Ein Kleid für den kleinen Sohn (und warum alle Söhne Kleider tragen dürfen sollten).

24495427105_d0fa1b5d9d_zMehrere Wochen lang bettelte der kleine Sohn, ich möge ihm bitte ein Kleid nähen. Wann immer meine Jungs mit Klamotten-Nähwünschen ankommen, bin ich mittlerweile etwas vorsichtig, und warte, ob der Wunsch sich hält, da so einiges, was sie gern haben wollten (und was ich genau so genäht habe, wie sie es haben wollten), am Ende dann doch kaum angezogen wurde. Der Kleidchenwunsch des kleinen Sohnes hielt sich aber. Ausgesucht hat er sich das Trägerkleid von klimperklein und  Einhörner von Hamburger Liebe, ein wunderschöner Stoff, den ich aber irgendwie schwierig zu kombinieren finde, wenn man nicht total auf das lila-rosa-Schema einsteigen möchte. Scheinbar ist es mir aber zufriedenstellend gelungen, denn der kleine Sohn liebt sein Kleidchen heiß und innig. Dass die Knöpfe in ungleichmäßigem Abstand angenäht sind, und ich mir vielleicht doch die Mühe hätte machen sollen, für den Saum die Overlock umzufädeln, stört ihn überhaupt nicht.

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Er tanzt und tobt darin durch die Wohnung und fragt jeden Tag, wie lange es noch dauert, bis es endlich warm genug ist, um das Kleid im Kindergarten tragen zu können. Ein voller Erfolg! Eigentlich gäbe es dazu gar nicht so viel mehr zu sagen: Wenn mein Sohn sich ein Kleid wünscht, dann bekommt er eins. So einfach ist das.

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So einfach ist das scheinbar nicht für alle. Während des Nähprozesses habe ich immer mal wieder einzelne Zwischenschritte auf instagram gezeigt, und jedes Mal erreichten mich dazu direkt per instagram oder twitter einige Fragen. Also gut, machen wir mal das große Fass auf und beschäftigen uns mal damit, welche Sorgen und Ängste ein Kleidchen auslösen kann, wenn es von einem männlichen Kind getragen wird.

„Ein Junge in einem Kleid? Das sieht doch lächerlich aus! Kleider sind was für Mädchen, und Jungs gehören in Hosen.“

Je länger ich drüber nachdenke, desto absurder finde ich das. Zum einen denke ich: wer es lächerlich findet, wie ein Mädchen auszusehen, sollte mal gründlich über sein*ihr Frauenbild nachdenken. Was sich für welches Geschlecht angeblich gehört oder nicht, ist für mich mittlerweile schon fast eine antiquierte Denkweise, die sehr schön zeigt, dass Geschlechterrollen ausgedachte Konstrukte sind, die hauptsächlich in unseren Köpfen existieren. Zum anderen finde ich es irritierend bis bedenklich, einem Kind, das sich ein Kleid wünscht, erstmal in die Unterhose gucken zu wollen, um entscheiden zu können, ob es eins haben darf.

„Darf er das dann auch draußen anziehen?“

Selbstverständlich! Momentan ist es dafür leider zu kalt draußen, aber sobald es wieder wärmer wird – natürlich! Ich habe das Kleid extra eine Nummer größer genäht, damit es auch im Sommer noch passt.

„Ich fände das toll, aber ich hätte Angst, dass er irgendwie ausgegrenzt oder gehänselt werden könnte? Bereitest du ihn drauf vor, dass das passieren könnte?“

Diese Frage hat ja eigentlich zwei Teile, und der erste beantwortet sich eigentlich von selbst: „Ich hätte Angst.“ Ja, genau, Du hast diese Angst. Dein Kind nicht. Vielleicht siehst du Normen und Grenzen, die dein Kind (zum Glück!) noch nicht sieht. Dein Kind ist frei davon, es hat einfach Spaß dran, sich auszuprobieren.
Zum zweiten Teil der Frage: Ja und nein. Ja, ich bereite mein Kind in gewisser Weise drauf vor, dass andere sich blöd verhalten könnten – indem ich mich bemühe, ihm ein möglichst standhaftes Selbstbewusstsein und ein paar schlagfertige Antworten mit auf den Weg zu geben. Mein Sohn findet sich wunderschön in seinem Kleid und mit den rosa Haarspangen, die er seiner Schwester gemopst hat. Er genießt es, darin durch die Wohnung zu tanzen, er fühlt sich toll. Niemand hat ein Recht, ihm diese Freude und diese Leichtigkeit kaputt zu machen. Ich sage ihm, dass er schön aussieht. Bejahe seine Frage, ob ich ihm auch noch ein zweites Kleid nähe. Kurz: ich unterstütze ihn in seinen Interessen und Vorlieben, ganz egal ob es dabei um Kleidung geht oder ums malen oder darum, Nägel in Baumstämme zu kloppen.

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Und nein. Nein, ich sage keine Sätze wie: „Du kannst das schon machen, aber du musst wissen, dass das anderen nicht gefallen könnte, und dass sie dann vielleicht blöde Sachen zu dir sagen.“ Ich möchte ihm nicht beibringen, dass er die Erlaubnis von anderen Menschen braucht, um so sein zu können, wie er ist. Dem kleinen Sohn kommt es auch überhaupt nicht in den Sinn, dass andere ihn wegen eines schönen Kleids auslachen könnten. Im Freundeskreis des großen Sohns wird phasenweise leider erwartet, dass man sich von Mädchen und allem, was mädchenhaft scheint, möglichst stark abgrenzt. Da wird „Mädchen“ auch unter 7jährigen schon hin und wieder als Beleidigung verwendet, und „iiiiih, Määädchen!“ und „bäääh, rosa!“ gesagt. Glücklicherweise macht der große Sohn da selten mit und vergewissert sich  zu Hause immer wieder mal: „Die haben einfach keine Ahnung, gell? Weil, sonst dürften Mädchen ja auch kein blau tragen, oder keine Hosen.“ Wenn es einen Standardsatz gibt, mit dem ich meine Kinder in dieser Hinsicht irgendwie wappnen will, dann lautet der: Alle Farben sind für alle Kinder da, und Jungs dürfen Kleider anziehen, genauso wie Mädchen Hosen anziehen dürfen.

„Habt ihr noch nie blöde Reaktionen bekommen?“

Hm. Ich glaube, was richtig blödes war tatsächlich noch nicht dabei. Es gab schon öfter das typische „Aber das ist doch eine Määäääädchenfarbe!“ oder „damit spielen doch nur Mädchen“ und ähnliches; sowohl von Erwachsenen, als auch von Kindern. Und ja, zwischenzeitlich hat das meine Jungs ein bisschen verunsichert. Mehr habe ich bisher noch nicht mitbekommen. Ob hinter unserem Rücken irgendwie getuschelt wird, oder ob sich irgendjemand an den pinken Sneakern des kleinenn Sohns stört, ist mir aber auch einfach herzlich egal. Wann immer ich sowas vermute, summe ich innerlich „Lass die Leute reden…“

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„Glaubst du, er könnte schwul oder transgeschlechtlich sein?“

Keine Ahnung. Er ist 5einhalb, ich glaube, das ist noch etwas sehr früh für solche Vermutungen. Vielleicht ist er schwul, vielleicht trans, vielleicht agender – möglicherweise wird er am Ende auch einfach cis-hetero. Vielleicht ist es schlicht pupsnormal, dass ein Kind sich auf diese Weise ausprobiert, wenn man es lässt, und vielleicht hat das genau gar nichts damit zu tun, welche Geschlechtlichkeit oder Sexualität er irgendwann an sich feststellen wird.  Ich möchte ihn entspannt machen lassen, gleichzeitig aber ein bisschen hellhörig sein in diese Richtung. Einfach nur, um ihn im Falle irgendeines Falles rechtzeitig untersützen zu können.

„Was würdest du denn machen, wenn dein Sohn kein Mädchen, sondern einen Jungen mit nach Hause brächte?“

Diese Frage habe ich tatsächlich schon öfter gehört, aber nicht nur in Bezug auf Kleidung, und auch nicht nur in Bezug auf den kleinen Sohn. Sondern beispielsweise auch, weil meine Jungs immer schon und auch jetzt mit 5einhalb und 7 immer noch ab und zu sehr gerne mit Puppen spielen. Was würde ich also machen, wenn einer meiner Söhne irgendwann tatsächlich einen Jungen mit nach Hause bringt? Meine Standardantwort darauf lautet: Es kommt auf die Tageszeit an. Mittags vielleicht Nudeln, Abends einen Salat oder so.
Ja, die fragende Person guckt dann meistens etwas irritiert aus der Wäsche, aber ganz ehrlich: Anders kann ich diese Frage nicht verstehen. Mein Sohn stellt den Menschen, den er liebt, zu Hause bei seinen Eltern vor – da freue ich mich doch! Darüber, dass er offensichtlich glücklich verliebt ist, und darüber, dass er seine Liebe gerne mit zu uns nach Hause bringt.

„Juckt dich das wirklich gar nicht, dass er schwul oder trans sein könnte?“

24468432076_3303415bc9_zGut, Spaß bei Seite: Natürlich juckt mich das. Denn homosexuelle und transgeschlechtliche Menschen sind (wie so viele weitere auch) nach wie vor mitunter gefährlichen Anfeindungen ausgesetzt.  Erst vor wenigen Wochen wurde ein homosexuelles Paar in meiner sonst ach so vielfältigen und toleranten Stadt massiv körperlich angegriffen, was mit lebensgefährlichen Verletzungen endete. Und sowas kommt jeden Tag vor, überall. Durch transgeschlechtliche Menschen in meinem direkten, sowie in meinem virtuellen Umfeld, bekomme ich immer wieder mit, welchen Unverschämtheiten, Ungerechtigkeiten und Gefahren sie jeden einzelnen Tag ausgesetzt sind, und wie zermürbend das ist. Natürlich hätte ich wahrscheinlich Sorge, dass auch meinem Kind sowas passieren könnte. Aber das, oder auch andere, viel  alltäglichere Ausgrenzungen von homosexuellen oder transgeschlechtlichen Menschen, sind erstrecht ein Grund, offen und unterstützend damit umzugehen. Das Kind zu ermutigen, zu sich zu stehen und ihm klar zu verstehen zu geben: Ich stehe hinter dir. Ich möchte, das du glücklich bist. Du hast ein Recht, so zu sein, wie du sein möchtest, in der Kleidung, die du anziehen möchtest und mit dem Menschen an deiner Seite, den du dir aussuchst. Und völlig unabhängig davon, was du oder der Mensch, den du liebst, zwischen den Beinen haben. Du bist richtig und großartig, genau so wie du bist.
Genau genommen hat das aber mit dem Kleidchen überhaupt nichts zu tun. Dass ein Junge ein Kleid tragen möchte, ist kein „Symptom“ für irgendeine Geschlechtlichkeit oder Sexualität.

„Wir haben Freunde, die sehr vom christlichen Glauben geprägt sind. Mein Sohn durfte auf deren Prinzessinnen-Geburtstagsparty neulich nicht als Prinzessin verkleidet kommen, obwohl er das so gerne gemacht hätte.“

Hm. Ich muss zugeben, ich habs einfach nicht so mit Religösität. Ich möchte ungerne jemanden in seinen religiösen Gefühlen verletzen. Aber ein Verein, dessen Oberhaupt selbst ausschließlich in Kleidern und Lackschühchen herumläuft, scheint mir irgendwie keine ernstzunehmende Quelle für gute Gründe, warum ein kleiner Junge kein Kleid anziehen dürfte. An dieser Stelle zitiere ich gerne Sookee: „Wenn es Gott wirklich gibt, dann liebt er alle Menschen / Wenn es Gott wirklich gibt, dann sieht er keine Grenzen“.

Unterm Strich gibt es für mich also keinen nachvollziehbaren Grund, weswegen ein Junge kein Kleid anziehen können dürfte. Oder keine Haarspangen, oder keine pinken Sandalen. Ein Junge darf daran genau so viel Freude haben, wie ein Mädchen. Es gibt keinen Grund, einem Kind Freude an irgendwas zu untersagen oder zu schmälern. Ich hoffe, meine Antworten machen euch ein bisschen Mut, auch eure Jungs zum empowern, wenn sie mit dem Wunsch nach  einem Kleidchen ankommen.

 

 

147 Kommentare

  1. Lisa
    Am 20.01.2016 um 10:20:51 Uhr [Link]

    Ich lese hier sehr gerne, obwohl (oder auch weil) ich nicht immer Ihrer Meinung bin. Diesem Text möchte ich aber einfach nur begeistert applaudieren! Und jetzt habe ich Kopfschmerzen vom Nicken…

    • Cynthia
      Am 20.01.2016 um 11:47:48 Uhr [Link]

      Hallo Jane! Ich finde deine Einstellung richtig und total super! Mein älterer Bruder hatte als Kind auch ständig das Bedürfnis, sich Röcke und Kleider anzuziehen. Er tat auch immer nur typische“Mädchensachen“, spielte mit Barbies und schminkte sich gerne. Meine Mutter erkannte schon früh, dass er sich zum gleichen Geschlecht eher hingezogen fühlte und hatte ihm immer den Rücken gestärkt und war für ihn da. Er hatte eine harte Kindheit, wurde viel verspottet und war immer der Außenseiter. Es war schon eine schwere Zeit, sowohl für ihn als auch innerhalb der gesamten Familie. Heute arbeitet er bereits viele Jahre sehr erfolgreich als Visagist auf der ganzen Welt, ich bin so froh, dass meine Mutter ihm diesen Weg ermöglicht hat ER SELBST sein zu dürfen. Ich finde es schade dass es anscheinend trotz wissenschaftlicher Beweise bei vielen in unserer Gesellschaft noch immer nicht angekommen ist, dass Homosexualität keine Krankheit, sondern genetisch bedingt ist. Also egal ob es nur ne Phase ist oder sich später mal was anderes herausstellen sollte, dein Sohn ist sicherlich ein wundervoller, geliebter Mensch!

      • Shan
        Am 20.01.2016 um 16:45:32 Uhr [Link]

        Das ist aber auch voller Klischees… nicht jeder, der mit Barbies spielt, ist homosexuell. Und wie man daran erkennen kann, dass jemand schwul ist, okay… Ich habe früher mit Lego gespielt, mit Autorennbahnen und co, und bin eine feminine Frau geworden, die aufs Geschlecht pfeifft. Eigentlich müsste ich ja nun lesbisch sein und Hosenanzüge tragen. Zumindest laut dem Text.

        Also halten wir fest: womit man spielt, wie man sich anzieht, was man wird, hat nichts mit der sexuellen Orientierung zu tun. Und ist auch kein Indiz.

      • Luna
        Am 26.01.2016 um 10:39:37 Uhr [Link]

        Ne, das ist kein Klischee, das ist ihr Bruder! Es geht doch darum, dass sich jeder für alles interessieren darf. Auch für “Klischees“.

