Rezept der Woche: Der perfekt cremige Hummus – so gut wie in der Humusia.

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Wer hier regelmäßig liest und vielleicht auch meinen Instagram-Stream verfolgt, der weiß, dass ich Hummus LIEBE. Ich liebe ihn zu allen Jahreszeiten, aber vor allem im Sommer könnte ich mich – neben kiloweise Wassermelone und Tabouleh – vollständig davon ernähren. Eigentlich war ich mit meinem Hummus-Rezept, das ich hier bereits mal aufgeschrieben habe, immer ganz zufrieden. Gute Konsistenz, leckerer Geschmack, nichts zu meckern. Aber der Hummus, den man in einer guten Hummusia bekommt, ist eben doch noch mal ein Sahnehäubchen besser als meiner. Aber warum bloß? Meinen Hummus mache ich nach einem original israelischen Familienrezept – was also machen die in der Hummusia anders, damit der Hummus so perfekt fein und cremig wird? Diese Frage ließ mir in den letzten Wochen keine Ruhe. Und ich habe viele, viele Rezepte, Blogeinträge und sogar kulinarische Reiseberichte gelesen – und tatsächlich Antworten gefunden. Genauer gesagt, sind es 3 Antworten. Und weil ich so nett bin und möchte, dass ihr auch alle perfekten Hummus selbst machen könnt, teile ich die natürlich mit euch. Also, Trommelwirbel, dramatische Geigen, Lichteffekte! Die drei Geheimtipps für perfekten Hummus lauten:

1. Kichererbsen selbst kochen, statt welche aus der Dose zu nehmen.

Gekocht ist gekocht, will man meinen, und die in der Konservenfabrik kochen ihre Kichererbsen ja schließlich auch nur mit Wasser. Das mag sein, und trotzdem macht es einen Unterschied: Selbst gekochte Kichererbsen haben eine andere Festigkeit als solche aus der Dose, und sie schmecken intensiver. Außerdem hat das selbst kochen einen entscheidenden Vorteil, der gleich in Punkt 2 wichtig wird: Man kann dem Kochwasser Backpulver hinzufügen. Für eine 4-6-Personen-Portion Hummus nimmst du eine große Schüssel mit kaltem Wasser und löst einen Esslöffel Backpulver darin auf. Da hinein kommen 500 g getrocknete Kichererbsen, die du über Nacht in dem Wasser einweichen lässt. Am folgenden Tag schüttest du die Kichererbsen in ein Sieb, spülst sie gründlich ab und gibst sie in einen Topf. Gib so viel Wasser dazu, dass die Kichererbsen etwa zu 3 cm damit bedeckt sind und rühre einen weiteren halben Esslöffel Backpulver ein. Dann werden die Kichererbsen ca. 2-3 Stunden auf ganz kleiner Flamme gar geköchelt. Bei Bedarf ab und zu Wasser dazu geben, damit die Kichererbsen bedeckt bleiben. Wenn die Kichererbsen gar sind, werden sie abgegossen. Behalte dabei etwa eine Tasse des Kochwassers auf.

Hack mit Kichererbsen aus der Dose: Mit selbstgekochten Kichererbsen erzielt man wirklich das beste Ergebnis, aber es gibt einen kleinen Cheat, wenn man ein paar Punkte Einbußen im Geschmack in Kauf nehmen will: Gekochte Kichererbsen aus der Dose absieben und gründlich abspülen, dann ohne Öl in eine warme, beschichtete Pfanne geben und mit Backpulver überstreuen. Auf kleiner Hitze in der Pfanne erwärmen und ab und zu wenden, bis alle Kichererbsen warm sind.

 

2. Kichererbsen schälen.

Jede Kichererbse ist mit einer feinen Haut umgeben, die eigentlich gar nicht stört – denkt man so, wenn man sich so ein paar Kichererbsen in den Mund steckt. Zum Spaß kann man mal ein kleines Experiment machen, und eine kleine Hand voll Kichererbsen schälen, in dem man sie zwischen Daumen und Zeigefinger hält und die Haut abflutschen lässt. Mach das mal mit 10 Kichererbsen, und dann steck dir dir 10 Häutchen in den Mund. Ich wette niemand von euch findet das angenehm und möchte das runterschlucken. Also ausspucken, was trinken und dann: Die 10 Kichererbsen in den Mund stecken. Ohne Haut sind die glatt, glänzend und kullerig und fühlen sich ganz anders im Mund an, als Kichererbsen mit Haut. Für perfekt cremiges Hummus muss die Haut also ab.

