Kulturelle Aneignung und Alltagsrassismus im Fasching: warum ich meinen Kindern keine Indianerkostüme nähe.

16330628857_176a428573_kFasnacht, Fasching, Karneval: Es ist mal wieder soweit – wir sind mitten in der fünften Jahreszeit. Letztes Jahr um diese Zeit befand ich mich in einem mittelschweren Gewissenskonflikt, weil der kleine Sohn unbedingt als Indianer gehen wollte. Er hatte schon ganz konkrete Vorstellungen für Federschmuck und Kriegsbemalung, und angesichts seines Enthusiasmus tat es mir schon sehr leid, ihm diesen Wunsch nicht erfüllen zu können.  Denn obwohl zu Karneval angeblich ja alles erlaubt ist , sollte man – auch Kinder – auf eine Indianerkostümierung  dennnoch besser verzichten. Warum? Um diese Frage zu beantworten, habe ich mir mal wieder Unterstützung von Jasna Strick, a.k.a Tugendfurie, geholt, die ihr bereits von diesem Artikel kennt. Jasna bloggt sonst auf der keine Unterschied.
Ja, richtig: Bei der Beantwortung dieser Frage geht es um (Alltags-)Rassismus. Warum das Verkleiden als Indianer eine rassistische Handlung ist, war schon vor längerer Zeit mal ein heiß diskutiertes Thema in meiner Internet-Bubble. Jasna und ich haben versucht, anhand von Fragen und Reaktionen, die wir in solchen Diskussionen typischerweise hören, die wichtigsten Aspekte so verständlich wie möglich zu erklären. Es geht hier aber nicht darum, irgendjemanden an den Pranger zu stellen – Alltagsrassismus ist in uns allen so tief verwurzelt, dass man sich oft gar nicht darüber bewusst ist, wenn man ihn ausübt. Es ist nicht schlimm, wenn man das an sich selbst feststellt – schlimm wäre, wenn man dann nicht versuchen würde, etwas daran zu ändern. Denn für die Betroffenen ist Alltagsrassismus weder harmlos noch witzig. Es macht also einfach Sinn, sich selbst in dieser Hinsicht immer mal wieder auf Viren und Trojaner zu überprüfen, die eigenen Denkmuster zu hinterfragen und gegebenenfalls zu ändern.

“Mama! Papa! Ich habe “Indianer” in Western gesehen und finde die total super!”


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Angenommen, dein Kind kommt mit diesem oder einem ähnlichen Ausspruch zu dir, dann solltest du dir als Elter klar darüber sein, dass “Indianerfilme” ein Teil westlicher und weiß-dominierter Filmindustrien sind und somit nicht-weiße Menschen meistens nicht so darstellen, wie sie wirklich sind – einfach, weil diese Menschen nicht Teil der Filmindustrie sind und selbst keinen Einfluss nehmen können.

Schon die Bezeichnung “Indianer” ist keine Selbstbezeichnung, sondern der Name, den die Eingewanderten den Leuten gegeben haben, die sie trafen. “Indianer” nimmt keine Rücksicht darauf, dass es sich bei den Native Americans um unterschiedliche Kulturen handelt. Aus diesem Grund möchten wir hier auch nicht die kolonialistische Fremdbezeichnung verwenden, sondern sprechen von Native Americans (oder allgemeiner von People of First Nations).

Wenn dein Wissen über Native Americans also aus solchen Filmen oder Büchern stammen, die nicht von den Menschen selbst geschrieben wurden, weißt du vermutlich sowieso wenig bis nichts über sie ;-) “Die Indianer” gibt es gar nicht, also kannst du dich bei deinem oder dem Kostüm deines Kindes immer nur auf rassistische Stereotype beziehen.
Okay, ein kleines Kind kann das so noch nicht verstehen. Die Kinder-Suchmaschine Blinde Kuh hat aber genau diesem Thema eine ganze Reihe kleiner Artikel verfasst, die auch für Kinder schon verständlich sein können. Du findest sie hier.

 

Aber ist es nicht schön, sich aus unterschiedlichen Kulturen bedienen zu können und z.B. Kleidungsstücke aus anderen Ländern als Verkleidung zu tragen?

Wenn eine Kultur die Symbole, Kleidungsstücke, Handlungen usw. einer anderen übernimmt, wird das als kulturelle Aneignung bezeichnet. Besonders, wenn die Kultur, aus der etwas übernommen ist, eine Minderheit ist, unterdrückt wird oder eine Vergangenheit als kolonialisierte Nation hat. Bei kultureller Aneignung werden oft heilige oder bedeutungstragende Gegenstände oder Handlungen zu Elementen von Popkultur und verlieren ihre Bedeutung, weil die Träger*innen oder Ausführenden als Angehörige einer anderen Kultur kein Verständnis für die ursprünglichen Bedeutungen haben (können).

Unter kulturelle Aneignung fällt z.B. wenn westliche Modeschöpfer*innen plötzlich das Bindi als Accessoire entdecken und weiße Menschen Dreadlocks tragen. Darunter fallen auch und gerade viele Elemente, die im Karneval als Kostümierung verwendet werden. (Ganz viele weitere Links zu kultureller Aneignung findest du hier und da.)

Kulturelle Aneignung hat ganz viel mit Imperialismus und Kolonialismus zu tun. Kostümierungen als Native Americans sind heute möglich, weil europäische Einwander*innen nach Amerika gesegelt sind und dort People of Color unterdrückt, misshandelt, vertrieben und ihre Kultur ausgeraubt haben.

Wenn heute weiße die Kultur von People of Color zu Geld machen (z.B. in der Mode- oder Kosmetikindustrie), dann zeigt sich, dass die Ausbeutung nie aufgehört hat. Unterdrückte Kulturen verschwinden immer mehr, weil dominante Kulturen ihre Aspekte in sich aufnehmen und zweck- oder bedeutungsentfremden.

Sich die Aspekte einer anderen Kultur gefahrlos aneignen zu dürfen, ist ein Privileg – also ein Vorrecht: Traditionelle Kleidungsstücke unterdrückter Kulturen oder Religionen sorgen oft dafür, dass Menschen vorgeworfen wird, sie können sich nicht integrieren, lebten in einer Parallelgesellschaft oder seien sogar gefährlich. Bis 1978 (American Indian Religious Freedom Act) war es Native Americans in den USA nicht erlaubt, ihre Religion auszuüben. Nicht-Native Americans dürfen aber Federschmuck tragen und ihn seiner heiligen Symbolik berauben, ohne mit Gefahren rechnen zu müssen.

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Mein Kind ist doch ganz unschuldig an kolonialer Vergangenheit! Es will sich doch bloß verkleiden! Ich verstehe nicht, warum ich als Elternteil sowas verbieten soll!

Schwarze Kinder oder Kinder aus First Nations sind auch unschuldig – das ist nicht der Punkt. Es geht nicht um Schuld, sondern um Verantwortung, die aus Geschichte erwächst. Wir leben in einem System aus Diskriminierung und Unterdrückung. Wenn du weiß bist und in Deutschland lebst, bist du eben eine Person mit Privilegien und die bringen auch Verantwortung mit sich. In der Verantwortung von weißen, die Rassismus nicht dulden möchten, liegt es nun mal, diesen nicht zu reproduzieren und auch ihren Kindern zu erklären, dass sie Respekt vor anderen Menschen und deren Kulturen haben müssen.

Kinder können verstehen, dass es nicht okay ist, ein Spiel aus dem Leid anderer Menschen zu machen.Vielleicht fällt ihnen der Zugang leichter, wenn du ihnen erklärst, dass auch Kinder Native Americans und Opfer von Gewalt und Rassismus sind. Europäer*innen haben an Native Americans Völkermord verübt. Das ist nichts, was sich dazu eignet, auf lustige Weise als “Cowboy und Indianer”-Spiel in heimischen Gärten, Zeltlagern oder Bad Segeberg nachzuahmen.

 

Aber man kann sich doch auch respektvoll Dinge aus anderen Kulturen “ausleihen”! Ich  mag “Indianer” – genau deshalb habe ich meinem Kind überhaupt erst Federschmuck gekauft! Das muss doch nicht  gleich eine rassistische Handlung sein!

Wenn ich jemandem mit Respekt begegnen will, bedeutet das zuerst, dass ich darauf hören sollte, was die Person sagt und möchte. Es gibt in den USA viele von Rassismus Betroffenen, die sagen, dass sie ihre Kultur nicht als Kostüm herabgesetzt sehen möchten. Darunter sind auch Native Americans, z.B. hier und dort. Und auch andere selbst Betroffene haben die Sache bereits erklärt.

Kostümierung als Native American (oder andere unterdrückte Kultur) ist für dich oder dein Kind also nicht angemessen. Falls du von Angehörigen einer Kultur, die nicht deine ist, zu einem traditionellen Fest o.ä. eingeladen wirst, stellt das unter Umständen (!!) eine der wenigen Ausnahmen dar, in denen es okay ist, sich dem Dresscode anzupassen. Erkundige dich bitte, bei den Gastgebenden, was angemessen ist.

Wenn dich Native Americans interessieren und du diesen Kulturen deinen Respekt aussprechen willst, dann sieh dich nach Menschen aus diesen Kulturen um, sprich mit ihnen und höre ihnen vor allem zu. Vielleicht kannst du eine*n echte*n Native American für einen Vortrag in der Schule deines Kindes gewinnen?

Wenn du Kulturen, die nicht die deine sind, mit Respekt begegnen willst, kannst du dich in ihre Geschichte einlesen, Rücksicht auf ihre Selbstbezeichnungen nehmen und dich antirassistisch engagieren.

 

Aber es ist Fasnacht! Das darf man doch nicht so eng sehen, Fasnacht ist doch gerade dazu da, Grenzen zu überschreiten!