      • Gabi
        Am 28.01.2016 um 11:39:05 Uhr [Link]

        Bei meinem Bruder war es genauso. Er wollte sich früher auch immer verkleiden und Kleider anziehen. Meine Mutter sagt heute immer, dass ihr ja damals schon hätte auffallen können, dass er schwul ist :)
        Interessant finde ich, dass er bis heute null transexuelle Tendenzen hat. Bei ihm ging es glaube ich eher um die Gesellschaft der Frauen und Mädchen. Mit denen hat er sich lieber zusammengetan, als mit den Jungs. Die Kleider waren da vielleicht Mittel zum Zweck.
        Toller Text übrigens und tolle Mama :)

    • FrauFrosch
      Am 22.01.2016 um 18:14:31 Uhr [Link]

      Richtig klasse geschrieben und mit dem Thema auseinander gesetzt. Genial. Meine Gesichtsmuskeln schmerzen vom befürwortenden grinsen, wenn man meine Ohren abschrauben würde, würde ich im Kreis lachen. Ja, genau das ist es womit sich JungenMütter rumschlagen müssen wenn die Kinder doch mal anders sind als das „normale“ Raster. Und wer bestimmt eigentlich was normal ist? Danke, dass du mir meinen Tag versüßt hast mit diesem super herzlichen tollen Beitrag. Du hast einen Fan mehr. Nicht wegen deiner Nähkünste, sondern weil du noch die graue Welt bunt malst. Herzlichst, Romy

    • FrauFrosch
      Am 22.01.2016 um 18:42:34 Uhr [Link]

      Klasse. Grandios geschrieben. Das trifft im Grunde wirklich den Nagel auf den Kopf. Mir schmerzen die Gesichtsmuskeln vom zustimmenden schmunzeln. Du hast völlig recht. Wer bestimmt eigentlich was richtig und was falsch ist in Punkto Kleiderordnung. Danke für den super tollen Beitrag, danke dass du die graue Welt etwas bunter gemalt hast und mir somit unheimlich meinen Tag versüßt. Herzliche Grüße, Romy

    • Ishana
      Am 24.01.2016 um 23:30:57 Uhr [Link]

      Hallo Ella,

      vielen Dank für diesen wunderbaren Beitrag. Ich bin 49, selbst transident, habe mich erst vor gut einem Jahr geoutet und lebe seitdem endlich als Frau. Ich habe Zeit meines Lebens nie Probleme mit meiner Transsexualität gehabt. Aber ich habe sie aus Angst immer vollständig verheimlicht. Ich stelle mir jetzt vor, wie meine Entwicklung wohl verlaufen wäre, wenn meine Eltern und meine Umwelt zu meiner Jugendzeit in den 70ern schon so frei gedacht hätten und muss doch akzeptieren, dass meine Mutter heute noch dazu nicht in der Lage ist…

      Ich werde den Text dennoch an meine Familie weiter leiten und hoffen, dass er etwas bewegen kann. Mich hat er bewegt.

  2. Schwedenhausfan
    Am 20.01.2016 um 10:23:09 Uhr [Link]

    Toll! Ich finde das grandios, wie du das siehst und dann auch handhabst!

  3. Frau Jule
    Am 20.01.2016 um 10:29:39 Uhr [Link]

    wunderbar. deine innenansichten, die du uns offerierst finde ich wunderbar. es erinnert mich an eine geschichte aus meiner kindheit, als der kleine bruder meiner besten freundin zu karneval unbedingt als prinzessin gehen wollte, weil er seine schwester im jahr vorher in diesem traum aus pink und tüll so toll gefunden hatte. seine eltern haben es ihm erlaubt. uns kindern war es total wumpe. hauptsache zusammen feiern. das war in den 80ern. aus heutiger sicht würde ich sagen: chapeaux vor den eltern, die eine so freie erziehung damals schon an den tag gelegt haben, in einer gemeinschaft, die sonst ziemlich normengesteuert war. und chapeaux vor dir und deinem sohn. denn irgendwie braucht man ja doch eine gehörige portion selbstbewusstsein und -vertrauen für solche dinge. auch heute noch.
    liebst,
    jule*
    p.s.: und danke für die inspiration für meinen nächsten inklusiven montag ;)

  4. Katrin Degen
    Am 20.01.2016 um 10:30:44 Uhr [Link]

    Hallo liebe Ringelmiez,

    ich finde, da ist dir wieder ein sehr schöner Artikel gelungen, der einmal mehr direkt aus meiner Feder stammen könnte! Mir fällt dazu ein Bericht über einen Vater ein, dessen Sohn auch im Kleid in den Kindergarten ging und dort zum Gespött der Kinder wurde. Als er nach Hause kam und seine Eltern frage, warum das so sei und ob man als Junge wirklich kein Kleid tragen dürfte, zog sein Vater kurzerhand am nächsten Arbeitstag selbst ein Kleid an und beschloss, nicht nur seinen Sohn dazu zu ermutigen, das zu tragen was er möchte, sondern sich auch selbst diesen Luxus zu gönnen.

    Ich lebe in einer gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaft und einen Kinderwunsch haben wir auch beide. Wir sind beide Sozialpädagoginnen und fühlen uns auch im Stande einen jungen Menschen zu erziehen. Leider geht das bei uns nicht so einfach und so ist es keine Frage des Zutrauens, sondern schlicht und ergreifend eine finanzielel Sache, dass wir noch kein Kind haben. In diesem Zusammenhang haben wir uns natürlich auch schon viele Gedanken bezüglich Diskriminierung und Ausgrenzung gemacht. Viele homosexuelle Paare möchten deshalb keine Kinder, weil sie diesen „das nicht antun möchten“. So sehen wir beide das nicht. Wenn Kindern in einem Umfeld aufwachsen, in welchen klare Abgrenzung und Mobbing anderer Personen dazu gehört, findet sich immer ein Grund hierfür. Ein Kleid bei einem Jungen kann da ein Ansatzpunkt sein, genauso wie die homosexuellen Eltern, aber auch die Haarfarbe, das Gewicht, die Schulnoten, usw. usw. Das einzige, was wir unseren Kindern mitgeben können, um solchen Prozessen entgegenzuwirken ist Selbstvertrauen und Tolleranz und ich habe das Gefühl, dass deine Kinder von beiden eine große Portion mitbekommen :)

    Obwohl die Tatsache, dass dein Sohn jetzt gerne Kleider trägt keinerlei Aussagekraft bezüglich seiner späteren geschlechtlichen oder sexuellen Orientierung hat, finde ich es trotzdem toll, wie offen du mit diesem Thema umgehst. Bei dir hat später bestimmt keines deiner Kinder angst, dass sie ihre Partner_in nicht mit nach Hause bringen drüfen. Das erinnert mich ser an meinen Schwiegervater. Dieser erfuhr am gleichen Tag, an dem er mich auch kennenlernte, dass seine Tochter bisexuell ist. Er schloss mich in die Arme und meinte: „Hallo Schwiegertochter!“. Ich habe mich noch nie so aufgehoben und angekommen gefühlt, etwas das ich in meinem Elternhaus nicht mitnehmen durfte. Und daher: Mach weiter so! Du gibst mir Mut, die Dinge genauso anzupacken!

    ganz liebe Grüße
    Katrin

  5. Eva
    Am 20.01.2016 um 10:40:15 Uhr [Link]

    Nichts neues, aber trotzdem: Frau Ringelmiez, Du bist einfach klasse!!!

  6. Nadine
    Am 20.01.2016 um 10:42:45 Uhr [Link]

    Erst wollte ich auch schreiben, dass ich begeistert über diese Ansicht bin, aber dann habe ich gedacht, wenn ich davon begeistert bin, dass jemand etwas Normales auch mit Menschenverstand betrachtet, wie ist steht es dann um meine echte, ehrliche Einstellung zu der Sache?

    Wenn ich in der Situation wäre, dächte ich wirklich erst einmal an „die anderen“ – weil ich es so gewohnt bin, weil ich schon eine gewisse Angst habe… Aber warum sollte man das seinem eigenen Kind so weitergeben, obwohl man es selbst doof findet?
    Also, Kleider für alle :)

    Im Übrigen haben früher Jungen und Mädchen Kleider getragen bis zu einem bestimmten Alter, wirklich wahr (http://www.victoriana.com/Fashion/boysclothing1860s.htm).

    L’enfer c’est les autres – die Hölle sind die anderen. Oder?

  7. Frau Elise
    Am 20.01.2016 um 10:43:06 Uhr [Link]

    Ich find´s cool! Sehr cool!

  8. Eva
    Am 20.01.2016 um 10:43:42 Uhr [Link]

    Nichts neues, aber trotzdem: Frau Ringelmiez, Du bist einfach klasse!!

  9. Jennifer
    Am 20.01.2016 um 10:45:24 Uhr [Link]

    Danke, toller Blogartikel!

    Mein Sohn will zwar (noch) kein Kleid, aber bei uns im Kindergarten war das schon großes Thema dass er sich zum Geburtstag eine pinke Geburtstagskrone ausgesucht hat und die obendrein mit Glitzersteinchen beklebt hat. Die Mütter fanden das seltsam. Das war selbst 3 Wochen später beim Kindergeburtstag (wo die Eltern der eingeladenen Kinder auch hier waren) noch Gesprächsthema. Was ist daran jetzt so besonders?
    Und pinke Stiefel trägt er auch. Die hat meine Mutter ihm gekauft und die hat er getragen bis er letzte Woche gesagt hat er stößt vorne mit den Zehen an.
    Das mit dem Schwul fiel auch einmal, das hab ich komplett überhört und unkommentiert gelassen.
    Bei einem 4-jährigen macht man sich nicht solche Gedanken. Viel zu früh. Und selbst wenn – na und? So lange ER damit glücklich ist?

    Warum hängt man sich so an Farben oder Kleidung auf?
    Weil Männer ja keine Röcke oder Kleider tragen?! Das sollen die mal den Herren im arabischen Raum sagen, wo der Kaftan alltäglich ist. Oder den Schotten mit ihrem Schottenrock.

    @Christlicher Glauben – also ich bin da ja nicht so bewandert, aber wenn ich mich recht entsinne, hat Jesus auch Kleider oder so was in die Richtung getragen, oder? :D

  10. Steffi
    Am 20.01.2016 um 10:51:10 Uhr [Link]

    Toll. Einfach toll. Den Spruch „Alle Farben sind für alle Kinder da“ verwende ich auch, ganz oft sogar. Unser Sohn spielt ausschließlich mit Mädchen, seine Lieblingsfarben waren lange Zeit rosa und lila, er lackiert sich auch gern mal die Nägel. Na und? Ich finde das richtig cool.

    Trotzdem habe ich, als er sich rosa geblümte Gummistiefel ausgesucht hat, ihn überredet, doch eher ein „Jungsmotiv“ auszusuchen. Hinterher fand ich das von mir richtig doof und saublöd. Anstatt ihn für mögliche (von mir befürchtete) Hänseleien stark zu machen, habe ich ihn gleich mal in die blaue Auto-Ecke gesteckt. Das würde ich heute anders machen.

    Die „Befürchtungen“ dass ein Junge deswegen schwul sein könnte sind meiner Ansicht nach lachhaft. Selbst wenn das so wäre, dann ist es mir lieber, er ist sich seiner Vorlieben bewusst, darf sie selbstbewusst ausleben und im Elternhaus erfahren, dass er genau so geliebt wird, wie er ist. (Dass Jungs auch mal gern Kleider tragen und Puppen spielen hat aber meines Erachtens mit der sexuellen Orientierung gar nix zu tun. Komischerweise ist man da bei Mädchen nicht so schnell dabei mit dem Verurteilen.)

    Was der christliche Glauben allerdings mit einem Prinzessinnenkleid zu tun hat, verstehe ich überhaupt nicht. Christlich leben heißt ja unter anderem auch, das Gegenüber genau so anzunehmen, wie es ist. Leider leben das die wenigsten selbsternannten Christen auch so. Allerdings ist das Oberhaupt, auf das du dich beziehst, „nur“ für die katholische Kirche zuständig, nicht für den gesamten christlichen Glauben – nur so als Hinweis.

  11. Katja Ludwig
    Am 20.01.2016 um 10:54:35 Uhr [Link]

    Bei den Fragen mußte ich doch sehr schmunzeln, spiegeln sie doch die Ängste und Bedenken der Gesellschaft wieder.

    Es ist wunderbar wie offen und unvoreingenommen er die Welt sieht.

    Und es ist ein wunderschönes Kleid, ich kann verstehen das er es toll findet. Es gibt nichts schönere als sich in einem Kleid zu drehen und tanzen!

    LG

  12. Nina Jaros
    Am 20.01.2016 um 11:01:40 Uhr [Link]

    Toll!

    Ich finde das Kleid super und bin hingerissen, weil dir der Wunsch deines Sohnes wichtiger ist, als althergebrachte Rollenbilder.

    Mit Unterstützung aus der Familie, wie du sie deinem Sohn gibst, ist es egal ob er mal Mann oder Frau sein will und wen es er liebt. Anders als viele hat er einen Platz, an dem er ohne Vorurteil geliebt wird und das ist unbezahlbar!

    Richtig toll! Danke, Nina

  13. Cornelius
    Am 20.01.2016 um 11:11:20 Uhr [Link]

    Liebe Ringelmiez,
    ich lesen diesen sehr vielfältigen Blog sehr gerne, er gibt mir etwas von dem, was ich nicht habe. Ich freue mich jedes Mal über deine Geschichten aus dem Alltag. Auch diesen Eintrag finde ich toll, auch wenn er ja bedauerlichweise seine Berechtigung hat. So oder so, ich finde den Wunsch deines Sohnes sehr toll.

    LG, Cornelius

  14. Sandra
    Am 20.01.2016 um 11:14:41 Uhr [Link]

    Huhu :)

    Ich finde es natürlich supertoll, wie Du damit umgehst! Ich sage ganz ehrlich: Ich würde es nicht schaffen, nicht in diesem Maße, nicht ein Kleid. Ich würds nicht ganz hinbekommen, mich von dem Gedanken zu distanzieren, dass es mich nicht stört, wenn andere Leute ihn augenrollend angaffen. Wenn aber noch viel mehr Mamas es schaffen würden, mit der Kleiderfrage (und mit vielen anderen Kleinigkeiten dieser Richtung) so umzugehen, wie Du, würd’s auch Mamas wie mir irgendwann leichter fallen. Um es also nochmal in meinen Worten zu sagen: Go, Eva, go! :D

    PS: Viel einfacher könnte ich die von Dir oben zitierten Fragen ums Thema „Juckt dich das wirklich gar nicht, dass er schwul oder trans sein könnte?“ für mich beantworten: Würde mich absolut nicht jucken. Darüber hab ich mir schon früh (ohne Anlass, er ist ja erst 2,5) mal Gedanken gemacht und… wäre mir absolut schnuppe und wäre mir auch kein Thema wert (so lange er nicht explizit fragt). Und es freut mich auch sehr die Tendenz vieler Mamas mitzubekommen – es scheint für immer mehr Mamas immer mehr völlig egal zu sein, wie sich ihre Kinder sexuell orientieren.

  15. Clarissa
    Am 20.01.2016 um 11:23:38 Uhr [Link]

    Es ist auf so vielen Ebenen völlig absurd, dass Männer keine Röcke und Kleider tragen. Da das ab einem bestimmten Alter ja irgendwie schwierig bis unmöglich zu werden scheint, finde ich es super, dass dein Sohn die Revolution im Kindergarten startet!

    PS: Tolles Kleid, obercooler Einhorn-Stoff! Habe mich stylemäßig inspirieren lassen und heute auch Outdoor-Socken zum Rock angezogen.

