Links zum Wochenende: Überehrgeizige Eltern, genderneutrale Sprache, Konsens.

Jeden Freitag zeige ich euch hier, was mir in letzter Zeit im Internet so interessantes vor die Füße geschwemmt wurde. Thematisch völlig durchmischt, aber immer mehr oder weniger stark politisch geprägt.

Erschreckt und traurig gemacht hat mich diese Woche ein Foto, auf dem zu sehen ist, wie Linzer Eltern ihre Kinder bei einem Juniormarathon auf recht unschöne Weise ins Ziel zerren. Als ich das Foto sah, waren die Gesichter der Kinder noch nicht unkenntlich gemacht, was den entsetzlichen Eindruck dieser Szene noch ein ganzes Stück deutlicher machte. Puh.

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Wunderschöne Illustrationen: Vater und Tochter.

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Wenn es um Sex geht, scheint es manchen Menschen gar nicht so leicht zu fallen, zu verstehen, was Einvernehmlichkeit bzw. Konsens bedeutet. Dieses Video macht ganz einfach und sehr gut nachvollziehbar klar, wann es okay ist, mit einer Person Sex zu haben – und wann nicht.

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Genderneutrale Sprache, heißt es oft, sei umständlich, ein vernachlässigbares Detail, störe den Lesefluss und was sonst noch nicht alles. Bullshit! Das macht mich wirklich immer ein bisschen sauer. Denn es ist weder schwierig, noch sonst irgendwie unzumutbar, sich ein paar alternative Begriffe anzueignen und hier und da mal ein Sternchen oder einen Unterstrich zu setzen, um dafür zu sorgen, dass sich alle Menschen mitgemeint fühlen können.Und nein, das stört nicht den Lesefluss. Dieses „Treppchen“, das da beim Lesen/ Sprechen entsteht, ist ja gerade Sinn der Sache. Mein Lesefluss wird mittlerweile vielmehr durch das generische Maskulinum gehemmt, weil ich innerlich immer „*INNEN!!“ brüllen muss. Also keine faulen Ausreden mehr!

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Für micht geht wieder so eine Woche zu Ende, in der ich gefühlt nur rotiere, und trotzdem 50% aller zu erledigenden Sachen liegen bleiben – leider auch das Bloggen :-( Dafür verspreche ich euch für nächste Woche aber 3 Blogpostings! Bis dahin, habt ein schönes Wochenende!

Links zum Wochenende: Gesellschaft ohne Behinderte, Frauen und kurze Haare, Abnehmen trotz fat acceptance

Jeden Freitag zeige ich euch hier, was mir in letzter Zeit im Internet so interessantes vor die Füße geschwemmt wurde. Thematisch völlig durchmischt, aber immer mehr oder weniger stark politisch geprägt.

Zweimal hintereinander sind die Links zum Wochenende jetzt schon ausgefallen – einmal war ich auf der creativa, dann war Karfreitag. Aber heute habe ich wieder ein paar interessante Sachen für euch.

Neun von 10 werdenden Müttern, die während der Schwangerschaft von einer Behinderung ihres ungeborenen Kindes erfahren, treiben ab. Menschen mit (angeborener) Behinderung sterben also quasi aus. Das finde ich ziemlich bedenklich und sehr traurig, denn von Menschen mit Behinderung kann man vieles Lernen. Und zwar nicht nur, wie man Sondennahrung verabreicht oder Windeln wechselt, sondern viel über sich selbst und darüber, was wirklich wichtig ist. Ich halte Menschen mit Behinderung für einen wichtigen Teil der Gesellschaft. Wenn es sie irgendwann nicht mehr gibt, wird uns etwas fehlen.

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Triggerwarnung: Schwangerschaft, Fehlgeburt

Simone erzählt von ihrem kleinen Parasiten, den sie liebte, und den sie verloren hat.

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Ostern ist vorbei, aber ich habe schon jetzt einen Plan fürs nächste Jahr: Sorbische Ostereiermalerei ausprobieren. ich stehe auf Kunsthandwerk, weil mich an den traditionellen Techniken oft die enthaltene Mathematik, die Einfachheit oder auch die Komplexität der Werkzeuge, die Präzision und vieles andere beeindruckt.

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Auch schön: Ein Hochhaus, bei dem jede Woche ein neues Stockwerk dazukommt. 120 sollen es am Ende sein. Quasi ein Wimmelbuch für Erwachsene.

