ganz besonders gut drauf.

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Ich mache den Kindern einen Snack zum Mittagessen, danach gibt es Schokocroissants für alle. Nachmittags produziere ich ein Tutorial und arbeite an den Schwesternquilts weiter, telefoniere mit Lektorin, Näherei und anderen Eltern, während das Mädchen schläft und die Kinder malen. Der Kater bringt eine Maus, was insofern noch immer eine Attrraktion ist, da er seine Beute immer noch halb lebendig anschleppt. Sie zappelt noch und manchmal fiept das arme Vieh, während der Kater es dann verspeist…urgs. Und dann sind 12 Fotos plötzlich schon voll und der Rest des Tages passt nicht mehr in das Format dieses Mems. Andere 12von12s, vielleicht auch von Menschen, vielleicht auch von Menschen, die sparsamer mit ihren 12 Fotos umgegangen sind und den Tag bis in den Abend hinein dokumentiert haben, gibt es, wie jedes Mal, bei Caro von draußennurkännchen zu sehen.