  16. Sarah
    Am 20.01.2016 um 11:33:11 Uhr [Link]

    Super!
    Einfach danke! Bei dem Text möchte ich dich einfach mal drücken so toll finde ich den!
    Danke!
    Blöde Reaktionen bekommt man von den entsprechenden Leuten auch auf total „angepasste“ Kleidung.- Die suchen meistens einen Grund.
    Laut gelacht habe ich über deine Antwort zum Thema was du sagen würdest wenn dein Sohn einen Jungen mitbringen würde. Wer sein Kind glücklich sehen möchte den interessiert auch nicht das Geschlecht des Partners (ich schreib das jetzt mal als Universalwort für alle) – so ist das, genau so!

    Liebe Grüße Sarah

  17. Frau Federschwarz
    Am 20.01.2016 um 11:42:20 Uhr [Link]

    Große Ringelmiezliebe!!!

    Ich rege mich regelmäßig darüber auf, dass meinem Sohn (2 Jahre) aufgrund seiner Haarlänge immer wieder gesagt wurde, was für ein süßes Mädchen er doch sei. Als wir seine Haare auf seinen deutlichen Wunsch hin letzte Woche schneiden ließen, musste ich mich sehr genau reflektieren, warum mir das so schwer fiel – weil es der erste Haarschnitt war, weil ich Abschied nehmen musste von seinen Babyhaaren oder weil unser Sohn dann eben nicht mehr unangepasst aussieht? Es war eine starke Mischung aus allem – aber weil es eben sein Wunsch war, haben wir ihn machen lassen und jetzt hat er kurze Haare. Als sie noch lang waren, haben wir öfter Haarspangen genutzt und ja, da musste er auch einstecken und wurde mit einer Verweiblichung seines Vornames betitelt. Damals hab ich das gar nicht schnell genug registriert, bzw war so perplex, dass ich nicht reagiert habe – heute würde ich das anders handhaben.

    Als er sich als erstes Paar Schuhe rosa Sneaker aussuchte, war ich mächtig stolz. Weil er die Ansicht auch gegenüber der Verkäuferin durchgezogen hat. Jetzt hat er schwarze dicke Winterstiefel und insgesamt ist sein Kleiderschrank leider sehr genderblau geworden – die Second Hand Klamotten, die wir geschenkt bekamen, eben. Wird Zeit, dass sich das wieder ändert, denn er liebt rosa und lila!

    Und wenn die Zeit reif ist für ein Kleid, dann bekommt er auch eines. Der Papa hat schließlich auch nen Rock im Schrank – den hab ich damals in diesem Rock geheiratet <3 Wir haben unser Kind auch schon im Morgenmantel mit rausgenommen – warum auch nicht, Himmel, wenn es ihm eben so gefällt? Blöde Reaktionen würde ich dann wohl semi-kommentieren, indem ich meinem Kind erkläre, dass es unhöflich ist, über das Aussehen von anderen zu lachen. In der Hoffnung, dass der stichelnde Gegenüber dann mit rotem Kopf geht ;)

    Ich finde es heftig, was dir für Bedenken an den Kopf geworden wurden – Jungs, die mit Puppen spielen, werden nicht automatisch schwul, sondern mal gute Väter! So. Und selbst wenn er später nicht heterosexuell ist – who cares? Solange ER damit glücklich ist? Meine Reaktion wäre auch "Moin sagen und Kaffee kochen. Oder Tee, je nachdem, was der Freund lieber trinkt." Mir ist es lieber, mein Kind kommt glücklich heim, als unglücklich und angepasst.

    Zu dem christlichen Kommentar: deine Ansicht finde ich grandios. Ich bin selbst Christ und weiß, wie tief die (fundamentalistischen) Abgründe sein können. Wem auch immer es verboten wurde, den Sohn im Prinzessinnenkleid mitzubringen – er hat die falschen Freunde.

  18. Lillinger
    Am 20.01.2016 um 11:56:53 Uhr [Link]

    <3

  19. Traumzweiplus
    Am 20.01.2016 um 11:58:38 Uhr [Link]

    Das Kleid ist so hübsch geworden! (Genau für solche Blogeinträge und deine Gedanken lese ich hier unheimlich gerne.)

    Ich bin sehr gespannt, wie das später bei unserem Sohn sein wird. Dadurch, dass wir in die Gruftschnecken-Ecke gehören, ist es ziemlich normal Männer in Röcken um uns zu haben. Und auf den Mittelaltermärkten tragen Frauen wie Männer Tuniken. Wenn er anfängt zu reden und Fragen zu stellen, wird das bestimmt sehr interessant.

  20. Kitty Koma
    Am 20.01.2016 um 12:13:53 Uhr [Link]

    Es ist immer frappierend, festzustellen, was Menschen für eine unabänderliche Konstante halten. „Jungen tragen Hosen.“
    Nö. Mein Vater und mein Bruder sind in Kleidern aufgewachsen und das war keine Erfüllung eines besonderen Wunsches oder eine Grenzaustestung gegenüber spießigen Mitmenschen. Es war teilweise bis in die 60er Jahre hinein üblich, dass kleine Jungen Kleider trugen, wenn sie denn nicht kurze Hosen anhatten. Diese Kleider nannte man „Kittelchen“. Der zarte Junge im Kittelchen, der sich nicht draußen mit den anderen Straßenkindern mit aufgeschlagenen Knien raufte, war ein Distinktionsmerkmal bürgerlicher Eltern.

  21. Gaby
    Am 20.01.2016 um 12:18:08 Uhr [Link]

    Warum möchten diese Menschen, die „sehr vom christlichen Glauben geprägt sind“, nicht, dass zu einem Prinzessinnen (!!!)-Geburtstag ein Gast als Prinzessin kommt. Was hat das denn mit dem Glauben zu tun. Der verbietet doch wohl an keiner Stelle irgendwelche Kleidung, oder? (ich bin nicht religiös, aber das habe ich einfach noch nie gehört).
    Mein Sohn trug lange Nagellack. Er hatte verschiedene Farben, die je nach der zu tragenden Kleidung gewählt wurden. Im Kindergarten hatte er damit kein Problem.
    Ein Junge im Kindergarten kam regelmäßig als Prinzessin, so im rosa Tüll. Ich kann mich nicht erinnern, dass ihn andere Kinder damit gehänselt hätten.
    Vielleicht ist man in Berlin irgendwie liberaler, weil nicht so christlich. Naja.
    Meine Großmutter war Erzieherin und Jg. 1909. KInder, die sie zu Hause betreut hat, durften alles anziehen, was sie wollten. Es gibt super Fotos, wie ein kleiner Junge in meinem alten Badeanzug in ein Planschbecken steigt und in meine alten Kleidern durch den Garten tobt. Meine Oma sagte immer nur „guck mal, wie süß er aussieht“ und frisierte ihm auf Wunsch auch Zöpfe. Ich kann mich nicht erinnern, dass sie irgendwelche Schwierigkeiten damit hatte und dass jemand anders gelacht hat.
    Das sind so meine unaufgeregten Erfahrunge mit „Mädchensachen“ an Jungen.
    Aber es kann natürlich auch anders gehen. Dass Kinder andere Kinder auslachen. Dass Erwachsene fies kommentieren. Aber das tun sie bei anderen Dingen schließlich auch. Es gibt ja tausend Dinge, die angeblich „nicht gehen“. Insofern: ich denke nicht, dass man (und frau) Kinder vor etwas schützen muss. Oder von etwas abhalten, was sie mögen (solange das nicht gefährlich ist natürlich).
    Dieses Mädchen/Jungs-Ding geht mir sowieso gehörig auf die Nerven. Als ich klein war (vor vierzig Jahren) war das irgendwie gar nicht so ein Thema.
    Und weil die „Links der Woche“ ja leider ausfallen mussten, hier noch ein Nachtrag (heute beim Frühstück gelesen: http://www.berliner-zeitung.de/familie/sprueche-auf-kindershirts-sind-pure-klischees-sote,27871856,32138288.html

  22. Chris
    Am 20.01.2016 um 12:21:07 Uhr [Link]

    Schöner Artikel. Mein Sohn ist damals auch mit Zöpfen in die Kita gegangen, weil er die Haargummies der Mädchen so toll fand. Den anderen Kindern war das wumpe; das Trara gespickt mit vielen Vorurteilen – auch zu seinen sexuellen Vorlieben später einmal (er war 4 Jahre alt!) – kam von den Eltern. Da sieht man mal, wie festgefahren unsere Gesellschaft doch in Sachen Gleichberechtigung ist.

  23. Lamasus von Drei Kleine Lamas
    Am 20.01.2016 um 12:36:59 Uhr [Link]

    Hallo,

    warum auch nicht? Wenn ein Kind ein Kleid haben will, kann es ruhig eines haben. So halte ich das bei meinen Kindern auch. Kleider sind bequem und machen Spaß – und die Schotten tragen doch auch gern freies Bein :)
    Und was andere denken sollte uns sowieso egal sein.
    Weiter so!

    Grüße,
    Lamasus

  24. Carola
    Am 20.01.2016 um 12:38:33 Uhr [Link]

    Danke für diesen Artikel. Mein sohn ging auch regelmäßig mit Röcken und kleidern in den Kindergarten seit er 2 ist…mittlerweile ist er 5, 5. In unserem mini kinderladen in Berlin Kreuzberg nie Thema. ..Ausgrenzung wegen irgendwelcher Äußerlichkeiten gibt es nicht. Leider sieht unsere Familie das nicht ganz so entspannt. ..und die Frage nach dem schwulsein kennen wir auch. :-D
    Aber der älteren Generation nehme ich das weniger übel als Leuten in meinem alter oder jünger…von denen es leider viel zu viele gibt die dogmatisch nach geschlechterklischees leben. ..

  25. Yasmin
    Am 20.01.2016 um 12:54:17 Uhr [Link]

    Hallo,

    zwar habe ich noch keine Kinder aber ich stimme dir voll und ganz zu. Warum sollten Frauen Hosen tragen aber Männer keine Kleider? Gerade in dem Alter hat das nicht wirklichw as mit der sexuellen orientierung zutun. Vllt. findet er gerade nur Kleider einfach hübsch? Da sist in keinster Weise verwerflich!
    Ich finde es toll, dass du deinem Sohn diesen Wunsch erfüllt hast :)

  26. Dagmar
    Am 20.01.2016 um 13:01:44 Uhr [Link]

    <3

  27. Cornelia
    Am 20.01.2016 um 13:06:36 Uhr [Link]

    Sehr schön geschrieben und ein sehr schönes Kleid! :-)
    Und ich kann nur bestätigen, dass es gerade diese Angst vor Vorurteilen ist, die diese blöden Reaktionen dann oft wirklich hervorruft… Unser Sohn, mit zwei Mamas, Lieblingsfarbe lila und einem Faible für Nagellack in allen Farben, hat damit bei seinen Freunden noch nie Probleme gehabt. Im Gegenteil, in der Klasse wissen das schon alle und bringen ihm das lila Tonpapier, wenn’s ans Basteln geht. Puppen und Prinzessinnen hingegen findet er doof (wenn, dann Feen und Hexen) und mit sexueller Orientierung hat das das –noch– rein gar nichts zu tun, die wird sich später schon herauskristallisieren.
    Was mich an dem Thema besonders stört, ist, dass es heutzutage die meisten Leute toll finden, wenn Mädchen Hosen tragen, sich für Mathe und Fussball begeistern und sich als Cowboy verkleiden. Aber ein kleiner Junge, der mit Puppen spielt, ein Kleid anziehen will und rosa Glitzersachen liebt, wird komisch angeschaut? Da läuft was gehörig falsch in Sachen Gleichberechtigung…

  28. Kat
    Am 20.01.2016 um 13:27:16 Uhr [Link]

    Hallo Ella,

    Auch mein grosser Sohn trug mit 5 1/2 einen ganzen Sommer lang mit leidenschaft Kleidchen (ebenso wie er das ganze erste Kindergartenjahr jeden Tag seine Puppe dort brauchte). Mein jüngerer Sohn macht mit Freude Kordeln im Kindi – und weil die Mädchen diese mit Spängerchen im Haar tragen, macht er das auch (während er deine zahllosen Bagger und Traktoren steuert). Beide finden/fanden sich in den jeweiligen Phasen sehr hübsch so, bewunderten sich im Spiegel und waren stolz und zufrieden. Was daran verkehrt sein soll und wie überhaupt jemand an „sich selbst genau so gut finden“ etwas auszusetzen haben kann, ist mir schleierhaft und macht mich bisweilen traurig.
    Die Verwunderung, die bis hin zu Befremdung reicht, trifft bislang glücklicherweise immer nur mich. Bei vielen meine ich mittlerweile einen Hauch von Bewunderung zu spüren – ihren eigenen Söhnen dann aber tatsächlich das gleiche zuzugestehen, dazu reicht es in unserem Umfeld leider (noch) bei den wenigsten.

  29. theresa
    Am 20.01.2016 um 13:39:19 Uhr [Link]

    super artikel! bei unserem fünfjährigen wurde die begeisterung für kleidchen und nagellack etwas weniger, weil er im kindergarten (nicht nur aber eben auch) von seinen „besten“ freunden gehänselt wurde. wir leben zwar in ländlicherer gegend, für mich war es trotzdem erschreckend zu sehen, dass gewisse normen und grenzen bereits teilweise schon von (damals) drei- und vierjährigen weitertransportiert werden. mich als mutter beschäftigt das thema grad ziemlich, weil ich das gefühl habe, dass er gerne würde – sich wegen den anderen kindern momentan aber – ausser zu hause – nicht traut.
    danke für deinen beitrag :)

    • Nadine
      Am 21.01.2016 um 09:39:50 Uhr [Link]

      Same here!
      Wir wohnen eben auch nicht in einer größeren Stadt und Jungs mit langen Haaren oder gar Kleidern werden nicht nur von den Erwachsenen schräg angesehen.
      Mein Sohn wurde schon von den Kindergarten-Kids ausgelacht, weil er eine Eiskönigin-Party feiern wollte und mag jetzt nicht mehr im Elsa-Kleid gehen, weil er Angst hat, dass die anderen ihn auslachen. Da hilft auch kein stark machen alà „Es ist doch egal, was die anderen sagen…“

      Btw: Warum muss dein Sohn mit dem Kleid ausführen jetzt bis Sommer warten? So über Langarm-Shirt und Hose geht!s doch auch jetzt schon…

      • ella
        Am 21.01.2016 um 09:55:36 Uhr [Link]

        Dafür ist es leider viel zu kalt! Er geht in den Waldkindergarten, derzeit hats im Wald morgens -10 Grad und die Kinder sind dick eingepackt in Outdoorkleidung…

      • Nadine
        Am 21.01.2016 um 21:40:10 Uhr [Link]

        Das Eiskönigin-Drama hatten wir hier leider auch. Bei meinem Kind in der Schule gibt es donnerstags immer Kino und als das Kind sich Die Eiskönigin angucken wollte, wurde es von seinen Freunden ausgelacht, weil das doch ein Mädchenfilm sei. Aktuell schwärmt das Kind für Rey, findet sie toll und stark und hat sich ein Rey-Kostüm gewünscht. Aber da ging es beim Kaufen schon wieder los und es wurde von der Verkäuferin (feststellend) gefragt, ob das Kostüm doch sicher für die Schwester sei. Es ist so ermüdend, dass Kinder nicht einfach Kinder sein können und in ihrer Phantasie einfach sein können, wer sie wollen. Ich stelle mir dann immer vor, wie schwierig es für ein Kind ist, wenn ihm durch Auslachen von Freunden (!), also Menschen, die ihnen wichtig sind, oder solche Fragen vermittelt wird, dass etwas an dem, was sie mögen, falsch oder zumindest seltsam ist.