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Wer meinem instagram-Stream folgt, weiß, dass ich seit einigen Wochen einen Undercut und damit zumindest partiell sehr kurze Haare habe. Ich liebe meine kurzen Haare und halte sie für die beste Frisur, die ich in den letzten 18 Jahren hatte. Ähnlich gut waren nur die Lola-rennt-roten Zöpfe mit 17 oder die Sinead O’Connor- Glatze mit 15. Kurze Haare rocken einfach, auch wenn es viele gut gemeinte Tipps gibt, warum Frauen besser keine kurzen Haare tragen sollten.

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Ebenfalls auf meinem instagram-Stream konntet ihr erfahren, dass ich gerade Gewicht verliere und dazu gemischte Gefühle habe. Mir ist die leider immer noch gängigste Sichtweise, dass starkes Übergewicht grundsätzlich immer ungesund und hässlich sei, und man nur schlank schön und gesund sein könnte, einfach viel zu einseitig, zu plump und zu falsch. Irgendwann werde ich bestimmt ausführlich dazu schreiben. Gerne gelesen habe ich in dem Zusammenhang, was sallie oh schreibt.

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„Nichts stand der veganen Ernährung bisher so sehr im Wege, wie fehlendes Hirn!“ – mein Lieblings-Aprilscherz kommt dieses Jahr von wheaty :-D

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Das war’s für dieses Mal, habt ein schönes Wochenende!

 

Erinnerungsquilts für zwei Schwestern (Teil 2) – es geht weiter!

Gefühlte Ewigkeiten ist es her, dass ich mal länger als eine halbe Stunde an der Nähmaschine saß. Grund dafür war und ist mein Rücken, genauer gesagt mein Bandscheibenvorfall, der mich seit 10 Jahren immer wieder plagt. Die Schmerzen sind zwar noch nicht ganz wieder weg, aber durch den Sport, den ich seit Januar mache, schon deutlich besser geworden. Seit zwei Tagen traue ich mich probehalber wieder an den Zuschneidetisch und die Nähmaschine, um endlich an den Erinnerungsquilts für zwei Schwestern weiterzuarbeiten. Ihr ahnt gar nicht, was das für ein erhebendes Gefühl ist, nahezu schmerzfrei zuschneiden und nähen zu können…himmlisch!

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Die Motive für die beiden Quilts stehen schon lange fest: Dieser erste, den ich gerade bearbeite, soll ein Sternenthema bekommen. Die Blocks für den Stern – genauer gesagt den star in a star – hatte ich schon vor der Pause fertiggenäht, nun folgt das ganze drum herum. Dafür musste ich erstmal noch eine ganze Menge Stoffquadrate aus der Kleidung der verstorbenen Dame zuschneiden. Was sich in der Kiste findet, die mir ihre Tochter geschickt hat, ist eine wahre Fundgrube – und eine Zeitreise durch mindestens drei Jahrzehnte Modegeschichte. Und es ist auch eine Herausforderung, weil viele Stoffe dabei sind, die so flutschig und wiederspenstig sind, dass sie sich nur mit geheimen Tricks und einiger Mühe „patchworkfähig“ machen lassen. Einige davon sind nicht einmal bügelbar, da sie aus Polyester bestehen, das ist beim Nähen, das ja mindestens zur Hälfte aus bügeln besteht, ein bisschen ungünstig, bzw. erfordert weitere Tricks, um die Stoffe halbwegs vernünftig verarbeiten zu können.

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Immer wieder schaue ich mir selbst gern dabei zu, wie aus Kleidungsstücken Stoffquadrate werden. Wie ein Rock, Shirt oder eine Kostümjacke erst ihre Knopfleisten, Schulterpolster, Gummizüge und Futterstoffe verlieren, dann in einzelne Schnittteile, in geradkantige Stücke und schließlich in verarbeitbare Quadrate geschnitten werden.

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Und irgendwann, nach vielen Stunden auftrennen, heraustrennen, begradigen und zuschneiden liegt dann ein halbes Leben in Kleidungsstücken auf dem Zuschneidetisch. Patchworkfähig gemacht, quadratisiert und farblich sortiert.

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Ich mag einfache Motive aus relativ großen Quadraten oder Dreiecken für Erinnerungsquilts übrigens am liebsten. Zum einen werden die vielen unterschiedlichen Stoffqualitäten und -stärken unterhalb einer Größe von 10 x 10 cm wirklich anstrengend zu verarbeiten. Zum anderen ergibt sich so eine harmonische Balance zwischen Kleidungsstück- Charakter und Patchwork-Optik. Man kann Abnäher, Nähte, teilweise auch Spitzeneinsätze oder Knopfleisten mit einarbeiten, über die Finger und Gedanken zum Erinnern drübertasten können; gleichzeitig bleiben diese Elemente ausreichend zurückhaltend, damit die emotionale Komponente des Quilts nicht übermächtig wird.