6902372300_08e7e978f2_kVielleicht kommt es dir komisch vor, aber gerade unter diesem Aspekt ist ein “Indianerkostüm” völlig unangebracht. Rassismus und kulturelle Aneignung sind ja nichts Neues und auch nicht verboten. Da wird gar keine Grenze überschritten, wenn ich rassistische Stereotype benutze, das ist ganz normaler Alltag für diskriminierungsbetroffene Menschen.

Im Rheinland wird an Weiberfastnacht symbolisch den Frauen der Schlüssel zum Rathaus überreicht. Wenn an diesem Tag den Männern in einem Festakt die Macht überreicht würde, wäre das total witzlos, schließlich ist das ja während des restlichen Jahres schon so. Wenn Weiße meinen, sie dürften an Fasnacht jetzt auch mal rassistisch sein, ist das genauso keine Grenzüberschreitung, sondern trauriger Alltag.

 

Aber als Nonne mit Rosenkranz rumlaufen ist an Fasnacht noch erlaubt, oder?!

Diskriminierung hat mit Macht zu tun und existiert innerhalb eines Machgefälles immer nur von der machtvollen gegen die machtlose Position. Nonnen sind Teil der christlichen Religion und damit in Deutschland nicht unterdrückt. Wenn andere Christ*innen sich christlicher Symbole bedienen, nehmen sie niemandem etwas weg und entfremden auch nichts. Gleiches würde an für ein Kostüm als Bayer*in gelten.

 

Müssen wir jetzt auf Verkleidungen verzichten?!

Natürlich muss niemand auf Verkleidung verzichten, sobald rassistische Kostümierung keine Option mehr ist. Vielleicht ist an manchen Stellen ein bisschen Phantasie gefragt – aber gerade das sollten Verkleidungen doch ausmachen ;-) Wer so gar keine Idee mehr hat, kann bei Danger Bananas vorbeiklicken und sich von ihrer Auflistung inspirieren lassen oder mal schauen, welche DVDs und Bücher im Kinderzimmer herumstehen und welche Figuren daraus sich als Kostüm eignen.

 

***

Damit sind wir am Ende unseres kleinen Leitfadens zum Thema Indianerkostüme (nicht nur) zu Fasnacht angekommen. Wir hoffen, wir konnten die Thematik gut verständlich machen und sind gespannt, welche kreativen Verkleidungen ihr euch in Zukunft vielleicht als Alternativen ausdenkt.

Mein (also Ellas) Sohn war letztes Jahr so vernarrt in seine Indianer-Idee, dass er wirklich wenig kompromissbereit war. Ich habe dann versucht, herauszuhören, was genau ihm an dieser Kostümierung so wichtig war. Es stellte sich heraus, dass er unbedingt was mit Federn und mit Pfeil und Bogen wollte. So haben wir dann eine Art phantasievollen Waldmenschen aus ihm gemacht.
Was ihr sonst noch zu Fasnacht beachten solltet: Malt euch nicht die Gesichter schwarz an, um Schwarze darzustellen. Und auch an Fasnacht ist Konsens wichtig. Ein Kostüm ist keine Einladung zum Anfassen, Küssen oder gar Sex haben. Das verstehen sogar schon Kinder gut.

Habt eine schöne närrische Zeit!

***

 

Nachtrag: Lest bitte auch das Nachwort zu diesem Artikel!

Da sich die Kommentare (positive, negative, sachlich kritische, beleidigende, nachdenkiche) irgendwann nur noch wiederholten, haben wir die Kommentare geschlossen. Lest euch bei Interesse die vorhandenen Kommentare durch; auch da gibts interessante Diskussionen und Links zu lesen.

67 Kommentare

  1. Jen
    Am 13.02.2015 um 10:12:54 Uhr [Link]

    Danke für diesen tollen Beitrag! Den unterschreibe ich exakt so, wie er hier steht.

    LG,
    Jen

  2. Mama notes Blog
    Am 13.02.2015 um 10:35:12 Uhr [Link]

    Vielen Dank für diesen tollen Text und die vielen zusätzlichen Links mit Infos. Gehe ich jetzt auf FB und Twitter teilen.

  3. Sabine
    Am 13.02.2015 um 10:37:24 Uhr [Link]

    Woher hat das Kind denn den Wunsch, sich als Indianer zu verkleiden?
    Wenn aus der Kita, versucht du auch dort, bei Kindern und Eltern ein Bewusstsein dafürvzu wecken?
    Wenn es moralisch verwerflich ist, sich als Mitglied einer unterprivilegierten Gruppe zu verkleiden, darf sich ein Junge dann als Mädchen verkleiden? Einerseits haben Frauen immer noch weniger Privilegien als Männer, andererseits sind gegen geschlechtliche Verkleidungen auch ein Ausdruck einer gewissen Queerness und als solche vielleicht wert, nicht unterdrückt zu werden.

  4. Sarah
    Am 13.02.2015 um 10:38:28 Uhr [Link]

    Vielen Dank! Ich habe viel gelernt und werde es mitnehmen. Einiges davon war mir garnicht klar vor allem die Sache mit der kulturellen Aneignung und der Macht/den Machtverhältnissen. Darüber habe ich noch nie nachgedacht…
    Auch wenn es bei uns nur Cowboy Kostüme gab im Sinne von Kuhhirte (nicht Cowboy und Indianer)- ohne Waffe mit Pferd und Lasso :) Indianer waren bei uns noch nie ein Thema, da ich sehr wohl der Meinung war dass sich die Auschlöschung eines Volkes nicht als Karnevallsatraktion eignet. Nur zu Ende gedacht habe ich es wohl nicht wie ich jetzt sehe. Danke für deine Aufklärung!

  5. T.M.-Sch.
    Am 13.02.2015 um 11:48:13 Uhr [Link]

    Liebe Ella,
    ein wirklich interessanter Artikel.
    Ich würde nur gerne ergänzen, dass ‚aneignen‘ oder ‚entleihen‘ nicht immer mit Unterdrückung einher gehen muss. In der Kita, die meine Kinder besuchten, gab es alle paar Jahre eine Projekt, dass sich mit den Native American beschäftigt hat und von einer Native American geleitet wird. Den Kindern würde vieles nahe gebracht, auch über das Leid, das diese Völker erleiden mussten. Trotzdem habe die Kinder ihren eigenen Kopfschmuck basteln können, und gelernt, was dieser bedeutet.
    Viele Grüße, Tanja

  6. sahanya
    Am 13.02.2015 um 11:54:42 Uhr [Link]

    Lange habe ich überlegt, ob ich kommentier und auch was. Ich bin nämlich nicht deiner Meinung. Ich verstehe (glaube ich) deine genannten Punkte, aber ich möchte zwei Punkte anmerken:

    1. Ich denke es ist gefährlich nur unterdrückten Minderheiten das „Recht auf Diskriminierung“ zuzugestehen. Das Beispiel mit der Nonne hast du ja selbst angesprochen. Und es gibt durchaus Gegenden in der Welt in der ist es ein Todesurteil eine Nonne zu sein – mehr Diskriminierung geht wohl nicht. Welche Gruppe also diskriminiert wird, hängt schlussendlich also auch davon ab, wo man sich befindet und – das möchte ich ergänzen – in welcher Zeit man sich befindet. Und wer legt dann fest welche Gruppe schon eine unterdrückte Minderheit ist und welche nicht? Auch das wird sicherlich abhängig von Ort und Zeit anders definiert. Mir ist schon klar, dass die Ureinwohner Amerikas eine unterdrückte Minderheit sind – durchaus auch heute noch – aber ob das Nicht-Verkleiden hilft?

    Mein Kinder dürfen sich als Indianer verkleiden (wollten sie allerdings noch nicht). Ich sehe den Indianer dabei gleichwertig mit dem Cowboy, mit dem Ritter, mit einem Wikinger, mit einer Prinzessin etc. Es sind alles Stereotype. Was mir dabei allerdings wichtig (!!) ist, ist eben meinen Kindern zu vermitteln, dass es sich bei den Kostümen um Stereotype handelt. „Indianer“ (und ja ich verwende jetzt das böse Wort) laufen heute nicht so herum wie in den meisten Büchern oder Filmen und auch eben nicht in einem Kostüm. Es sind Menschen unterschiedlicher Herkunft, mit unterschiedlichen modischen Vorlieben. Meist laufen sie wohl in Jeans und T-Shirt herum ;-) Genau so wie Schweden heute nicht mehr so herum laufen wie Wicki. Und „wir“ sind nicht gekleidet wie Ritter und Prinzessinnen.

    Es ist mir wichtig meinen Kindern zu vermitteln, dass zwischen der Realtität und der Fantasie (leider) Unterschiede bestehen. Aber wenn ein Kind Yakari toll findet und sich als dieser verkleiden möchte, dann soll es halt so sein. Dass ich selber Yakari ziemlich rassistisch finde (Stichwort: Guter Wilde) hat beim Verkleidungswunsch erstmal wenig zu suchen. Die Vermittlung, dass Yakari nur eine Kunstfigur ist, die es so nie gab bzw. gibt ist mir hingegen sehr wichtig.

    Puh, ich hoffe du konntest mir folgen ;-) Kurz und gut, mein Punkt ist

    1. Nicht das Kostüm ist wichtig, sondern die Haltung anderen Menschen gegenüber ist wichtig und das Wissen um die realen Verhältnisse in der Welt.
    2. Eine bestimmte Ethnie zu „schonen“ halte ich für grundverkehrt, wahre Diskriminierung ist doch, wenn über dich keine Witze mehr gemacht werden.