  30. ilka
    Am 20.01.2016 um 14:00:26 Uhr [Link]

    Toll! Deine Einstellung, dein Text, dein Sohn. Alles!

  31. Ana
    Am 20.01.2016 um 14:06:40 Uhr [Link]

    Super! Ich finde das wunderbar! Und ich finde es toll, wie du deine Kinder unterstützt! Lieben heißt annehmen – und zwar so, wie sie sind, unterstützen, bei dem was sie brauchen… auch wenn es gerade ein Kleid ist!
    Gut gebrüllt Löwin
    und danke für diesen inspirierenden und mutmachenden Beitrag!

  32. Martina
    Am 20.01.2016 um 14:12:07 Uhr [Link]

    Ich finde das eigentlich nicht komisch wenn ein Junge in dem Alter gerne ein Kleid tragen möchte, und es ist toll dass er tragen darf, was er möchte!
    Die 2 1/2 jährige Tochter einer Freundin trägt Shirts (fast nur in rosa) mit Aufdrucken wie ’sweetie‘ oder ’so pretty‘. DAS finde ich bedenklich.

  33. Moechtegern...
    Am 20.01.2016 um 14:14:09 Uhr [Link]

    Hallo Ella,

    ich finde, du hast wirklich eine sehr gesunde Art, damit umzugehen. Und ich stimme dir in vollen Zügen zu! Auf mich hat es bisher eher den Eindruck, dass wirklich JEDES Kind, ob Junge oder Mädchen, eine lila-rosa- und Kleiderphase hat. Das Problem ist eher, dass die Eltern (oder die Gesellschaft …) es meistens ganz schnell ausbremst, weil es diese dämliche Geschlechterteilung gibt.

    Mal ganz ehrlich: ich habe meinem Sohnemann, als er im Kindergarten war, auch ein Prinzessinnenkleid gekauft. Er wollte eines in Pink, also hat er es bekommen. Zwar hat er es nicht sehr oft getragen, weil es zu lange und unpraktisch war, aber er war glücklich damit.
    Eine ganze Zeit lang war seine Lieblingsfarbe Lila. Und ja, ich habe ihm lila Pullies gestrickt und besorgt. Und weil er so schmale Füße hat, dass Jungenschuhe ihm nie richtig gepasst haben, hat er in dem Alter meistens Mädchenschuhe in Lila angehabt, weil die schmaler geschnitten waren – und es war ja auch seine Lieblingsfarbe. Letztere hat sich zwar mittlerweile geändert und mit Kleidern hat er es nun auch nicht mehr, aber was sprich dagegen, wenn ein Zehnjähriger immer noch gerne mit Puppen spielt? Seine beste Freundin ist wilder als er. Und wenn er in einem der Kinderzimmer sitzt und mit seiner kleinen Schwester My Little Pony spielt, dann soll er das tun. Zugegeben, die beiden lieben es sehr actionlastig, aber trotzdem sind es Puppen in rosa und pink.

    Alles, was ich getan habe, ist sicherzugehen, dass er auch weiß, dass ihn die anderen Jungen in der Schule wegen solcher Anwandlungen wahrscheinlich ärgern werden. Und ja, das tun sie. Aber mein Junge ist ein selbstbewusster, sensibler und intelligenter Junge und kein Raufbold. Er weiß sich zu wehren und geht zu Lehrern und Betreuern. Deswegen war ich schon oft richtig stolz auf ihn!

    Von daher halte ich deinen Weg für richtig :) Lass deine Jungen ihre Entwicklungen und Wünsche! Egal, was dabei herauskommt, es sind ja immer noch deine Kinder.

    Liebe Grüße,
    Möchtegern …

    PS: Wieso fragen eigentlich so viele bei Kindergartenkindern schon nach der späteren Partnerorientierung? Das wird frühestens in der Pubertät Thema, aber doch nicht im Kindergarten.

  34. Mona
    Am 20.01.2016 um 14:18:36 Uhr [Link]

    Danke, danke, danke für diesen großartigen Beitrag!

    Ich bewege mich in einem überwiegend kinderlosen, nicht heteronormativen Umfeld und bin immer wieder erstaunt darüber, wie sehr es außerhalb dessen noch auf Sorgen und Ängste stößt, wenn männliche Kinder und Erwachsene sogenannten „Mädchenkram“ tragen. Allein diese Frage nach schwul oder trans*, die immer wieder und auch mit Nachdruck gestellt wird, erschreckt mich. Äh, Zusammenhang? Äh, und wenn schon?

    Schade, dass es offensichtlich immer noch nötig ist, sich zu erklären (oder dies zu wollen) und ein riesiges Dankeschön an dich, liebe Ringelmiez, dass du das tust!

    Beste Grüße,
    Mona

  35. Mina
    Am 20.01.2016 um 14:46:14 Uhr [Link]

    Großartig und klar geschrieben. Das Kleid ist wirklich schön und fliegt auch ganz toll.

  36. Carlsonvomberg
    Am 20.01.2016 um 15:22:32 Uhr [Link]

    Das rockt, das Kleid!!!!! Christus hat auch gerockt (im Kleid = Gewand?)!

    Danke für den Eintrag, dem bedarf es nur kaum eigener Worte!

    Beste Grüße vom Berg, du bist großartig!

  37. almut (aus der Rosa-Hellblau-Falle)
    Am 20.01.2016 um 15:23:27 Uhr [Link]

    Kann ich den Text und die Haltung dahinter hier irgendwo mit unterschreiben?
    <3

    viele Grüße schickt
    almut

  38. Stephie
    Am 20.01.2016 um 15:29:08 Uhr [Link]

    Hallo Ella!
    Toller Blogpost! Ich bin eigentlich stille Mitleserin, aber das Thema ist bei uns auch immermal wieder aktuell. Mein Sohn 7 Jahre mochte schon immer Röcke, Haarspangen, Zöpfe und co und darf natürlich alles ausleben ( wir sind übrigens gläubige Protestanten ;-) ).Mittlerweile trägt er aber die Haare kurz, Jeans und sieht sich als Junge. Früher wollte er immer ein Mädchen sein.
    Nun mag er ab und an Nagellack tragen. Gestern kam er nachhause und erzählte, dass seine Lehrerin sagte, er solle ihn abmachen, das sei nur was für Mädchen. Ich war Sprachlos, aber er nahm es cool und wollte nochmal frischen und sein bester Freund kam heute auch mit Nagellack zur Schule! Mein selbstbewußter Trendsetter :-).
    Lg und weiter so, ich lese gerne bei Dir!
    Stephie

  39. inka
    Am 20.01.2016 um 15:40:14 Uhr [Link]

    Ich brauche von mir aus nicht mehr kommentieren, da ist bereits alles gesagt. Allerdings würden mich wahnsinnig die Gedanken von Männern interessieren (ich hab hier keinen Kommentar eines Mannes überlesen, hoffe ich).
    Meine Vermutung wäre ja, dass das „Ohh, toll“ da nicht ganz so leicht über die Lippen käme. Denn immerhin: Ja, WIR (also wir Frauen) können schließlich Hosen UND Kleider tragen, ohne uns abfälligen Blicken auszusetzen (es sei denn, das Kleid ist „zu kurz“, wir „zu alt“ etc.).
    Ich würde auch vermuten, dass es nicht ganz so leicht fällt, die Grenzen zu überschreiten, die Männern im allgemeinen gesetzt werden bzw. die sich sich selbst anerzogen haben, um ihre Identität zu sichern, die irgendwie so irre statisch zu sein scheint (statischer als bei Frauen?). Und beim eigenen Sohnemann… also da höre ich im Kopf ja meine Mutter, die mich einst ausschimpfte ob meiner grüngefärbten Haare, „das würde ja auf sie zurückfallen“.
    Was ich damit sagen will, für mich selbst überraschenderweise: Ich glaube, da haben wir Frauen es mal ein bisschen einfacher. Aber ich muss da jetzt nochmal drüber nachdenken…
    LG
    /inka

    • Polly
      Am 21.01.2016 um 17:28:16 Uhr [Link]

      Mein Mann schreibt nicht selbst auf Blogs, aber ich kann dir ausrichten, dass er überhaupt kein Problem damit hätte und im Zweifelsfall auch selbst Kleider tragen würde um seine Kinder zu unterstützen.

    • Mom
      Am 22.01.2016 um 15:00:35 Uhr [Link]

      Der Liebste Beste meint, hätte er einen Sohn und keine Tochter, würde er zuerst versuchen, dem Kind zu erklären, dass Mädchensachen für Jungs „nicht vorgesehen“ sind. Falls das Kind dann darauf bestehen würde, würde er es eher beeinflussen, dass es die Sachen zuhause trägt; falls es aber unbedingt in den Kindergarten damit wollte, dann auch okay.

  40. Caro
    Am 20.01.2016 um 15:48:59 Uhr [Link]

    Wie immer alles wunderbar! Das Kleid, und die Einstellung sowieso ;)

    Mein Großer (7) nimmt ja auch gerne Puppenbuggy mit Puppe mit nach draußen, und bisher schert es ihn zum Glück wenig, was andere Leute dazu sagen. Er spielt auch gerne mit der kleinen Schwester „Um-Babys-kümmern“. Wenn ich ehrlich bin, dann hätte ich früher, bevor ich selber Kinder bzw. einen Sohn hatte auch ähnlich gedacht, dass das doch eher was für Mädchen ist. Aber jetzt steht das für mich völlig außer Frage. Warum soll er nicht mit Puppen spielen? Und warum soll K. nicht ein Kleid tragen?

    Allerdings merke ich auch leider, wie dieses typische Rollenbild von außen immer mehr an den Sohn herangetragen wird. Auch der Mann ist da in vielen Situationen leider nicht in der Lage, mal sein Hirn anzuschalten (*augenroll*). Ich hoffe einfach, dass R. es zumindest innerlich schafft, bei seiner jetzigen Unbeschwertheit zu bleiben.

    Die Mutmaßung, dass er vom Kleider tragen schwul werden könnte (jetzt mal ganz abgesehen davon, ob man mit einem schwulen Sohn ein Problem haben sollte oder nicht) finde ich genau so anmaßend, wie zu denken, dass man sich mit Homosexualität anstecken kann, was ja, wie mir scheint, auch öfter mal Leute befürchten…

  41. Frische Brise
    Am 20.01.2016 um 16:12:16 Uhr [Link]

    Genau so.

    Und ich wundere mich immer wieder, warum da so ein Thema draus gemacht wird.

  42. Stadtneurotiker
    Am 20.01.2016 um 16:15:29 Uhr [Link]

    Als seit 13 Jahren Rockträger freue ich mich sehr, wenn es Eltern gelingt, ihre Kinder fernab der gängigen Genderschubladen zu erziehen.

    Als ich vor zwei Jahren meinen 1. Arbeitstag in einem Kindergarten hatte (im Rock natürlich), meinte eine Mutter nur: „Schade, daß Du nicht schon vor einem Jahr, als mein Sohn Kleider tragen wollte, hast!“ (Er traute sich wohl nicht.)

  43. Karin
    Am 20.01.2016 um 16:49:23 Uhr [Link]

    Bravo!
    Mein Sohn liebte „lüla“ und pink, seine blond gelockte Puppe Susi, seine extrasuperlangen Sweatshirts made by Mama und lange seine langen Haare.
    Mit inzwischen 27 hat er seine zweite Langhaarperiode hinter sich. Erhalten hat sich sein Unmut, dass es für Mädels bzw. Frauen immer eher etwas Bequemes, Schickes von der Stange zu kaufen gibt. Trotz aller Bemühungen vonseiten einiger Modeschöpfer in Sachen Männerrock bleiben Männer mit der „üblichen“ Mode eingeschränkt. Also läuft er in Knallfarben durch die Gegend.
    Dein Junge weiß was er will und das ist gut!
    Viele Grüße,
    Karin

  44. fairy&snail
    Am 20.01.2016 um 17:03:22 Uhr [Link]

    Ach, wie schön!
    Wie schön, dass Du solch einen Blick auf deine Kinder hast und sie so unterstütz! Wie schön, dass Du so einen positiven Blick auf dieses Thema hast und so entspannt damit umgehst! Wie schön, dass Du mit „gutem Beispiel“ voran gehst und deine Einstellungen hier der Öffentlichkeit zugänglich machst!
    Vielen Dank für diesen Text
    sagt Antje!
    (übrigens eine Erzieherin ;) )

  45. Marina
    Am 20.01.2016 um 17:35:35 Uhr [Link]

    Hallo Ella,

    ich finde deine Einstellung und Umsetzung zum Thema absolut klasse und beglückwünsche deine Kinder zu so einer klugen, liebevollen Mutter!!!

    … das Kleidchen gefällt mir ausgesprochen gut und ich glaube, es steht deinem Sohn sehr gut. So schön, dass es ihn so glücklich macht!

    Und was den Rest betrifft, ich meine, es ist echt noch viel zu früh um irgendwelche Vermutungen anzustellen oder Schlüsse zu ziehen bezüglich seiner späteren sexuellen Orientierung. Abgesehen davon, dass er noch so klein ist, ist es eh müsig sich darüber den Kopf zu zerbrechen, denn es kommt wie es kommt und es ist wie es ist … und so ist es gut!

    LG,
    Marina

  46. BLauert
    Am 20.01.2016 um 17:52:35 Uhr [Link]

    Das Kind tut mir leid. Er wird wohl noch Jahre später wegen dieser Aktion gemobbt werden.

    • LinuxDoc
      Am 21.01.2016 um 10:34:58 Uhr [Link]

      So gut gemeint das auch ist, halte ich es für einen großen Fehler, das Kind so suf die Straße zu lassen oder gar in den Kindergarten.

      Gerade Kinder können grausam sein und vorallem sind sie grausam!

      Vielleicht denkt man da als Vater auch anders, aber ich würde meinem Kind so etwas nicht antun. Zuhause ok, meinetwegen….
      Ich hoffe er bekommt keinen Schaden.

    • Mom
      Am 21.01.2016 um 22:09:52 Uhr [Link]

      Ich glaube nicht, dass das Kind noch Jahre später gemobbt wird, wenn er einmal als kleiner Bub Kleider trägt. Ich verstehe aber auch nicht so ganz die tiefe, innere Begeisterung, die hier manche Mamas erfüllt, weil ihre Jungs lila/rosa/Nagellack/Prinzessinnenkleid/whatever tragen. Es klingt für mich so, als würden sich die Mamas selbst aufgewertet sehen, wenn ihr Junge kein banaler 08/15-dreckige Jeans/schlammfarbenes T-Shirt/AutosundFUßball-Kerl ist: „Haha, MEIN Kind ist kein Spießer, sondern so wunderbar unangepasst er selber! Und ich bin supiliberal und stärke ihn dabei! HA! TAKE THIS, FUSSBALLJUNGS-MÜTTER!“ Das macht für mich ein bisschen viel Gewese um einen Nebenkriegsschauplatz wie Kleidung und Kosmetik. Aber vielleicht kann ich’s ja nicht nachvollziehen, mein Junge war weitgehend das, was man wohl einen „typischen Jungen“ nennt.