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Dazu gebt ihr eure Kichererbsen in eine große Schüssel und fügt so viel Wasser hinzu, dass die Kichererbsen 5-10 cm mit Wasser bedeckt sind. Dann geht ihr mit den Händen in die Schüssel, nehmt euch eine Portion Kichererbsen und reibt sie vorsichtig zwischen den Handinnenflächen hin und her. Nicht zu viel Druck ausüben, sonst zerfallen die Kichererbsen. Dank der Vorbehandlung mit Backpulver lösen sich dir Häutchen dadurch recht einfach, das merkt man bald. In der Theorie schwimmen die leichten Häutchen dann an der Wasseroberfläche, so dass sie dort einfach abgeschöpft werden können, während die geschälten Kichererbsen am Schüsselboden liegen bleiben. In der Praxis klappt das so mittelgut; nachdem ich am Anfang tatsächlich 2 Händchen voll Häute auf einmal aus dem Wasser schöpfen konnte (linkes Bild unten), musste ich die verbleibenden Häutchen dann doch zwischen den Kichererbsen rauspulen. War aber okay, kein allzugroßes Ärgernis. Ich habe dabei auch bestimmt nicht jede einzelne Kichererbse zuverlässig gehäutet, aber immerhin: Diese Menge an Häutchen war meine Ausbeute (rechtes Bild unten), die ist jetzt immerhin schonmal nicht mehr in meinem Hummus drin.

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3. Die Reihenfolge, in der die Zutaten vermengt werden.

Bislang habe ich Hummus immer gemacht, in dem ich zuerst die Kichererbsen in eine Schüssel, und dann alle weiteren Zutaten obendrauf geschüttet habe. Wasser dazu, und alles vermixt. Jetzt bin ich schlauer und weiß, dass der dritte Trick in dieser Reihe fast der entscheidendste ist: Zu aller-allererst muss das Tahin mit dem Zitronensaft vermixt werden. Zur Veranschaulichung: Tahin und Zitronensaft einfach so in einer Schüssel, und Tahin und Zitronensaft, nachdem sie ca. 1 Minute im Mixer miteinander vermischt wurden. Das ergibt eine cremige, perfekt homogene Paste.

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Der Rest ist dann so wie immer: Die Tahin-Zitronen-Paste mit den Kichererbsen und allen weiteren Zutaten (siehe Grundrezept) in den Mixer geben und gründlich durchmixen. Einziger Unterschied: Wenn ihr die Kichererbsen selbst gekocht habt, nehmt zum Erzielen der gewünschten Konsistenz etwas von dem aufbehaltenen Kochwasser, statt normalem Leitungswasser. Ich habe den Eindruck, dass man auf diese Weise zubereiteten Hummus etwas stärker würzen muss – keine Ahnung, woran das liegt, aber es würde mich interessieren, ob das bei euch ähnlich ist.

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Das Endergebnis ist wirklich überzeugend: Perfekt cremiger, sähmiger, weicher, feiner Hummus. Man möchte darin baden! Der Hummus gelingt am besten, wenn alle drei obigen Schritte beherzigt werden, und das werde ich in Zukunft bestimmt öfter tun, auch wenn der Aufwand höher ist. Wenn es mal schneller gehen muss oder man einfach keine Lust hat, die Schritte 1 und 2 durchzuführen kann man das ganze auch weiterhin mit gekochten und ungeschälten Kichererbsen aus der Dose machen. Aber: Beherzigt dann trotzdem unbedingt den dritten Punkt. Es wird ohne die die ersten beiden Schritte nicht zum absolut perfekten Hummus führen, aber es wird euer Endergebnis dennoch merklich verbessern.