    • Cognac
      Am 13.02.2015 um 21:10:52 Uhr [Link]

      Danke! Das sehe ich ebenso. Und gerade wenn ein Kind als „Yakari“ gehen möchte, ist es ja eher Cosplay als eine Alltagsrassismus.
      Ellas Artikel ist gut und durchaus wichtig, allerdings sollte dieser der Selbstreflexion dienen und keinesfalls der Beurteilung anderer.

  7. Distelfliege
    Am 13.02.2015 um 12:10:36 Uhr [Link]

    Sahanya, du verwechselst da etwas:
    Diskriminierung ist kein „Recht“.
    NICHT diskriminiert zu werden, ist dagegen ein Recht. Sogar ein fundamentales Menschenrecht.
    Bitte konsultiere die allgemeine Deklaration der Menschenrechte oder wahlweise auch die Verfassung der Bundesrepublik Deutschland.

    Dass du am Ende noch sagst, wahre Diskriminierung sei erst dann gegeben, wenn nicht mehr diskriminiert würde, wäre aufgrund der eklatanten Unlogik eigentlich ein lustiger Satz, der dem Fass den Boden ins Gesicht schlägt. Nur, dass es schwer fällt, darüber zu lachen..

    • sahanya
      Am 13.02.2015 um 22:15:38 Uhr [Link]

      Von einem Recht auf Diskriminierung habe ich auch nicht gesprochen, sondern eher – wenn überhaupt – von einem Recht darauf, dass jemand Witze über einen macht. Und ich habe auch nicht gesagt „wahre Diskriminierung sei erst dann gegeben, wenn nicht mehr diskriminiert würde“, sondern dass es dann gefährlich wird, wenn über eine Minderheit keine Witze mehr gemacht werden. Und bei dieser Meinung bleibe ich auch. Wobei es hier im Artikel ja nicht über das Witzemachen ging, sondern das Kostümieren.

      • distelfliege
        Am 14.02.2015 um 11:39:05 Uhr [Link]

        doch. natürlich hast du davon gesprochen. Aber bleib du mal bei deiner Meinung. Deine Argumentationskette kenne ich noch sehr gut von der Kinderbuchdiskussion. „ich kann es meinem Kind doch erklären.“ jaja.

  8. Mario
    Am 13.02.2015 um 12:34:53 Uhr [Link]

    Ich habe seit langer Zeit nichts derart dummes gelesen wie diesen Text.
    Dieser Text ist sogar so unfassbar dämlich, das ich darüber nicht einmal diskutieren will. Nur eines: Ihre Kinder tun mir leid. Wahnsinnig leid.

    • Matthias
      Am 13.02.2015 um 12:50:37 Uhr [Link]

      Mario…..Anonymes Beleidigen ist sehr einfach.
      Einen differenzierten Text wie den obigen zu verfassen nicht.

      Eine denkbar günstige Voraussetzung für Verständnis und Bildung ist eine Gesprächsbereitschaft, die Sie per se ablehnen. Was soll man da sagen? Viel Spaß mit ihrem Weltbild, aber hören sie auf rumzunerven und ungefragt Leute auf ihrem eigenen (!) Blog anzukacken.

      Es zwingt Sie niemand irgendetwas im Internet zu lesen. Eine Beleidigung ist KEINE Meinung. Lernen Sie erstmal die Grundregeln eines respektvollen Miteinanders und überlegen sie in Zukunft bitte, wo sie virtuell ihren Haufen hinterlassen. Sie tun mir leid.

  9. Nala
    Am 13.02.2015 um 13:07:34 Uhr [Link]

    Vielen Dank für den Text! Ich hatte gestern wirklich die falschen Stichworte und vor allem die falsche Kinderseite im Hinterkopf.
    Jetzt kann ich noch mal gut Hintergrundwissen sammeln :)

  10. Kasulja
    Am 13.02.2015 um 13:29:22 Uhr [Link]

    Wenn du schon der Meinung bist, dass Tragen von Indianerkostümen gleich eine kulturelle Aneignung darstellt, dann muss dieser Gedanke aber für alle gelten, auch für Nonnen, Bayer etc.
    Was du nämlich machst, ist keinen allgemeinen Grundsatz aufstellen, sondern das Tragen von zB Indianerverkleidung mit deren Geschichte zu verbinden und daraus ein No Go abzuleiten. Für mich aber nicht zweckdienlich, denn Kinder zB verbinden eben diese Geschichte nicht mit den Indianern, sondern vor allem positives, wie Bewunderung für sie, Schönfinden der Kleidung, positive Bewertung von Grundsätzen wie Mut, Stolz, „Indianer kennt keinen Schmerz“.

    Wenn, dann sollte es für alle gelten und naja, dann kann es leicht als lächerlich angesehen werden.

    Im Zweifelsfall ist das Problem eh woanders: Diese Kinder sind keine Diskriminierer und verbinden mit dem Tragen auch keine Gedanken, die irgendwie Rassismus fördern würden. Noch werden echte Symbole missbraucht, Auktionen mit echten Indianerschädeln zB ist viel problematischer.

    Es ist mal wieder ein Kampf auf einem Nebenschauplatz, ohne dass Rassismus wirklich verhindert wird. Der Alltagsrassimus ist woanders. Aber gut, solange sich um Rassismus von einfachen Faschingskostümen gestritten wird,kann es ja nicht so schlimm sein *ironie off*
    Ich wünsche mir wirklich, dass Menschen, die was tun wollen für die Gesellschaft ihre Energie nicht an so einem Mist verschwenden würden…

    • Distelfliege
      Am 13.02.2015 um 14:01:25 Uhr [Link]

      let me paraphrase:
      „Es muss auch für Nonnen, Bayer etc gelten“ = „ich habe den Text nicht verstanden, besonders nicht die Stelle, an der ausgeführt wird, dass Bayern in Deutschland keine diskriminierte Minderheit sind und Nonnen in christlich geprägten Gesellschaften auch nicht“.
      „Denn Kinder zB verbinden eben diese Geschichte nicht mit den Indianern, sondern vor allem positives“ = „Die Kinder von American Natives sind mir völlig egal, und was diese damit verbinden, ist mir noch egaler. Es zählt nur, was deutsche, weiße Kinder damit verbinden. Die Links zu Blinde Kuh habe ich nicht angeklickt und auch nicht gelesen.“
      „Wenn, dann sollte es für alle gelten und naja, dann kann es leicht als lächerlich angesehen werden.“ = „Ich habe mit meinem Kommentar das Ziel, dein/euer Anliegen lächerlich zu machen.“
      „Diese Kinder sind keine Diskriminierer und verbinden mit dem Tragen auch keine Gedanken, die irgendwie Rassismus fördern würden.“ = „Ich finde es in Ordnung, Handlungen, die Erwachsene aus guten Gründen unterlassen sollten, von unmündigen Kindern ausführen zu lassen.“
      „Es ist mal wieder ein Kampf auf einem Nebenschauplatz, ohne dass Rassismus wirklich verhindert wird.“ = „Was Rassismus ist und was ein Nebenschauplatz ist, definiere natürlich ausschließlich ich als Weiße. Ich bin schließlich die Expertin dafür.“
      „Ich wünsche mir wirklich, dass Menschen, die was tun wollen für die Gesellschaft ihre Energie nicht an so einem Mist verschwenden würden…“ = „Es ist mir sehr wichtig, daß die Mehrheitsgesellschaft in ihren Diskriminierungsgewohnheiten nicht in Frage gestellt oder sonstwie gestört wird. Das ist für mich kein „Mist“ und es gibt momentan für mich offensichtlich auch nichts Wichtigeres“.

      Gruß von Ihrer freundlichen Übersetzungshilfe
      :D

      • ella
        Am 13.02.2015 um 14:04:46 Uhr [Link]

        *tränenlach* :-D

      • DerTyp
        Am 13.02.2015 um 14:31:46 Uhr [Link]

        Danke für die Bestätigung ihres krankhaften Weltbildes. Sie haben nichts verstanden…

      • Kasulja
        Am 13.02.2015 um 16:19:06 Uhr [Link]

        Joa, man kann einem auch alles verdrehen.

        Du schreibst ja eben: Man darf alles anziehen, solange die Gruppe nicht irgendwie diskriminiert wird, dann ist es nicht diskriminierend.
        Diesen Ansatz finde ich eben unkonsequent: Denn wenn es diskriminierend ist, sich der Kleidung einer anderen Gruppe/Kultur etc. zu bedienen, dann muss es eben für alles und jeden gelten, unabhängig von ihrer Stellung in der Gesellschaft. Zumal nicht jede Nonne nicht diskriminiert wird und es durchaus zB in der DDR Diskriminierung von Religion gegeben hat.

        Und ja- es macht eben einen Unterschied, zu bewerten, ob etwas diskriminierend ist, in welchem Kontext was wie getan wird. Es macht einen fucking Unterschied, ob ich mir mein Gesicht schwarz anmale, weil ich mich über Schwarze lustig machen will oder ob mein Kind ein indianderkostüm tragen will, weil er Indianer cool findet.

        Außerdem können sich auch Ansichten/Bilder über diskriminierte Gruppen ändern. Das Tragen von Indianerkleidung zum Karneval kann eben auch positiv besetzt sein. Das muss man einfach mal zur Kenntnis nehmen.

        Letztendlich muss man sich fragen, wieweit man es damit treiben will:

        Lässt man es zu, dass in gewissen postiven Kontexten das Tragen von Indianerkostümen möglich ist, wie zB Kinder an Karneval,
        aber eben nicht der Handel mit echten Indianerrelikten etc, das Blackfacing im Theater, Produktnamen wie „Negerkuss“ etc.
        oder ist man der strikten Meinung, dass im Zweifel nur die Meinung der betroffenen Gruppe zählt, wobei die Frage ist,ob alle Indianer dagegen sind, dann MUSS es auch für alle Gruppen gelten,
        denn dann kann der Maßstab nur sein, dass ich mich keiner anderen Kultur als meiner eigenen bedienen darf, unabhängig davon ob diese Kultur diskriminiert wird/wurde.