      • gaby
        Am 21.01.2016 um 23:05:37 Uhr [Link]

        Naja, das kann man aber vielleicht auch anders lesen. Nämlich, dass Eltern einfach froh sind, dass ihr Junge nicht alleine mit solchen Wünschen ist. Oder um Ella mitzuteilen, dass ihr Kind nicht das einzige ist und wie sie damit umgegangen sind, als ihre Jungs so was wollten.
        Mein Sohn konnte z.B. Fußball und Nagellack relativ gut vereinbaren. Der war nicht superbesonders dadurch.
        Ich versteh schon, was Du meinst. Aber vielleicht geht es hier auch so ein bisschen um diese Gender-Geschichte, die Kinder heute von Baby auf an in klare Geschlechterrollen zwängt und ihnen gar keine andere Möglichkeit mehr lässt, als sich entweder für „Mädchen“- oder für „Jungs-„Sachen zu interessieren.
        Als mein Sohn keine drei Monate alt war, hab ich mal dringend eine Kopfbedeckung gegen Sonne gebraucht und auch im Second-Hand eine süße gefunden. „Die ist aber für Mädchen“ sagte mir die Verkäuferin. „Wollen sie die wirklich kaufen“. Die war nicht rosa. Die war einfach weiß. Das war das erste Mal wo mir klar war, dass die 70er Jahre auch mental Geschichte sind und die Zeiten, wo Mädchen und Jungs ihre KLeidung nach eigenen Vorlieben wählen können, ebenfalls. Ich hätte mich als Kind geweigert, rosa Sachen anzuziehen. Ich fand das einfach nicht schön. Und es hätte mir auch nicht gestanden. Heute ist es ziemlich schwierig, für Kinder was zu kaufen, was man problemlos beiden Geschlechtern anziehen könnte. Vielleicht ist es ganz gut, sich dazu zu äußern und zu sagen, dass man das nicht mitmachen möchte.
        Damals ging es darum, dass „Mädchen auch wie Jungs sein dürfen“. Heute ist es vielleicht auch mal andersrum. Und das ist gut. Denn das erste bedeutet doch, Jungs sind automatisch besser, aber Mädchen dürfen auch so sein, wenn sie wollen und können. Mich hat das als Kind geärgert, dass diese Sache immer impliziert hat, dass Jungs das „Bessere“ ist, und wir versuchen können, auch „besser“ zu werden, indem wir werden wie sie.
        Aber vielleicht führt das jetzt auch zu weit.

      • Mom
        Am 22.01.2016 um 15:12:56 Uhr [Link]

        @gaby
        Ja, vielleicht ist es das; ich persönlich kenne keinen Jungen, der Mädchenzeugs anziehen wollte – mit einer Ausnahme, und da war so klar, dass das dem innersten Wesen des Kindes enspricht, dass das auch die Mitkinder völlig akzeptiert haben. Der arme Kerl war mit einem supermaskulinen Bruder (Hobby: Matchboxautos tunen und tieferlegen) und einer ebenfalls recht kerlhaften Mutter gesegnet, Papa gabs keinen, und er selbst wollte eigentlich nur elfengleich im Plisseerock, Seidentücher wedelnd durch die Hallen schweben. Das war echt das, was er wollte, und was seine große Sehnsucht war, und sein erster Sdchritt war jeweils zur Verkleidungskiste,, um sich was Hübsches Pastellfarbenes rauszufischen. Obwohl die Familie sprachlos war – das kam echt ganz von innen bei ihm und ging über „Mal Fingernägel lackieren“ weit hinaus. Ich wüsste gern, was aus ihm geworden ist.
        Der Verdacht, den ich habe, ist, dass die Mamas den Jungen diesen Wunsch auch nur deshalb besonders gern erfüllen, weil’s zu ihrer generellen Einstellung passt. Ich frage mich, ob sie den Wunsch des Kindes ebenso unvoreingenommen unterstützen würden, wenn das Kind sich etwas sehr, sehr wünschen würde, was zu einem sehr klassischen Rollenmodell passen würde – zum Beispiel eine Uniform. Ich glaube, da würden viele Eltern die Notbremse ziehen („Wir spielen nicht krieg!“), statt tolerant das Kind seinen tiefen Wunsch ausleben zu lassen. Ob die Toleranz da nicht eher dort ist, wo sie sowieso zur eigenen Sicht der Dinge passt. Ich frage mich das deshalb, weil mein Sohn genau auf diese Männlichkeitsbilder und -zeichen abgefahren ist, und ich fand das immer eher bäh und hätte ihm liebend gern die Fingernägel lackiert. Es wäre viel einfacher für mich gewesen, diesbezüglich tolerant zu sein, als bezüglich der Trias Fußball-Autos-Herumballern, die ihm offenbar viel wichtiger waren.

      • Anna
        Am 23.01.2016 um 03:41:12 Uhr [Link]

        @Mom: ähm, also du vergleichst Uniform tragen (Wie du ja selber sagst: „Krieg spielen“) mit Kleid tragen? Nicht wirklich, oder?

        Ansonsten schönes Kleid, toller Sohn und super Mutter! :) Jetzt würde ich mich nur noch freuen, wenn Artikel wie diese nicht mehr nötig wären. Aber leider sieht man ja hier, dass da noch einige Zeit vergehen wird…

      • Mom
        Am 23.01.2016 um 22:55:38 Uhr [Link]

        @Anna
        Eine Uniform ist das beste Beispiel das mir eingefallen ist für etwas, das ich mit extrem maskulinen Rollenattributen assoziiere. Damit wäre es für mich das Gegenstück zum Kleid, das als DAS „typisch weibliche“ Kleidungsstück gilt.

    • Dylan Naylor
      Am 28.01.2016 um 02:05:51 Uhr [Link]

      Ich habe Anfang der 80er, als mittlerer von 3 Jungs, auch gerne „Mädchensachen“ getragen, meine Mutter hat mir den Wunsch erfüllt und mir einen Rock genäht. Die Folge davon: ich habe gelernt, dass meine Familie hinter mir steht und deswegen nie Probleme gehabt, zu dem zu stehen, der ich bin. Ob man damals schon sehen konnte, dass ich schwul bin? Keine Ahnung. Ist aber auch völlig egal- denn auch dazu konnte ich schon mit 15 selbstbewusst stehen, als ich mir dessen bewusst wurde, und habe damit wenig Angriffsfläche für Mobbing geboten, denn ich war eben nicht schwach. Ich bin meiner Familie dafür sehr dankbar!

  47. Lena
    Am 20.01.2016 um 18:00:16 Uhr [Link]

    Was für ein schöner Text! Ich möchte auch unterschreiben. :)
    Hier hab ich nur zwei Raufbolde, die unprovoziert die meisten männlichen Klischees erfüllen. Trotzdem wurde das lila Samtkleid, das ich in die Verkleidungskiste gepackt habe, immer wieder gern verwendet.
    Aber modische Normen beginnen ja schon abseits jeder Geschlechtszuweisung. Meine Jungs haben z.B. für sich beschlossen (bzw. der Große hat und der Kleine macht’s nach), dass sie unterschiedliche Socken tragen möchten. Sich auf ein Muster beschränken, obwohl er zwei Füße hat, leuchtet ihm nicht ein, sagt der Große. Und auf die Frage, warum man unbedingt gleiche Socken tragen müsse, gibt es ja nun auch keine logische Antwort. Was aber allein diese simple Demonstration von Selbstbewusstsein und Eigenverantwortlichkeit schon für Irritationen bei anderen hervorgerufen hat! „Ich habe ein Recht darauf, aus dem Rahmen zu fallen – wenn ich es kann“, hat Albert Schweitzer gesagt. Aber anderen Menschen dieses Recht zuzugestehen, fällt vielen Leuten offenbar schwer.

  48. Heike
    Am 20.01.2016 um 18:54:08 Uhr [Link]

    Ich bin ja tatsächlich noch gar keine Mama, aber ich werde mein Kind in allem unterstützen, was macht, dass es sich wohl und glücklich fühlt. Diese Einteilung: Das ist für Jungs und das für Mädchen, das steckt manchmal schon in den Kleinen drin. Heute hat eine Viertklässlerin zu einer meiner Drittklässlerinnen gesagt, sie hätte einen Jungspulli an, weil er einen Star Wars-Aufdruck hatte. Tatsächlich hatte diese Drittklässlerin schon öfter die gleichen Pullis an wie ihre männlichen Mitschüler und dann wieder die niedlichsten Kleider auf Erden. Ist halt so.

    Bei mir wurde als Kind manchmal schon von außen die Nase gerümpft, weil ich einen Faible für Matchbox-Autos hatte, so als Mädchen… vielleicht geht es ja vorwärts – langsam, aber sicher.

  49. Kommentor
    Am 20.01.2016 um 22:37:11 Uhr [Link]

    > „Juckt dich das wirklich gar nicht, dass er schwul oder
    > trans sein könnte?“

    Beste Antwort darauf: „Normalerweise nicht, aber solange es noch Leute wie dich gibt, mache ich mir etwas Sorgen.“

  50. lnmyschkin
    Am 20.01.2016 um 22:43:47 Uhr [Link]

    Zunächst einmal: Sehr schönes Kleid. Dein Sohn scheint einen guten Geschmack zu haben.
    Ansonsten hätte ich als Kind gerne Kleider getragen. Hab mich aber wegen der „Außenwelt“ nicht getraut. Ich bedauere das ein wenig. Heutzutage werde ich oft als „Ehrenmädchen“ bezeichnet und verstehe es als Ehrenzeichen. Was wohlgemerkt nicht heißen soll, das ich eine Frau sein möchte. Eher das was man so als „Frauenversteher“ bezeichnen würde. Ohne das ich das negativ sähe.
    Öhm, das ist vielleicht etwas wirr jetzt :) Ich wollte nur sagen, das ich deinen Jungen verstehe und ich es richtig finde das als das anzusehen was es ist: Ein Teil der Normalität.

  51. Stefanie
    Am 20.01.2016 um 23:39:54 Uhr [Link]

    Das Kleid ist toll und in dieser Farbkombination gefällt mir der Einhörnerstoff, den ich ansonsten schon ziemlich rosa-kitschig finde, ziemlich gut.
    Mein Sohn liebt lila, also darf er Kleidung / Schuhe usw. tragen, ebenso will er aus Tüchern ein Kleid gebunden bekommen – na klar. Ein eigenes Kleid wollte er so noch nicht, aber wenn dann bitte. Ich finde es so so wichtig, dass sie auch das ausprobieren dürfen was nur dem vermeintlich anderen Geschlecht zugesprochen wird. Und sind Vorlieben für bestimmte Farben / Kleidungsstücke im Kindesalter schon hindeutend auf homo/hetero/…sexualität? Kann ich mir gerade nicht so vorstellen. Eher sind Kinder in dem Altern noch am Begreifen, was Geschlecht heißen kann, was sind Unterschiede usw. Und Unterschiede sind NICHT die Farbskala.
    So ein breites Thema und mit so vielen Sorgen belastet, manchmal denk ich – locker bleiben! Die Kinder gehen schon ihren Weg und nicht jeder Junge, der mal ein Kleid trägt oder eine Haarspange wünscht ist später gleich homosexuell (und wenn er es wird, auch gut und genau richtig). Da kommen immer so Ängste / Sorgen mit hoch, schade eigentlich. Aber bevor ich mich noch in Rage schreibe hör ich lieber auf und sag Danke für diesen bereichernden Post!
    Gruß Stefanie

  52. Frau PN
    Am 21.01.2016 um 00:58:22 Uhr [Link]

    Danke dafür.
    Alles schön zusammen gefasst; ich kann zu Hundert Prozent unterschreiben.
    Der Sohn darf auch jederzeit Kleid tragen und tut es auch. Er hatte 1-2 Sommerkleider, ein etwas wärmeres und dann natürlich das Prinzessinnnen und das Feenkleid.
    Er ist auch so raus gegangen (Mensch natürlich!) und zum Glück haben wir noch keine negativen Kommentare gehört. Ein Mädchen im Kindergarten der Schwester wunderte mal rum, aber ich antworte da auch mal ähnlich wie Du („Warum hat er denn eine rosa Hose an?“ „Damit er nicht friert“).
    Fremde Leute auf der Straße halten ihn eh stets für ein Mädchen wegen der langen Haare und des feinen Gesichts wohl. Wenn doch mal Blicke kommen wegen Junge+Kleid, stehe ich da sehr sehr sehr drüber.
    Was ich großartig finde, dass unter meinen Kindern dieses Thema als wirklich absolut normal angesehen wird. Die Große vererbt mit so einer Selbstverständlichkeit zu klein gewordene Kleider an den Bruder, dass man sich nur wünscht dass alle so damit umgehen würden. (einschließlich meines Mannes, der da nicht ganz so frei ist wie ich)

    Gedankengang heute: wir lassen unsere Jungs Kleider anziehen und Farben tragen die sie wollen, weil sie es eben selbst wollen und äußern. Selbstverständlich!
    Aber wir ziehen ihnen noch keine Kleider an, wenn sie in einem Alter sind in dem es ihnen noch herzlich egal ist. Unseren Mädchen aber schon. Oder?
    Der Käthe habe ich ab dem Laufalter sehr gern Kleider angezogen. Ebenso wie Hosen. Dem Sohn nicht. Warum nicht?
    Allerdings trugen/tragen beide Söhne auch pinkfarbene Bodys. Weil sie eben da waren. Einen in dem Farbschema kaufte ich auch extra für den mittleren Sohn, weil der echt schön aussah und ihm super stand.
    Aber Kleider/Röcke? Das kam erst etwas später, als er Kleidung so richtig wahrnahm und eben wie die Schwester schöne Kleider tragen wollte und eben selbst wählte.
    Da mache ich (und sicher auch viele andere) eben doch irgendwie noch einen
    Unterschied. Irgendwie doch doof…

  53. steph
    Am 21.01.2016 um 03:20:55 Uhr [Link]

    Ein wunderbarer Artikel. Und ein richtig schönes Kleid!
    An deinem Umgang mit „solchen“ Dingen (uh Kleider bei Jungs, aaaah wie schwierig und tabuistisch) kann man sich wirklich nur ein Beispiel nehmen, vor allem als Eltern.

    Ich verstehe nicht, was daran unverständlich oder schwierig sein soll, sein Kind einfach zu lieben und ihm nicht schon als Baby oder Keinkind irgendwelche (unsinnigen!) Geschlechtszuschreibungen aufzubürden.

  54. W.
    Am 21.01.2016 um 04:04:01 Uhr [Link]

    Diese Offenheit hätte ich mir auch von meinen Eltern gewünscht. Richtig toll!

  55. Markierungen 01/21/2016 - Snippets
    Am 21.01.2016 um 06:32:45 Uhr [Link]

    […] Ein Kleid für den kleinen Sohn (und warum alle Söhne Kleider tragen dürfen sollten). | ringelmiez […]

  56. Lisa *
    Am 21.01.2016 um 09:11:59 Uhr [Link]

    Oh ich liebe diesen Einhorn-Stoff! Das Kleid ist auch ganz zauberhaft – das glaub ich, dass der Sohn begeistert ist. Cooler text auch. Liebe grüße Lisa*

  57. Anja Schlüter
    Am 21.01.2016 um 10:16:55 Uhr [Link]

    Meine Tochter, 10, zieht sehr sehr sehr sehr sehr gerne die abgelegten Fußball Trikots ihres großen Bruders an, seine Tom Tailor und Jack and Jones Pullover.. Ich finde das toll.
    Und zu Weihnachten mussten es eben die lila Glitzerlackschuhe sein. Die mag ich jetzt nicht so. Aber das ist dann eben so. Punkt

  58. LinuxDoc
    Am 21.01.2016 um 10:50:20 Uhr [Link]

    Als ich (M) 5 oder 6 war, fragte mich meine Mutter, als was ich zu Fasching gehen wollte… Indianer oder Cowboy… Ich wollte beides nicht, also fragte sie mich was ich gut finde und als was ich gehen will… Ich fand die Biene Maja super… Also ging ich als Biene Maja…

    Und ja die Faschingsveranstalung war schlimm, danach wollte ich mich nie mehr verkleiden.

