Rezept der Woche: Mejadra.

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Heute habe ich nach Ewigkeiten endlich mal wieder ein Rezept für euch. Mejadra ist eins meiner absoluten Lieblingsgerichte, nicht erst seit Ottolenghis Jerusalem- Kochbuch*. So richtig geil schmeckt es zusammen mit einem sehr joghurtlastigen, minzigen Gurkensalat, den ihr wirklich unbedingt dazu machen solltet. Mejadra ist nicht nur superlecker, sondern auch günstig, und außerdem ganz einfach zu machen, braucht aber etwas Zeit. Aber auch das hält sich in Grenzen, wenn man die Zubereitung ein bisschen organisiert. Daher schreibe ich euch auch die Reihenfolge auf, in der ich die einzelnen Arbeitsschritte mache. Denn es wäre wirklich schade, wenn ihr euch vom vermeindlichen Aufwand davon abschrecken lassen würdet, Mejadra mal zu probieren.

 

Du brauchst für 4 Personen:

für das Reisgericht
250 g grüne oder braune Linsen (die ganz einfachen)
300 g Basmatireis
5 große Zwiebeln
ein paar EL Speisestärke
ca. 300-500 ml Sonnenblumenöl
2 EL Olivenöl
je 1 1/2 TL
– gemahlener Kreuzkümmel
– gemahlener Koriander
– gemahlener Zimt
– gemahlener Piment
1 TL Zucker
1/2 TL Kurkuma
Salz

für den Gurkensalat

1 große Salatgurke
500g Natur(soja)joghurt
Saft einer Zitrone
1 Knoblauchzehe, fein gerieben
1 EL getrocknete Minze und
1 EL feingehackte, frische Minze (ersatzweise Petersilie)
1/2 TL weißer Pfeffer
1 Msp. Chilipulver bzw. Cayennepfeffer
Salz

Evtl. Fladenbrot

Die Linsen in einen Topf geben und mit kaltem Wasser bedecken. Auf die heiße Herdplatte setzen und ab dem Moment, da die Linsen kochen, ca. 10-12 Minuten garen lassen. Anschließend absgießen, kalt überspülen und beiseite stellen.

Während die Linsen kochen, die Zwiebeln schälen, halbieren und in ca. 3 mm breite Halbringe schneiden. Einen tiefen Teller mit Küchenkrepp auslegen und neben den Herd stellen. Das Öl in einer großen, tiefen Pfanne ohne Beschichtung (!) oder einem unbeschichteten Topf erhitzen. Wichtig ist, dass das Kochgefäß groß genug ist, um später Reis uns Linsen gemeinsam darin zu garen, und dass es für diesen Topf oder diese Pfanne auch einen gut schließenden Deckel gibt, den brauchen wir später. Es ist außerdem wichtig, dass wirklich genug Öl in der Pfanne ist, damit die Zwiebeln fast schon darin schwimmen können. Deshalb muss es einerseits genug Öl sein, andererseits dürfen es nicht zu viele Zwiebeln pro Portion sein – der Boden des Gefäßes sollte mit Zwiebeln bedeckt sein, mehr aber nicht. Daher kann die benötigte Menge an Öl je nach Topfgröße variieren. Die Zwiebeln portionsweise in einen tiefen Telle geben und mit Speisestäre überstäuben, so dass alle Zwiebeln was abbekommen. Den Stiel eines Holzlöffels in das Fett halten: Wenn sich daran kleine Bläschen bilden, ist die richtige Temperatur erreicht. Die erste Portion Zwiebeln ins Fett geben und mit einer Schaumkelle gleichmäßig darin verteilen. Temperatur evtl. etwas runterstellen (ich bringe das Öl bei 6 von 6 auf die richtige Temperatur und schalte dann auf 4 von 6 runter). Die Zwiebeln goldbraun frittieren lassen und zwischendurch immer mal wieder mit der Schaumkelle durchschwenken. Wenn sie schön goldbraun und knusprig sind, mit der Schaumkelle herausheben, das Fett am Topfrand abfließen lassen und in den mit Küchenkrepp ausgelegten Teller geben. Auf diese Weise nach und nach alle Zwiebeln bestäuben und frittieren.
Die Zwiebeln auf diese Art selbst zu machen, gehört wirklich dazu. Bitte nicht durch gekaufte Röstzwiebeln ersetzen.

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Während die Zwiebeln so vor sich hin frittieren, kann man den Gurkensalat vorbereiten. Jede Portion Zwiebeln braucht so ca. 7-9 Minuten, bis sie fertig ist und es reicht, wenn man zwischendurch immer mal wieder in den Topf schaut, um die Zwiebeln im Auge zu behalten und mit der Schaumkelle durchzuwenden. Die Gurke waschen und schälen (ich schäle sie so, dass schmale Streifen der Schale dranbleiben; das sieht schöner aus) und mit dem Gemüsehobel in hauchdünne Scheibchen hobeln. Den Joghurt mit allen anderen Zutaten vermischen und die Gurken unterheben. Bis zum Servieren unbedingt kalt stellen.

Meistens bin ich mit dem Gurkensalat gleichzeitig dann fertig, wenn alle Zwiebeln frittiert sind. Das überschüssige Öl kann dann abgeschüttet, und die Pfanne/ der Topf mit einem Küchenkrepp grob ausgewischt werden.

Das Olivenöl im Topf erhitzen, die gemahlenen Gewürze (außer dem Salz) hineingeben und bei hoher Temperatur (bei mir 5 von 6)  leicht anrösten, bis sie zu duften beginnen. Dann den Reis dazu geben und ebenfalls rösten. Die Linsen, sowie 350 ml Wasser hinzugeben, einmal gut durchmengen und dann den Deckel aufsetzen. Die Temperatur ganz klein stellen (1 von 6) und die Reis-Linsen-Mischung so 10 Minuten garen lassen. Anschließend die Platte ausstellen, ein sauberes Küchentuch über den Topf legen und den Deckel wieder aufsetzen; so nochmal ca. 10-15 Minuten auf der Resthitze der Platte weiterdämpfen lassen. Mit Salz und Pfeffer kräftig abschmecken.

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(so sieht das übrigens aus, wenn ich koche.)

Vor dem Servieren die Hälfte der frittierten Zwiebeln unter das Mejadra heben. Eine Portion auf den Teller geben und ein paar weitere knusprige Zwiebeln obendrauf geben. Dazu einen großen Klecks Gurkenjoghurt und ein Stück Fladenbrot – fertig!

 

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Ein Kommentar

  1. Frau Jule
    Am 10.10.2015 um 10:10:30 Uhr [Link]

    liebe ella,
    danke für diese köstlich klingende rezept und die wunderbare kochanleitung. mal sehen, wann ich das schaffe.
    liebe grüße,
    jule*

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