        Ich würde mal behaupten, dass es eine Art „Spielen“ mit anderen Kulturen immer gegeben hat und man das auch durchaus positiv betreiben kann, zumal Karneval etwas sehr symbolhaftes, deutsches eigenhaftes ist und es letztendlich Null Aussage hat, ob das Kind Rotkäpchen, Polizist, ne Blume oder eben Indianer ist.
        Die Frage ist doch, wo Rassismus anfängt. Und tut er das dort tatsächlich?
        Wenn deiner Meinung nach ja, dann auch für alle Kulturen/Gruppen, denn du bestimmt es ganz bestimmt nicht, ob Nonnen so diskriminiert werden oder nicht, wenn ich das auch nicht bestimmen kann.

      • Distelfliege
        Am 13.02.2015 um 17:07:07 Uhr [Link]

        Liebe_r Kasulja.
        Du bekommst jetzt, obwohl du offenbar zu faul bist, die Links in Jasnas und Ellas Text mal anzuklicken und dich ein wenig einzulesen, das Wichtigste nochmal zum Mitschreiben ausbuchstabiert.

        „Diesen Ansatz finde ich eben unkonsequent: Denn wenn es diskriminierend ist, sich der Kleidung einer anderen Gruppe/Kultur etc. zu bedienen, dann muss es eben für alles und jeden gelten, unabhängig von ihrer Stellung in der Gesellschaft“

        Denkfehler: Die Kleidung einer anderen Gruppe per se anzuziehen, ist nicht diskriminierend. Sondern eine Gruppe als minderwertige Menschen hinzustellen, deren Kultur unterentwickelt sei, während dies als Begründung dient, warum man ihr Land, ihre Ressourcen, ihre Freiheit nimmt. Das ist Kolonialismus, Rassismus, Diskriminierung. Bei diesem Vorgang des Wegnehmens werden auch Kulturgüter genommen. Das faire Austauschen von Kulturgut zwischen gleichberechtigten Gruppen, ohne diesen Prozess, ist keine Diskriminierung.

        „Es macht einen fucking Unterschied, ob ich mir mein Gesicht schwarz anmale, weil ich mich über Schwarze lustig machen will oder ob mein Kind ein indianderkostüm tragen will, weil er Indianer cool findet.“

        Der Unterschied liegt jetzt genau.. wo? In der guten Absicht.
        Absicht ist nicht unwichtig, ja. Aber gute Absicht ist kein magischer Zauber, der alles okay macht. Wenn mir jemand unabsichtlich auf den Fuß tritt, tut es doch genauso weh. Der Unterschied ist doch, wenn es keine Absicht war, und ich sage „Au, das tut weh“, dann wird die Person von meinem Fuß runtergehen. Jasna und Ella erklären, wieso es Menschen verletzt, wenn „Indianerkostüme“ als Faschingsverkleidungen benutzt werden. Wenn die Absicht also gut ist, wieso hören die Leute dann nicht einfach damit auf? Wieso muss es sein, auch noch in einem äusserst aggressiven Tonfall, herumzuschrei(b)en: „War keine Absicht! Natürlich mach ich so weiter! Weil ist ja gut gemeint! Und jetzt Schnauze!“
        Merkste selber?

        „Das Tragen von Indianerkleidung zum Karneval kann eben auch positiv besetzt sein. Das muss man einfach mal zur Kenntnis nehmen.“

        Der nächste Punkt, neben der guten Absicht, ist also, dass die Gruppe, die man portraitiert, verehrt wird, statt verhöhnt. (Positiv besetzt). Den beiden Dingen ist gemeinsam, dass es immer die dominante Mehrheitsgesellschaft ist, die die Bilder bestimmt und füllt (mit positiven oder negativen Inhalten), die von der Minderheit existieren. Die Minderheit wird nicht gefragt. Und da sie in einer unterdrückten Position ist, hat sie auch nicht die Macht, dagegen vorzugehen. Das meiste des „positiven“ Kultes um die American Natives hat in Deutschland zweierlei Geschichte, von denen zumindest die Hälfte richtig bedenklich ist.
        a) Die DDR sagte: Der Feind des Klassenfeindes ist mein Freund, deshalb sind die American Natives was Tolles. Sie werden in den USA unterdrückt, also hat die DDR sie lieb.
        b) Die „Rassenkunde“ der Nazis stufte die American Natives als quasi fast schon arisch, edel und besonders wertvoll ein. Diese Schreibweise ist auch viel bei Karl May zu finden, der in der damaligen Zeit schrieb, (vor der Machtergreifung) als „Rassenkunde“ einfach wissenschaftlich „in“ war. Ganz viel der positiven Bilder von Native Americans in Deutschland kommt auch aus dieser Ecke, zumal es auch sein kann, dass die DDR in ihrer Positivwertung auch einfach vorhandene positive Bilder in der deutschen Kultur weiterschrieb.
        Für mich gehört zum „positiven Werten“ eben auch dazu, sich respektvoll MIT den Menschen auszutauschen, und sich nicht über ihre Köpfe hinweg romantische Klischees aus brauner Vergangenheit fortzuführen. Ein „die sind Alle so..“ ist auch dann problematisch, wenn nach dem „so“ etwas Positives kommt.

        oder ist man der strikten Meinung, dass im Zweifel nur die Meinung der betroffenen Gruppe zählt, wobei die Frage ist,ob alle Indianer dagegen sind, dann MUSS es auch für alle Gruppen gelten,

        Auch hier ist es keine Frage von Quantität. Wir machen hier keine Umfrage a la „70% der American Natives befürworten das Unterlassen von „Indianer“kostümierungen“. Mit dieser Behauptung wertest du auch die Argumente in dem Text ab. Du meinst also, wir sollten „strikt die Meinung der Gruppe befolgen“, inhaltliche Argumente würden ja nicht zählen, nur die Zugehörigkeit. Aber: doch, genau diese zählen. Und diese existieren. Und sie leuchten ein. Sie überzeugen. Deshalb raten Jasna, Ella und auch ich: Den Betroffenen zuhören! Nicht weil sie einfach nur Betroffene sind, sondern weil sie Expert_innen für sich und ihre Situation sind, und entsprechend fundiert sind auch ihre Argumente.
        Deine dagegen offenbaren, dass du hier deine Stehgreif-Auffassung vertrittst. Dein gutes Recht. Aber standhalten kann das in einer Diskussion mit Leuten, die sich mit dem Thema länger beschäftigt haben, einfach nicht. Sorry. Aber dem kann ja abgeholfen werden: Informiere dich.

  11. tingeltangel obo
    Am 13.02.2015 um 13:31:51 Uhr [Link]

    @sahayana: wenn sich hier ein kind als „indianer“ verkleidet, wird der weiße mainstream sich erst empören, wenn dies jemand kritisiert. wenn sich jemand als nonne oder mönch verkleidet, kann dies im zweifel den verlust des arbeitsplatzes bedeuten, wenn dieser z.b. an einer christlichen schule, krankenhaus (…) ist. du verkennst das reale machtgefälle. dieses ist auch global gegeben. ich finde es gut dass du dir eigene gedanken machst, aber an diesem punkt würde ich dir empfehlen, dich noch einmal tiefgreifender mit rassismus / kolonialismus auseinander zu setzen.

  12. Bee
    Am 13.02.2015 um 14:10:41 Uhr [Link]

    Vielen Dank für den tollen Artikel an Euch!!
    Die Kommentare hier belegen nur, dass noch eine Menge zu lernen ist.

    „Indianer kennen keinen Schmerz“ – *kopfschüttel* – ist für mich die Vorstufe zu „flink wie Windhunde, zäh wie Leder und hart wie Kruppstahl“.
    Wer so etwas noch immer Kindern beibringt, hat nichts begriffen. Solch eine Haltung sollten wir längst überwunden haben.

    • Tugendfurie
      Am 13.02.2015 um 15:49:43 Uhr [Link]

      Der Spruch mit dem Schmerz im historischen Zusammenhang (also dem Genozid an Natives) gelesen und dir wird nochmal mehr übel. Deine Assoziation mit Nazisprech ist leider sehr naheliegend.

  13. Mama arbeitet
    Am 13.02.2015 um 15:00:46 Uhr [Link]

    Interessant zu lesen, gut geschrieben und sauber argumentiert, ich nehme die Denkanstöße mit. Aber meinen Kindern zu sagen, sie dürften sich nicht verkleiden, als was sie möchten, ginge mir zu weit. ich kann ihnen erklären, dass der Indianer zu Fasnacht mit dem echten wenig zu tun hat, und dass den Native Americans Unrecht geschah (aber das wissen sie, es kam eh schon zur Sprache.)

    Wobei ich persönlich Fasnacht sowieso anstrengend und überflüssig finde – es ist mir höchstens als historisches Brauchtum mit „Häs“, also handgenähten besonderen Kostümen und Masken ein Fest.