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Meine Idee ist, den großen Stern in der unteren rechten Ecke des Quilts hell strahlen zu lassen und dann einen Übergang über Rosa-, Rot- und Lilatöne bis hin zu ganz dunkelblau und schwarz in der oberen linken Ecke zu schaffen. In dieser dunklen Ecke soll dann später noch ein ganz kleiner, weißer Stern leuchten. Um diesen Effekt erzielen zu können, muss ich jedes einzelne der vielen, vielen Quadrate so lange auf der Designwall hin- und herstecken, bis es seinen richtigen Platz gefunden hat. Würde ich das gleiche Motiv aus den üblichen Patchwork-Stoffen machen, könnte ich mir das ganze vorher mit meinem Quiltprogramm „aufmalen“, Änderungen ganz einfach mit einem Klick vornehmen, und dann von jedem Stoff exakt die benötigte Menge Quadrate zuschneiden. Dadurch, dass hier bei Erinnerungsquilts keinen Einfluss habe auf die Auswahl an Farben und auf die Menge an Quadraten, die ich aus einem Stück herausbekomme, muss ich mit dem arbeiten, was mir am Ende tatsächlich zur Verfügung steht. Und das geht am besten händisch direkt an der Designwall.

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Das schwierigste daran ist für mich persönlich, mich auf die Auswahl einzulassen, die ich habe, und mir nicht ständig weitere Farbnuancen dazuzuwünschen, weil das Ergebnis dann viel perfekter aussehen würde. Bei diesen Erinnerungsquilts geht es nicht um die perfekte Komposition, sondern darum, das vorhandene Material möglichst gut zu nutzen und dabei die Wünsche des*der Kund*in so gut es geht zu erfüllen. Hier ist beispielsweise wichtig, dass bestimmte Stoffe entweder in beiden, oder nur in einem der Quilts Verwendung finden. Außerdem will ich möglichst viele der Kleidungsstücke verarbeiten, um viele Erinnerungen konservieren zu können. Aber natürlich möchte ich auch die Symbolik, die ich mir ausgedacht habe, gut zur Geltung bringen, und so ist es am Ende immer so, dass von einigen Kleidungsstücken mehr und von anderen weniger oder sogar nur ein Stück Verwendung findet.

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So sieht der Quiltentwurf an der Designwall im Moment aus – ich bin schon ziemlich zufrieden damit. Nur noch ein paar kleine Ängerungen trennen mich von der Nähmaschine, wo ich dann in den nächsten Tagen das Quilt Top zusammennähen werde.

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Mehr zu diesen Erinnerungsquilts lesen: Erinnerungsquilts für 2 Schwestern, Teil 1

So war es auf der creativa in Dortmund (Teil 2): Was ich alles entdeckt und mitgenommen habe.

Natürlich verlasse ich Europas größte Messe für kreatives Gestalten nicht, ohne ein paar Schätze mit nach Hause zu nehmen. Was alles in meiner Tüte gelandet ist, zeige ich euch heute. Alle meine Schätze (bis auf das Buch) passten in diese harmlose kleine Papiertüte. Nicht die Masse oder die Größe zählt, sondern der Freudemach- und Brauchbarkeitsfaktor ;-)

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Die creativa war beeindruckend groß. Wenn ich richtig gezählt habe, umfasste sie fünf riesige Hallen mit ungezählten Ständen. Perlen, Scrapbooking und Lettering, Patchwork und Quilting, Stoffstände, Strickgarne, Filzwolle, Spielzeuge, Stempel, Kurzwaren, Schmuck, Taschen, Upcycling-Labels…es gab unfassbar viel zu sehen. Ich hatte morgens, nachdem ich meinen Workshop-Tisch aufgebaut hatte, und abends nachdem ich ihn nach dem letzten Workshop wieder abgebaut hatte, jeweils ca. eine Dreiviertelstunde Zeit, um mir alles anzuschauen. Auch, wenn mich persönlich das Angebot vieler Stände gar nicht so sehr interessiert hat, war es einfach toll, durch dieses bunte Gefunkel und Geglitzer durchzulaufen. Ich hatte mir vorgenommen, keine Verlegenheits- oder Gewohnheitskäufe zu tätigen, sondern nur Sachen mit nach Hause zu nehmen, die ich wirklich toll finde. Hängengeblieben bin ich vor allem bei Quilt- und Stoffständen (ich habe das allererste Mal an einer Longarm-Quiltingmaschine gequiltet; so ein Riesending ist nach wie vor mein großer Traum), und an Perlenständen. Aber auch einige andere Stände hatten wirklich tolles Zeug im Angebot. In meine Tasche wanderte Folgendes:

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Ein Buch über Millefiori-Quilts, genauer gesagt: DAS Buch über Millefiori-Quilts. In der Quilting-Szene ist der LaPassacaglia-Quilt gerade der heiße Scheiß, und ich habe mich anstecken lassen. Wenn ich damit anfange, werde ich es euch bestimmt wissen lassen…
Rechts daneben einen von zwei coolen Boomerangs, die ich meinen Jungs mitgebracht habe.

