„Was macht eigentlich dein Rücken, Ella?“

Im Januar habe ich mich entschieden, mich nach über zwei Monaten mit starken Rückenschmerzen endlich nachhaltig um meine Rückengesundheit zu kümmern. Ich habe beschlossen, im ersten Halbjahr keine Quiltaufträge anzunehmen, und auch Bücherprojekte habe ich abgelehnt. Und ich habe begonnen, regelmäßig ins Fitnessstudio zu gehen, um meine Rückenmuskulatur wieder aufzubauen. Seit gut sechs Wochen mache ich das jetzt, Zeit für eine kleine erste Zwischenbilanz.

25279040801_6a521a98e0_z

Die ersten ein, zwei Wochen waren ganz schön hart. Diese Anfangsphase, in der man sich noch täglich ohrfeigen will für die Entscheidung, die man da getroffen hat, ist echt ätzend. Am Anfang habe ich nur ein bisschen Ausdauertraining und Rückengymnastik gemacht – letzteres klingt ja immer nach nichts, aber mit der richtigen Trainerin ist das verflucht anstrengend und mitunter schmerzhaft. Aber eben auch effektiv. Schon nach kurzer Zeit konnte ich sogar wieder anfangen, mein heißgeliebtes Body Pump zu machen. Am Anfang mit ganz leichten Gewichten, mittlerweile konnte ich sie schon ein bisschen erhöhen und komme deutlich weniger aus der Puste. Seitdem macht dieses Sport-Ding plötzlich Spaß. Und das wichtigste: Ich merke erste Effekte: Meine Rückenschmerzen sind insgesamt deutlich weniger geworden; ich habe sogar schmerzfreie Tage. Es sind nur sechs Wochen vergangen, aber aus der Selbstverwünschung vom Anfang ist schon jetzt Dankbarkeit mir selbst gegenüber geworden, dass ich es tatsächlich durchgezogen habe. Ich gehe 3-4 mal pro Woche für jeweils 1,5 bis 3 Stunden effektive Sportzeit ins Fitnessstudio, und finde es mittlerweile schon wirklich blöd, wenn ich aus irgendeinem Grund mal nicht gehen kann (was zum Glück sehr selten vorkommt).
Zwischendurch gibt es aber doch auch immer noch Tage, an denen ich nach zu langer, einseitiger Belastung kaum noch lange genug stehen kann, um zum Beispiel Essen zu kochen. Das heißt, dass auch nähen noch längst nicht wieder so geht, wie es vor den Rückenschmerzen war. Es liegt also noch einiges an Arbeit vor mir, aber ich merke, dass ich auf dem richtigen Weg bin.

Was ich auch merke, ist Gewichtsverlust. Mittlerweile sind bereits 10 Kilo irgendwie weg; meine Röcke werden weiter und die Oberteile länger; ich kann mich besser bewegen. Mittlerweile kann ich damit ganz gut und vernünftig umgehen und bin gespannt, wohin es noch führt.

24745525253_0da997b811_b 24745610513_fd507951fc_z 25076648390_450421da62_z 25279213401_bf3c89f619_z 25372251595_21e46fccc2_z 25372264785_c720b5e4e6_z
Außerdem macht mir die Fortführung einer Fotoserie Spaß, die ich vor fast 10 Jahren mal begonnen habe: #shoesatthegym. Damals noch auf flickr, jetzt auf instagram. Bei jedem Besuch im Fitnessstudio fotografiere ich ein anderes Paar herumstehender Schuhe, das ich irgendwie besonders schön oder interessant finde. Also nochmal zur Erklärung: nein, das sind nicht alles meine eigenen Schuhe ;-)

Nicht weniger geworden ist hingegen die Arbeit, die ich habe. Zwar sitze ich zur Zeit erheblich weniger an der Nähmaschine, dafür aber umso mehr vor dem Laptop. Es gibt viel zu planen, zu organisieren und zu koordinieren, zu kommunizieren und zu konzeptionieren. Nichts desto trotz vermisse ich meine Nähmaschine sehr. Ich hoffe, mein Rücken wird nun stetig kräftiger und weniger schmerzhaft und bleibt mir wohlgesonnden, wenn ich mich bald wieder für einige kurze Etappen an die Maschinen wagen möchte.

10 Kommentare

  1. DreiPunkteWerk
    Am 29.02.2016 um 15:47:25 Uhr [Link]

    Bravo! Ich finde es ganz toll, dass du so eisern dabei bleibst!
    Ich freue mich für dich, dass es dir besser geht :-)
    Schön so weiter machen!
    Liebe Grüße,
    Kathrin

  2. Tanja
    Am 29.02.2016 um 16:45:22 Uhr [Link]

    Ich kann das alles nur bestätigen, nach mehreren Bandscheibenvorfällen, habe ich mich vor kurzer Zeit auch zum Fitnesstraining mit Trainer entschieden – und es wird deutlich besser. Ganz soweit wie du bin ich noch nicht aber es gibt mittlerweile auch Schmerz freie Phasen. Nähen höchstens 10 min und nur im stehen. Dafür habe ich mir extra eine Theke ins Nähzimmer gestellt. ;) Schön zu hören das es dir schon soviel besser geht! Jetzt freue ich mich gleich etwas mehr aufs nächste Training. :) Weiterhin gute Besserung! Liebe Grüße Tanja