Noch ein kleines Extra: Das i-Tüpfelchen auf jeder perfekten Portion Hummus ist die Soße: Für 4-6 Portionen Hummus Saft von 3 Zitronen vermischen mit 2 EL fein gehackter Blattpetersilie, 1 gestrichenem TL Kumin, 1/2 TL Salz, 1 geriebenen Knoblauchzehe und ein paar wenigen Chiliflocken. Mit einem Löffel in der Mitte der Hummusportion eine kleine Mulde formen und die Soße hineinträufeln. Dazu etwas Olivenöl, einige Kichererbsen oder Pinienkerne (auch Granatapfelkerne machen sich gut) und ein Hauch von Paprikapulver. Fertig ist der perfekte Hummusia-Hummus!

Weiterhin auf der Suche bin ich nach dem perfekten Fladenbrot-Rezept – denn zu richtig gutem Hummus gehört unbedingt frisches Brot: außen ein bisschen knusprig und innen schön weich un fluffig, ohne zu substanzlos zu sein. Das bisher beste habe ich nach diesem Rezept gebacken, aber ich suche noch weiter.

Und jetzt huschhusch, Kichererbsen kaufen! Ich bin gespannt, ob ihr euren Hummus mit diesen drei Tipps auch so viel besser findet. Guten Appettit!

8 Kommentare

  1. Peter
    Am 09.01.2016 um 15:27:43 Uhr [Link]

    Ich kann ja Hummus für gewöhnlich nicht ausstehen, aber nach dem Rezept zubereitet bin ich gewillt, ihm noch mal eine Chance zu geben. Sieht wirklich appetitanregend aus

  2. Karin
    Am 09.01.2016 um 20:07:08 Uhr [Link]

    Andere naschen Nutella, ich lieber Hummus. Morgens, mittags, abends, zwischendurch, nachts, heimlich, fix noch ein Löffelchen voll, oder doch lieber ein richtiger Löffel?
    ;-)
    Aber es stimmt schon, wie bei Falafel, dass es leckerer mit selbst gekochten Kichererbsen wird. Trotzdem verwende ich, wenn es schnell gehen soll, schon immer wieder die vorgekochten aus der Dose.
    Viele Grüße,
    Karin

  3. Krisi von Excusemebut...
    Am 09.01.2016 um 22:53:25 Uhr [Link]

    Mhh ja Hummus ist so was leckeres. Das mit der Haut ist mir auch schon aufgefallen, aber ich bin eben immer zu faul all die Kichererbsen zu schälen. Das ist ein toller Trick, vielen Dank=)
    Liebe Grüsse,
    Krisi

  4. bauchundnase
    Am 10.01.2016 um 18:33:34 Uhr [Link]

    Boah, das klingt lecker. Ich liebe Humus, ich liebe Tabouleh … das werde ich probieren.
    Bisher bin ich immer noch auf der suche nach der/die/das perfekten Tahin. Welche verwendest du da?

  5. Ulrike
    Am 11.01.2016 um 14:52:54 Uhr [Link]

    Woah, sieht super lecker aus! Leider vertrage ich Hummus nur in homöopathischen Dosen … so verdauungstechnisch … :-(

  6. made with Blümchen
    Am 14.01.2016 um 07:22:56 Uhr [Link]

    Wow, da läuft mir gleich das Wasser im Mund zusammen! Danke für Rezept und Tipps, das muss ich unbedingt ganz bald ausprobieren! lg, Gabi

  7. 12von12 – Januar | Word up!
    Am 17.01.2016 um 01:09:46 Uhr [Link]

    […] verschiedenen Bildschirmen verbrachte, habe ich Hummus vorbereitet und nach den Vorschlägen von Ella zubereitet. Ein Durcheinander, weil ich so ungeduldig bin, dass ich die Hülsen schon von den […]

  8. Carow
    Am 21.01.2016 um 10:44:30 Uhr [Link]

    Hallo,

    wegen deinem Fladebrot.
    Schau mal hier: https://www.ploetzblog.de/?s=fladenbrot
    Die Seite find ich total super!

    Carow

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