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Ein Krimskrams-Utensilo von Paprcuts – sowohl die Produkte am Stand, als auch die hinterm Stand stehenden beiden Menschen waren ziemlich cool und sehr nett. Am liebsten hätte ich eine Smartphone-Hülle in diesem superschönen Design gehabt, war aber leider schon alles ausverkauft. Das Utensilo wird mir auf meinem Nähtisch gute Dienste leisten. Links darunter ein Mitbringsel für den Mann: Ein Gürtel aus einem gebrauchten Fahrradmantel von TanzAufRuinen.

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Darunter eine Jelly Roll mit wunderschönen Pastellfarben aus der Robert Kaufmann Kona-Serie, hier nochmal schöner zu bewundern. Außerdem zwei Fat Quarters einem Muster, dass ich mir für den LaPassacaglia-Quilt ganz gut vorstellen kann. Und zwei ebenfalls sehr schone Charm Packs von moda fabrics – einmal weave und einmal Fancy.

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In dem Organza-Säckchen befindet sich eine Kette, die mir einfach bloß Spaß macht. In die Rote Schlange mit den weißen Pünktchen und den grünen Augen habe ich mich am Stand von Smauggs Glasperlenatelier sofort verliebt. Auch der Rest des Angebots war umwerfend schön, ihr seht ja, was der Shop zu bieten hat…Auf den schwarzen Kunstlederbändern sitzen die Schlangen übrigens fest und verrutschen beim Tragen nicht.

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Seit ich denken kann, habe ich eine große Liebe für Perlen. Auch an den Perlenständen auf der creativa konnte ich nicht vorbeigehen – und ich wurde ein bisschen vom Kitsch übermannt. Alle Perlen (außer den Bernsteinklunkern) sind gedacht, um daraus kleine Schutzengel zu machen. Meine werden hoffentlich nicht ganz so kitschig. Mit zunehmendem Alter häufen sich halt leider die Fälle von (Brust-)Krebs im Bekanntenkreis und ich hoffe, dass so ein Engel der ein oder anderen Freundin durch diesen Scheiß helfen kann. Gekauft habe ich die Sachen bei BeadSpider und Funkelkram.

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Besonders süß fand ich diese Mini-Garnröllchen, die ich am Stand von ImBilde-Rahmen fand. Ein Online-Shop ist wohl im Aufbau. Die Filz-Inchies kann man mit den Garnröllchen, ein paar Perlen und anderem Schnickschnack zu kleinen Schmuckstücken machen. Der silberfarbene Anhänger wird dann mit einem Magnetscheibchen ausgestattet und die Filz-Inchies mit einer dünnen Metallplatte auf der Rückseite. So bekommt man ein Wechsel-Schmuckstück mit austauschbaren Klunkerchen. Ich will mir auch noch Plugs für meine Öhrchen daraus machen.
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Und last but definetely not least: Ein Produkt, das mich wirklich umgehauen hat: LoXX – ein ganz besonderer Knopf, von dem ich euch prophezeihen kann, dass er in den nächsten Monaten gewaltig einschlagen wird im Selbermach-Bereich. Es wird definitiv eine Blogkooperation zu diesen supercoolen kleinen Dingern geben, in der ich euch dann ausführlich erzähle, was man damit alles machen kann und warum die so toll sind. Über diese Entdeckung freue ich mich wirklich sehr!

Ich finde, ich habe mich ganz schön gut an meinen Plan, nur überzeugende Sachen zu kaufen, gehalten. Auch einige Tage nach meiner Rückkehr von der creativa freue ich mich noch über jedes einzelne mitgebrachte Stück, und das wird sicherlich auch so bleiben. Falls jemand von euch auch auf der creativa war: Was habt ihr euch denn so gekauft?

So war es auf der creativa 2016 in Dortmund (Teil 1).