    Viele Grüße,
    Christine

  14. Claudia
    Am 13.02.2015 um 15:34:26 Uhr [Link]

    Ich schließe mich „Mama arbeitet“ an. Wie du schon schreibst, hat das „Indianer“Kostüm recht wenig mit der Wirklichkeit zu tun. Das ist mit diesem Kostüm so, wie mit allen Faschingskostümen. Für die Kinder geht es darum, in eine Phantasiewelt einzutauchen. Und das ist für mich ok. Eine qualitativ hochwertige Kita würde das Thema auch mit ensprechender Literatur aufgreifen, da merken Kinder dann recht schnell, dass Yakaris Welt nicht real ist ;-)

    • Distelfliege
      Am 13.02.2015 um 16:15:49 Uhr [Link]

      Hi Claudia und Mama arbeitet, Ich würde euch beiden auch antworten, dass ich das auch völlig okay fände, wenn Native Americans Fantasiefiguren wären. Aber Ella und Jasna schrieben ja schon, dass es auch in Deutschland Kinder gibt, die Native Americans sind, und für die die gleichen Dinge, die da als Fantasiefigur-Accessoires benutzt werden, heilige Gegenstände sind, Gegenstände einer Kultur, deren Religion bis 1978 in den USA verboten war. (steht ja oben im Text). Eine Kultur, die ihre Eltern und Großeltern mit Prügel in Internaten ausgetrieben bekamen. Nachdem sie ihren Eltern gewaltsam weggenommen worden waren.
      Ich als Erwachsene wäre heute froh, wenn meine Eltern, als ich ein Kind war, die Informationen gehabt hätten, die es heute über das Thema gibt. Und wenn meine Eltern mir liebevoll erklärt hätten, warum das nicht geht und mir andere Kostüme vorgeschlagen hätten. Oder gar, wenn sie Native Americans kontaktiert hätten, die uns Kindern etwas wirklich spannendes über ihre Kultur vermittelt hätten.
      Was ja auch deine Idee für die „qualitativ hochwertige Kita“ ist, Claudia. Das finde ich sehr gut, und dann kombiniert mit Unterlassen von klischeehaftem Mummenschanz fände ich das genial, respektvoll und es ist einfach auch ein kleiner Schritt in eine weniger rassistische Zukunft für Alle.

      • bärchen
        Am 15.02.2015 um 13:33:02 Uhr [Link]

        Distelfliege,

        ich wollte dir bedanken, als Indianerin, die in Deutschland wohnt. es ist immer mir ziemlich peinlich wie viel über uns die meisten deutschen einfach nicht verstehen wollen. wir sind keine menschen, sondern nur „stereotypes,“ die alle stoisch sind.

        nochmal herzlichen dank <3

  15. Mühlenmeisje
    Am 13.02.2015 um 15:42:08 Uhr [Link]

    Danke, Ella, für wieder so einen gut durchdachten Artikel und die vielen Denkanstösse.

    Ich frage mich nur immer, wie Leute reagieren würden, wenn sie selbst diskrimiert würden und/oder mit Rassismus im Alltag konfrontiert würden.

    Nachdenkliche Grüße aus NL

  16. Meryem
    Am 13.02.2015 um 16:26:45 Uhr [Link]

    Interessanter Text. Irritiert hat mich aber folgender Absatz: „Wenn dich Native Americans interessieren und du diesen Kulturen deinen Respekt aussprechen willst, dann sieh dich nach Menschen aus diesen Kulturen um, sprich mit ihnen und höre ihnen vor allem zu. Vielleicht kannst du eine*n echte*n Native American für einen Vortrag in der Schule deines Kindes gewinnen?“ — „Echt“ finde ich im Zusammenhang mit kultureller Zugehörigkeit (die sich ja bei den meisten Menschen aus mehreren Aspekten zusammensetzt) einen ganz schwierigen Begriff.

    Auch „sieh Dich nach Menschen aus diesen Kulturen um“ gefällt mir nicht so richtig – denn selbst wenn man Menschen aus einer bestimmten Kultur zu „sehen“ glaubt, heißt das nicht automatisch, dass sich diese Menschen als Botschafter ihres kulturellen Erbes empfinden und das auch vermitteln möchten. Ich denke, dass bspw. gerade Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland es häufig als Belastung empfinden, als „echte“ Vertreter einer anderen Kultur exotisiert zu werden.

    • Tugendfurie
      Am 13.02.2015 um 16:47:48 Uhr [Link]

      „Echt“ war jetzt natürlich als Gegensatz zu „verkleidet“ gemeint. Sonst glauben Leser*innen noch, sie sollen sich einen Profischauspieler in Verkleidung zur Infoveranstaltung holen.
      Natürlich sind diese Menschen nicht verpflichtet, uns ihren Hintergrund zu verdeutlichen. Ich kenn das als Nicht-Weiße selbst, wie nervig Fragen sind. Ich hab jetzt vorausgesetzt, dass die Leute vorher gefragt werden, ob sie bereit sind, aus ihrer Kultur zu erzählen. Aber vermutlich hast du recht und das kann nicht vorausgesetzt und muss extra betont werden.

      • Distelfliege
        Am 13.02.2015 um 17:14:05 Uhr [Link]

        Ich finde auch, dass das leider ein Problem ist, und nicht vorausgesetzt werden kann. Könnt ihr stattdessen schreiben, dass es Vereine, Institutionen und Botschafter_innen der Kulturen gibt, die angesprochen werden wollen und können, an die sich gewendet werden kann? Z.B. die NAAoG e.V. und analog gibts ja auch andere Initiativen.

  17. irkabeate
    Am 13.02.2015 um 16:56:50 Uhr [Link]

    Ein sehr guter Artikel, sauber recherchiert und für alle recherchefaulen mit soviel tollen Links garniert, wunderbar :)

    Und ja, die Person, gegen die Rassismus läuft, entscheidet über Rassismus. Genauso die Personen, die unter Sexismus leiden, entscheiden, genauso wie die Person, die gemobbt wird, entscheidet, ob es für sie Mobbing ist…
    und nicht irgendwer, dem/der eine Auseinandersetzung zu anstrengend ist. Und der/die das Privileg hat, das Thema auch ausblenden zu können.

    meine fünf cent

    irka

  18. Teresa
    Am 13.02.2015 um 19:26:31 Uhr [Link]

    Neee, das überzeugt mich alles nicht, da inkonsistent.

    – Was ist mit Yoga? Warum dürften eigentlich Europäer, Amerikaner und überhaupt die ganze Welt Asanas machen, Mantras singen und T-shirts mit kleinen Om-Symbolen drauf tragen? Wenn DAS nicht die Übernahme von Attributen und Ausdrucksweisen einer fremden Kultur ist, weiß ich auch nicht. (Heißt natürlich auch, dass sich kein Mensch außerhalb Europas jemals zum Katholizismus bekehren darf, da kulturelle Aneignung übelster Art.)

    – Was ist mit umgekehrt? Nehmen wir an, die indische Mittelschicht trägt nicht mehr Sari, sondern Jeans. Ist das nicht eine extreme kulturelle Aneignung eines Kleidungsstils, der aus dem Westen kommt? Oder darf auch der übelste indische Mittelschichtkapitalist westliche Mode tragen, weil er einen Bonus als ehemaliges Opfer der Kolonialherrschaft in 3. Generation hat?

    – Was ist mit Chinarestaurants? Das Essen einer anderen Kultur zu essen, das ist doch auch kulturelle Aneignung. Und nochdazu brächte man, wenn man aus Gründen der political correctness und des Respekts vor der fremden Kultur nicht mehr ins Chinarestaurant ginge, die chinesischen Besitzer um ihr Einkommen. Eine moralische Zwickmühle.

    – Was, wenn das Indianerkostüm auf einem USA-Urlaub in einer indianischen Navajo community hergestellt wurde und zu einem fairen Preis dort gekauft wurde UND das zu verkleidende Kind NICHT als „Indianer“ ginge, sondern als „Navajo“? Und vorher genügend Hintergrundwissen vermittelt bekam, um zu wissen wen es genau darstellt?

    Das Ganze ist so ungemein hanebüchern und beruht m. Erachtens einerseits auf dem Selbsthass von Leuten, die blöderweise nicht als unterdrückte Minderheit geboren wurden und sich vor schlechtem Gewissen gar nicht retten können und auf lauter Unterscheidungen, die einfach willürklich gesetzt und nicht haltbar sind. Warum darf ich mich als Wikingerin verkleiden und nicht als Indianerin? Weil sich böse Europäer von anderen bösen Europäern nichts widerrechtlich kulturell aneignen können? Come on…Warum ist Olivenöl okay? Ein klassisches Produkt imperialistischen Kulturaustausches, DANKE, Römer. Warum trinken Leute, die ihre Kinder nicht als Indianer verkleiden wollen, Kaffee? Ist Kaffee nicht Ausdruck und Teil einer fremden Kultur? Oder trinken wir schon so lange Kaffee, dass er irgendwie auch Teil unserer Kultur geworden ist? Aber gilt das dann nur für deutschen Filterkaffee und europäisch-imperialistischen Latte Machiato, aber nicht für türkischen Kaffee (womöglich im Stielkännchen serviert!). Und wenn es eine Frage des Zeithorizontes ist, warum reicht dann nicht eine Tradition von mehreren hunderten Jahren, sich im Fasching als irgendwas zu verkleiden, auch als Indianer? Und warum tragen politisch korrekte Menschen gerne Dreadlocks und Ethnostil und fackeln Räucherstäbchen ab und das ist dann okay? Neee…sorry, Leute. Nicht sehr überzeugend.

    • ella
      Am 14.02.2015 um 08:07:05 Uhr [Link]

      Das heißt, du kannst eine weiße Person, die über Rassismus schreibt nur dann ernst nehmen, wenn sie auch ansonsten zu 100% absolut unfehlbar ist, ein ethisch und moralisch absolut anstandsloses Leben führt? Und weil ja klar ist, dass niemand das leisten kann, braucht man eigentlich auch gleich gar nicht versuchen, auf irgendwelche Missstände aufmerksam zu machen, oder Rücksicht auf von Diskriminierung Betroffene zu nehmen? Entweder 100% oder gar nicht, weil 20, 50 oder 80% nichts bringen? Sorry, das ist was, was ich nicht sehr überzeugend finde.