    Mittlerweile bin ich 41 (Vater einer Tochter) und würde meinem Nachwuchs stark davon abraten und keinesfalls ermutigen in einem Kleid ausser Haus zu gehen.

    • Gabriela, Berlin
      Am 21.01.2016 um 13:49:49 Uhr [Link]

      Als mein Sohn vier war (das ist jetzt sechs Jahre her) wollte er gerne als Pippi Langstrumpf zum Fasching. Er sah entzückend aus und wenn jemand etwas auszusetzen gehabt hätte, wäre mir das zu Ohren gekommen. Bei Kritik an der eigenen Person war das Kind schon immer sehr hellhörig.
      Vielleicht liegt es an der Zeit? Oder am Ort?

    • Panina
      Am 22.01.2016 um 10:09:13 Uhr [Link]

      Kinder können grausam sein. Ich wollte als Kind (w) unbedingt als Putzfrau verkleidet sein. Doch ein typisch weibliches Kostüm, oder? Und wie ich verspottet wurde! Ich war total traurig, auch weil meine Mama so ein tolles Kostüm genäht hatte. Also ich glaube, das kann immer passieren, muss aber nicht. Daher ist es doch viel besser die Kinder dabei zu stärken sie selbst zu sein und mit Spott umzugehen statt zu versuchen sie vor allen negativen Erfahrungen fern zu halten. Man wird es sowieso nicht schaffen.
      Meine Mama hat mich getröstet, meinen Zorn über die anderen, über mich selbst und auch über sie ertragen. Irgendwann wars wieder okay und das Kostüm hab ich trotzdem noch toll gefunden.

  59. Feuer Vogel
    Am 21.01.2016 um 19:02:08 Uhr [Link]

    Wunderbar, genau so! :-)

  60. Earas
    Am 21.01.2016 um 19:21:27 Uhr [Link]

    Amen! (Völlig unreligiös gemeint. ;D )

  61. joriste
    Am 21.01.2016 um 23:07:49 Uhr [Link]

    als Töchtermutter finde auch ich das Mädchen- bzw Frauenbild, das hinter diesem Thema hervorlugt schwierig. Eine meiner Zwillingstöchter (8J) wollte schon mit 2 mit Jungsnamen angesprochen werden und hat sich bis vor kurzem strikt „Jungsklamotten“ ausgesucht. Dankbar war ich meiner Mutter, die ihr ohne Zögern eine „richtige“ Jungsbadehose (diese knielangen Schlabberdinger – Bermuda?) geschenkt hat. Andere Mit-Mütter haben mir dann netterweise erklärt, dass J das sicher als Abgrenzung zu ihrer Schwester macht, ich solle mir keine Sorgen machen, Mädchen dürften sich da ausprobieren, alles nur eine Phase und so. Die sind ja so verspielt! Harhar. Wird Mädchen da wirklich mehr zugestanden – oder werden sie vielleicht weniger ernstgenommen?!
    Vielen Dank für Deinen Text. Eure Kinder haben einfach eine tolle Mama :)

  62. Jule
    Am 21.01.2016 um 23:57:55 Uhr [Link]

    Mein Highlight des Tages:
    „Was würdest du denn machen, wenn dein Sohn kein Mädchen, sondern einen Jungen mit nach Hause brächte?“
    „Es kommt auf die Tageszeit an. Mittags vielleicht Nudeln, Abends einen Salat oder so.“

    Danke dafür!

  63. Bernd Lauert
    Am 22.01.2016 um 07:27:21 Uhr [Link]

    Ich finde das Jugendamt sollte sich mal um euch kümmern. Zumindest sollten deine Kinder regelmäßig dem Psychologen vorgestellt werden , um seelische Schäden im Vorfeld milde abzupuffern.
    Werde das auch so an die Behörden weitergeben! Tut mir Leid, aber wenn es um Kinder geht dürfen wir nie nie nie wegschauen!

    • ella
      Am 22.01.2016 um 08:05:37 Uhr [Link]

      Ach komm, geh weiter. Man möchte wirklich Mitleid mit dir und deinem Frauenbild bekommen, wenn du das tragen weiblich konnotierter Kleidung mit dem Entstehen seelischer Schäden in Verbindung bringst. Ich denke, das Jugendamt hat deutlich dringlicheres zu tun, als sich mit einem Kind zu befassen, dass einfach nur es selbst sein darf.

    • Anni
      Am 22.01.2016 um 08:12:18 Uhr [Link]

      …Das dann genau was tun soll? Einem Menschen verbieten, seine Kleidung selbst auszuwählen?
      Sorry not sorry, aber so ein Blödsinn!
      Rufen Sie auch das Jugendamt, wenn Sie erfahren, dass meine Tochter Hosen trägt? Ups, jetzt habe ich es verraten…
      *Kopf – Tisch*

    • Claudia
      Am 22.01.2016 um 08:24:57 Uhr [Link]

      Als die Frauen Hosen tragen wollten ging das Abendland unter. Frauen waren dann keine Frauen mehr…… meine Großmutter hat mir noch davon erzählt und bedauerte das sie die Hose als Kind nicht tragen durfte.

      Jetzt sind also die Männer dran die sich nicht trauen mit Kleidern auf die Strasse zu gehen.
      Auch da scheint das Abendland kurz vorm Untergang. Warum eigentlich?

      http://www.zeit.de/zeit-magazin/2015/36/maennermode-kleid-geschlechter
      Ein netter Artikel der zeigt das dieses“ Männer dürfen keine Kleider tragen“ früher anders war. Und in anderen Kulturen sowieso noch mal ganz anders gehandhabt wird

      Claudia

    • Anne
      Am 22.01.2016 um 08:26:38 Uhr [Link]

      UND DAS VON MEINEN STEUERGELDERN!

      Was für eine Verschwendung von Lebenszeit, Geld und Nerven.

    • Matthias
      Am 22.01.2016 um 08:56:37 Uhr [Link]

      Was genau willst du da denn weitergeben? „Ich hab da was im Internet gesehen!“
      Seelische Schäden sind zu befürchten solange Kinder in Rollenmuster gezwängt werden, die unter Umständen nicht passend sind.

      Die Entwicklung einer stabilen Persönlichkeit verlangt geradezu danach, sich in allen Bereichen des Lebens auszuprobieren und dazu gehört auch das Spiel und Verkleiden.

      Komplett dreist und anmaßend ist dazu noch deine Forderung, Ellas Kinder sollten dem Psychologen vorgestellt werden. Schonmal was von Projektion gehört?
      Abfahrt, echt!

    • Federschwarze
      Am 22.01.2016 um 09:18:51 Uhr [Link]

      An wen denn, die Gender Polizei? Dann melde mich doch auch gleich, da ich meinen Sohn schminke, wenn er es möchte. Aktuell sitzt er mit lila Lidschatten neben mir.

      *kopf – tisch*

    • anne
      Am 22.01.2016 um 13:21:07 Uhr [Link]

      Ach komm, is‘ doch ’n Witz, oder! Da sind wir doch alle mal kurz zusammen gezuckt, Herr Lauert.
      (FALLS es aber am Ende ernst gemeint sein sollte – sind wir alle gespannt! Könnte mir sogar vorstellen, dass sich das Jugendamt für Ihre Kinder fast stärker interessieren würde als für die Hartmann’schens, wenn die Ihnen schonmal zu hören…)

    • Mom
      Am 22.01.2016 um 15:15:51 Uhr [Link]

      Ich nehme wohlwollenderweise an, Sie haben das „Irony off“ vergessen?

  64. Steffen
    Am 22.01.2016 um 08:31:45 Uhr [Link]

    Ich finde es zutiefst erstaunlich, wie paternalistisch der Auftritt einiger Bedenkenträger hier daherkommt – lasst Kindern doch einfach die Freiheit, ihre eigenen Erfahrungen zu sammeln und ihre Neigungen auszuleben.
    Ellas Sohn trägt Kleid, unser verlangt nach den Haarspangen seiner großen Schwester. So what?

    Vielleicht hilft euch ja ein/e Psycholog*in? Wenn die Kids überhaupt Probleme bekommen, dann doch bevorzugt von Menschen wie euch, die ihnen ihre (Wert-)Vorstellungen oktruieren wollen.

    • Mom
      Am 22.01.2016 um 15:21:26 Uhr [Link]

      Elternsein besteht doch oft darin, den Kindern Vorstellungen aufzuoktroyieren – die Zähne werden geputzt, z. B., wir lassen dem Kind nicht die Freiheit, seine eigenen Erfahrungen zu sammeln und zu warten, bis die Zähne abfaulen. Wir bringen bestimmte Codes an Höflichkeit bei und lassen das Kind nicht die Erfahrung sammeln, als schlecht erzogen zu gelten, weil es nicht bitte und danke sagt. Und so bei vielem. Der Knackpunkt ist doch der: schadet das, was das Kind als Neigung ausleben will, dem Kind? Ich würde sagen, als Junge Mädchensachen zu tragen schadet niemandem; ich habe aber den Verdacht, dass man die Sache auch anders betrachten könnte: wenn man das Pech und das Kind eine recht konventionelle Peer Group hat, kann sich das Kind eine üble Zeit mit den Altersgenossen einhandeln, indem es seinem Herzen folgt. Ich verstehe, wenn manche Eltern das berücksichtigen und dem Jungen Mädchenkleidung ausreden; das ist aus ihrer Sicht folgerichtig gehandelt.

  65. JennyimWesten
    Am 22.01.2016 um 09:34:04 Uhr [Link]

    Und was genau möchtest Du dem Jugendamt mitteilen Bernd?
    Das sich ein Kind frei entfalten darf?!

  66. Hansi
    Am 22.01.2016 um 09:53:05 Uhr [Link]

  67. Anette
    Am 22.01.2016 um 10:11:53 Uhr [Link]

    Meine Tochter (7) trägt nur Hosen. Ich mache mir große Sorgen und überlege, wie ich sie wieder dazu bringen kann, Kleider und Röcke zu tragen. Ein Mädchen in Hosen, das wird doch von den anderen Kindern gemobbt und trägt schwere psychologische Schäden davon! Sie will auch keine langen Haare. Spielt Fußball, statt Ballett zu tanzen! Und wenn jemand „junger Mann“ zu ihr sagt, findet sie das sogar cool. Mein Nachbar hat schon mit dem Jugendamt gedroht. Ich bin verzweifelt. Aber ich bin auch selbst schuld, weil ich ihr Hosen kaufe.

    • Mom
      Am 22.01.2016 um 15:23:56 Uhr [Link]

      Da schwingt unbewußt sehr viel von Wertigkeit mit – ein Mädchen, dass sich an Jungs orientiert, orientiert sich sozusagen nach „oben“ und die wenigsten Menschen fühlen sich dadurch gestört. Im umgekehrten Fall – wesentlich weniger Akzeptanz. Insofern hinkt der satirische Vergleich.

    • Siegfried
      Am 25.01.2016 um 14:24:32 Uhr [Link]

      *Grins* Zum Glück ist Humor nicht vom Geschlecht abhängig.

  68. Rebekka
    Am 22.01.2016 um 13:20:20 Uhr [Link]

    Super!!! Finde ich super! Ich finde diese Geschlechtertrennung schlimmer denn je!
    Ich finde auch das es nichts damit zu tun hat was später sein wird! Ich habe auch lieber mit „Jungssachen“ gespielt und lieber mich wie ein Junge gekleidet. Und heute? Bin hetero und liebe es Petticoatkleider zu tragen!;) okay ich bin eben auch keine typische Püppi wollte und will ich auch nie sein! Ich finde es sehr wichtig sich ausprobieren zu dürfen und seine Interessen und Talente zu entdecken.
    Außerdem deine Söhne spielen mit Puppen? Na und? Ist doch toll sie probieren eben Papa zu sein! Wieso dürfen bloß Mädchen sich im „Mama sein“ üben? Also ich finde es überhaupt nicht Besorgniserregend sondern eher niedlich!
    Also echt Hut ab und mach weiter so! Wünsche deinem Sohn weiterhin viel Spaß mit dem tollen Kleid! Echt très chic!;)

  69. Fabulatoria
    Am 22.01.2016 um 16:36:50 Uhr [Link]

    <3
    Es gibt nicht viel dazu zu sagen als: Find ich toll!

    Liebe Grüße, Carmen

  70. Andrea
    Am 23.01.2016 um 00:35:10 Uhr [Link]

    Ich kann Dir nur zustimmen! Tolles Kleid für den Bub! Ich wünsche Euch noch recht viele fröhliche Stunden in und mit dem Kleid! Unser Sohn steht auch nicht nur auf Lego, Playmo, Ritter und Feuerwehr, sondern liebt auch schöne Stoffe, Dekorieren, Nähen. Er hatte mal eine rote Brille und rote Stiefel, und sogar das war Grund, von anderen Kindern in der Schule blöd angemacht zu werden. Rot!!!! Ich meine, geht’s noch???? Dürfen Jungs denn jetzt nur noch blau, schwarz, braun tragen???? Deshalb: nähen wir unseren Jungs doch Kleider, wenn sie das wollen.

  71. sarina
    Am 23.01.2016 um 13:09:27 Uhr [Link]

    Hallo zusammen !

    jetzt mal etwas polemisch:

    ein kleiner Junge wünscht sich einfach nur ein Kleid für eben jetzt und 97 Erwachsene denken an Gesellschaftsstrukturen und sexuelle Orientierung /Identität !

    Und ganz ohne Polemik die Empfehlung zweier Filme dazu :

    Mein Leben in rosarot ! (Belgien oder Frankreich )

    und

    Maman et moi (auf deutsch) bzw. Les garcons et Guillaume a table ! (franz. Orginaltitel) !

    Sarina

    • Silke
      Am 27.01.2016 um 21:03:45 Uhr [Link]

      Das kommt eventuell daher, weil Kinder immer wieder (unbewusst) aufzeigen, dass Kleiderfragen von Erwachsenen bestimmt werden. Würden sie von Anfang an keine Grenzen bekommen, was sie anziehen dürften, gäbe es keine Erwachsenen, die sich darüber aufregen können, dass Jungs Kleider anziehen. Also ist es ganz einfach ein Ursache, die in der Gesellschaft zu suchen ist.

  72. Ulla
    Am 23.01.2016 um 16:19:17 Uhr [Link]

    Mein kleiner Sohn hatte mit etwa fünf Jahren auch eine Prinzessinnenphase. Er wollte Pink und Rosa und Glitter. Und er wollte an Fasching im Kindergarten als Prinzessin gehen. „Die sehen halt besser aus als Könige oder Prinzen!“ Stimmt. Und er durfte – in einem selbstgenähten Kostüm in rot und schwarz und mit Tüllrock. Und mit Glitzerspray im Haar.

    Das Faschingskostüm wurde akzeptiert und auch, dass er in der Kindergarten-Bauchtanzgruppe mit dabei war. Was mich aber am meisten erstaunt hatte, war die Reaktion insbesondere der Mädchen in einem Moment, als wir überhaupt nicht damit gerechnet hatten:
    Es war Winter und er trug unter seiner Schneehose eine gestreifte Strumpfhose in den Grundfarben. Die Schneehose wurde natürlich im Kindergarten drinnen nicht getragen. Die Mädchen riefen dann tatsächlich: „Iiiih, Mädchen!“ und zeigten mit dem Finger auf ihn. Er quittierte das mit Unverständnis.