Ich bin wieder zurück! Nach einer Woche Messealltag bin ich gestern um Mitternacht wieder zu Hause angekommen – ziemlich erschöpft und ziemlich glücklich über die gute Zeit, die ich letzte Woche hatte. Ich war auf der creativa, Europas größter Messe für kreatives Gestalten. Anlässlich meines Buches Nähen mit Snappap: Das ultimative Kreativpapier! gab es auf der Aktionsfläche des OZ Verlags einen wunderschönen Snaply-Stand und einen Workshop-Tisch, an dem ich 5 Tage lang täglich 4 Workshops mit SnapPap gegeben habe. Mit bis zu 20 Teilnehmer*innen täglich habe ich aus schnöden Stoffbeuteln schicke Tote Bags gemacht – wir haben die Henkel von fertigen Stoffbeuteln durch SnapPap-Henkel ersetzt und eine Quaste und eine Applikation als Verzierung hinzugefügt.

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Es gab die Stoffbeutel in 5 verschiedenen Farben, dazu SnapPap in den bekannten 5 Farben – und trotz dieser vermeintlich kleinen Auswahl sind so viele unterschiedliche Taschen von cool über süß bis schick dabei herausgekommen, dass ich jeden Tag gestaunt habe. Und jede einzelne ist schön geworden! In den gut 60 Minuten Workshopzeit haben viele Teilnehmer*innen eigenen Ideen entwickelt und so gab es Taschen mit Herzen, Sternen, Blumen, Smilie, Einstecktasche. Manche haben die Ecken ihrer Tasche zu einem Boden abgenht, andere haben die Tasche unten abgerundet. Wieder andere sind an den Henkeln kreativ geworden und haben diese abgeändert. Besonders geübte Teilnehmer*innen, die noch Zeit übrig hatten, konnten sich einen zusätzlichen Taschenbaumler anfertigen. Einige Taschen wurden als Mitbringsel für Freund*innen gemacht, die nicht mit auf die creativa kommen konnten. Und was ich besonders schön fand, war dass die Teilnehmer*innen sich in jedem Workshop gegenseitig unterstützt haben – manche haben sogar Mailadressen ausgetauscht oder SnapPap- Einkaufsgemeinschaften gebildet.  Natürlich habe ich von jeder entstandenen Workshoptasche ein Foto gemacht – eine kleine Auswahl davon seht ihr hier.

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Am Samstag, dem besucher*innenstärksten Tag, und auch am Sonntag, hatte ich ganz viele junge Mädchen zwischen 9,5 und 13 Jahren in meinen Workshops. Umgehauen hat mich eine 10jährige, der man richtig angemerkt hat, dass Nähen bereits seit 2 Jahren ihre Leidenschaft ist. Sie kam auf Anhieb super mit der unbekannten Nähmaschine zurecht, und musste eigentlich gar nichts erklärt kriegen, weil ihr schon von ganz alleine klar war, was zu tun ist. Im größten Messerummel zwischen Aktionsbühnen-Beschallung und lauter umstehenden Zuschauer*innen hat sie vollkommen konzentriert perfekt gerade Nähte genäht. Der Wahnsinn! Aber auch die anderen Mädchen waren alle toll; es macht mir einfach Spaß zu sehen, wie schon so ganz junge Kinder mit so viel Spaß und diesem gewissen Funkeln in den Augen hinter der Maschine sitzen.

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Auf den unteren Bildern seht ihr übrigens @min_ziari, die mit ihrem SnapPap-Schmuck auf der Instagram-Seite des Buches vertreten ist. Sie kam mit ihrer Tochter (die coolen bunten Fingernägel hat sie sich selbst gemacht!), die in aller Seelenruhe einen Taschenbaumler aus SnapPap gebastelt hat, während die Mama eine Tasche nähte.

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Auch schön war, mal einen Teil des Teams hinter Snaply live und in Farbe kennenzulernen. Das hier ist übrigens Simon Hönnebeck, Gründer und Firmeninhaber und damit Mr. Snaply persönlich :-)

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Einige Teilnehmer*innen sind aber tatsächlich auch gekommen, weil sie mich mal in echt sehen wollten, und so habe ich einige Selfies mit Ringelmiez-Fans gemacht und Bücher signiert.
Schönschönschön wars, aber nach 5 rappelvollen Tagen bin ich heute wirklich erschöpft und richtig leergequasselt (und das will bei mir wirklich was heißen). Dabei gäbe es noch die ein oder andere Anekdote zu erzählen, von nächtlichem Feueralarm im Hotel oder Restaurantpreisen, zu denen man in Freiburg nicht mal einen warmen Tee bekommt. Vielleicht sehen wir uns ja nächstes Jahr wieder in Dortmund? Morgen zeige ich euch, was ich außer vielen Erfahrungen von der creativa mitgenommen habe – den ganzen schnöden materiellen Kram ;-)