      • Teresa
        Am 14.02.2015 um 09:38:06 Uhr [Link]

        Nein, niemand kann 100% irgendwas durchführen, wir leben in keinem luftleeren Raum. Es bleibt immer ein Streben nach etwas mehr und etwas besser – egal, ob man jetzt ein Christ ist oder ein Vermeider von Plastik. Aber WENN ich mich schon einer Ideologie verschreibe, dann doch einer, die in sich halbwegs schlüssig ist.

        Dass man das N-Wort nicht verwendet – bin dabei; dass man Pippi Langstrumpfs Vater in“Südseekönig“ umbenennt – okay. Meinetwegen sogar das ominöse Zigeunerschnitzel umbenennen, who cares.

        Aber dieses Konzept der „kulturellen Aneignung“ ist einfach nur so schwammig und in sich nicht schlüssig (Warum Yoga, aber nicht Indianerkostüm? Warum Kaffee? Warum Chinarestaurant, aber nicht Bindi?), dass ich darauf keine geistige und seelische Energie verschwenden werde.

      • Ramona
        Am 14.02.2015 um 11:14:13 Uhr [Link]

        Doch. Auch Yoga. Aber hier ging es gerade um Fasching & Indianerverkleidungen. Alles andere sprengt doch den Rahmen für die Sache, um die es eigentlich geht. Ich sehe das Beispiel Indianer auch nur stellvertretend. Es regt an, sich mal Gedanken zu machen, wo das noch alles zutrifft.

  19. Wachkatze
    Am 13.02.2015 um 21:04:38 Uhr [Link]

    Tja, das sollte eigentlich logo sein.
    Eigentlich…

    Kenn das Spielchen auch aus unzähligen Gesprächen.
    Allerdings aus der Sicht des „Living History“ Menschen, der mal wieder üüüüberhaupt nicht begeistert ist, wenn die Faschingskostümträger auf einer historischen Veranstaltung aufschlagen…

    Und dann kommt der kurze gedankliche Sprung beiseite…
    Moment!
    Wenn ich mich schon durch diese Faschingsritter und Burgfrolleins so verar….t fühle.
    Wie geht es dann den/die Mitmenschen deren kulturelle Indentität(Geschichte, Traditionen, Religion etc..) ausgeschlachtet wird?
    Eigentlich klaro, das sie sich ebenfalls verar…t fühlen.
    Und spätestens nach diesem Gedanken, sollte es klar sein.

    Einfach sein lassen!

    LG
    Wachkatze

  20. SuessesMaeusschen
    Am 13.02.2015 um 21:55:17 Uhr [Link]

    Alles richtig.
    Nur darf sich dann in der Tat niemand „als Frau“ verkleiden, schon gar nicht zum Zwecke des Lächerlichmachens im Zuge von Travestie, denn Frauen* gehören zu einer marginalisierten und diskriminierten Gruppe. Auch Hexen sind tabu, denn sie verweisen auf eine mörderische, sexistische Praxis aus dem Mittelalter.

  21. Nathalie
    Am 13.02.2015 um 21:55:21 Uhr [Link]

    Danke – ich kann das nur unterstreichen! Ich sah mich im selben Dilemma wie Du und dachte schon, ich reagiere irgendwie hysterisch, was mir einige im Bekanntenkreis nämlich unterstellten. Mein Sohn fand es nämlich auch toll, ein Indianerkostüm wie in einem Buch zu haben und ich habe ihm den Wunsch abgeschlagen. Ich fand es nämlich auch rassistisch und nicht angebracht. Dabei ist mein Mann halb Südamerikaner und meine Jungs sehen beide sehr lateinamerikanisch aus, sprich mit einem indigenen Einschlag. Meine Begründung, die Deiner sehr ähnlich ist, konnten viele einfach nicht nachvollziehen. Schade. Umso mehr freue ich mich über Deinen Text und die vielen positven Kommentare, die Du dazu erhalten hast!

  22. Anke
    Am 13.02.2015 um 21:57:15 Uhr [Link]

    Ich habe meine Kinder, als sie klein waren, mit meiner Begeisterung für „Indianer“ angesteckt. Hatte viele autobiografische Bücher darüber gelesen und mir ein klares Bild über deren vorbildliches Gemeinschaftsgefüge und ihre Lebensweise, gemacht. Über kurz oder lang wollten meine Kinder dieses Leben dieser amerikanischen Ureinwohner nachleben und haben Tipis, Kopfschmuck oder Stickereien selbst versucht zu kreieren. Sie übten Anschleichen und das Baden in kalten Seen – sie wollten Fleisch über dem Feuer rösten – und dann natürlich als „Indianer“ zum Fasching gehen.
    Kann ich verstehen – sie wollten ein Mal im Leben ein Indianer sein… Rassismus? Ist für mich was anderes.

    • distelfliege
      Am 14.02.2015 um 02:25:41 Uhr [Link]

      um welche nation handelt es sich denn?

    • bärchen
      Am 15.02.2015 um 13:41:21 Uhr [Link]

      Welche Bücher waren die denn?

  23. claudia
    Am 13.02.2015 um 22:02:48 Uhr [Link]

    Der Text ist ein interessanter Denkanstoß. Zum Glück hatten wir das Thema noch nicht, mein Sohn hat mit karneval nichts am Hut bis jetzt. Dennoch frage ich mich, inwiefern wir das beurteilen können. Ich würde gerne von einigen Native Americans selbst die Meinung dazu wissen, ob sie es tatsächlich diskriminierend finden, wenn sich Kinder an Karneval als Indianer verkleiden. Was ich außerdem nicht ganz verstehe, wann kulturelle Aneignung als diskriminierend einzuordnen sein soll. Wir verbringen z. B. im Sommer zeit im Tipi, weil das eine tolle Erfindung ist und man Feuer darin machen kann. Ich trage Dreadlocks, weil ich es schön finde und es zu meinem Lebensstil passt. Wenn man sich also von den Ideen und Erfindungen anderer Kulturen etwas abschaut, ist das nicht viel mehr ein Austausch, ein Weiterentwickeln, als Diskriminierung? Wenn wir uns als Weltbürger betrachten und frei, dann sind wir doch auch frei, Bräuche anderer Kulturen zu adaptieren? Damit zollt man ja auch einen gewissen Respekt.

    • Bee
      Am 14.02.2015 um 00:47:15 Uhr [Link]

      1. Bitte den Artikel oben nochmal lesen.

      2. Zu den Dreadlocks mal bei der Mädchenmannschaft lesen:
      http://maedchenmannschaft.net/schwarze-widerstandssymbole-auf-weissen-koepfen/

    • Annette Kübler
      Am 14.02.2015 um 07:47:49 Uhr [Link]

      liebe anke, ich lese gerade „eine amerikanische geschichte“ von howard zinn. dort lerne ich viel über die geschichte und die details des völkermords an den menschen, die in amerika lebten, bevor kolumbus und die siedler den kontinent eroberten.
      frage mich tatsächlich, was eine solidarität mit den wirklichen überlebenden dieses völkermordes bedeuten würde.
      sicherlich nicht ein romantisches nachspielen einer verklärten vergangenheit. sicherlich erst mal ein tieferes verstehen der geschichte und der zusammenhänge mit meiner eigenen. hab viele fragen. unter anderem wie es sein kann, dass wir völkermord cool finden. find ich ziemlich kompliziert.

  24. Anke
    Am 13.02.2015 um 22:32:38 Uhr [Link]

    Rassismus wäre es für mich, wenn ich meinen Kindern vorleben würde, dass Indianer gehasst werden müssten. Allerdings – logischer Schluss – würden sich meine Kinder auch nicht als Indianer verkleiden wollen. Weiterhin logischer Schluss – wollen sich Kinder als Indianer verkleiden, weil sie Indianer cool finden. Etwas cool zu finden ist für mich kein Rassismus!

    • Semilocon
      Am 14.02.2015 um 21:19:28 Uhr [Link]

      Nur findet man eben eine sehr künstliche, stereotype Version davon cool. Würdest du dich freuen, wenn du in einem fremden Land bist und dir alle vorschwärmen, wie toll sie Deutschland finden wegen der Lederhosen, die die Leute hier ja alle tragen? Das wäre doch eher unangebracht und würde dich evtl n bisschen aufregen, oder? Da würdest du dann sagen, dass das ja so nicht stimmt und dann würde dir entgegnet, aber wir finden das doch nur cool, das ist ja nicht diskriminierend. Doch, ist es.

    • Elise
      Am 15.02.2015 um 02:03:28 Uhr [Link]

      V.a. ist es aber nicht relevant, was für Dich oder mich Rassismus ist, wenn Du wie ich nicht Opfer von Rassismus bist.

      Das ist vermutlich das, was den Großteil der in einigen Kommentaren auf dieser Seite spürbaren Aggression triggert: Der Entzug der Deutungshoheit. Newsflash: Das ist das, was man als nicht-weiße Person in einer weißen Mehrheitsgesellschaft tagtäglich erlebt. Nicht schön. Wird durch Gewöhnung übrigens nicht schöner.

  25. Bestrickend Umgarnt
    Am 13.02.2015 um 23:36:14 Uhr [Link]

    Danke für den tollen Text, liebe Ella und liebe Jasna! Wegen Texten wie diesem lese ich diesen Blog (unter anderem) so gerne.

    Dieser latente Verkleidungsrassismus stößt mir auch jedes Jahr bei Karneval und co wieder auf – aber darüber mit Leuten zu diskutieren ist leider ungefähr genauso schwierig wie die Diskussion über rassistische Sprache (siehe N-Wort-in-Kinderbüchern-Debatte, etc.).

    Liebe Grüße, M.