  3. Eva
    Am 29.02.2016 um 22:19:56 Uhr [Link]

    Freut mich, dass es Dir besser geht! Bin sehr beeindruckt von Deinem Sportprogramm — Du eignest Dich jedenfalls total zum Vorbild :-)

  4. Gabriela
    Am 01.03.2016 um 14:09:08 Uhr [Link]

    Wie toll! Genau diese Frage hatte ich mir nämlich schon gestellt, nach den vielen Rückenschmerzeinträgen der letzten Monate.
    Was mich immer so ein bisschen sprachlos macht ist, mit – letztendlich – wie relativ wenig Aufwand man so unglaubliche Schmerzen wegbekommt. Mein Mann schleppte sich von Bandscheibenvorfall zu Bandscheibenvorfall, lag teilweise tagelang einfach nur noch bewegungsunfähig im Bett, bekam Spritzen, Tabletten und und und. Bis ich ihn zu einem Rückensport bei der VHS angemeldet habe. Sozusagen gezwungen. Vorher hatte er noch sechsmal Physiotherapie. Dann ging es los. Nach acht Wochen war es aus mit den Rückenschmerzen. Die sind einfach weg.
    Und ich frage mich, warum Ärzte einen nicht auch zu so etwas zwingen. Oder Krankenkassen? Warum gibt es keine verpflichtenden Gespräche bei der Kasse, in dem ein Arzt Patienten erklärt, was sie selber tun können. Und dann bekommt man eine Liste mit Empfehlungen für Kurse o.ä. in der Nähe, natürlich übernimmt die Kasse bei regelmäßiger Teilnahme die Kosten anteilig. Nach 6 Monaten gibt es ein Nachgespräch.
    Ja, man ist selbst verantwortlich. Schon gut. Aber wenn man merkt, dass genau daran ein Großteil von Menschen scheitert, sollte man doch – schon zum finanziellen Wohle des Gesundheitssystems…

    • Dani
      Am 01.03.2016 um 18:03:23 Uhr [Link]

      Ein Arzt bzw. eine Praxis ist letztlich auch nur ein Wirtschaftsunternehmen, und mit „gehen Sie einfach mal zum Sport“ verdient man nun mal weniger als mit dem üblichen Behandlungspraktiken.

      Generell sollen zB nur ein Bruchteil der Rückenleiden ausschließlich operativ behebbar sein. Es ist aber ja schon lange kein Geheimnis das in dem Bereich zu viel operiert wird.

      Es gibt zB auch einen Kniepapst aus – ich glaube – Köln, der selbst Kreuzbandrisse ohne OP wieder heil bekommt.

      Ich möchte damit natürlich nicht alles und jeden über einen Kamm scheren, aber im System sind durchaus Schwächen erkennbar. Nur dieses Thema ist ein Faß ohne Boden wenn man einmal darin anfängt herum zu rühren. Leider.

  5. Conny
    Am 01.03.2016 um 23:05:27 Uhr [Link]

    Hallo,
    ja einzig und allein Sport hilft dem Rücken! Meine Kinder und
    zu wenig freie Zeit hindern mich momentan noch daran mehr
    zu machen. Wichtig ist ja alle Rumpfmuskeln zu trainieren,
    vielleicht findest du auch einige Übungen, die sich gut in den
    Alltag integrieren lassen.
    Viele Grüße

  6. Katrin
    Am 02.03.2016 um 09:30:27 Uhr [Link]

    Liebe Ella! Wünsche deinem Rücken alles Gute! Seid ihr eigentlich mit eurer neuen Matratze zufrieden? Könnt ihr eine Kaufempfehlung geben, wir überlegen gerade, ob wir uns auch eine ‚eve‘ gönnen.
    Liebe Grüße aus Dänemark, Katrine

    • ella
      Am 02.03.2016 um 13:15:25 Uhr [Link]

      Ein ausführlicher Bericht kommt ende März, wenn ich die vollen drei Monate getestet habe. Zwischenstand: super Matratze, ich liebe sie!

      • Katrin
        Am 02.03.2016 um 21:11:59 Uhr [Link]

        Danke!

  7. Helena
    Am 03.03.2016 um 17:23:03 Uhr [Link]

    Sehr schön, dass es deinem Rücken und dir besser geht :)!
    Auch ich habe anfang des Jahres den Sport für mich entdeckt. Jedoch in der Natur. Fitnessstudio macht mir einfach keinen Spass. Ich gehe 5x die Woche joggen, 3x walken und zu Hause noch 3x die Woche Bauchmuseltraining. Bin zwar nicht die schlankeste, aber es geht sehr gut und ich habe keinerlei Gelenkschmerzen. Die Waage bleibt im Schrank, erzählt mir eh nie was ich hören will. Aber ich merke es an den Hosen. Von Größe 46 bin ich nun auf 42 und das in nur 7 Wochen. Hätt mir das einer vor nem Jahr gesagt, ich hätt dem nen Vogel gezeigt.

    Liebe Grüße und weiter so :D,
    Helena

Mehr lesen:

Vorheriger Artikel:
Nächster Artikel: