Zur Zeit trage ich fast immer Röckchen. Kurze, flatterige Röckchen mit Leggins drunter. Mit meiner Figur, so wie sie eben ist: Irgendwas zwischen 48 und 50, ausladend, raumfüllend, und nach drei Schwangerschaften relativ ausgeleiert. Ich fühle mich so nicht wohl und ich mag mich so nicht; irgendwann möchte ich gerne wieder schlanker sein. Muss gar nicht viel sein, ein bisschen halt. Das wird aber erfahrungsgemäß nicht passieren, solange ich noch voll stille und deshalb versuche ich gerade, mich so zu akzeptieren, wie ich zur Zeit eben aussehe, mit eben genau dieser Figur. Ich habe gerade eben nunmal keine andere. Und bei diesen hochsommerlichen Außentemperaturen sehe ich gar nicht ein, mich irgendwie mit langärmligen und langbeinigen Sachen zu verhüllen. Müssen die Leute draußen jetzt eben mit klarkommen. Ich habe lange Jahre immer wieder versucht, meinen Körper zu akzeptieren, wie er eben ist. Es ist mir nie gelungen. Selbst, als ich 25 Kilo weniger hatte als jetzt und wöchentlich bis zu 12 Stunden im Fitnesscenter verbrachte, fand ich mich noch zu fett und zu schwabbelig – und das war, bevor mein Bindegewebe 3 Schwangerschaften ausgehalten hatte.
Jetzt plötzlich ist diese Body Acceptance einfach irgendwie da. Ausgerechnet jetzt, wo mein Gewicht so hoch ist wie nie zu unschwangeren Zeiten. Verrückt. Vielleicht liegt’s tatsächlich an all dem Empowerment, das zur Zeit in meinem Internet- Universum unterwegs ist (z. B. #waagnis und seine Nachwehen, oder alles, was man so auf und via fat grrrl activism finden kann).
Die Suche nach passenden Klamotten in meiner Größe, die mir gefallen, gestaltet sich schwierig. Ich finde fast nichts, was zu mir passt, und wenn doch, dann inst es unerschwinglich teuer oder nicht stilltauglich. Deshalb habe ich mir, obwohl ich das nähen von Kleidung berhaupt nicht leiden kann (keine schönen, sauberen rechten Winkel, Stoff, der nicht gehorcht etc.), ein paar Rockschnitte besorgt und beschlossen, mir nach und nach einige Exemplare selbst zu nähen. Erstes Ergebnis ist dieses hier – nach dem Valeska- Schnitt von Farbenmix. Das Ergebnis gefällt mir ganz gut, wenn auch der Rock deutlich ausladender ist, als meine anderen beiden. Außerdem finde ich ihn fast zu lang. Vielleicht mache ich ihn nochmal aus einem Jerseystoff und dann etwas kürzer. Mal sehen.
Was mir übrigens auffällt, seit ich fast nur noch Röcke trage: ich nehme kaum mehr negative Reaktionen auf mein äußeres wahr. Die Leute sind total nett und freundlich, ich ernte keine blöden Blicke und auch keine hässlichen Kommentare (oder ich bemerke sie einfach nicht). Und mir fallen viel mehr andere dicke Frauen in tollen Klamotten auf. So oft möchte ich einer Frau hinterherspringen und sie fragen, woher sie ihre schicken Sachen hat….vielleicht ist das das nächste, was ich mich traue.






