  26. Eilanah
    Am 14.02.2015 um 00:27:09 Uhr [Link]

    Wow ich bin echt von den Socken so einen guten Artikel find ich echt klasse der sollte mal bei Spiegelonline stehen
    Ich finde es sehr anmaßend wenn ich mich als privilegierte Weiße als native verkleide damit sage ich es ist toll und cool das ist genauso wie wenn ich mich als Rollstuhlfahrerin verkleide wenn ich Rollstuhlfahrern Respekt zollen will dann red ich mit Ihnen und setz mich nichz auch in den Rollstuin
    Danke Ella und Jasna für den tollen Artikel

  27. axaneco
    Am 14.02.2015 um 01:11:16 Uhr [Link]

    Was ist Rassismus? Und wer definiert das? Nach eurer Definition ist Rassismus, wenn Kinder sich als Indianer verkleiden. OK, das kann man so sehen, ist eure Meinung. Ich teile sie nicht. Ich halte den Maßstab für verschoben, weil er anderen, meiner Meinung nach schwerer (oder überhaupt schwer) wiegenden Rassismus relativiert: Leute werden in der Bahn von der Polizei kontrolliert wegen ihrer Hautfarbe, Leute bekommen keinen Job wegen ihrer Hautfarbe usw. Dagegen – meine Meinung – ist es unangemessen, die Tatsache, dass Kinder sich als Indianer verkleiden wollen, auf dieselbe Stufe zu stellen.

    Mit anderen Worten: Sind (zum Beispiel) in Deutschland veranstaltete Holifeste (Eintritt 15,- EUR + VVK) rassistisch?

    • Tugendfurie
      Am 14.02.2015 um 12:41:35 Uhr [Link]

      Alltagsrassismus ist in all unseren Köpfen und zeigt sich in verschiedenen Dingen. Genau in denen, die du beschrieben hast. Wenn wir uns aber immer nur hinsetzen und sagen: „Da, die anderen! Sie sind ständig rassistisch!“, dann kommen wir nicht weiter. Alltagsrassismus zeigt sich eben im Alltag und auch im Alltag der meisten von uns.
      Was rassistisch ist, definieren die, die es betrifft und nicht irgendwelche andere. Und wir haben hier Stimmen sichtbar gemacht, die selbst Natives sind bzw. selbst aus rassismusbetroffener Perspektive geschrieben.

      Was das Holifestival betrifft: Guter Punkt. Genauso rassistisch. Da gibts auch nen guten Text.

      • axaneco
        Am 14.02.2015 um 14:30:37 Uhr [Link]

        OK, ich habe gelesen, dass die NAAoG sich von den deutschen Powwow-Hobbytänzergruppen distanziert hat, ich habe allerdings nirgends was dazu gefunden, dass sie Indianerverkleidung von Kindern rassistisch findet. Vielleicht hab ich was übersehen, kann sein. Aber vielleicht führt ihr hier auch eine Stellvertreterdiskussion, die in ihren Forderungen über das hinausgeht, was die eigentlich Betroffenen meinen. Kann auch sein.

        Wie auch immer, im Ergebnis wäre jeder Vater, jede Mutter, die ihren Kindern solche Verkleidungen erlaubt, wie auch jeder, der in Hamburg oder Berlin zum Holi geht (danke für den Link), jede weiße Frau mit Hennatattoos oder Bindi, sie alle wären dann Rassisten. Und zwar, das ist mir wichtig, *genau solche* Rassisten wie die, die meine indischen Kollegen in Deutschland in der Bahn kontrollieren und die Weißen auslassen.

        Fühlt sich für mich nicht richtig an. Ich halte diesen Ansatz für eine unzulässige Nivellierung qualitativ unterschiedlicher Verhaltensweisen. Und im Zweifel fühlt sich der Inder im Zug rassistisch behandelt (weil es ihn unmittelbar betrifft), aber eher nicht von der Tatsache getroffen, dass in der Stadt ein kommerzielles Holifest veranstaltet wird. (Das weiß ich natürlich nicht, aber ich werde mal nachfragen.)

      • Distelfliege
        Am 16.02.2015 um 16:41:18 Uhr [Link]

        Axaneco: Das wäre eben genau nicht das Ergebnis. Du ziehst falsche Schlüsse. Niemand hat gesagt „Diese Eltern sind Rassisten“ sondern „Diese Kostümierung ist rassistisch“. Da ist ein Unterschied.
        Was sich für dich also nicht richtig anfühlt, liegt nicht am Text, sondern an deiner Fehlinterpretation des Textes.
        Kannst du englisch?
        Hier gibt es ein tolles Video zu einem TedX Talk von Jay Smooth zum Thema „reden über Rassismus“.

  28. Bee
    Am 14.02.2015 um 01:26:08 Uhr [Link]

    Noch drei unsortierte Gedanken dazu:
    Was ist eigentlich aus der alten Weisheit (eher Tatsache) geworden – „aus Kindern werden Erwachsene“? Dein Kind, das sich heute als Indianer*in verkleiden, geht morgen auf das hippe Festival und sieht dann so aus:
    http://dansemacawbre.tumblr.com/post/51229418277/jen-mussari-currently-collecting-notes-for-a
    Und versteht die ganze Aufregung nicht, denn als Kind war’s im Karneval auch okay.

    Mich erinnert dieses „Cool-Finden“ und „Schätzen“ der Kultur der „Indianer“ an eine ältere Sendung von Quarks & Co, hier vorgelesen: https://www.youtube.com/watch?v=aoIaZDOhn8A

    An die Autorinnen: Ihr spielt doch Bingo, oder??!! http://cdn4.gurl.com/wp-content/uploads/2014/10/cultural-appropriation-bingo.jpg ;-)

    (Quelle: http://www.gurl.com/2014/10/16/cultural-appropriation-information/)

  29. Annette Kübler
    Am 14.02.2015 um 07:42:36 Uhr [Link]

    Danke für diesen wunderbaren Artikel. Ich liebe den sachlich-freundlichen und doch sehr klaren Stil. Ich hoffe, wir erreichen damit viele Menschen und werde ihn streuen und streuen und streuen. Bin seit Jahren fasziniert, dass dieser Völkermord so aus dem Gedächtnis verbannt werden kann – so effektiv und das exotisierende liebe nette „Indianerspielen“ das alles dominieren kann. Danke!!

    Dank auf für die Sammlung von links, hier sind noch zwei , die mir gut gefallen und die ich bei dir nicht fand.

    1) ergänzend etwas für die ohren zum theme (anlässlich des liedes „alle kinder lernen lesen“) : https://www.freie-radios.net/41017
    Die Sendung arbeitet sehr gut heraus, warum das Lied „alle Kinder lernen lesen“ rassistisch ist und macht exemplarisch verständlich, wie weiße Dominanz unbewusst unterrichtet wird …
    mit vielen spannenden Dimensionen:
    * wie Othering funktioniert: es wird nicht von der Normalität ausgegangen, dass die genannten Gruppen lesen lernen.
    * welche Auswirkungen es auf Kinder von eingewanderten Familien hat, zumal mit den dazu üblichen Bewegungen
    * die Melodie – sie ist Teil von antikolonialen Kämpfen – wird sich angeeignet und mit kolonialen Bildern gefüllt
    zum lesen : http://schaetzchen.blogsport.de/2011/05/09/einuebungen/

    2) link zu einer USA-talkshow: drei menschen of color mit je unterschiedlichen rassismuskritischen positionen im gespräch https://www.youtube.com/watch?v=EMGhnOa5eZU&list=UUI4KOWxnhaF6Vo1cMytOEuQ#t=327

  30. ella
    Am 14.02.2015 um 08:12:16 Uhr [Link]

    Danke für all eure Kommentare – ein kurzer Hinweis: da sich die Argumente und Inhalte nun anfangen, zu wiederholen, werden Kommentare zu Punkten, die bereits ausdiskutiert sind, nicht mehr freigeschaltet. Alle weiteren, sofern sie sachlich und nicht beleidigend sind, werden weiterhin freigegeben.

  31. TQ
    Am 14.02.2015 um 11:22:39 Uhr [Link]

    Tausend Dank für diesen überaus zitierfähigen, tollen, verständlich geschriebenen und ausführlichen Artikel.
    Wer es hiernach nicht schnallt, braucht noch ein bisschen Zeit, um sich mit den eigenen Privilegien mal gepflegt annen Tisch zu setzen und Tacheles zu reden. Die negativen Kommentare hier belegen nur, wie wichtig und gesellschaftlich höchstrelevant das Thema ist. So wenig Awareness hab ich schon lange nicht mehr auf einem Haufen gesehen.

    <3
    TQ

  32. juli.a
    Am 14.02.2015 um 11:40:03 Uhr [Link]

    Die Freiheit des einen endet da, wo die eines anderen beginnt.

    Oder: klar kannst du deine Freiheit, dich zu verkleiden, voll und ganz ausleben. Das ist dann aber rassistisch. AUCH wenn du das nicht rassistisch findest. Isso.

    Danke für den Artikel. <3

  33. Simone
    Am 14.02.2015 um 14:17:32 Uhr [Link]

    Danke für diesen gelungenen und konstruktiv anregenden Artikel! Habe ihn gerade auch bei Twitter geteilt. Mir gefällt vor allem diese Haltung:

    „Es geht hier aber nicht darum, irgendjemanden an den Pranger zu stellen – Alltagsrassismus ist in uns allen so tief verwurzelt, dass man sich oft gar nicht darüber bewusst ist, wenn man ihn ausübt. Es ist nicht schlimm, wenn man das an sich selbst feststellt – schlimm wäre, wenn man dann nicht versuchen würde, etwas daran zu ändern. Denn für die Betroffenen ist Alltagsrassismus weder harmlos noch witzig. Es macht also einfach Sinn, sich selbst in dieser Hinsicht immer mal wieder auf Viren und Trojaner zu überprüfen, die eigenen Denkmuster zu hinterfragen und gegebenenfalls zu ändern.“

    Nur in einem Klima von Angst- und Schuldfreiheit kommt es zu echter Gesinnungsänderung.