    Die Prinzessinnenphase war irgendwann vorbei, aber eine Lust am Ausprobieren und am Gender-Experimentieren ist geblieben. Inzwischen besucht mein Sohn Mittelaltermärkte im Schottenrock; die Haare trägt er schon seit Kindergartenzeiten lang. Er hat nicht dieses typische Jungerwachsenen-Machogehabe und ist seiner Freundin ein liebevoller Partner.

    Wann, wenn nicht als Kind, können Kinder spielerisch Erfahrungen sammeln mit den Geschlechtsrollen und den gesellschaftlichen Gepflogenheiten diesbezüglich?! Durch Kleidung und soziale Rollen wird die sexuelle Orientierung nicht gebildet. Aber vielleicht kann sie sich durch eine spielerische Offenheit ohne Zwang einfach in die Richtung entwickeln, in die sie will – und genau darauf kommt es an.

  73. Unsere Netzhighlights - Woche 4/2016 | Apfelmädchen & sadfsh
    Am 24.01.2016 um 11:01:03 Uhr [Link]

    […] 4. Mädchen in Hosen, Jungen in Kleidern – ich finde es super, dass mittlerweile alle das tragen können/dürfen, was sie gerne wollen. Scheinbar sehen das jedoch nicht alle Menschen da draußen so, denn Bloggerin ringelmiez hat eine ganze Wellen an Fragen gestellt bekommen. Nachdem sie ein Kleid für ihren Sohn genäht hat. Ihre wunderbaren Antworten gibt es hier zu lesen: Warum alle Söhne Kleider tragen dürfen sollten. […]

  74. Mona
    Am 24.01.2016 um 12:49:22 Uhr [Link]

    Jetzt hab ich mir die Bilder dazu auf instagram angeguckt aber keine komischen Fragen dazu gesehen. Na ja. Trotzdem ein schöner Post.

    • ella
      Am 24.01.2016 um 12:53:53 Uhr [Link]

      oh doch, da gabs schon die ein oder andere. die meisten kamen aber über twitter.

  75. Inga
    Am 25.01.2016 um 09:58:08 Uhr [Link]

    Es gibt viele Fotos von meinem Freund als Kind, auf denen er ein Kleid trägt und Strumpfhosen anhat und/oder eine Puppe mit sich rumschleppt.. Er ist so heterosexuell wie es nur geht. Wie sich ein Kind kleidet, hat noch überhaupt nichts mit der späteren sexuellen Orientierung zu tun. Wenn mehr Eltern dieses Verhalten bei ihren Kindern zulassen würden, dann wäre dieser Umstand auch bekannter. Danke für deinen gesunden Menschenverstand, Postverfasserin :)

  76. Mohne
    Am 25.01.2016 um 10:17:55 Uhr [Link]

    Super! Einfach nur Super!

    Dich hätt ich gerne als Mama gehabt =;o) (wobei meine auch nicht übel war!)

    Liebe Grüße,
    Mohne

  77. Siegfried
    Am 25.01.2016 um 10:22:00 Uhr [Link]

    Sehr interessant. Vielleicht wird die Welt ja doch noch vernünftig.

    Ich bin schon etwas älter. Früher, so mit 15 – 25, hätte ich durchaus sehr gerne Röcke oder Kleider getragen. Jedenfalls in der wärmeren Jahreszeit. Meine Umwelt kam und kommt damit jedoch überhaupt nicht klar, also lasse ich es. Im Lauf der Jahre hat das Interesse daran nachgelassen. Kleidung gehört nicht zu meinen Prioritäten im Leben. Aber, um das mal ganz deutlich zu sagen: Ich bin nicht schwul, bi oder asexuell. Ich bin ein ganz normaler hetero-Mann. Ich sehe es sehr gerne, wenn meine Frau Röcke oder Kleider trägt, da diese ihre schöne Figur betonen. Wenn es Röcke oder Kleider passend für einen männlichen Körper gäbe, so vermute ich, dass diese auch eine männliche Figur gut betonen könnten. Jedenfalls hat mir vor Jahren mal eine Frau dies bestätigt („Mein Freund trägt meine Röcke besser als ich“).

    Was das Christsein angeht: Ich bin Christ. Ich glaube an die Bibel als Wort Gottes, und an die Schöpfung statt der Evolution. In der Bibel steht Nichts über ein Rockverbot für Männer. Auch kein Gebot. Es gibt hier und da ein paar Kleidungsvorschriften, die dazu dienen, sich von den Praktiken in den heidnischen Tempeln abzugrenzen. Niemand trägt heute mehr genau diese Klamotten wie damals. Stattdessen heisst es in der Bibel: „Der Mensch sieht, was vor Augen ist, Gott aber sieht das Herz an“. Traditionen können gelegentlich durchaus nützlich sein, aber wenn Traditionen (und dazu gehören auch Kleidungsvorschriften) den Glauben an Christus ersetzen, dann ist das das Gegenteil von christlich. In der Bibel sagt Christus über sich selbst: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater als nur durch mich“. Also, auf gut deutsch, und zum Thema passend: Nicht die Hose oder der Rock macht uns vor Gott gerecht, sondern ausschließlich Christus. Wer eine alternative Heilslehre verbreitet (auch Kleidungsvorschriften können eine solche sein), der ist ein Sektierer.

    Ich hoffe, das war deutlich genug.

  78. Neues aus Bloggerhausen #1 - Mama notes
    Am 25.01.2016 um 20:12:39 Uhr [Link]

    […] Ein Kleid für meinen Jungen? Aber klar doch. Hatte meiner auch schon, ebenso wie Blümchenschuhe. […]

  79. Jana from Germany
    Am 25.01.2016 um 22:17:26 Uhr [Link]

    Wie schön, dass du deinem Sohn ein eigenes Kleid genäht hast. Ich musste immer in Hosen (stimmt natürlich nicht, da verfälscht meine Erinnernung) in den Kindergarten, weil mein kleiner Bruder (1,5 Jahre jünger) meine Röcke anhatte. Ich hatte alles in Blau, weil der Bruder alles in Rosa hatte. Vom selbstgenähtem Overall bis hin zur IKEA Bettlampe (die existieren noch). Gespielt haben wir mit LEGO, Barbies (da hatten wir gleich viele) und Matchbox Autos (die können wir heute noch auseinander sortieren). Und sind wir anders als normal? Ja, wir sind nicht mit festen Geschlechterrollen aufgewachsen. Ansonsten, nein. Wir sind beide hetero und absolut mainstream. Aber wir haben weniger Vorurteile und der Bruder trägt auch heute noch gerne Herrenröcke (und ja, es gibt spezielle Herrenröcke). Wie alt wir sind. Ich bin jetzt 37 Jahre und wundere mich immer wieder, dass es noch nicht normal ist, dass Jungs Kleider tragen. Aber hoffentlich kommt es bevor ich 80 bin noch dazu. (Ach ja, leider habe ich noch keine Kinder, so dass ich selbst nur mit einem Kleider tragendem Bruder aufgewachsen bin und meinen Söhnen keine anziehen kann.)

  80. Traum
    Am 25.01.2016 um 22:59:00 Uhr [Link]

    ich würde mir da nicht so viele gedanken machen. oder über die sexuelle orientierung nachdenken. ich hab auch immer nur mit puppen etc. gespielt, während andere jungs fußballspielen waren, da störte sich auch niemand dran.
    in der 1. klasse hatte ich dann eine freundin, wahrscheinlich einfach deshalb, weil ich mit ihr besser mit puppen spielen konnte.
    später hieß es dann von der mutter des mädchens, „mädchen in dem alter haben keinen freund, sondern eine freundin!“ und sie beendete dann diesen kontakt.

  81. Sarah
    Am 26.01.2016 um 10:43:09 Uhr [Link]

    Ich werde wirklich traurig, wenn ich zwischen den Zeilen der Fragenden lesen kann, wie groß die Angst davor ist, dass das Kind nicht heterosexuell ist. Ein Kind. Wenn ich an meine nicht allzu ferne Kindheit zurück denke, kommt mir in den Sinn, dass ich davon überzeugt war dass man sich sein Geschlecht aussuchen kann, wenn man erwachsen ist. Ein Kind sollte in erster Linie Kind sein, im Kleid, in Hosen, in Stöckelschuhen oder als Puppeneltern. Und alles andere kommt von selbst ob mit oder ohne Kleid.

  82. rockkat
    Am 26.01.2016 um 10:47:45 Uhr [Link]

    :-) wunderbar das kleid
    https://pinkstinks.de/

  83. Katrin
    Am 26.01.2016 um 10:54:31 Uhr [Link]

    Danke für deinen Beitrag. Ich dachte schon, wir wären die Einzigen! Seit mein Sohn seine Meinung äußern kann, liebt er alles was glitzert, rot oder pink ist und schwingt, wenn man sich dreht. Seine ersten Schuhe waren rosa, die danach waren rot, die danach wieder rosa. Zu seinem Geburtstag hat er sich ein Flamencokleid gewünscht – und bekommen. Er schmückt sich gerne mit Haarspangen und trägt (trug) gerne roten Nagellack. Für mich war das nie ein Problem. Im Gegenteil: Es war für mich natürlich, weil es einfach so aus ihm heraus kam. Ich mag es, dass er so facettenreich ist und alle seine Ideen ausprobieren möchte. Ich unterstütze ihn darin, selbstbewusst zu sein und das zu tun, womit er sich wohl fühlt.

    Jetzt kommt das große ABER: Von Anfang an wurde sein Aussehen kommentiert. Als die Kinder in seiner Umgebung noch nicht sprechen konnten, zunächst von den Erwachsenen, mittlerweile von so ziemlich jedem: „Sowas machen doch nur Mädchen.“ „Ich dachte, du hast einen Sohn.“ „Das gehört sich doch nicht für einen Jungen, das sieht komisch aus.“ „Warum lackierst du dir denn die Nägel, wenn du ein Junge bist?“ „Haha, du bist doch ein Mädchen.“ Er trug sein Flamencokleid mit großem Stolz in der KiTa und wurde von den Kindern gehänselt. Im Museum und in der Tram wurde er von Erwachsenen und Kindern auf seinen Nagellack angesprochen und ausgelacht. Das Ergebnis: Er trägt mittlerweile nur noch vermeintliche Jungssachen, lackiert sich manchmal zuhause einen Fingernagel, um ihn vor der KiTa wieder abzukratzen. Seinen rosafarbenen Ex-Lieblingspulli möchte er nicht mehr anziehen.

    Wir haben mit unserem Sohn darüber gesprochen und ihn dazu ermutigt, sich so zu kleiden, wie er es schön findent. Mein Freund hat sich die Nägel lackiert, um zu zeigen, dass das auch erwachsene Männer machen können, wenn sie Lust dazu haben (er hat dafür übrigens unzählige Kommentare offen und hinter seinem Rücken bekommen). Wie kann ich es einem 5-Jährigen verübeln, wenn er dazu gehören will und nicht „drüber“ steht, wenn Kinder ihn auslachen und hänseln? Ich finde das traurig und beschämend für eine Gesellschaft, die sich für offen hält und Toleranz predigt. Wir wohnen übrigens nicht in der bayrischen Provinz, sondern in der „tolerantesten“ Stadt Deutschlands – Berlin.

    Ich wünsche mir mehr Eltern, die ihren Kindern ihre Vorlieben lassen und sie nicht nach Geschlechterklischees ordnen. Ich bin mir sicher, es gibt noch mehr Jungs, die ihre Nägel lackieren, Kleider tragen oder ins Ballett gehen möchten und Mädchen, die auf die höchsten Bäume klettern, Fußball spielen und Rennfahrerin werden möchten…und leider davon abgebracht werden, weil das angeblich dem anderen Geschlecht vorbehalten ist. Also werdet frei, seid mutig, lasst die Kommentare sein, irgendwann verschwinden dann auch die Gedanken dazu!

  84. Kater Paule
    Am 26.01.2016 um 12:50:21 Uhr [Link]

    Ein toller Beitrag – und es ist toll, dass du dir eine solche Mühe mit dem Kleid für deinen Sohn gegeben hast! Hier sollte es ebenfalls ein Röckchen für den Herrn Sohn sein – und natürlich hat er es bekommen.

    http://www.kater-paule.de/es-knistert-und-glitzert/

    Viele Grüße
    Meike von Kater Paule

  85. Marle
    Am 26.01.2016 um 16:32:59 Uhr [Link]

    Liebe Frau Ringelmiez,
    hübsch ist das Kleidchen aus dem niedlichen Stoff, kein Wunder dass Dein Sohn das gerne trägt. Dann kann der Frühling ja kommen!
    LG
    Marle

  86. Juli
    Am 26.01.2016 um 17:25:26 Uhr [Link]

    Wunderbar, vielen Dank für diesen Text. Ich bin selbst so ein Mädchen, was als Kind Kleider immer abgelehnt hat. Nein, eigentlich habe ich alles abgelehnt, was „typisch Mädchenhaft“ war. Mein kleiner Bruder hingegen musste heimlich mit meinen Puppen spielen. So hat wenigstens IRGENDJEMAND mit ihnen gespielt.

    Allein die Tatsache, dass Dinge wie Farben oder in Form gebrachte Stoffe „typisch Mädchen/junge“ Ausdrucken, ist doch schon so ein Wahnsinn. Wenn niemand es den Kindern „falsch“ (ichs chreibe das in Redezeichen, da ICH es als falsch empfinde) vorleben würde, würde es sie n feuchten Dreck interessieren. Ist mit Hautfarben das selbe. Rassismus wird gelehrt und gelernt, genau wie Sexismus.
    Ich bitte um Verzeihung, wenn ich dies ernsthaft als Frage formuliere, aber, gab es nicht vor 60 Jahren einen ähnlichen Aufstand, als Frauen begannen, Hosen zu tragen? Joa. Und wo sind wir nun? Genau.

    Von daher…ich hoffe für ihren Sohn wirklich, dass es nur wenige blöde Kommentare geben wird. Daür ist das Kleid zu schön, dafür ist sein Wesen zu wertvoll, und spätestens im Sommer wird er das Kleid so richtig zu schätzen wissen. Vielleicht machen es andere Jungs ja nach :)

  87. Anonymous
    Am 26.01.2016 um 18:51:56 Uhr [Link]

    […] […]

  88. anonym
    Am 26.01.2016 um 21:09:29 Uhr [Link]

    Puh, Autorin? Hallo Zerfall der Sprache!