  34. Floyd
    Am 15.02.2015 um 21:12:31 Uhr [Link]

    Insgesamt ist das was du schreibst natürlich absolut nachvollziehbar. Manchmal geht es mir zwar etwas zu weit, aber ich kann das nachvollziehen. An einem Punkt wusste ich dann aber tatsächlich nicht mehr weiter. Du schreibst:

    Unter kulturelle Aneignung fällt z.B. wenn westliche Modeschöpfer*innen plötzlich das Bindi als Accessoire entdecken und weiße Menschen Dreadlocks tragen.

    Ich finde, dass du hier eine oder mehrere Dimensionen übersehen hast. Oder ich verstehe es einfach nur falsch ;) Ich nehme mal an, dass du nicht meinst, dass Menschen während dem Karneval Dreadlocks tragen. Weiße können übrigens Dreadlocks mit genau so viel Würde tragen, wie Schwarze. Oder Inder, wo die Dreadlocks ursprünglich herkommen. Sicherlich wolltest du von Dreadlockträger_innen schreiben, die die Frisur aus Modegründen tragen, oder? ;)

  35. Kishuna
    Am 15.02.2015 um 22:23:48 Uhr [Link]

    Vielen Dank für den Artikel! Super geschrieben und total überfällig.

    Ein Gedankenspiel: An alle die meinen „I…er“kostüme seien ok, würdet ihr eure Kinder auch als Juden verkleiden? So mit Kippa und Korkenzieherlocken usw? Für uns als Deutsche finde ich den Vergleich mit Juden manchmal ganz hilfreich weil wir was das angeht alle so hypersensibilisiert sind, dass es einem vielleicht mal vor Augen führt, das manche Dinge, die aus einer privilegierten Machtposition heraus getan werden einfach nur respektlos/rassistisch/diskriminierend und nicht ok sind. Nur dass für PoC irgendwie anscheinend immer noch andere Maßstäbe angesetzt werden.

  36. ella
    Am 16.02.2015 um 15:33:51 Uhr [Link]

    Liebe Leser*innen,
    herzlichen Dank für all Eure Kommentare. Da sich die neuen Kommentare mittlerweile wirklich immer nur noch wiederholen, sowohl die zustimmenden, als auch dir kritischen (und auch die beleidigenden, offen fremdenfeindlichen und anderweitig gänzlich aus dem Ruder laufenden), schalten wir momentan kaum noch eingehende Kommentare frei. Die meisten Kritikpunkte wurden (mindestens einmal) ausführlich besprochen; auf auch auf diverse Derailings in einigen Kommentaren sind wir ausführlich genug eingegangen, und auch die wiederholen sich gerade bloß. Viele der Kommentare derailen in sehr sachlichen, beinah freundlichen Worten; daher werden einige jetzt vermutlich nochmal zusätzlich angefressen sein, dass ihr Kommentar dennoch nicht veröffentlicht wird. Aber inhaltlich sind halt auch das fast alles klassische Entgleisungen. Wer mit dem Begriff immer noch nichts anfangen kann, der lese bitte nochmal ausführlich hier nach. Das ist übrigens eine Seite, die mir immer noch gute Dienste leistet, wenn es darum geht, meine Argumentationsreflexe zu hinterfragen. Der Raum für Derailings ist an dieser Stelle dieses Blogs aufgebraucht.
    Manche von euch nehmen mir die “ignorante Kackbratze” aus dem Nachwort übel – zurecht; ich nehme mir auch übel, dass ich damals so drauf war. Es geht dabei nicht darum, dass ich damals bloß eine andere Meinung hatte, als jetzt, oder dass alle, die eine andere Meinung vertreten als meine jetzige, “ignorante Kackbratzen” sind. Es geht um die mangelnde Bereitschaft, sich mit bestimmten Dingen auseinanderzusetzen. Das finde ich ignorant, und je nachdem, in welche Art Worte und Diskussionsverhalten das gepackt wird, ja, auch kackbratzig.
    Einige von euch, vielleicht sogar einige langjährige Leser*innen, dürften wir dauerhaft verärgert haben mit diesem Artikel. Aber glücklicherweise waren auch viele dabei, für die er ein Denkanstoß war. Letzteren Danke ich für ihre Offenheit und ihr ehrliches Interesse am Thema. Für erstere wünsche ich mir, dass sie vielleicht einfach nur ein bisschen mehr Zeit brauchen, um sich diese Offenheit zu erarbeiten.

  37. Ella
    Am 16.02.2015 um 21:25:32 Uhr [Link]

    Toller Artikel zu einem im Deutschsprachigen Raum kaum thematisierten Problem.
    An einigen Punkten stoße ich mich jedoch.
    Die Bezeichnung „First Nations“ gilt ausschließlich für Kanadische Natives, nicht für US Amerikanische. Das begrifflich hier einfach in einen Topf zu werfen ist nicht unbedingt sinnvoll, vorallem nicht, wenn man einen aufklärerischen Anspruch haben möchte.

    Zweitens: Hier wird eine sehr, sehr stark US Amerikanisch geprägte Sichtweise vertreten, die ich für wenig sinnvoll halte. POC als Begriff außerhalb der USA zu verwenden ist oft falsch und manchmal gar gefährlich, da es Strukturen auf Kulturen überträgt, in denen diese in der Form nicht existieren. Europas Rassismus unterscheidet sich fundamental von dem US Amerikanischen, warum also Terminologien verwenden die hier nicht unangepasst anwendbar sind?

    Dreads als kulturelle Aneignung zu bezeichnen ist schlicht falsch. Kulturelle Aneignung würden sie erst in Kombination mit der Übernahme von anderen Aspekten der Rastafaris. Dreads an sich sind lediglich Haare die so in diversen Kulturen vorkamen, somit ist eine kategorische Einteilung hier unangemessen.
    Ebenso sind Bindis an sich kein Teil einer geschlossenen Kultur – von religiöser/spiritueller Bedeutung und somit geschlossen sind nur sehr bestimmte Schmucksteine, nicht das Bindi an sich.
    Besonders die letzten Punkte sind mir sehr wichtig, weil der Text leider einen starken Beigeschmack von noble savage hat.

    • ella
      Am 17.02.2015 um 09:28:45 Uhr [Link]

      Danke für den Hinweis bzgl. der Bezeichnung; dem werde ich nochmal nachgehen und das dann ggf. korrigieren.
      PoC ist meines Wissens auch in Deutschland der Begriff, auf den man sich allgemein geeignet hat, weil es im deutschen Sprachraum keine bessere Alternative gibt.
      Die Sache mit den Dreads und den Bindis kann man differenzierter sehen, ja. Ich bin mir in dem Punkt auch immer wieder nicht sicher, wie ich es für mich einordnen soll. Nichts desto trotz finde ich es für Weiße nicht angemessen, sich der Coolness wegen mit Dingen zu schmücken, für die PoC nicht selten verachtet oder diskriminiert werden.

  38. sibylle
    Am 17.02.2015 um 01:17:43 Uhr [Link]

    Hallo! Danke für den Text – ich habe auch die weiterführenden Links gelesen und möchte mich abgesehen von einer Zustimmung inhaltlich nicht in die Debatte einbringen. Wie du gesagt hast, ist bereits alles gesagt (wenn auch nicht von jedem ;-).
    Was mich irritiert ist, dass du für Alltagsrassismen sensiblisierst und an anderer Stelle (ich bin eine recht neue Leserin und arbeite mich langsam zurück) so positiv von Waldorfschulen schreibst, auch meinst, du hättest Steiner gelesen. Mein Einwand dazu soll sich jetzt nicht auf der Ebene „Ha, ha, die tanzen Namen“ bewegen, sondern dass du so gar nicht auf z.T. esoterisch-rassistische Hintergründe der Steinerschen Lehre eingehst. Selbst wenn folgenden unguten Zitate aus dem Zusammenhang gerissen sind (in der Zusammenstellung sein müssen), lässt sich doch leicht überprüfen, ob tatsächlich aus Steiners Feder solche Grauslichkeiten stammen.
    http://www.humanistische-aktion.de/steiner.htm
    Vielleicht hast du ja einmal Lust, über deinen Zugang zu Waldorf einen ausführlichen Artikel zu schreiben. Oder wie du das mit Antirassismus unter einen Hut bringst. (Das sollte jetzt nicht wie ein Angriff klingen, ich lese nur gern deine Artikel und schätze, dass du so sensibel auf Diskriminierungen eingehst). Alles Liebe!

    • ella
      Am 17.02.2015 um 09:35:36 Uhr [Link]

      Einen ausführlichen Artikel zum Rassismus Steiners wird es (wahrscheinlich) eher nicht geben. Naürlich kritisiere ich Steiner wegen seiner kruden Ansichten in diesem Bereich, und auch wegen anderer Punkte seiner Weltanschauung. Bei der Entscheidung, meine Kinder trotzdem an eine Waldorfschule zu geben, spielen aber viele verschiedene Dinge eine Rolle. Bei „unserer“ Schule habe ich mich bereits erkundigt, wie mit Steiners Theorien dort umgegangen wird, und ich bin froh, dass man sich dort pädagogisch nicht mehr an uralten Texten orientiert.
      Soviel dazu, auch wenn es inhaltlich mit dem Indianerkostüm-Thema nichts zu tun hat.

  39. Episode 111: übelst Grippe | Die urbane Spinnstube
    Am 21.02.2015 um 17:05:10 Uhr [Link]

    […] davon. Ausserdem habe ich mich sehr viel über ein paar politische Themen unterhalten im Internet. Ella und Jasna haben einen Artikel über kulturelle Aneignung geschrieben am Beispiel von Indianerko…. Ich habe mich da auch engagiert, und danach einen Artikel über Dreadlocks veröffentlicht, den […]

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