  89. Julia Frank
    Am 26.01.2016 um 21:29:13 Uhr [Link]

    Super Artikel!
    Man sollte auch nicht vergessen, dass es noch nicht so lange her ist, dass Frauen keine Hosen tragen durften. Ich bin wirkloch sehr foh, dass ich selbst entscheiden kann, was ich anziehen möchte. Hoffentlich dürfen das Jungs bzw. Männer das auch irgendwann einmal!
    Liebe Grüße, Julia

  90. Wanja
    Am 27.01.2016 um 12:19:05 Uhr [Link]

    Liebe Ella,
    ich finde Deinen Text auch supersupersuper. Du sprichst mir aus der Seele – leider waren meine Eltern zu solchen Überlegungen nicht fähig. Was natürlich auch an ihrer Sozialisation und der damaligen Zeit gelegen haben wird. Wie dem auch sei: Weiter so! Denn ohne Liebe macht die schönste und angeblich geschlechtsspezifische Kleidung keinen Menschen glücklich…

  91. Hana Mond
    Am 27.01.2016 um 14:48:05 Uhr [Link]

    Tja, männliche Menschen dürfen nur Kleider tragen, wenn es mit Prestige verbunden sind – wie bei Richtern oder Priestern. DANN ist das Kleid plötzlich kein Problem mehr …
    Bleibt zu hoffen, dass Röcke und Kleider irgendwann auch mal für Jungs in Mode kommen. Vermutlich dann, wenn „Mädchen“ nicht mehr als Schimpfwort gebraucht wird?

    Selbst in verpixelt kommt auf den Bildern rüber, dass deinen Sohn sein Kleid glücklich macht, und es steht ihm auch super!

    • Siegfried
      Am 29.01.2016 um 10:35:34 Uhr [Link]

      Seltsam nur, dass „Mädchen“ oft genug von Mädchen als Schimpfwort gebraucht wird. Vielleicht wäre genau hier ein Ansatzpunkt.

  92. lila
    Am 27.01.2016 um 19:26:46 Uhr [Link]

    Fühl dich 1000 Mal geküsst für diesen Artikel!

  93. Kirsa
    Am 27.01.2016 um 20:09:30 Uhr [Link]

    Liebe Ella,
    ich finde, es ist eine Zumutung, dass solche Texte verfasst werden müssen.
    Ich finde es klasse, dass du deine Kinder so offen erziehst und ich wünsche dir alle Kraft, dich gegen Vorurteile und Klischees auch weiter zu behaupten.
    Leider treffe ich tagtäglich auf solche antiquierten Vorstellungen, wie sie aus einigen Fragen sprechen, die dir gestellt wurden. Und leider kommen sie auch immer wieder von Fachkräften, die es dringelichst besser wissen sollten.

    Liebe Grüße
    Kirsa

  94. Dylan Naylor
    Am 28.01.2016 um 01:54:33 Uhr [Link]

    Wunderschön! Meine Mutter hat mir damals (Anfang der 80er Jahre!) meinen Wunsch nach einem Rock auch erfüllt, ich war 3 oder 4 Jahre alt. Als ich ihn dann nicht mehr anziehen wollte, weil ein dummer Junge aus der Nachbarschaft auf dem Spielplatz nebenan einen blöden Spruch gemacht hatte, kam mein älterer Bruder (er war damals ungefähr 5) auf die rettende Idee, auf einen anderen Spielplatz zu fahren, wenn ich meinen Rock tragen wollte, um blöden Bemerkungen zu entgehen. Ich habe eine großartige Familie :-)

  95. Dylan Naylor
    Am 28.01.2016 um 01:55:39 Uhr [Link]

    Wunderschön! Meine Mutter hat mir damals meinen Wunsch nach einem Rock auch erfüllt, ich war 3 oder 4 Jahre alt. Als ich ihn dann nicht mehr anziehen wollte, weil ein dummer Junge aus der Nachbarschaft auf dem Spielplatz nebenan einen blöden Spruch gemacht hatte, kam mein älterer Bruder (er war damals ungefähr 5) auf die rettende Idee, auf einen anderen Spielplatz zu fahren, wenn ich meinen Rock tragen wollte, um blöden Bemerkungen zu entgehen. Ich habe eine großartige Familie!

  96. Franzi
    Am 28.01.2016 um 10:09:40 Uhr [Link]

    Ganz toller Text!

  97. Melly
    Am 28.01.2016 um 13:27:16 Uhr [Link]

    Danke <3
    Ein wunderbarer Beitrag – ich bin sehr deiner Meinung und hoffe auf eine liebevollere Zukunft in der einfach jeder so sein und das tun kann was und wie er mag.

    Ganz liebe Grüße,
    Melly

  98. Michi Skott
    Am 28.01.2016 um 20:18:35 Uhr [Link]

    Coole Farbcombi , das Kleid!

  99. Barbara
    Am 28.01.2016 um 22:31:39 Uhr [Link]

    Es haben hier schon so viele gesagt aber: Klasse. Ich find es weltklasse. So denkt jemand der seine Kinder mehr als die Meinung der Nachbarn liebt. Das sollten alle Mütter tun? JA! Leider tun es die wenigsten. Ich wünsche deinem kleinen Sohn, dass er Anerkennung für seinen Mut erhält und dass kein blöder Spruch seine Freude über das wunderschöne (!!!) Kleidchen trüben wird. Und ich freue mich für mich selbst und mein Weltbild, dass es Mütter wie dich gibt, die versuchen ihrem Kind Selbstbewusstsein und Lebensfreude mitzugeben und nicht bloß Hochnäsigkeit, Gehässigkeit und ‚über die anderen stellen‘. Und nein: ein Kleid und ein paar rosa Schuhe machen keinen späteren Schwulen aus ihm. Vielleicht ist es nur eine Phase und in der Pubertät ist er die coolste Sau der Straße. Ich finde es toll, dass er sich ausprobieren darf. Da wächst eine starke Persönlichkeit heran.
    Unbekannte aber herzliche Grüße sende ich euch!

  100. Lilith
    Am 29.01.2016 um 08:16:55 Uhr [Link]

    Vielen, vielen lieben Dank für diesen tollen Blogpost!

  101. Belinda
    Am 29.01.2016 um 09:24:28 Uhr [Link]

    Ganz, ganz toll geschrieben und ein ganz, ganz tolles Kleidchen für ein ganz, ganz tolles Kind. Mein jüngster Sohn (2) holt sich auch regelmäßig das Feenrockerl seiner Schwester oder das Glitzerrockerl bei Oma aus den Kisten und setzt sich die Goldkrone auf. Dann schwirrt er duch das Wohnzimmer und sagt „Lilus auch Izessin.“ und singt „Legiiigoooooo, legiiigoooooo.“. Ich kann mir gut vorstellen, dass er sich auch mal ein Rockerl oder ein Kleidchen nähen lässt. Schön, dass du deinen Kindern die Freiheit gibst, einfach ausprobieren zu können <3

  102. Sybille
    Am 29.01.2016 um 17:18:06 Uhr [Link]

    Was für ein wunderbarer Artikel. Danke, dass Du das geschrieben hast.

  103. Alex Röpnack
    Am 30.01.2016 um 00:03:44 Uhr [Link]

    DANKE!
    (Auch wegen all der anderen Gründe, die andere hier schon aufgeführt haben.)
    Aber vor allem DANKE, weil ich jetzt guten Gewissens in den nächsten Deichmann gehen werde, um mir Schuhe zu kaufen, die an meine breiten Füße passen: HERRENSCHUHE!!
    Seit JAHREN schleiche ich mich schon heimlich in diese Abteilungen und gucke. Nur gucken. Nicht anprobieren. Denn gucken könnte ich ja für meinen Freund. Aber anprobieren? Dann würde ich mich ja „outen“, würde damit ja öffentlich machen, dass ich für MICH gucke. Wie peinlich.
    Nee, gar nicht peinlich!!
    Sondern total egal!
    Es kann mir doch herzlich egal, was andere Leute über mich denken, nur weil ich Herrenschuhe anprobiere. Und ist es meine Schuld, dass all die (hübschen!) Damenschuhe einfach nicht an meine Füße passen wollen? Dass sie sich alle wie kleine Gefängnisse anfühlen und mir Gehen und Stehen nur unter größten Schmerzen ermöglichen?! NEIN!

    Ich kaufe mir jetzt ein paar schöne, bequeme Herrenschuhe. DANKE für den Schubs, den dein Artikel mir gegeben hat!!

    (Und ja, ich weiß, dass es einige (wenige) Schugeschäfte – auch online – gibt, die Damenschuhe in größeren Weiten anbieten. Aber die sind mir im Normal fall einfach zu teuer! Deichmann kann ich mir leisten. :-/ )

    LG Alex

  104. Mädchenmannschaft » Blog Archive » Antifeminismus, Abwesenheit von Vätern und Ausübung von Kritik (nur wie?) – die Blogschau
    Am 30.01.2016 um 10:25:14 Uhr [Link]

    […] Ringelmiez berichtet Ella von ihren Erfahrungen, für ihren Sohn ein Kleid zu nähen, und gibt in einem FAQ Antwort auf (potenzielle) geschlechteressentialistische, cissexistische und heterosexistische […]

  105. Micabella
    Am 31.01.2016 um 01:55:18 Uhr [Link]

    Ja, mein Sohn, inzwischen fast 16 , ist größtenteils bei meiner Mutter (Schneiderin) aufgewachsen, weil ich im Schichtdienst und als Kurierfahrerin oftmals längere Zeit unterwegs bin.
    Haarschnitt-Versuche hat er immer abgelehnt, mit 3 hing ihm die Mähne schon über die Schultern, ich sagte: „Nun können wir Dir ja Zöpfe flechten“, er antwortete begeistert: “ Ja, wie Nati“ (Nathalie, die 5 jährige Tochter einer polnischen Aushilfe bei Mutter, die schöne tallienlange geflochtene Zöpfe trug). Nun bekam er von Mutter fast täglich Zöpfe geflochten und mit seiner Spielgefährtin Nathalie war er quasi ein Herz und eine Seele. Die meisten Kundinnen betrachteten ihn als Mädchen, was ihn nicht weiter störte, denn er bekam oft Süssigkeiten oder kleinere Spielzeuge geschenkt.
    Wenn er alleine war blätterte er gerne in Modezeitschriften, die im Laden auslagen. Mutter fragte ihn dann mal (wohl eher scherzhaft): „Na möchtest Du auch mal Model spielen?“ worauf hin er wieder begeistert einwilligte. Darauf folgend sah man ihm dann immer wieder mal in Mädchenkleidern, wenn Mutter etwas passendes bearbeitete.
    Kurz bevor er eingeschult wurde bekam er den einzigen Haarschnitt in seinem Leben, so eine Art Prinz Eisenherz Frisur, seine Haare waren nämlich recht verdreckt, weil er sich die auf der Baustelle eines naheliegenden Grundstücks mit Fensterkitt verschmiert hatte.
    Zum Trost durfte er außerdem gelegentlich eine lange Perücke für Schaufensterpuppen benutzen.
    Zwei Jahre später hingen seine Haare schon wieder über die Schultern, in den Ferien gingen wir meistens mit ihm als Mädchen gekleidet auf Wandertouren durch deutsche Mittelgebirge. Er, sowie Mutter und ich hatten immer einen Riesenspaß, wenn er als „kleines Fräulein“ oder „junge Dame“ angesprochen wurde und haben dann auch nichts weiter verraten.
    Seine Haare reichen heute, wenn er sich im stehen weit zurücklehnt fast bis in die Kniekehlen. Er ist wohl auch etwas transsexuell veranlagt, aber was soll´s Menschen wie zB. Olivia Jones und Conchita Wurst von denen er schwärmt, sind doch anerkannte Persönlichkeiten.
    Zum Sommer hat er schon eine Lehrstelle in einem Gartenbaubetrieb zugesagt bekommen, dort arbeit auch ein Mann mit langem Zopf, also dürfte es wegen seiner Haare keine Probleme geben und für seine Zukunft bin ich optimistisch gestimmt.

    Ganz liebe Grüsse,

    Micabella

  106. Bye, bye Januar – wheelymum
    Am 31.01.2016 um 11:19:00 Uhr [Link]

    […] Dürfen Jungen Kleider tragen? Ja meine, na klar. Ringelmiez sieht das genauso und hat einen Beitrag dazu geschrieben: Ein Kleid für meinen Jungen […]

  107. Mörser
    Am 31.01.2016 um 12:38:04 Uhr [Link]

    Danke für dies tollen Text. Finde es super, dass du dein Kind so unterstützt und ihm ein so krass-geiles Kleid genäht hast.
    Ich habe mich erst spät (>20 Jahre) getraut Kleid zu tragen, obwohl mein Vater zumindest im Urlaub auch schon früh Wickelrock trug.
    Da meine Nichte mich als Rockträger quasi von Geburt an so kannte, konnte sie in der Kita einem Jungen unterstützen, der auch mit Kleid oder Rock (weiß nicht mehr, was der trug, aber ist ja auch ned so wichtig), als der angegangen wurde, indem sie sagte, dass Jungen sehr wohl solche Sachen tragen könnten, schließlich würde ihr Onkel die ja auch dauernd tagen.
    Einfach schade, dass viele Menschen immer noch so eingefahren und ignorant sind.
    Es braucht mehr Eltern wie dich!

  108. Katrin
    Am 31.01.2016 um 22:31:37 Uhr [Link]

    Hallo, bin gerade durch wheelymom hier drauf gestossen und finde es wunderbar, wenn auch andere Mütter ihren Söhnen Kleider nähen. Mein Junge wollte letzten Sommer einen Rock, weil ich mir in der Schwangerschaft einen neuen genäht hatte der nirgends zwickt. Also bekam er ihn und hüpfte auch damit fröhlich vergnügt über den Spielplatz und zuhause. Sogar zu Besuch bei Bekannten. Die fanden das auch überhaupt nicht verwunderlich :-)
    Kinder brauchen ihren Platz in der Welt um auszutesten wer sie sind. Das gehört dazu. Es ist wunderschön diese Freiheit zu haben und vor allem als Eltern dem nicht im Wege zu stehen.
    Mit Puppen und Barbies wird hier auch gespielt. Die Omas sorgen dabei immer mal für Nachschub und Schmuck und Haarreifen gehören genauso dazu <3

  109. Siegfried
    Am 01.02.2016 um 09:40:07 Uhr [Link]

    Ich bin da eben über einen Artikel gestolpert, der in diesem Zusammenhang wohl sehr interessant sein dürfte. Der Artikel geht zwar weit über das hinaus, was hier beschrieben wurde, aber er beleuchtet recht gut, warum so viele Menschen solche Probleme mit Rock tragenden Jungen oder Männern haben.
    http://www.heise.de/tp/artikel/47/47254/1.html

  110. Parence
    Am 02.02.2016 um 18:44:05 Uhr [Link]

    Hi,
    Du bist ja wirklich Klasse! Ich war als Kind (Junge) auch nicht konform mit den Geschlechterrollen – wollte wie Dein Sohn solche Sachen tragen…Mutter hat das leider damals als abartig verteufelt. Konform bin ich jetzt als AE Papa immer noch nicht. Röcke und Kleider würde ich immer noch gerne tragen – Ok trage sie auch teilweise. Aber die Konditionierungen das „sowas“ sich nicht gehört gibt es leider. Hoffe das sich das ändert.
    LG

  111. ausmich
    Am 02.02.2016 um 23:03:46 Uhr [Link]

    Liebe Ella,
    Du machst das großartig!
    Mein Sohn (4) liebt es Kleider zu tragen, „weil die sich so schön drehen“.
    Nachdem er immer wieder gefragt hat, ob ich ihm auch eines nähe, hab ich das auch getan! Mein komplettes Umfeld hat mich für verrückt erklärt! Was ist daran so schlimm? Wenn es ihn glücklich macht? Warum nicht! Das muss doch jeder selbst wissen und wenn es ihm nicht mehr gefällt, hört er damit wieder auf und gut – und wenn er weiterhin Kleider tragen möchte, kann er das gerne tun. Die Menschen sollen glücklich sein – nicht mehr und nicht weniger! LG ausmich

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